Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fertig: Nach wenigen Minuten steht das Gerüst. Aus der Pappe ist eine Art Brille geworden, mit der man sich in dieser Form aber nur die Rückwand der Pappschatel anschauen kann.

Diese «Virtual-Reality-Brille» kann man selbst bauen. Bild: Spiegel Online

Project Cardboard

So basteln Sie sich Ihre Virtual-Reality-Brille aus Karton, Plastiklinsen und einem Klebestreifen

Nach der Oculus Rift und Sonys Project Morpheus zeigt Google jetzt seine ganz eigene Version einer Virtual-Reality-Brille: ein preiswerter Bausatz aus Pappe zum Selberbasteln. Das Ergebnis ist beeindruckend. 

26.06.14, 11:32 26.06.14, 17:05

Matthias Kremp, San Francisco / Spiegel Online

Ein Artikel von

Grosse Überraschungen und sensationelle Gadgets sind auf der Entwicklerkonferenz Google I/O zwar ausgeblieben, eine Überraschung gab es zum Schluss aber doch. Allen Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung wurde ein Papp-Päckchen überreicht. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als ein spannender Technikbausatz, aus dem man sich seine eigene Virtual-Reality-Brille zusammenbauen kann. 

Und das ist schon etwas Besonderes. Konventionelle VR-Brillen wie die Oculus Rift und Sonys Project Morpheus sind bisher nicht im Handel zu bekommen und dürften, wenn es so weit ist, stattliche Summen kosten. Die von Google auf der I/O verteilte Variante hingegen kostet fast nichts, besteht nur aus etwas Pappe, zwei Plastiklinsen, einem Klebestreifen und einem Magneten. Nicht gerade Hightech also, aber es funktioniert. 

Der von Google Project Cardboard («Projekt Pappe») genannte Bausatz geht der Projektbeschreibung zufolge auf eine Spielerei der Google-Mitarbeiter David Coz und Damien Henry zurück, die in Paris einen Prototyp der jetzt vorliegenden Version bauten. Die Arbeit daran erledigten sie innerhalb der 20 Prozent ihrer Arbeitszeit, die Google seinen Mitarbeitern für eigene Projekte zugesteht. Als sie ihre Bastelei Kollegen zeigten, war das Echo darauf so überwältigend positiv, dass es von einer grösseren Gruppe von Ingenieuren weiterentwickelt wurde.  

Zusammengebaut in wenigen Minuten

Das Ergebnis ist der Pappbausatz, wie man ihn nun auf der Google I/O bekommt. Kaufen kann man ihn derzeit nirgends, auch wenn Mitarbeiter des Unternehmens betonen, dass es gar kein Problem wäre, so etwas im grösseren Massstab kommerziell anzubieten. In der Zwischenzeit können sich interessierte Bastler mit den Bauanleitungen behelfen, die Google auf der Webseite des Project Cardboard online gestellt hat. 

Der Zusammenbau des I/O-Bausatzes jedenfalls ist sehr simpel und ohne Werkzeug in ein paar Minuten erledigt, wie diese Anleitung zeigt. Das Einzige, was man zusätzlich noch braucht, ist ein Android-Handy auf dem mindestens Android 4.2 läuft. NFC ist von Vorteil, aber nicht essenziell. 

VR-Pappe

Was man dann bekommt, ist schlicht beeindruckend. In Kombination mit der Cardboard-App, die sich noch in der Entwicklung befindet, lassen sich mit der Selbstbaubrille verschiedene Anwendungen ausprobieren, von der Diashow über Google Earth bis zum virtuellen Museumsrundgang. Auch wenn die grafische Qualität nicht mit der von Morpheus und Oculus Rift mithalten kann – dafür sind die Linsen zu schlecht – läuft alles flüssig ab. Den seitlich montierten Magneten kann man dabei wie einen Schalter benutzen, um beispielsweise von Bild zu Bild umzuschalten. 

In Kombination mit den Sensoren des Handys kann man aber auch seine Kopfbewegungen nutzen, um sich in einer virtuellen Welt umzuschauen. Ein Konkurrenzmodell für die Geräte von Oculus und Sony ist Googles Project Cardboard damit zwar nicht, aber dafür kann es sich fast jeder leisten. Man könnte sagen, es ist die VR-Pappe für alle. 



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum «A Link to the Past» das beste «Zelda»-Game aller Zeiten bleibt

Anfang der 90er-Jahre erschien ein Abenteuer auf der Nintendo-Konsole Super NES, das nicht nur Videospielgeschichte schrieb, sondern sich auch bei vielen Spielerinnen und Spielern tief im Herzen einnistete. Ein subjektiver Rückblick.

Das erste «The Legend of Zelda» für das NES war 1986 ein kleiner, aber feiner Geniestreich. Magische Waffen finden, geheime Höhlen entdecken, Dungeons erkunden und sich als kleiner Pixelheld mit der Zeit immer grösser und stärker fühlen. Das war damals ganz grosse Videospielkunst. Gross war dann aber die Enttäuschung, als der Nachfolger «Zelda II: The Adventure of Link» die liebgewonnene Perspektive verliess und einen komplett anderen Weg einschlug. Spass hat es aber trotzdem gemacht, …

Artikel lesen