Wirtschaft
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VW-Abgasskandal: Top-Manager wussten offenbar von Manipulationen

Hinter den VW-Abgasmanipulationen stecken nicht nur ein paar Techniker, sondern ranghohe Manager. Das hat laut einem Medienbericht eine interne Untersuchung ergeben.

03.10.15, 19:32


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In den Skandal um gefälschte Abgaswerte sind weit mehr VW-Manager verstrickt, als die Konzernspitze zunächst zugeben wollte. Dies berichtet die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. «Die These, alles sei nur das Werk von ein paar kriminellen Entwicklern, ist nicht haltbar», heisst es unter den Kontrolleuren, nachdem die ersten Ergebnisse interner Untersuchungen vorliegen. Der Konzern habe «systematisch Kunden und Behörden getäuscht.»

Da sich der Kreis der Verdächtigen und Mitwisser so weit zieht, schwant dem Aufsichtsrat, dass er weitere externe Ermittler zur Hilfe rufen muss - zusätzlich zu der amerikanischen Kanzlei, die ihre Arbeit in Wolfsburg bereits aufgenommen hat. Vom neuen Konzernchef Matthias Müller verlangen die VW-Aufsichtsräte, dass er möglichst rasch nach Amerika fliegt und dort Reue zeigt - noch bevor er offiziell in dem Verfahren gegen Volkswagen vorgeladen wird.

Auf einer ausserordentlichen Sitzung am kommenden Mittwoch will der Aufsichtsrat zudem den bisherigen Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch zu seinem neuen Vorsitzenden bestimmen. Berthold Huber, der gegenwärtig kommissarisch das Gremium leitet, steht dagegen vor dem Rückzug. Der ehemalige IG-Metall-Chef hatte immer erklärt, dass er im Laufe des Jahres 2015 zurücktreten werde. Dieses Wort gilt offenbar weiter. Nachrücken soll der designierte IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann, sobald er Mitte Oktober vom Gewerkschaftstag offiziell gewählt ist.

Die Folgen des Skandals zeigen sich inzwischen auch bei den potenziellen Kunden, schreibt die «FAS» unter Verweis auf eine ihr vorliegende Umfrage der Marktforschung puls. Demnach bezeichnen 41 Prozent der Befragten ihr Vertrauen in die Marke VW als «nachhaltig geschädigt». Ältere Leute äussern sich kritischer als jüngere. Elf Prozent der Befragten möchten nun keinen VW mehr kaufen. Zwei von drei Befragten glauben allerdings, dass auch andere Autohersteller bei der Angabe ihrer Abgaswerte tricksen. (mik)

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