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Analyse

Donald Trump und die Brandstifter

Iran, China, Venezuela: Der US-Präsident schürt Konflikte an allen Fronten. Innenpolitisch hat er sein Land in eine Verfassungskrise gestürzt. Ob das mal gut geht?



Im Jahr 1910 veröffentlichte der britische Wirtschaftsjournalist Norman Angell ein Buch mit dem Titel «Die Grosse Illusion». Es wurde in Kreisen von Politik und Wirtschaft eifrig diskutiert. Sein Inhalt ist rasch zusammengefasst: Der globale Kapitalismus habe kein Interesse mehr an einem Krieg, so Angell. Zu viel stehe auf dem Spiel.

Angells Logik war rational unangreifbar. Der Boom der Belle Époque hatte endlich die Früchte der industriellen Revolution reifen lassen und zu einem wohlhabenden Mittelstand in den westlichen Ländern geführt.

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Soldat im Ersten Weltkrieg. bild: upslash

Die Unternehmer ihrerseits hatten dank der Globalisierung attraktive Märkte in allen Erdteilen gefunden. Welcher vernünftige Mensch würde dies alles aufs Spiel setzen wollen? Im August 1914 begannen in Belgien die Kanonen zu donnern. Europas Selbstmord nahm seinen Lauf.

Bezüglich Trump herrscht heute vielerorts die gleiche Einstellung. So kommentiert etwa watson-User Toerpe Zwerg – ein scharfsinniger Beobachter des Weltgeschehens, obwohl er selten meine Ansichten teilt – meine Analyse «Zettelt Trump einen neuen Krieg an?» wie folgt:

Der Erste Weltkrieg ist nicht vom Himmel gefallen. Von Marokko bis zum Balkan gab es in den Jahren zuvor immer wieder Scharmützel. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo liess schliesslich Europa eher zufällig in seinen Untergang schlafwandeln. Offenbar hatte man in Wien Angells Buch nicht gelesen.

Auch im 21. Jahrhundert können Scharmützel aus dem Ruder laufen. Der Abschuss des malaysischen Passagierjets über der Ukraine beispielsweise war ein Betriebsunfall. Die von Russland unterstützten Rebellen hatten höchstwahrscheinlich das zivile Flugzeug mit einem militärischen verwechselt.

epa04485320 A sign reading 'No entrance! The remains of flight MH17 crash victims may be placed here' after it was put up by Dutch experts at the crash site of Malaysian Airlines passenger jet MH17, near Donetsk, Ukraine, 11 November 2014. Dutch experts with OSCE observers arrived at the site to start gathering fragments of the plane, which crashed on 17 July over eastern Ukraine, killing all 298 passengers, mostly Dutch nationals. However, according to media reports, the experts had been prevented from starting work, as it falls within rebel territory.  EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

Die Überreste des über der Ostukraine abgeschossenen Passagierjets. Bild: EPA/EPA

Derzeit haben weder die USA noch der Iran ein Interesse an einem heissen Krieg. Aber was, wenn sich ein Betriebsunfall im Persischen Golf ereignet? Mohammad Javad Zarif, der iranische Aussenminister, hatte kürzlich gewarnt, die Regierung Trump würde «die Dinge so ordnen, dass Unfälle passieren können».

Auch der Handelskrieg mit China ist ein Unfall, der darauf wartet, zu passieren. Das Hin und Her der letzten Wochen muss irgendwann ein Ende finden. So hat Trumps Stabschef Mick Mulvaney kürzlich erklärt, die «Verhandlungen können nicht ewig weitergehen».

In this March 22, 2018 file photo, Office of Management and Budget Director Mick Mulvaney speaks in the Brady press briefing room at the White House in Washington. Mulvaney says he expects to stay on in his role though the 2020 election. (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

Stabschef Mick Mulvaney: Die Verhandlungen müssen ein Ende nehmen. Bild: AP/AP

Die Finanzmärkte haben das Verwirrspiel zwischen Washington und Peking bisher erstaunlich gelassen über sich ergehen lassen. Anders als vor Weihnachten hielten sich die Verluste an den Börsen in den letzten Tagen in Grenzen.

Grund für die Gelassenheit der Investoren ist der sogenannte «Trump Put». Will heissen: Die Investoren haben sich daran gewöhnt, dass der US-Präsident zwar wilde Drohungen in den Raum stellt, sie im letzten Moment jedoch wieder zurückzieht.

Der «Trump Put» ist jedoch eine trügerische Sache. Ultimaten kann man nicht beliebig oft aussprechen, ohne alt auszusehen. Weder Trump noch Xi Jinping sind bekannt dafür, dass sie gerne das Gesicht verlieren. Bleiben beide hart, dann könnte der «Trump Put» verheerende Folgen haben.

Neil Irwin schreibt in der «New York Times»:

«Finden diese Fehlkalkulationen statt und der Trump Put stellt sich als weniger zuverlässig heraus als vermutet, dann werden wir uns wahrscheinlich in einem weit schlimmeren Handelskrieg wiederfinden, als wir bisher erlebt haben.»

Die Gefahr wird verstärkt durch die Tatsache, dass sich Trump innenpolitisch unter sehr starkem Druck befindet. Zwischen ihm und dem demokratisch dominierten Abgeordnetenhaus ist ein Machtkampf auf Biegen und Brechen ausgebrochen. Jerrold Nadler, der Vorsitzende des Judiciary Committee, spricht gar von einer Verfassungskrise.

Trump hat per Dekret verordnet, dass weder der unzensierte Mueller-Report noch Zeugen noch seine Steuerunterlagen dem Kongress zur Verfügung gestellt werden dürfen. Sein Justizminister weigert sich, zu einem Hearing zu erscheinen. Vorladungen werden ausgehändigt und Drohungen ausgesprochen. Letztlich geht es um die Frage: Steht der Präsident über dem Gesetz? Oder schlimmer: Droht die amerikanische Demokratie in ein autoritäres Regime zu kippen?

Die Frage ist keineswegs utopisch. Die beiden Harvard-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt stellen in ihrem Buch «How Democracies Die» fest: «Wir fürchten, dass Trump – sollte er sich einem Krieg oder terroristischen Anschlag gegenübersehen – diese Krise zum Anlass nähme, seine Gegner frontal zu attackieren und die Freiheiten, die sich Amerika gewohnt ist, einzudämmen. Unserer Meinung nach stellt dies die grösste Bedrohung dar, vor der die amerikanische Demokratie steht.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nicolas D 10.05.2019 19:33
    Highlight Highlight Ach nö, schon wieder so ein typischer Löpfe Artikel. ....
  • rodolofo 10.05.2019 08:27
    Highlight Highlight Ohne zu moralisieren, stelle ich erst mal fest, dass im "Fressen und Gefressen werden" der Natur eine kämpferische und notfalls auch gewalttätige Eistellung und Durchsetzungskraft von jedem Lebewesen verlangt wird.
    Bei höheren Gesellschaftsformen wird es komplizierter und arbeitsteiliger: Besonders aggressive "WächterInnen" spezialisieren sich auf den gewalttätigen Kampf, währenddem besonders friedliche, sanftmütige Wesen der Gruppe, oder des Staates, sich konstruktiven Dingen, der Brutpflege und der Aufzucht der Jungen zuwenden.
    Wir sind doch froh, dass es professionelle Metzger gibt...
  • LLewelyn 09.05.2019 19:50
    Highlight Highlight Wenn alle damit beschäftigt sind, über Konflikt und Krieg zu berrichten, die Bürger sich in Zeiten der „Not“ und der patriotischen Furrore hinter den Präsidenten stellen - dann redet niemand mehr über die juristischen Probleme des Serienbetrügers (in jeder Hinsicht) Trump. Es schaudert wenn man daran denkt, dass er dann ja auch bequem einen nationalen Notstand erklären kann.

    „Und so geht die Freiheit zu Grunde, mit donnerndem Applaus“
    • Reudiger 09.05.2019 21:32
      Highlight Highlight Kitschig, kitschig muss schon sagen. Dieses ständige "Trump zerstört/gefährdet die Demokratie" wird langsam alt. Er muss als Präsident innerhalb der legalen Gegebenheiten agieren, sofern es nationale Angelegenheiten betrifft.
      Legal muss aber nicht immer gerecht oder fair heissen.
      Wenn, dann ist der Fehler im amerikanischen System zu suchen, nicht in demjenigen, der es nutzt.
    • LLewelyn 10.05.2019 10:13
      Highlight Highlight Es mag kitschig sein, aber Trump ist ein Stresstest für die amerikanischen Institutionen. Man sieht es ja bereits an der Anrufung von "Executive Privilege", dem Missachten von Vorladungen etc., dass dieser Präsident sich um die Institutionen keinen Deut schert. Man kann jetzt natürlich dies politischen Institutionen als in Stein gemeisselt sehen - so wie offenbar Du - ich persönlich denke, dass Trump durchaus in der Lage ist diese Institutionen auszuhebeln. Und ein kleiner Krieg wirkt dazu wunder... das kennen wir von anderswo.
  • najaundso 09.05.2019 19:48
    Highlight Highlight Der Iran lässt seine Revolutionsgarden im Irak und Iran je eine Front eröffnen. Die Hamas, PLO und die Hizbollah starten eine Offensive auf Isreal. Natürlich alles im Sinne der asymetrischen Kriegsführung. Man müsste schon wahnsinnig sein um zu glauben das es gut geht.
  • Ich mein ja nur 09.05.2019 17:10
    Highlight Highlight Ein Krieg war und ist die beste Grundlage, um die Wiederwahl als US-Präsident zu gewinnen.
  • Biotop 09.05.2019 16:53
    Highlight Highlight Was soll das imaginäre Säbelrasseln? Lasst doch einfach die nuklearen Korken knallen, Krieg ist Krieg.
    • häxxebäse 09.05.2019 17:32
      Highlight Highlight Jo nur wer überlebt dies? Genau die, die es haben knallen lassen. Also kein reset....
  • Black Cat in a Sink 09.05.2019 16:46
    Highlight Highlight Ich habe den Eindruck, dem Durchschnittsamerika ist ziemlich egal, was in Washington passiert, solange die
    Steaks gross und das Bier dünn ist und der Superbowl stattfindet. Trumps Taktik folgt seit langem dem gleichen Muster; stifte Chaos, Lüge und verkaufe es als die einzige Wahrheit. Und findet wegen Trump der Superbowl nicht mehr statt, dann erst wird's kritisch.
    • Reudiger 09.05.2019 21:35
      Highlight Highlight Ziemlich arrogant aber besonders auch naiv, zu denken man könne den Durchschnittsbürger eines Volkes, welches mehrere hundert Millionen Leute umfasst, auf solche Dinge zu reduzieren. Es gibt genug Amerikaner die gegen Trump ankämpfen. Jedoch bedeutet deine Unstimmigkeit mit Trump, nicht dass es keine Anhänger seinerseits geben kann.
  • Statler 09.05.2019 16:36
    Highlight Highlight Eigentlich steht der Iran doch schon lange auf der Liste einiger Falken im Weissen Haus. Und mit 45 haben die vermutlich leichtes Spiel. Dem müssen sie nur den Satz «don't change horses in mid stream» in Erinnerung rufen und er unterschreibt.
    Ich bin keinesfalls so optimistisch wie Löpfe und Törpe... Im Gegenteil...
    • LLewelyn 09.05.2019 20:20
      Highlight Highlight Nur, wie soll die USA gegen den Iran gewinnen können? Der Iran ist um ein mehrfaches Grösser als der Irak. Da marschiert man nicht mit ein paar Divisionen ein und zieht dann „Mission accomplished“ von dannen. Kann man probieren, hat man probiert (von Alexander über die Seleukiden und Arabern bis zu den Mongolen), dauerhaft war es eigentlich nie. Persien ist alt und beständig - und es bräuchte mehr als nur einen kurzen Feldzug dieses Land zu kontrollieren. Und dafür dürfte Trump und die USA den Willen und die Mittel nicht haben.
    • Statler 09.05.2019 23:09
      Highlight Highlight Dein Wort in Gottes Ohr!
      Dass sich 45 überschätzt ist ja kein Geheimnis - und ich befürchte, dass auch die Falken um ihn herum meinen, sie könnten das durchziehen.
      Dass das gewaltig schief gehen wird, ist genauso klar. Aber eben, ich trau denen zu, dass sie so arrogant sind zu glauben, sie könnten das...
  • WHYNOT 09.05.2019 16:32
    Highlight Highlight Herr Löpfe. stimme zu 100% überein. Wir befinden uns womöglich in einer Vorkriegszeit und die Gefahr besteht, dass z.B. ein Missverständnis oder kleiner Vorfall zu einem Flächenbrand führt.
  • Raphael Stein 09.05.2019 16:30
    Highlight Highlight Keine Industrie hat Interesse an keinem Krieg.
    Kein Krieg sind schlechte Neuigkeiten fär rückständige Industrien.

    Somit ist wohl alles gesagt.

    Bei der Überschrift Trump nächstes mal bitte hinten anstellen.

    Er ist bloss die Kugel, das Pulver sind die drei Kriegstreiber in seiner Regierung und am Abzug hocken die Interessenten am Krieg.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 09.05.2019 16:24
    Highlight Highlight "schliesslich Europa eher zufällig in seinen Untergang schlafwandeln."

    Da hatt jemand seinen Christopher Clark gelesen;-)
    Halte diesen Vergleich jedoch unspassend, auch ein Trump hat heute nich mehr die Freiheiten wie die Monarchen von dazumal, dazu kommt, ich denke nicht das ausser einiger Neokons jemand interesse an einem Krieg hat. Die Demokraten wollen nur schon aus strategieschen Gründen nicht das Trump wie Bush dank einem Krieg wiedergewählt wird und je weiter es politisch nach rechts geht desto stärker sind die isolationistischen Tendenzen.

  • bebby 09.05.2019 16:19
    Highlight Highlight Wenn die USA einen Krieg anzetteln, dann entweder im Nahen Osten oder in der der Grenze zu Russland oder China, als klassischen Stellvertreterkrieg. ZB Saudis gegen den Iran...aber nichts, wo sie selber zu viele Soldaten einsetzen müssen.
  • Matteo Barandun 09.05.2019 16:19
    Highlight Highlight #Soldat im ersten Weltkrieg 😅 keine echten Bilder gefunden?
    • Bla Bla ohne News 09.05.2019 19:26
      Highlight Highlight Das ist halt Qualitätsjournalismus 😁
  • Lucida Sans 09.05.2019 16:11
    Highlight Highlight Ein Krieg wäre sehr im Interesse der Waffenlobby. Meines Erachtens verfügen Waffenhersteller, Waffenhändler und Zugewandte über einen grossen Einfluss in den USA. Dieser riesige und einflussreiche Industriezweig würde von einer kriegerischen Auseinandersetzunge in jedem Fall profitieren.
    • Rerruf 09.05.2019 16:51
      Highlight Highlight Und wer ist hier gr. Aktionär? Es geht hier, und auch beim Öl usw nur um seinen Geldsack
  • Töfflifahrer 09.05.2019 15:59
    Highlight Highlight Wenn Trump für sich einen Vorteil sieht oder Innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand steht, ist ein Krieg sehr wahrscheinlich. Es mag in einigen Augen Lachhaft erscheinen, aber die Demokratie in den USA steht tatsächlich auf dem Spiel.
  • DerewigeSchweizer 09.05.2019 15:43
    Highlight Highlight Bin ein wenig erstaunt ... und mit Torpe Zwerg / Löpfe "Ein Krieg aber ist im Interesse von niemandem" überhaupt nicht einverstanden:

    Für US-Wahlen gilt doch bekanntlich: "Ein Präsident im Krieg wurde noch immer wieder gewählt!"
    Nicht alle haben das nötig, aber wenn's knapp aussieht mit der Wiederwahl...

    Zudem muss so ein Krieg auch überhaupt nicht "gewonnen" werden, damit er von Interesse ist, denn gewonnen wird schon alleine wenn er stattfindet, seitens der Rüstungsindustrie, Zulieferer und Vertragsunternehmen.
    Der Irakkreig hat z.B. 1'000 Milliarden Dollar gekostet, auf Staatschulden.

    • FrancoL 09.05.2019 15:52
      Highlight Highlight Einverstanden, mit der Anmerkung dass sich die Verluste auf Seiten der USA aber in Grenzen halten müssten, sonst ist es mit der positiven Stimmung schnell einmal dahin.
    • Drbueb 09.05.2019 15:54
      Highlight Highlight Abschöpfen von Steuergeldern, Umverteilung von Geld und Macht nach oben. Gebietsgewinne sind heute weniger aktuell
  • smoking gun 09.05.2019 15:37
    Highlight Highlight Seit ihrer Gründung befanden sich die USA ganze 16 Jahre nicht im Krieg. Trump würde also sozusagen in "guter Tradition" handeln.

    Das Problem ist die Heimatfront: Die US-Bevölkerung muss für einen Krieg gewonnen werden. Dies geschieht normalerweise durch Propaganda. Und ja, das kann durchaus mittels eines "Betriebsunfalls" erfolgen.

    Ob Trump das Risiko eines Finanzcrashs eingehen wird? Aber vielleicht ist das erwünscht: Wieder einmal Tabula rasa. Die Gewinner stehen jetzt schon fest.

    Zu diesem Thema möchte ich das Buch von Anne Morelli empfehlen: "Die Prinzipien der Kriegspropaganda".
    • Töfflifahrer 09.05.2019 16:41
      Highlight Highlight Es steht noch die Option eines Stellvertreterkrieges im Raum, die Saudis werden ja bereits aufgerüstet.
  • Joe Smith 09.05.2019 14:58
    Highlight Highlight «Derzeit haben weder die USA noch der Iran ein Interesse an einem heissen Krieg. Aber was, wenn sich ein Betriebsunfall ereignet?» Da muss ich leider widersprechen. Es gibt im Weissen Haus sehr wohl Leute, die so wahnsinnig sind, einen Krieg mit Iran zu WOLLEN. Seinerzeit beim Irak habe ich Löpfes Optimismus noch geteilt und gedacht, George W. könne doch nicht so wahnsinnig sein. Doch, konnte er, mit bis heute nachwirkenden verheerenden Folgen. Und die Vergangenheit lehrt leider auch, dass ein US-Präsident immer einen Weg findet, auch einen Krieg anzuzetteln, wenn er das wirklich will.
    • Klaus07 09.05.2019 16:16
      Highlight Highlight Nur ist der Iran gegenüber dem damals geschwächten Irak ein anderes Kaliber. 600‘000 aktive Soldaten und 1 Million Reservisten. Wenn da sich die USA an dieser Kröte nicht einmal verschluckt.
  • rodman 09.05.2019 14:53
    Highlight Highlight Die abwechselnde Aussenpolitik zwischen Aggression und Entspannung in den USA lässt sich in den vergangenen Jahrzehnten gut beobachten (ging auch meistens einher mit Dems vs. Reps (Nixon, Reagan, Bush)). Nach der akzentuierten Entspannungspolitik Obamas war die Gegenbewegung nur schon aus Parteipolitischen Gründen wohl notwendig. Über die Intensität der Aggression können wir uns sicher streiten. Bedauerlichwereise (oder glücklicherweise?) hatte er bislang grundsätzlich Erfolg mit seiner Aggression. Zumindest flog noch nie ein Bluff auf.
    • rodman 09.05.2019 15:50
      Highlight Highlight Das war überhaupt nicht wertend gemeint. Obama hat den Dialog mit Iran nach Jahrzehnten wieder aufgenommen. Dies war eine radikale Abkehr der bisherigen Doktrin. Dahingehend war eine Gegenbewegung zu erwarten, gerade weil die USA so ein ausgesprochenes Zweiparteiensystem haben.
  • Unsportlicher 09.05.2019 14:48
    Highlight Highlight Einen Krieg, wo immer auch, verliert Trump. Die USA hat noch keinen von ihnen angezettelten Krieg gewonnen. Vietnam, Irak. Was blieb war Chaos und Tod.
    • amore 09.05.2019 15:35
      Highlight Highlight Und tragisch ist, dass die Weltgemeinschaft die USA gewähren lässt, sei es mit diesen unsäglichen Sanktionen, die wir nur wegen unserer kapitalistischen Gier mitmachen. Aber noch schlimmer ist, dass Präsidenten eines Landes, das Kriege aufgrund von Lügen anzettelt, nicht vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Solch schlimme Verbrechen passen nicht zu einer humanistischen westlichen Gemeinschaft. Vietnam, Kuwait, Irak ... ach, es ist einfach zum Kotzen.
    • El Vals del Obrero 09.05.2019 16:07
      Highlight Highlight Solange er dafür die nächsten Wahlen gewinnt ist ihm das wohl so ziemlich sehr egal.
    • Statler 09.05.2019 16:31
      Highlight Highlight Es ging doch nie darum, einen Krieg zu gewinnen.

      1. «gewinnt» damit vor allem die US-Rüstungsindustrie, die mit jedem Krieg fette Gewinne einfährt.

      2. geht es auch und vor allem darum, eine Region zu destabilisieren, damit man danach so lange als möglich bleiben kann um «die Sicherheit» wiederherzustellen. Womit wir wieder bei 1. wären.

      3. kann beim Wiederaufbau eines Landes die heimische Industrie (Telekommunikation, Infrastruktur) ebenfalls wunderbare Verträge abschliessen, was ebenfalls ziemlich fette Gewinne abwirft.

      «Gewinnen» ist also immer eine Frage der Perspektive...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gawayn 09.05.2019 14:40
    Highlight Highlight Dieser Abschuss der Zivilmaschine war nie und nimmer ein "Betriebsunfall".

    Die Rakete wurde ans Zuel gelenkt und kurz vor dem Bug kontrolliert zur Detonation gebracht. Das muss ein beabsichtigter gezielter Abschuss gewesen sein.

    Ich habe in der Flieger Abwehr gedient.
    So geht man nicht vor, wenn man ein Ziel versehentlich anwählt.
    • Bynaus @final-frontier.ch 09.05.2019 15:03
      Highlight Highlight Der Flieger wurde gezielt zum Absturz gebracht. Aber den Rebellen war wohl nicht klar, dass es sich um eine zivile Maschine handelte, sonst hätten sie wohl kaum geschossen. Deshalb Betriebsunfall.
  • Mutbürgerin 09.05.2019 14:35
    Highlight Highlight Wenn man Konflikte nicht löst und versucht auszusitzen, wird die Lösung am Ende immer kostspieliger und blutiger. Es ist eine Mentalitätsfrage. Trump stupst nur ein wenig die Problemlösung an, damit es vorwärtsgeht.
    • Walter Sahli 09.05.2019 14:53
      Highlight Highlight Was ist denn das für ein naiver Euphemismus? Problemlösung anstupsen? Dieses Anstupsen löst im Iran keine Probleme, sondern spielt den Hardlinern in die Hände.
      Druck von aussen, schliesst die Reihen im Innern. Das ist überall so. Die Lösung heisst respektvoller Dialog und nicht Zündhölzer in die Ölwanne werfen.
    • RatioRegat 09.05.2019 15:46
      Highlight Highlight @Mutbürgerin: Man hatte mit dem Iran eine Lösung, doch Trump ist einseitig aus dem Vertrag ausgetreten und hat wieder Sanktionen eingeführt.

      Darüber hinaus verlangen sie auch von Drittstaaten, bzw. Unternehmen aus Drittstaaten, dass die US-Sanktionen umgesetzt werden. Dies stellt eine erhebliche Verletzung der Souveränität der Drittstaaten dar, die nicht geduldet werden sollte.
  • Sapere Aude 09.05.2019 14:35
    Highlight Highlight Ich halte die These von Clark bezüglich der Schlafwandlerei für wenig dienlich bezüglich der Erklärung zum Ausbruch des ersten Weltkrieges. Münkler hat in seinem Buch diese These relativ einfach zerpflückt. Alle Nationen haben damals gewusst, dass ein Erschöpfungskrieg sich niemand leisten kann. Die sind mit vollem Bewusstsein da hinein. Der Fehler war, dass alle geglaubt haben, mit entsprechenden Offensivplänen liesse sich der Krieg schnell gewinnen. Bis auf die Briten, die als Seemacht per se auf Erschöpfungskriege setzten.
  • Chrigi-B 09.05.2019 14:33
    Highlight Highlight 2 Absätze am Ende:

    - Der 100% unzensierte Bericht darf per Gesetz nicht vorgelegt werden. Die Demokraten können in einem SCIF (abhörsicherer Raum) den bereinigten Report sehen, etwa 98% wären ersichtlich (der Öffentliche ist etwa 92%). Kein Demokrat hat diese Möglichkeit genutzt.

    - Bis jetzt haben sich weder Trump/Barr über eine ger. Anordnung hinweggesetzt

    - Das zuständige Kommitee im Kongress kann Steuerunterlagen einfordern, unter glasklaren Bedingungen. Nur steht dort nichts von wegen: "unserem politischen Feind schaden"

    - Harvard Profs welche so schreiben, sollten nicht unterrichten.
    • Sapere Aude 09.05.2019 14:48
      Highlight Highlight Gesetzlage bezüglich der Einforderung der Steuererklärung ist glas klar. Der Kongress hat das Recht dazu und ist als Kontrollinstanz sogar dazu verpflichtet. Trump wird hierbei vor Gericht verlieren. In vielen Situationen rettet ihn noch das Amt des Präsidenten. Ansonsten wäre er längst wegen Obstruction of Justice angeklagt worden.
    • RatioRegat 09.05.2019 14:55
      Highlight Highlight Die Aussage betreffend die Einsicht in den Bericht ist nicht zutreffend. Soweit ersichtlich haben nur die Mitglieder der zuständigen Kommission die Möglichkeit zur Einsicht und sie werden zur Geheimhaltung verpflichtet.
      Diese Möglichkeit wurde durchaus genutzt, nur nützt sie relativ wenig, wenn nicht darüber gesprochen werden darf.
    • Chrigi-B 09.05.2019 15:17
      Highlight Highlight Sapere, lies doch bitte nochmals das betr. Gesetz durch.

      Ratio, und wiso werden sie zur Geheimhaltung verpflichtet? Weil die zusätzlichen 6% Geheimdienstinformationen über Methoden und so weiter sind?
    Weitere Antworten anzeigen
  • wydy 09.05.2019 14:26
    Highlight Highlight Mit einem Krieg kann Trump die Demokratie weiter torpedieren und erhöht seine Chancen auf eine Wiederwahl.
    Auch wenn es wirtschaftlich schlecht ist, ist es für Trump gut und da ist alles was für ihn zählt. Ich rechne schon seit über einem Jahr damit, dass Trump einen Krieg anfängt um seine Präsidentschaft zu sichern.
  • The oder ich 09.05.2019 14:23
    Highlight Highlight Nr. 45 hat ein Programm, und das heisst "Donald Trump"; von daher ist ihm alles andere wurscht. Sein Ego braucht die Bestätigung, idealerweise bei der nächsten Präsidentenwahl.
    Ein Krieg käme ihm wohl sogar noch ganz gelegen: Bei Bush junior wurde die Wiederwahl ja auch durch den Verweis auf den noch laufenden Irakfeldzug begünstigt, da viele US-Amerikaner fanden, man könne nicht mitten im Krieg den Präsidenten wechseln.
    • rodolofo 10.05.2019 08:34
      Highlight Highlight Was sind die Vorteile von Kriegssituationen für reiche und mächtige Leute wie die Trumps, aber auch die Clintons, Putins, Erdogans, Bin Salmans, Xhi Shin Pins, usw.?
      In Kriegssituationen musst Du Dich entscheiden, auf welcher Seite der Front Du kämpfen möchtest, weil es zu gefährlich wäre, auf der Frontlinie von beiden Seiten beschossen zu werden.
      Es gibt dann nur noch "Loyale" und "Terroristen", oder eben "Feinde des Volkes".
      So werden unabhängige, offene und ehrliche JournalistInnen von allen diesen "Reichen und Mächtigen" bezeichnet und auch behandelt bis umgebracht...
    • Avenarius 11.05.2019 12:56
      Highlight Highlight Natürlich wird Blondie Trump bei Krieg wieder gewählt. Die meisten Wähler kommen aus der direkten oder indirekten Kriegsindustrie - welches mit Abstand die grösste Industrie in USA ist. Seit 70 Jahren, all over the world, fangen diese Idioten Kriege an, im Interesse der Grosskonzerne. Mit einem Krieg, egal wo, lässt sich die Wirtschaft am einfachsten lenken. Und Blondie Trump ist ganz sicher ein Einfacher, beeinflussbarer Holzkopf - Schönheit ohne Intelligenz - er hat beides nicht!
  • RatioRegat 09.05.2019 14:19
    Highlight Highlight Vielen Dank, lieber Herr Löpfe, für diesen Artikel. Stimme Ihnen mit Blick auf die potentielle Gefährlichkeit von Trumps Säbelrasseln zu. Ich hoffe, dass sie mit der Einschätzung, dass seitens der USA kein Interesse an einem Krieg mit dem Iran besteht, Recht behalten.
    Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Situation in der Türkei: Erdogan konnte 2015 nach den Wahlen keine Regierung bilden, weil die HDP unerwartet erfolgreich war. Also liess er die Friedensverhandlungen mit der PKK scheitern und ordnete Bombenangriffe an... Die Rechnung ging bekanntlich auf.
  • tomtom1 09.05.2019 14:13
    Highlight Highlight Wird Löpfe eigentlich für jeden Trump Artikel einzeln bezahlt?
    • Walter Sahli 09.05.2019 14:55
      Highlight Highlight Nein, aber für jeden Kommentar, in dem darüber gejammert wird, dass er über Trump schreibt...
    • Whitchface 09.05.2019 15:45
      Highlight Highlight Habe ich mich auch schon gefragt. Diesen Artikel empfand ich als sehr informativ und durchdacht- deshalb halb so wild. Leider sind bei Weitem nicht alle so.

Neue Enthüllungen bringen Trump unter Druck ++ Ukraine-Sondergesandter zurückgetreten

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