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Designstudie des Valser Turmbauprojekts.
Bild: 7132AG

Mehr als 1,7 Milliarden Franken: Valser Turmbau-Pionier Remo Stoffel erklärt, wie reich er ist

Sein Vermögen belaufe sich auf mehr als 1,7 Milliarden, sagt der einstige Bankstift Remo Stoffel, dessen Turmbau-Pläne in Vals die Geister scheiden. So setzt es sich zusammen.
15.02.2016, 05:4115.02.2016, 06:08
Roman Seiler / aargauer zeitung

Der Valser Remo Stoffel (39) hat hochfliegende Pläne: Seit der gelernte Bankkaufmann bekannt gegeben hat, die vom Star-Architekten Peter Zumthor erbaute Therme samt Hotel zu übernehmen, bleibt im engen Tal kein Stein auf dem anderen. Ins bestehende Hotel habe er bereits 60 Millionen investiert, sagt Stoffel; weitere 40 sollen in diesem und im kommenden Jahr folgen. Stimmen die Valser dem Projekt in rund einem Jahr zu, will Stoffel für 360 Millionen Franken einen Park und den 381 Meter hohen Turm «Femme de Vals» mit 100 Hotelsuiten für eine betuchte, internationale Klientel bauen.

Nun fragen sich nicht nur Valser, ob Stoffel das dafür nötige Kapital aufbringen kann. Im Gespräch mit der «Nordwestschweiz» beziffert der einstige Bankstift sein Vermögen auf mehr als 1,7 Milliarden Franken. Sein Geld stecke in seinem Unternehmen namens Priora, sagt er: «Sie gehört mir. Es gibt keine weiteren Investoren. Die Priora steht auf drei Säulen.» Das sind sie:

Dienstleistungsbereich

Die Priora baut als Generalunternehmerin Wohn- und Geschäftsimmobilien und ist im «Facility Management» tätig, verwaltet und unterhält also in der Schweiz sowie in Dubai für Dritte Immobilien. Gemäss dem aktuellsten Geschäftsbericht aus dem Jahr 2014 betrug der Umsatz rund 600 Millionen Franken. Stoffel sagt: «Die Priora-Töchter im Dienstleistungsbereich sind schuldenfrei.»

Immobilien

Ende 2014 hielt der von Remo Stoffel selbst geführte Bereich 22 Wohn- und 33 Geschäftsliegenschaften, darunter den ehemaligen Swissair-Hauptsitz am Zürcher Flughafen. Er wird laut Stoffel zurzeit um drei Stockwerke erhöht. Gemäss Geschäftsbericht 2014 belief sich der Marktwert der Wohn- und Geschäftsliegenschaften auf 800 Millionen Franken. Stoffel sagt: «Es gibt keine Belehnung der Immobilien. Wir sind solide und konservativ finanziert.» Generiert wurden 2014 Mieteinnahmen von 52 Millionen Franken. Im Immobilien- und Dienstleistungsbereich dürfte 2014 ein Gewinn von 60 Millionen Franken erwirtschaftet worden sein, schätzt die «Nordwestschweiz».

So schätzt Stoffel den Wert der Priora ein: «Für eine Milliarde Franken würde ich dieses Unternehmen nicht hergeben. Es ist ein gesund genährtes Säuli.»

Wertschriftenportfolio

Einen Teil der Mieteinnahmen investiere das Unternehmen in Aktien, sagt Stoffel. Sie hätten einen Wert von 750 Millionen (siehe Interview): «Das Wertschriftenportfolio haben wir seit zehn Jahren. Immobilieninvestoren haben nämlich ein Problem. Geraten sie in eine Krise, sind sie illiquid, weil ihr Geld in ihren Häusern steckt.» Der Wert des Aktien-Portfolios dürfte seit Anfang Jahr um über zehn Prozent geschrumpft sein. Remo Stoffel lässt dies kalt: «Wer über Jahre hinweg in Aktien investiert, muss Wertschwankungen akzeptieren.»

Übersteigt eine Beteiligung drei Prozent einer Firma, muss der Investor dies offenlegen. Daher sind die folgenden Aktienkäufe von Stoffel bekannt:

Galenica AG, Bern

Seit dem 11. September 2014 hält die Priora 3,08 Prozent des Unternehmens, das in der Schweiz im Pharmagrosshandel tätig ist, eine Apothekenkette hält und Medikamente herstellt. Stoffel dürfte die Beteiligung, die er mit Optionen und Aktien aufgebaut hat, 180 Millionen Franken gekostet haben, schätzt die «Nordwestschweiz». Beim aktuellen Kurs von 1285 Franken beläuft sich der Buchwert der Beteiligung auf 257 Millionen, der Buchgewinn auf rund 80 Millionen Franken. Dazu sagt Stoffel: «Diese Schätzung ist zu konservativ. Ich habe bereits 2010 begonnen, Aktien der Galenica zu kaufen.» Er glaube an das Management: «Diese Pharmafirma ist bestens aufgestellt, hat kaum Schulden und wächst seit 20 Jahren ununterbrochen.»

Jetzt auf

Myriad Group AG, Zürich:

Am 7. August 2015 kam aus, dass Stoffel eine Beteiligung von 5,04 Prozent aufbaute. Damals lag der Kurs bei Fr. 4,95, am letzten Freitag bei Fr. 2,70. Der Buchwert beträgt 13,2 Millionen, der Buchverlust rund 14 Millionen Franken, schätzt die «Nordwestschweiz». Dazu sagt Stoffel: «Engagements in Firmen, die neue Technologien entwickeln, sind mit grossen Risiken behaftet. Das kann aufgehen. Oder halt nicht. Ich glaube an die Zukunft der mobilen Kommunikation. Für diesen Markt produziert Myriad Software. Ich zähle darauf, dass die Firma den Durchbruch schaffen wird.»

Software AG, Darmstadt:

Am 8. Mai 2015 hielt Stoffel 3,66 Prozent des Unternehmens. Der Buchwert beläuft sich auf 86,2 Millionen, den Buchgewinn schätzt die «Nordwestschweiz» auf mehr als acht Millionen Euro. Stoffel sagt: «Die Software AG hat ein kompetentes Management, ist strategisch gut aufgestellt und hat eine attraktive Bewertung. Auch in diesem Fall baute ich eine Beteiligung auf, als der Kurs schwächelte. Die Schätzung ist zu tief.» 

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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stadtzuercher
15.02.2016 08:08registriert Dezember 2014
Wenn wir solche Zahlen hören, wissen wir wenigstens, wo die Gewinne der letzten Jahre hingingen. Interessant wäre zu wissen, wieviel er durch die UStRII geschenkt erhalten hat. Und wieviel er mit der UStRIII noch erhalten wird.
Die Gesellschaft spart derweil bei der Bildung. Bei den Pensionskassen. Bei der AHV. etc.
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meili
15.02.2016 08:28registriert Mai 2015
zuerst die therme und jetzt will er noch den turm bauen. der turm von vals wird garantiert eine pleite denn vals ist nich zürich und es würde den charakter des wunderschönen bergdorfes zerstören
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Egon Kisch
15.02.2016 12:27registriert Februar 2016
Die Frage ist, wieviel von diesen 1.7 Mrd. gehören Stoffel tatsächlich. Einerseits ist bis heute unklar, wie er ursprünglich zu dem Mitteln kam, die ihm den Kauf der Swissair-Immobilien ermöglichte, bzw. wie er die damaligen Partner zum Verkauf ihrer Anteil brachte. Evt. bestehen da noch Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.
Zweitens ist da immer noch das Damoklesschwert des Steuerverfahrens der Bundesanwaltschaft. Die Höhe der offenen Steuerschulden scheint im 3-stelligen Mio. SFr. Bereich zu liegen.
Fazit: 1.7 Mrd. SFr. tönt solid, aber wie immer bei Stoffel ist das wohl mehr Schein als Sein.
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