Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Credit Suisse outgoing Chief Executive Brady Dougan (R) and Tidjane Thiam shake hands after a Credit Suisse news conference in Zurich, March 10, 2015. Credit Suisse has swooped on Prudential boss Tidjane Thiam to replace chief executive Brady Dougan - seen to have failed in reforming the Swiss bank fast enough - in order to push into wealth management of a growing multi-millionaires club in Asia.     REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND  - Tags: BUSINESS)

CS-CEO Tidjane Thiam (links) mit seinem Vorgänger Brady Dougan Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Aktie ist abgestürzt: Der neue CS-Chef erbt vier Baustellen

Am Donnerstag präsentiert Tidjane Thiam erstmals die aktuellen Zahlen der Credit Suisse. Sein Vorgänger Brady Dougan hinterlässt eine Bank, die umgebaut und besser kapitalisiert werden muss.

Roman Seiler



Ein Artikel der

Die Vergangenheit vernebelt den Blick in die Zukunft. So präsentiert sich die Ausgangslage für Tidjane Thiam (53), den neuen Chef der Credit Suisse (CS). Als im März seine Ernennung bekannt gegeben wurde, legte die Aktie um 8 Prozent zu. Das zeigt: Die Erwartungen der Investoren an den Neuen sind hoch. Thiam soll die CS wachküssen.

Der ivorisch-französische Doppelbürger kommt aus der Versicherungsbranche, führte ab 2009 den britischen Konzern Prudential. Heute präsentiert er erstmals die Ergebnisse, welche die CS im ersten Halbjahr erwirtschaftet hat. Zu verantworten hat er sie nicht: Es ist die letzte Quartalsbilanz seines Vorgängers Brady Dougan.

Aktie ist abgestürzt

Der US-Amerikaner übernahm im Frühjahr 2007 den Chefsessel. Er steuerte die CS vergleichsweise gut durch die globale Finanzkrise, sagt Analyst Rainer Skierka von der Bank J. Safra Sarasin. Danach hätten der Verwaltungsrat und die Konzernleitung unter Dougans Führung verpasst, die CS strategisch auf die strukturellen Veränderungen im Banking auszurichten, so Skierka: «Die Performance der CS-Aktien hinkte konsequenterweise deutlich hinter der internationalen Konkurrenz und insbesondere hinter der UBS her.» Deren Konzentration auf die Vermögensverwaltung sei vom Markt honoriert worden.

In Dougans Amtszeit sackte der Kurs der Aktie von 90 Franken auf 26 Franken ab. Tidjane Thiam weiss, dass die Investoren deswegen ungeduldig sind. Er sagte der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Sie erwarten einen raschen Wandel und vielleicht müssen wir uns in der Tat etwas schneller bewegen.» Wohin sagt er noch nicht. Zur Strategie äussern dürfte er sich erst im Herbst.

Dabei geht es auch um einen Kulturwandel. Dougan hat seine Karriere im amerikanisch geprägten Investmentbanking gemacht, dem Geschäft mit dem Wertschriftenhandel sowie der Beratung und Finanzierung von Firmen bei Übernahmen und Fusionen. Gegenüber dem Vermögensverwaltungsgeschäft, der Kernkompetenz von Schweizer Bankern, hegte er stets Vorbehalte. Er fuhr zwar nach der Finanzkrise das Investmentbanking gezwungenermassen runter. Allerdings zu wenig radikal. Weil die CS so stark auf dieses Geschäft gesetzt habe, sei die Rendite auf der CS-Aktie in den letzten 10 bis 20 Jahren sehr unbefriedigend gewesen, sagt Skierka.

Daher sollte die CS «zumindest die risiko- und kostenintensiven Segmente des Investmentbankings wie den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen zugunsten eines Ausbaus der internationalen Vermögensverwaltung» runterfahren, sagt Skierka. Nur: Die Erträge im Vermögensverwaltungsgeschäft lassen sich nicht schnell erhöhen. Die Karten in diesem Geschäft seien grösstenteils verteilt, sagt Skierka: «Ein Neuaufbau wird immer teurer. Insbesondere in Asien sind die Preise für Zukäufe oder für erfahrene Mitarbeiter in den letzten Jahren stark angestiegen.»

Will die CS im Vermögensverwaltungsgeschäft wachsen, benötigt sie die Investmentbank. Sehr vermögende Kunden wollen nicht nur ihr Geld bei der CS deponieren, sie wollen auch Beratung zur Finanzierung von Übernahmen. Sprich: Kredite. Daher halten interne Stimmen nicht das Investmentbanking für zu gross, sondern nur die Vermögensverwaltung für zu klein.

CS braucht mehr Kapital

Wie auch immer das Grössenverhältnis schliesslich sein wird: Die beiden Sparten müssen enger zusammenrücken. Das bedingt einen Umbau der Konzernleitung. Andreas Venditti, Analyst der Bank Vontobel, sagt: «Jeder neue CEO holt Vertrauenspersonen, die er kennt und mit denen er gut zusammenarbeiten kann.»

Steht die Strategie, gilt es rasch Kapital zu beschaffen. «Die CS benötigt eine Kapitalerhöhung von mindestens 5 Milliarden Franken», sagt Venditti. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Sergio Ermotti: 14 Millionen. Dein UBS-Sparkonto: 0 Prozent Zins

Die einen kriegen keine Lohnerhöhung (siehe unten), die anderen schon bald keinen Sparzins mehr.

Auf dem Sparkonto der Schweizer Grossbank UBS gibt es ab dem 1. Juni 2019 gar keinen Zins mehr. Die UBS-Zinssätze werden auf neue historische Tiefstände gesenkt, schreibt das Online-Vergleichsportal Moneyland. Davon betroffen seien unter anderem:

Besonders bemerkenswert sei die neue Nullverzinsung auf dem Sparkonto für erwachsene UBS-Kunden, hält Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz fest. Für …

Artikel lesen
Link zum Artikel