Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Auf beiden Augen blind: Die zerstrittene Bitcoin-Gemeinde.  Bild: Shutterstock

Spaltung droht: Wird Bitcoin ein Opfer des eigenen Erfolges? 

Das Bitcoin-Netzwerk steht vor einem Kapazitätsengpass. Aber ein Teil der Bitcoin-Community lehnt jede Änderung strikte ab.



Bitcoin-Transaktionen werden mit so genannten Blockchains abgewickelt. Ungefähr alle zehn Minuten wird ein solcher Block mit ein paar tausend Transaktionen abgerechnet. Für die ursprüngliche Gemeinde schien diese Kapazität mehr als ausreichend. Auch heute ist das System im Normalfall nur etwa zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet.

Doch Bitcoins werden immer beliebter. Hält das derzeitige Wachstum an, dann ist absehbar, dass mit dem bestehenden System Kapazitätsengpässe entstehen. Das könnte schon in ein bis zwei Jahren der Fall sein.  

Ein technisches und ein philosophisches Problem

Wenn Bitcoins weiter wachsen und eine Mainstream-Währung werden wollen, muss etwas unternommen werden. Nur so kann die wachsende Zahl von Transaktionen bewältigt werden. Dazu ein Vergleich: Von der Kryptowährung werden derzeit täglich zehntausende Transaktionen abgewickelt, beim Kreditkartenunternehmen Visa geht diese Zahl in die Dimension der zweistelligen Millionen. 

Die Ausweitung der Blockchain-Kapazitäten ist jedoch ein technisches und ein philosophisches Problem. Deshalb haben sich in der Bitcoin-Gemeinde zwei unversöhnliche Lager gebildet. Die Befürworter der Kapazitätsausweitung argumentieren gemäss dem Online-Portal «Vox» wie folgt: Bitcoin muss wachsen, wenn es eine massentaugliche Technologie werden will. Deshalb muss auch die Kapazität ausgeweitet werden. 

Die Regeln dürfen nie gebrochen werden

Die Gegner führen zwei Argumente ins Feld. Erstens: Eine Ausweitung der Kapazität könnte zu einer Spezialisierung und damit zu einer Zentralisierung führen. Die Mitglieder der Bitcoin-Gemeinde sind jedoch hardcore-mässig auf Dezentralisierung eingeschworen. Zweitens: Eine Erhöhung der Kapazität könnte dazu führen, dass es kostspieliger wird, sich im Bitcoin-Netzwerk zu bewegen. 

Bitcoin beruhen auf dem Versprechen, dass die Regeln niemals geändert werden. Die wichtigste davon lautet: Es darf niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins geben. Die Gegner fürchten nun, dass mit einer Kapazitätsausweitung auch diese Regel dereinst in Gefahr zu geraten droht. 

Eine Spaltung könnte das Ende der Bitcoins bedeuten

Bisher ist kein Ende dieses Richtungsstreits abzusehen. Beide Lager nehmen in Anspruch, die wahren Propheten der Bitcoin-Botschaft zu sein. Kommt es zu keiner Versöhnung, dann ist das ganze Bitcoin-Projekt bedroht. Finden die beiden nicht bald zusammen, dann droht eine Spaltung. Das könnte im schlimmsten Fall das Ende der Bitcoins bedeuten, weil damit das Vertrauen der Benutzer in die Kryptowährung zerstört würde. Welche Bitcoins wären dann die einzig wahren? 

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Jedes fünfte Kind in den USA hungert – und Trump verweigert die Hilfe

Mehr als 33 Millionen Amerikaner sind arbeitslos. Viele können ihre Kinder nicht mehr richtig ernähren. Doch das Weisse Haus will die Hilfe nicht aufstocken.

Im reichsten und mächtigsten Land der Welt kann man derzeit ein merkwürdiges Phänomen beobachten: Kilometerlang stauen sich Autos – nicht selten teure SUVs – vor sogenannten Food Banks, wo Freiwillige und Mitglieder der Nationalgarde gratis Essen verteilen. Die Väter und Mütter, die in diesen Autos sitzen, sind auf diese Hilfe angewiesen. Sie haben kein Geld mehr, um Nahrungsmittel zu kaufen.

Das merkwürdige Schauspiel hat tragische Folgen. Das zeigt eine Untersuchung der renommierten Brookings …

Artikel lesen
Link zum Artikel