UserInput
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Kinder sollten homosexueller Hochzeit fernbleiben» – Verwirrung und Shitstorm wegen Zeitungs-Ratgeberin

19.05.15, 20:18 20.05.15, 15:24


Barbara Eggert, Ratgeberin in allen Lebenslagen beim «Westfalen Blatt», hat ihren Arbeitgeber berühmt gemacht. Zumindest in der Social-Media-Sphäre. 

Ein Leser fragte, wie er es verhindern könne, dass seine beiden sechs und acht Jahre alten Töchter an der Hochzeit seines Bruders und dessen Freund teilnehmen müssen. Er wolle seine Kinder in diesem Alter noch nicht mit dem Thema sexuelle Orientierung konfrontieren. 

Statt dem Leser aufzuzeigen, dass Kinder vom Anblick eines schwulen Ehepaares keinen Schaden davontragen, ging Eggert in ihrer Kolumne vom Sonntag auf das Ansinnen des Lesers ein. «Sagen Sie Ihrem Bruder, dass Ihre Kinder nicht an der Hochzeitsfeier teilnehmen, weil Sie nicht möchten, dass die Kinder verwirrt werden», schreibt Eggert. Die Begründung liefert sie vorab: «Ich gebe Ihnen recht, Ihre Töchter würden durcheinander gebracht.» 

Die Ratgeber-Kolumne beschäftigt derweil die Twitter-Community. 

Etliche Kommentatoren des Tweets von @panne_t regen sich über die unliberale Antwort Eggerts auf, die in der gedruckten Ausgabe homophobe Züge mehr als durchschimmern lässt. 

Mittlerweile sind Zweifel am Motiv Eggerts aufgetaucht, vom Besuch der Kinder an der Hochzeit des Bruders abzuraten. In der E-Paper-Version des «Westfalen-Blattes» vom Sonntag äussert sich Eggert differenzierter. Sinngemäss sollten die Kinder nicht an eine Schwulenhochzeit gehen, da ihre homophobe Erziehung dann zu inneren Konflikten führen könne. 

Gemäss einem Facebook-Eintrag ist die E-Paper-Version des Textes aber auch in gedruckten Exemplaren ausgeliefert worden. 

Die Social-Media-Kommentatorenschaft ist sich jedoch einig: Der in der Urversion verlorengegangene Satz macht die Antwort Eggerts auch nicht zu einem Meilenstein politischer, gesellschaftlicher oder sexuellerAufklärung.

Auf Anfrage von watson bezeichnet der Redaktionsleiter des «Westfalen Blatt» die Weglassung des einen Satzes als «gravierende journalistische Fehlleistung». Homophobes Gedankengut läge der Redaktion fern. Eggert selbst mag sich von ihren zumindest latent homophoben Äusserungen nicht distanzieren. 

In einer Mitteilung des Verlags schreibt sie im Wortlaut: «Hier geht es nicht um meine Weltanschauung oder einen gesellschaftlichen Konflikt, sondern um ein ganz privates, nicht repräsentatives Problem eines verunsicherten Vaters. Ich habe ihm geschrieben, dass seine Kinder vielleicht nicht liberal genug erzogen wurden, und ihm geraten, ein offenes Gespräch mit seinem Bruder zu suchen, um seinen Standpunkt zu erklären. Ich bin der Meinung, dass man alle Menschen ernst nehmen und respektieren muss, auch die und gerade die, die anders denken als man selbst, alles andere würde mir intolerant erscheinen.» (thi)

Am 17. Mai ist weltweiter Anti-Homophobie-Tag!

Abonniere unseren Daily Newsletter

13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 23.05.2015 12:16
    Highlight Ich würde meine Kinder auch nicht an so eine Hochzeit mitnehmen. Die sollen normal aufwachsen.
    1 6 Melden
  • Commodore 19.05.2015 23:20
    Highlight Ja und? Lasst den Mann seine Kinder erziehen wie er will, geht euch doch nichts an! Bei aller Toleranz, toleriert auch Leute die Homosexualität kritisch gegenüber stehen.
    27 56 Melden
    • EvilBetty 20.05.2015 15:38
      Highlight Toleranz von Intoleranz... wher kenn ich das bloss?
      30 6 Melden
    • Commodore 20.05.2015 23:43
      Highlight Ja, woher?
      Der ganzen Welt aufzwingen das sie Pro-Homo sein müssen ist genau diese Art von Meinungsdiktautur gegen die Sie vorgeben zu sein.
      Wasser predigen und Wein saufen, typisch!
      11 23 Melden
    • Walter Sahli 21.05.2015 14:16
      Highlight Doch es geht eben alle etwas an, wie Kinder erzogen werden! Denn die Gofen werden irgendwann mal erwachsen und dann muss sich ihre Umwelt mit ihnen rumschlagen. Was allerdings überhaupt niemanden etwas angeht, ist die sexuelle Orientierung! Denn schliesslich wird nur im Privaten gevögelt und nicht in der Öffentlichkeit, also braucht es einem auch nicht zu kümmern!
      8 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • P hilip 19.05.2015 22:13
    Highlight Oh - wie gerne hätte ich Freitags Kommentar/Antwort zu dieser Frage gelesen...
    37 5 Melden
    • Miicha 20.05.2015 11:36
      Highlight Oh ja bitte Kafi! Antworte bitte :-)
      16 2 Melden
  • frraanzl 19.05.2015 21:39
    Highlight ehm... Alexander Klaws ist mit einer Frau verlobt!
    8 1 Melden
  • EvilBetty 19.05.2015 21:12
    Highlight Sorry, ist euch die Bildstrecke nicht peinlich?
    42 6 Melden
    • Androider 19.05.2015 21:46
      Highlight Was soll mi der nicht stimmen?
      4 9 Melden
    • EvilBetty 20.05.2015 08:22
      Highlight @Androider: was mein Vorredner schrieb. Plus: ältere Gamellen hätten wohl nicht mehr ausgegraben werden können. Und wieso soll es eigentlich interessant sein, wer wem was wo reinsteckt? Ändert das irgendwas?
      11 1 Melden
    • P hilip 20.05.2015 18:18
      Highlight oh - wenns ums reinstecken geht bin ich immer interessiert...
      5 2 Melden

Das war's mit der Leichtathletik-EM: Rechtsextremer Schweizer Sprinter verliert Lizenz

Nach den Rassismus-Vorwürfen wird der Schweizer Sprinter Pascal Mancini von den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin ausgeschlossen. Zudem verliert er die Lizenz.

Zuerst wurde er aus dem Aufgebot für die 4x100-m-Staffel von Swiss Athletics eliminiert, danach auch von der 100-m-Distanz. Der 29-jährige Freiburger hat Schlagzeilen produziert, weil er auf seinem Facebook-Profil streitbare Beiträge mit rechtsextremem Gedankengut verbreitet hatte.

Mancini, dessen Gesinnung dem Verband bekannt …

Artikel lesen