Wirtschaft
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Stadler Rail könnte einen grösseren Auftrag aus Berlin erhalten. Im Bild: Stadler Gotthardzug Giruno. (Archivbild)

Der «Giruno» ist das Flagschiff des Schweizer Bahnherstellers Stadler Rail. Bild: KEYSTONE

Stadler Rail boomt wie noch nie – doch es gibt ein Problem für den Spuhler-Konzern



Der Zughersteller Stadler Rail hat im letzten Jahr markant zugelegt. Der Umsatz kletterte um über 60 Prozent auf rund 3.2 Milliarden Franken, wie das Thurgauer Unternehmen am Freitag bekannt gab.

Vor einem Jahr hatte Stadler erst 2 Milliarden Franken umgesetzt. Dennoch habe man die eigenen Erwartungen nicht erreicht. Grund dafür seien Projektverschiebungen vor allem in England, hiess es weiter. Deshalb falle der Umsatz tiefer aus als erwartet, was sich ebenfalls auf das Ergebnis auswirke.

2019 erzielte Stadler einen Auftragseingang von über 5 Milliarden Schweizer Franken, davon mehr als 800 Millionen im Bereich Service. Damit verbunden wächst auch der Auftragsbestand auf ein Rekordhoch.

Sehr gut gelaufen ist der Bereich Service, wo die Erwartungen übertroffen worden seien. Neue Technologien hätten viel früher als erwartet erfolgreich auf den Markt gebracht werden können. Dazu zählen Digitalisierungsprojekte, neue Antriebstechnologien mit Akku und Wasserstoff sowie ein komplett neu entwickeltes Strassenbahnmodell.

Wachstum kostet Marge

Allerdings blieben der Investitionen in neue Produkte inklusive Verkaufskosten, den Mehrkosten in einzelnen Aufträgen, insbesondere im Projekt East Anglia, dem Mitarbeiteraufbau sowie den Wechselkursverwerfungen in der norwegischen und schwedischen Krone der Umsatz sowie Betriebsgewinn (EBIT) und EBIT-Marge hinter den Erwartungen zurück.

Nach langer Suche hat es Stadler doch noch geschafft, einen geeigneten Partner in Asien zu finden. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler freut's. (Archivbild)

Stadler-Chef Peter Spuhler. Bild: KEYSTONE

Die EBIT-Marge lag mit rund 6 Prozent wegen Verschiebungen und Mehrkosten in einzelnen Aufträgen, unter dem Wert des Vorjahres. Infolge des rekordhohen Bestellungseingangs wurde der EBIT auch durch höher als ursprünglich erwartete Verkaufsaufwände belastet.

Der Personalbestand stieg im vergangenen Jahr gruppenweit um 2000 Mitarbeitende. Das ist ein Viertel mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Einarbeitung neuer Mitarbeiter hat zu Mehrbelastungen bei einigen Aufträgen geführt.

Die vollständigen, finalen und geprüften Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2019 werden am 5. März 2020 veröffentlicht. (sda/awp)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • P.M aus W 31.01.2020 12:05
    Highlight Highlight Ich bewundere was Herr Spuhler mit seiner Firma erschaffen hat. Das ist einer den ich gönnen mag das er Milliardär geworden ist. Eine solche Firma praktisch aus dem nichts zu erschaffen ist wirklich eine Leistung. In dieser Branche mit dieser Qualität werden sie noch weiter Wachsen.
    • Ueli der Knecht 31.01.2020 14:40
      Highlight Highlight "Eine solche Firma praktisch aus dem nichts zu erschaffen ist wirklich eine Leistung."

      Er hat sie nicht ganz aus dem Nichts erschaffen, sondern die Erbin der Firma geheiratet.
    • P.M aus W 31.01.2020 20:34
      Highlight Highlight Nichts ist übertrieben das stimmt. Aber er hat trotzdem viel riskiert. Die Firma ist heute um ein Vielfaches Grösser, als er sie übernommen hat. Im Vergleich zu heute hat er „klein“angefangen
    • Ueli der Knecht 31.01.2020 22:50
      Highlight Highlight Okay. Das ganze Wachstum seither ist seine Leistung. Das hat aber viel mit Vetterliwirtschaft und Korruption zu tun.

      Stadler-Rail lebt hauptsächlich von Staatsaufträgen, bzw. Aufträgen von staatsnahen Betrieben. Da gibt es praktisch keinen Wettbewerb.

      Das läuft dann so:
      Spuhler und seine Vetterlis beschaffen in der Politik zB. neue Kampfjets. Das Volk bezahlt. Stadler und die Vetterlis erhalten "Kompensations-Aufträge". Der Profit landet dann in deren privaten Taschen.

      Solche Offset-, bzw. Kompensationsgeschäfte sind letztlich nur verstecke Schmiergelder. Vom Volk bezahlte Bestechung.
  • Fischra 31.01.2020 11:03
    Highlight Highlight Perter Spuhler ist ein absolut Fähiger Mann. Er versteht auch internationale Beziehungen.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 31.01.2020 09:09
    Highlight Highlight Die Arbeiter können sich demfall darüber freuen, dass sie wahrscheinlich den Job behalten dürfen. Das obere Management über tolle Bonuszahlungen, tolle Aktienentwicklung, noch bessere Löhne, usw. Und die Aktionäre erst noch.

    Finde ich schon deftig, dass, ein grosser Teil der Arbeiten, welche für den Erfolg ebenso mitarbeiten, also unentbehrlich für den Umsatz sind, kaum was erhalten. War schon damals so, als man Aktienpakete nur an einen kleinen Teil der Belegschaft vergab.

    Warum gibt es in der Schweiz eigentlich so wenig Streiks? Ist ja wohl offensichtlich, dass die Verteilung unfair ist.
    • Darude Sandstorm 31.01.2020 10:33
      Highlight Highlight „kaum was erhalten“

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Stadler für alle Angestellten einen monatlichen Lohn gibt.
    • LeBase 31.01.2020 14:01
      Highlight Highlight Ja, nur zahlt Stadler dem Fertigungspersonal verhältnismässig niedrige Löhne.
  • BigFudge28 31.01.2020 07:49
    Highlight Highlight Und was ist jetzt das "Problem"?
    • Balikc 31.01.2020 08:08
      Highlight Highlight "Wachstum kostet Marge" steht da, sogar als Zwischentitel.
    • Amboss 31.01.2020 08:24
      Highlight Highlight Wenn man das so liest, ist wohl das einzige Problem, dass Stadler zu viel in neue Produkte und in die Aus-/Fort-/Weiterbildung von neuen Mitarbeitern investiert hat....
    • dä dingsbums 31.01.2020 08:43
      Highlight Highlight Gute Frage.
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Liebe Frau Chollet

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