Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bayer übernimmt Monsanto – und lässt den Namen verschwinden

Der Chemiekonzern Bayer ist in wenigen Tagen Eigentümer des US-Saatgutunternehmens Monsanto. Den belasteten Namen lässt Bayer verschwinden.



Nun ging alles ganz schnell: Am 7. Juni, nur wenige Tage nachdem die US-Behörden zustimmten, soll die Monsanto-Übernahme durch Bayer perfekt sein. Der Deal kostet Bayer am Ende etwas mehr als ursprünglich erwartet.

Der Deal zur Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch den Pharma- und Agarchemiekonzern Bayer ist nahezu perfekt. Die Leverkusener kündigten den Abschluss für den kommenden Donnerstag an. «Bayer wird am 7. Juni der alleinige Eigentümer der Monsanto Company», teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Kaufpreis liege damit derzeit bei 63 Milliarden Dollar. Bis dahin war die Übernahme stets auf 62,5 Milliarden Dollar (rund 50 Milliarden Euro) beziffert worden. Es ist die grösste Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» über den Termin berichtet.

epa06771466 (FILE) - A woman and a man dressed as bride and groom pose during an action 'marriage made in hell' to denounce the threat posed by the planned merger of Bayer and Monsanto in front of the EU Commission building in Brussels, Belgium, 30 March 2017 (reissued 29 May 2018). The US Justice Department on 29 May 2018 said it approved the acquisition of Monsanto by Bayer. German conglomerate Bayer can proceed with its 62.5 billion US dollars buy of US agrochemical and agricultural biotechnology corporation Monsanto.  EPA/STEPHANIE LECOCQ *** Local Caption *** 54212362

Monsanto verschwindet, Bayer bleibt. Bild: EPA/EPA

Bayer hatte im Mai 2016 seine Absicht angekündigt, Monsanto zu übernehmen. Erst vor wenigen Tagen war die letzte wichtige Kartell-Genehmigung in den USA erteilt worden. Im März hatte bereits die EU-Kommission zugestimmt. Da Bayer und Monsanto fast rund um den Globus Geschäfte machen, mussten Genehmigungen in rund 30 Ländern eingeholt werden. Sie machten Bayer strenge Auflagen, so dass am Ende nicht nur der Kaufpreis höher ausfiel als ursprünglich geplant. Auch was die Grösse der zu veräussernden Teile angeht, hatte Bayer ursprünglich mit weniger gerechnet.

In zwei Tranchen muss sich der deutsche Konzern unter anderem von seinem Gemüse- und Feldsaatgut-Geschäft, von Aktivitäten bei «Digital Farming» sowie vom weltweiten Geschäft mit Glufosinat-Ammonium trennen - insgesamt geht damit ein Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro an den Rivalen BASF. Der zahlt dafür rund 7,6 Milliarden Euro. Dem Verkauf stimmte die EU-Kommission Anfang Mai unter Auflagen zu. Gleichzeitig mit den US-Behörden teilte sie in der vergangenen Woche zudem mit, dass sie BASF für den geeigneten Käufer halte.

Einen grossen Teil des Kaufpreises will Bayer mit Eigenkapital stemmen - ursprünglich war rund ein Drittel geplant. Darin sind unter anderem 4 Milliarden Euro aus einer Pflichtwandelanleihe enthalten, die Bayer bereits im November 2016 ausgegeben hatte. Die Käufer können die Anleihe also zu einem bestimmten Zeitpunkt in Aktien umwandeln. Zudem erwarb der Singapur-Staatsfonds Temasek 3,6 Prozent der Bayer-Aktien für rund 3 Milliarden Dollar, die ebenfalls der Eigenkapitalseite zugute kommen. Als jüngste Massnahme verkündete Bayer eine lange angekündigte Kapitalerhöhung von 6 Milliarden Euro. Über die Höhe war vielfach spekuliert worden.

Mit dem Monsanto-Kauf übernehmen die Leverkusener aber auch hohe Schulden und Risiken. Monsanto werden ruppige Geschäftsmethoden vorgeworfen. Der Konzern steht zudem für sein Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in der Kritik, das Sammelkläger und einige Studien für krebserregend halten.

Ab 2022 rechnet Bayer damit, dass die Übernahme jährlich 1,2 Milliarden US-Dollar zum operativen Ergebnis (Ebitda) beiträgt. Ursprünglich hatten die Leverkusener dafür 1,5 Milliarden Dollar angepeilt. (awp/sda/dpa)

Unkraut vernichten mit Leitungswasser statt Chemie

Play Icon

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Knatsch im Bundesrat? Das zähe Ringen um die Schlüsseldepartemente

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Che 04.06.2018 10:24
    Highlight Highlight Für einen Ebitda-Beitrag von 1,2 mia. jährlich bezahlt doch niemand 65 mia. Zudem mussten ja auch noch (denke mal) gewinnbringende Konzernteile verkauft werden. Was stimmt hier nicht? (Vielleicht weiss es Huber)
    • Ueli der Knecht 04.06.2018 12:04
      Highlight Highlight Du müsstest dem Huber aber schon wenigstens eine Multiple-Choice-Auswahl bieten. ;)
  • So en Ueli 04.06.2018 09:34
    Highlight Highlight Schlauer Schachzug von Bayer den Namen Monsato verschwinden zu lassen. Ich hoffe, Sie lassen auch die Geschäftspraktiken von Monsato verschwinden.
    • TheDude10 04.06.2018 11:35
      Highlight Highlight Sind dekungsgleich
  • Oh Dae-su 04.06.2018 09:09
    Highlight Highlight Mir wäre lieber Bayer würde Monsanto als Ganzes verschwinden lassen und nicht nur den Namen...
  • Matrixx 04.06.2018 09:08
    Highlight Highlight Der Name verschwindet. Dann hoffen wir, dass Bayer auch die "Geschäftstätigkeiten" von Monsanto verschwinden lässt. Ansonsten wird Bayer das neue Monsanto, das wäre noch schlechter.

Apple gegen das (mutmassliche) Twint-Kartell – das musst du jetzt wissen

Haben die Schweizer Grossbanken Apple Pay und Samsung Pay ausgesperrt und damit ihre eigene Lösung Twint bevorteilt? 15 Fragen und Antworten.

Handy-Bezahlapps halten in der Schweiz die Wettbewerbshüter auf Trab. Die Anbieter blockieren sich gegenseitig, um ihre Lösungen durchzusetzen. Nun ermittelt die Wettbewerbskommission (Weko) gegen Banken und Kartenherausgeber wegen mutmasslichen Boykotts von Apple und Samsung Pay.

Doch auch gegen Apple wird ermittelt. Das Ergebnis einer Untersuchung gegen den iPhone-Konzern wegen Wettbewerbsbehinderung wird schon bald erwartet.

Die Wettbewerbsbehörde (Weko) hat am Dienstag Razzien bei den …

Artikel lesen
Link to Article