Wintersport
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Der Medaillenspiegel am 15.2. um 8 Uhr. Screenshot: sochi2014.com

Rodeln hat an olympia nichts zu suchen

Wir sind die wahre Nummer 1 in Sotschi. Nicht die Deutschen

Der Medaillenspiegel ist nicht die letzte Wahrheit. Deutschland liegt nur wegen der Operetten-Medaillen im Rodeln vor uns. Lächerlich. Eine Polemik. 



Rodeln? Ein Sport, der uns an die untergegangene DDR mahnt. Die internationale Konkurrenz ist gering. Die Sieger kommen seit Anbeginn der Zeiten immer aus den gleichen Ländern: DDR, BRD, Italien und Österreich. Zwischendurch gab es einmal eine sowjetische Siegerin. 

Aber es ist der perfekte Sport für die Deutschen: Stramm liegen statt stramm stehen und dabei siegen. Rodeln gehört eigentlich aus dem olympischen Programm gestrichen – aber inzwischen gibt es auch noch die Staffel. Steht denn niemand gegen diesen olympischen Unfug auf? Kommt bald noch ein gemischtes Doppel? Ein Frauen-Doppelsitzer? Eine gemischte Staffel? 

(L to R) Gold medallists Germany's Natalie Geisenberger, Felix Loch, Tobias Wendl and Tobias Arlt pose during the victory ceremony for the luge team relay competition at the 2014 Sochi Winter Olympics REUTERS/Shamil Zhumatov (RUSSIA  - Tags: OLYMPICS SPORT LUGE)

Viermal Gold für Deutschland: Die Rodler Natalie Geisenberger, Felix Loch, Tobias Wendl und Tobias Arlt.  Bild: X00499

Deutschland in den klassischen Sportarten meist chancenlos

Ohne die Rodel-Medaillen stehen die Deutschen hier in Sotschi mit dreimal Gold dort, wo sie im Wintersport hingehören: Irgendwo im internationalen Mittelfeld. Noch hinter Holland und auf der Höhe von Weissrussland. Mit Resultaten, die in keinem Verhältnis zu den investierten Mitteln und dem Potenzial stehen. Rechenbeispiel: Gut 80 Millionen Deutsche, nicht einmal 10 Millionen Schweizer.  

Wo sind denn die Deutschen in klassischen Wintersportarten mit der grossen Konkurrenz? In den klassischen Disziplinen, die seit Anbeginn der Zeiten (seit 1924) ausgetragen werden? Dort, wo die wahren Helden sich bewähren? Wo mit strammer Haltung kein Erfolg möglich ist? Beispielsweise im Langlauf? Da kommt mir immer nur der Walter Demel in den Sinn. Aber der war bloss ein Operetten-Cologna. 40 Mal deutscher Meister und keine Olympia-Medaille. Wir aber gewannen schon 1968 unsere erste Langlauf-Medaille durch den Sepp Haas (Bronze über 50 Kilometer). Lange vor den Deutschen. 

Sepp Haas im Langlaufrennen ueber 50km der olympischen Winterspiele im Februar 1968 in Grenoble, wo er die Bronzemedaille gewinnt. (KEYSTONE/Str)  ===  ===

Sepp Haas gewann 1968 für die Schweiz Bronze über 50 Kilometer. Bild: KEYSTONE

Keine Fantasie, keine Kreativität

Im Eishockey sind die deutschen Männer nicht einmal fürs olympische Turnier 2014 qualifiziert. Ein Sport halt, der Talent, taktische Intelligenz und Kreativität erfordert. Und wo finden wir die Deutschen in den Siegerlisten der coolen neuen Disziplinen? Auch dort sind Phantasie und sogar Akrobatik gefordert. Auch hier sind die Deutschen keine Kandidaten für die Siegerlisten. Mit strammer Haltung ist in der Halfpipe nichts zu gewinnen.

Die olympische Nummer 1 dank Rodel-Gold? Das geht nicht. Ende der Polemik. Die wahre Wintersportnation Nummer 1 in Sotschi ist die Schweiz.

Switzerland's alpine downhill olympic gold medalist Dominique Gisin, left, and Switzerland's snowboard halpfpipe olympic gold medalist Iouri Podladtchikov, right, pose for photographers at the House of Switzerland after the victory ceremony at the XXII Winter Olympics 2014 Sochi in Sochi, Russia, on Wednesday, February 12, 2014. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Goldregen für die Schweiz. Wir sind die wahre Nummer 1 im Medaillenspiegel. Bild: KEYSTONE

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