Wirtschaft
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epa03831977 A picture made available 21 August 2013 shows a general view of pipelines and oil storage tanks at the Hariga oil seaport in the city of Tobruk, Libya, 20 August 2013. According to media reports, Libya's oil ports of Hariga and Zueitina are expected to resume exports after labor unrest forced the closure of several crude oil terminals. Conflicts errupted as Libya's government rivaled with guards over the control of export facilities.  EPA/STR

Pipelines und Öltanks in Tobruk, Libyen. Bild: EPA

Rohstoff-Export

Streit um Libyens Ölreichtum eskaliert

Der Konflikt um Libyens Erdöl verschärft sich. Regierungsgegner haben im Hafen Es Sider einen Tanker befüllt und wollen den Erlös selbst einstreichen. Tripolis droht mit einem Bombardement des Schiffs. Der Streit vergrössert die Gefahr einer Spaltung des Landes. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Stefan schultz, spiegel online

In Libyen verschärft sich der Konflikt um den Ölreichtum des Landes. Regimegegner haben nach eigenen Angaben in dem von ihnen besetzen Ölhafen Es Sider erstmals einen Tanker befüllt und wollen den Gewinn ohne Erlaubnis der Regierung einstreichen. 

Deshalb droht nun ein Gefecht. Ministerpräsident Ali Seidan sagte am Samstag, man werde den Tanker notfalls bombardieren, sollte dessen Besatzung nach dem Auslaufen aus Es Sider nicht den Anweisungen der Marine folgen. Die Besatzer drohten ihrerseits mit Waffengewalt. «Wenn irgendwer angreift, werden wir darauf reagieren», sagte der selbst ernannte Ministerpräsident der Autonomiebewegung in Libyens Osten, Abb-Rabbo Albarassi.

Der Standoff in Es Sider ist für das vom Bürgerkrieg gezeichnete nordafrikanische Opec-Land brandgefährlich. Verschiedene Milizen versuchen seit Ende der Gaddafi-Herrschaft, Teile des Landes in Stammesgebiete unter autonomer Herrschaft aufzuspalten. Die Kontrolle über den Energiesektor mit seinen milliardenschweren Erlösen gilt dafür als Schlüssel. Öl ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes. 

Der Machtkampf um Libyens Öl hat sich zuletzt verschärft. Im August 2013 hatten sich Milizen, die 2011 am Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi beteiligt waren, von der neuen Regierung abgewandt und mehrere wichtige libysche Ölhäfen besetzt, neben Es Sider auch die Häfen Ras Lanuf und Sueitina. Zusammen haben diese eine Exportkapazität von 600.000 Barrel.

Die Autonomiebewegung im Osten fordert 15 Prozent der Erlöse aus dem nationalen Ölgeschäft. Tripolis lehnt das ab, aus Furcht, die Region ganz zu verlieren. Nun versuchen die Abtrünnigen verstärkt, das Öl selbst zu exportieren. Im Januar hatte schon einmal ein Tanker den Hafen Es Sider angesteuert, um illegal Öl zu laden. Er drehte jedoch ab, nachdem Regierungskräfte das Feuer auf ihn eröffnet hatte. Dieses Mal haben die Regierungsgegner es geschafft, einen Tanker zu beladen - und wollen ihn notfalls mit Waffengewalt verteidigen. 

Sollten sie Erfolg mit dem Export haben, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die ohnehin angeschlagene Zentralregierung, deren Parlament von internen Machtkämpfen paralysiert ist und der es zusehends schwerer fällt, eine Vielzahl abtrünniger Milizen in dem weitläufigen Land unter Kontrolle zu halten. Westliche Diplomaten fürchten, dass der Regierung mehr und mehr die Macht entgleitet und das Land schlimmstenfalls zerbricht.

Wer den Rebellen das Öl abkaufen will, ist unklar. Der in Es Sider stationierte Tanker – er trägt den Namen «Morning Glory» – fährt unter nordkoreanischer Flagge, gehört aber aus Sicht von Experten nicht zu Pjöngjangs Flotte. Das Schiff trage vermutlich eine sogenannte Billigflagge, sagte Lawrence Dermody vom Stockholm International Peace Research Institute der BBC. Demnach wäre nur die Nationalflagge ausgetauscht worden, ohne dass sich der Eigentümer geändert hätte. Zuvor gehörte der Tanker zwischenzeitlich einer saudi-arabischen Firma. 

Mit Material von Reuters



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