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[Symbolbild / Gestellte Aufnahme] Die Helsana+ App auf einem Smartphone, welches auf einer Gymnastikmatte liegt, aufgenomen am 25. Oktober 2017 in Zuerich. Um die Schritte und Bewegungsdaten des Smartphone-Besitzers zu sammeln, greift die App beim Iphone auf die Daten der Health App zu. Das Bonusprogramm des Krankenversicherers Helsana soll Benutzer zum Aktivsein motivieren. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Helsana+ App auf einem Smartphone, welches auf einer Gymnastikmatte liegt. Bild: KEYSTONE

Weitere Krankenkassen planen umstrittene Belohnungs-App für fitte Kunden

Nach Helsana planen weitere Krankenkassen umstrittene Belohnungs-Apps für fitte Kunden. Wissenschafter kritisieren die Rolle des Bundesamtes für Gesundheit. Das letzte Wort dürften die Richter haben.

05.05.18, 21:02 06.05.18, 20:12

Lorenz Honegger / schweiz am wochenende



Wer täglich Fastfood isst, raucht und sich kaum bewegt, zahlt in der Schweiz die gleichen Versicherungsprämien wie ein durchtrainierter Sportler. Auch chronisch Kranke mit Hunderttausenden Franken Gesundheitskosten zahlen nicht mehr als jemand, der noch nie im Spital war. Das Solidaritätsprinzip gilt als Grundpfeiler der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.

Seit vergangenem September ritzt die zweitgrösste Krankenversicherung der Schweiz dieses Prinzip: Die Helsana belohnt Kunden, die regelmässig joggen, ein Fitness-Abo haben oder in die Ernährungsberatung gehen und das auf ihrem Smartphone dokumentieren – auch wenn sie nur eine Grundversicherung haben.

«Es gibt Anzeichen, dass auch andere Versicherungen bei der Grundversicherung Bonusprogramme einführen wollen.»

Adrian Lobsiger, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragte 

Bis zu 75 Franken jährlich erhalten fitte Versicherte als Bonus in einem Punktsystem. Damit bricht Helsana bei der Jagd nach gesunden Versicherten – sogenannt «guten Risiken» – ein Tabu. Im Zentrum der Kontroverse steht die Frage, ob in Zeiten von jährlich ansteigenden Prämien Personen mit einem weniger gesunden Lebensstil mehr für die obligatorische Krankenversicherung bezahlen sollen.

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  • 68%Nein. Das Sammeln von Daten muss aufhören.

Schon bald dürfte sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Frage befassen müssen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger hat die Helsana vor einer Woche faktisch aufgefordert, ihr Bonusprogramm für Grundversicherte einzustellen. Er kritisiert, der Helsana fehle die Gesetzesgrundlage für diese Prämienverbilligung und somit die damit verbundene Datenbearbeitung.

Helsana als Winkelried

Die Versicherung lehnt die Aufforderung ab und will einen Grundsatzentscheid erzwingen. Lobsiger kündigt deshalb auf Anfrage an, innerhalb von einem Monat nach Ablauf der 30-tägigen Frist Klage einzureichen. Helsana spielt den Winkelried für die Versicherungsbranche.Der Entscheid des Gerichts wird Signalwirkung haben. Sollte sich die Helsana durchsetzen, wollen gemäss Recherchen zahlreiche Mitbewerber ihrem Beispiel folgen und künftig Prämienzahler mit gesundem Lebensstil belohnen. Datenschützer Lobsiger bestätigt: «Es gibt Anzeichen, dass auch andere Versicherungen bei der Grundversicherung Bonusprogramme einführen wollen.»

Ein Verwaltungsrat einer der grössten Krankenversicherer berichtet, die Branche verfolge den Fall Helsana mit «Argusaugen». Man wolle der Konkurrenz nicht kampflos einen Wettbewerbsvorteil zugestehen und sei vorbereitet: Im Fall einer gerichtlichen Bestätigung des Bonusprogramms könne man «innert kürzester Zeit» ein ähnliches Angebot für die Grundversicherung auf die Beine stellen. «Technisch ist das überhaupt kein Problem.»

«Manche fragen sich, warum sie für jemanden mitbezahlen sollen, der ungesund lebt; sie übersehen dabei, dass jeder Mensch jederzeit unabhängig von seinem Lebensstil schwer erkranken kann.»

Heidrun Becker, Professorin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)

Offiziell geben sich die Versicherer zurückhaltender. Die drittgrösste Krankenversicherung der Schweiz etwa, die Swica, teilt mit, sie werde den Entscheid abwarten und danach beurteilen, welche Vorteile sich daraus ergeben könnten. «Wichtig scheint uns eine Balance zwischen Eigenverantwortung und Solidarität.» Die CSS, die mit ihrer App zu den Pionieren bei den Bonusprogrammen gehört, zögert mit einer Ausdehnung auf die Grundversicherung: «Nein, das planen wir derzeit nicht. Unsere Schrittentschädigung bleibt ein freiwilliges Angebot der Zusatzversicherung.»

Begeisterte App-Nutzer

Weniger zurückhaltend sind die Kunden. Die Helsana verzeichnete für ihre App mittlerweile über 50'000 Downloads. Erste Reaktionen zeigen, dass die stärkere Gewichtung der Eigenverantwortung einen Nerv trifft. «Endlich eine Idee, die mir als gesunder Helsana-Kunde etwas zurückgibt», schreibt iPhone-Nutzer Andrew B. in seiner Bewertung im App-Store und gibt «Helsana+» fünf von fünf Sternen. «Etwas für Kunden, die sich und ihrem Körper schauen, statt Kosten zu verursachen», resümiert Flo76. Nutzerin Sonita S. meint: «Als Kundin habe ich lange auf diese App gewartet. Einfach in der Bedienung – und das Beste: Ich werde für das Achten meiner Gesundheit noch belohnt! Was will man mehr?»

Für Heidrun Becker, Professorin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Leiterin einer Studie zum Thema Fitness-Apps, belegen solche Kommentare das Diskriminierungsrisiko von Apps wie «Helsana+». Viele Versicherte verstünden solche Programme falsch. «Manche fragen sich, warum sie für jemanden mitbezahlen sollen, der ungesund lebt; sie übersehen dabei, dass jeder Mensch jederzeit unabhängig von seinem Lebensstil schwer erkranken kann.»

Becker übt Kritik am Bundesamt für Gesundheit (BAG), das die Belohnungs-App lediglich als «harmloses Marketing-Instrument» sehe.

Die Aufsichtsbehörde hat der Helsana-App in einem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, Mitte Februar einen juristischen Blanko-Check ausgestellt: Solange die 75-Franken-Belohnungen nicht aus dem Geldtopf der Grundversicherungs-Prämien finanziert werden, sei die App aus aufsichtsrechtlicher Sicht konform mit dem Krankenversicherungsgesetz. Der Verzicht auf die Teilnahme am Bonusprogramm führe für versicherte Personen zu keiner Benachteiligung, «sodass für sie eine Teilnahme nicht als zwingend erscheinen müsste».

Kritik am BAG

Für Kurt Pärli, Professor für soziales Privatrecht an der Universität Basel, hinkt diese Argumentation. Wer als Grundversicherter der Helsana nicht am Bonusprogramm teilnehme, erhalte die 75 Franken Belohnung nicht. «Das ist ein entgangener Vorteil und damit ein effektiver Nachteil.» Deshalb ritze «Helsana+» am Solidaritätsprinzip der Grundversicherung, auch wenn die Helsana die Belohnung aus den Mitteln der Zusatzversicherung finanziere.

Entscheidend ist auch die Frage: Was bringen die Fitness-Apps den Krankenkassen überhaupt? Die ZHAW-Studie von Forscherin Becker attestiert den «Quantified Self»-Technologien ein grosses Potenzial (siehe auch Kasten rechts). Doch ob die Nutzer solcher Apps wirklich gesünder leben und seltener krank werden, sei unklar. Es fehlten auch verbindliche Qualitätsstandards. Die Selbstvermessung könne bei den Nutzern den falschen Eindruck erwecken, dass jedes Individuum seinen Gesundheitszustand jederzeit bestimmen und kontrollieren könne.

Die Chancen und Risiken der digitalen Selbstvermessung

Elektronische Armbänder sind im Trend: Sie zählen die Anzahl Schritte, verbrannte Kalorien, eruieren die Länge und Tiefe des Schlafes und die Herzfrequenz. Die Idee dahinter ist simpel: Wer viel über sich weiss, erkennt unter Umständen drohende Krankheiten früher und dürfte generell dazu neigen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Ärzte können dank medizinischer Daten in Echtzeit die Patienten viel enger begleiten als bisher. Auch für die Forschung sind die erhobenen Informationen potenziell interessant.

Die digitale Selbstvermessung bietet aber auch viele Risiken, wie das Beispiel der Krankenversicherungen zeigt. Die Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung TA-Swiss veröffentlichte vor kurzem eine Studie zum Thema «Quantified Self». Die Autoren beurteilen es kritisch, dass sich immer mehr kommerzielle Akteure wie Versicherungen oder die Pharmaindustrie für die Selbstvermessungsdaten zu interessieren beginnen.

Wer etwa wegen einer Behinderung nicht mehr eine bestimmte Anzahl Schritte gehen könne, laufe Gefahr, von vorteilhaften Versicherungskonditionen ausgeschlossen zu werden. Ausserdem seien viele dieser Tracker technisch noch mangelhaft und zu wenig präzise. Was den medizinischen Einsatz betreffe, sei man im Schweizer Gesundheitswesen zurückhaltend. Dies sei auch auf die fehlenden Qualitätsstandards zurückzuführen.

Schliesslich sei auch der Datenschutz unzureichend. Dadurch werde die Privatsphäre der BenutzerInnen gefährdet. Vor allem ausländische Anbieter hielten sich häufig nicht an die regulatorischen Anforderungen. Wenn ein Produkt aus Asien oder aus den USA stamme, sei es für die Anwender schwer, ihre Rechte durchzusetzen. Angesichts der zahlreichen offenen Fragen fordern die Forscher die Einführung von Qualitätslabels für Tracker. Diese müssten von Konsumentenschutz- und Patientenorganisationen hinsichtlich Datenqualität, Datenschutz, Vertragsbedingungen und Nutzerfreundlichkeit überprüft werden. (SDA/LHN)

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58
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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 08.05.2018 11:23
    Highlight Gibts da auch was für fette Fitte oder für fitte Fette?
    2 0 Melden
  • Silvan80 07.05.2018 15:58
    Highlight Super Idee. Der Bonus ist allerdings noch ausbaufähig!
    1 9 Melden
  • Sharkdiver 07.05.2018 10:39
    Highlight Wieso bricht die Helsana ein Tabu? Hat nicht die CCS sowas schon länger?
    5 5 Melden
  • molekular 06.05.2018 14:12
    Highlight 75.- für ein komplett personalisiertes Bewegungsdiagramm der versicherten Person ist lächerlich billig. Eigentlich müsste ein Schlüssel entwickelt werden, der den effektiven Wert der Daten berechnet und dieser dann rückvergütet werden. Dann könnten sich die KK nämlich überlegen, ob sie lieber Daten sammeln oder Gebühren für die Grundversicherung verrechnen. Dass diese Daten irgendwann an die Pharmaindustrie verkauft werden, ist ja eigentlich schon vorprogrammiert.
    21 1 Melden
  • Paddiesli 06.05.2018 10:42
    Highlight Die, die das toll finden, waren bestimmt auch No Billag Befürworter.
    26 11 Melden
  • mogad 06.05.2018 10:21
    Highlight Bei 6000 Fr. Jahresprämie, 300 Fr. Franchise und 10% Selbstbehalt sind 75 Franken lächerlich! Und das Volk für dumm verkauft. Es geht hier nicht um Belohnung, drum ist sie ja auch so lächerlich klein. Es geht um Ueberwachung. Um später den Kranken Leistungen vorzuenthalten. Dass das BAG da mitmacht find ich sehr bedenklich. In wessen Dienst steht eigentlich das BAG?
    Kein Wunder geht es nicht vorwärts mit Reformen im Gesundheitswesen, wenn das BAG mit den Lobbisten gemeinsame Sache macht!
    42 2 Melden
  • mogad 06.05.2018 10:17
    Highlight Alarmstufe orange! Diese App untergräbt die Solidarität!
    Irgendwann wird die Versicherung dem Diabetiker das teure Insulin nicht mehr voll zahlen, mit der Begründung gem. Datensammlung habe er ungesund gelebt, sei übergewichtig usw.. Dem Raucher wird bei Lungenkrebs die Chemo nicht bezahlt usw..
    Wir haben jetzt schon eine Zweiklassen-Medizin. Bald werden wir eine Dreiklassen-Medizin haben.
    50 2 Melden
  • Maya Eldorado 06.05.2018 09:45
    Highlight Das sind diktatorische Methoden. Der einzige Unterschied ist, dass wir dafür hier nicht ins Gefängnis oder in eine Arbeitsbrigade kommen, sondern finanziell abgestraft werden.
    15 0 Melden
  • metro 06.05.2018 07:38
    Highlight Jetzt würde mich interessieren wieviel Geld diese ganze Übung koste, denn die App zu programieren war sicher nicht günstig und dann noch die ganzen Daten auswerten usw. Die ganze Übung wird von unseren Gebüren bezahlt (auch wenn hier geschrieben wird das es sich nicht um Gelder der obligatorischen handelt) ist doch aus meiner sicht ne völlige Gebürenverschwendung.
    35 3 Melden
    • reaper54 06.05.2018 10:19
      Highlight Und wie jede Firma wollen sie ja Gewinn machen also stell dir vor was sie im Hintergrund mit deinen Daten machen... ;)
      19 0 Melden
    • mogad 06.05.2018 10:38
      Highlight Wenn ich spielen will, lad ich mir eine Spielapp runter. Aber auf dieses fiese Spiel von der Helsana lass ich mich freiwillig nie und nimmer ein.
      16 2 Melden
  • ND_B 06.05.2018 03:26
    Highlight Habe Psoriasis. Kann ich jetzt Sport treiben und bekomme eine Zusat zversicherung? NEIN. Ich werde niemals mehr als eine Grundversicherung bekommen. Wehret den Anfängen!
    60 1 Melden
    • mogad 06.05.2018 10:38
      Highlight Wehret der Entsolidarisierung!
      23 3 Melden
  • Siebenstein 06.05.2018 00:31
    Highlight Der nächste Versuch das Solidaritätsprinzip zu unterlaufen!
    Es müsste dem Minderbemitteltsten klar sein, dass unterm Strich die Rechnung von denjenigen bezahlt wird die dieses Spiel nicht mitmachen können oder wollen...👎
    82 5 Melden
  • Joachim Wiedemann 06.05.2018 00:17
    Highlight Und wer kontrolliert, ob Fastfood gegessen wird oder geraucht, kifft oder säuft?
    59 1 Melden
    • mogad 06.05.2018 10:42
      Highlight Abwarten, die Entwicklung geht weiter. Bald wird man über irgend ein Pflaster oder einen Chip unter der Haut die Blutwerte messen können. Und dann weiss der Versicherer: Aha der Joachim ist wahrscheinlich Nachts hinters Konfitüren-Glas gegangen! Wieso Konfitüre? Eine andere App weiss halt, was Sie regelmässig so einkaufen!
      19 2 Melden
  • Maya Eldorado 05.05.2018 23:59
    Highlight Und wenn ich pro Tag 30 km velofahre? Wird das irgendwie auch in Schritte umgemünzt? So quaisi jede Umdrehung ein Schritt?
    Und wie wird das gezählt, wenn ich in meinem Garten arbeite?
    Oder wie ist das, wenn ich das Natel meiner Tochter mitgebe, die berufshalber viel laufen muss. So kann ich sogar bettlägerig sein und punkten.
    Vielleicht kommen die ja dann auch bald mal vom Natel auf implantierte Chip.
    Fragen über Fragen - das kann nicht gut gehen.
    75 3 Melden
  • My Senf 05.05.2018 23:50
    Highlight Und alle machen mit! Ist ha wie bei fb😀

    Die die Sport treiben sind gesünder?

    Ja aber auch nur weil die Unfallversicherung deren Verletzungen übernimmt und nicht die obligatorische KK!
    So ein Mist

    Aber ich kenne die Software Firmen die gutes Geld 💰 damit verdienen den KK solche sinnvolle (lose natürlich) Programme zu verkaufen. Dabei haben die keine Ahnung was machen mit den gesammelten Daten. Aber irgendwann gibts dann vielleicht ein Auswertungstool...
    85 4 Melden
  • Butschina 05.05.2018 23:23
    Highlight Bei Zusatzversicherungen kann das machen wer will. Die Grundversicherung muss meiner Meinung nach frei von solchen Systemen bleiben. Die Benachteiligten werden noch mehr benachteiligt.

    Bsp. 1: Jemand erleidet bei seiner Geburt Komplikationen. In der folge ist die Person cerebral gelähmt. Sport kann sie nie machen. Was kann die Person dafür?

    Bsp. 2: Eine Person erleidet Anfang zwanzig einen Unfall. In der Folge kann die sich nicht mehr sportlich betätigen. Auch suite kann nichts dafür und wird zusätzlich benachteiligt

    Darum ist für mich wichtig am Solidaritätsprinzip festzuhalten.
    125 4 Melden
    • mogad 06.05.2018 10:43
      Highlight Danke!
      16 1 Melden
  • Klaus07 05.05.2018 23:11
    Highlight Wann gibt es endlich eine Studie die Untersucht, wer mehr Gesundheitskosten generiert. Derjenige der ungesund lebt und mit 66 an den Folgeerkrankungen stirbt, oder derjenige der sein ganzes Leben gesund lebt, jedoch die letzten Jahre bis zu seinem Tot mit 97 Jahren auf einer Demezstation liegt oder mehrer Jahre in einem Altenheim lebt und mehrer Monate auf einer Palliativstation liegt. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Studie zu ungunsten der Gesunden ausfallen würde.
    92 10 Melden
    • Silent_Revolution 06.05.2018 09:57
      Highlight Eine solche Studie wäre eine Bankrotterklärung für den Staat. Er hätte dann über Jahrzehnte hinweg zu Unrecht Milliardenbeträge (momentan etwas mehr als 2Mrd jährlich) von Rauchern eingetrieben. Diese müsste er in irgendeiner Form zurückerstatten.
      10 1 Melden
    • marmuel 06.05.2018 12:24
      Highlight Gibts natürlich! Als disclaimer: Ich finde man sollte davon absehen rein den ökonomischen Wert eines Lebens in CHF betrachten, es gibt auch immer Angehörige, Kinder, etc. wenn jemand frühzeitig stirbt. Aber hier die Zahlen der Studie (geschätzt aufgrund von Daten aus den Niederlanden):

      Liftime costs in EUR:

      Healthy: 281,000

      Obese: 250,000

      Smokers: 220,000

      D.h. die Studie bestätigt was du denkst. Allerdings ist das Ganze natürlich schwierig zu messen und basiert auf Simulationen.
      12 1 Melden
  • Linus Luchs 05.05.2018 22:59
    Highlight Die Versicherungen entwickeln totalitäre Methoden. Nachdem Sozialversicherungen die Lizenz zum Schnüffeln erhalten haben, lassen auch die Krankenkassen ihre Kontrollgelüsten freien Lauf. Die Helsana-App ist ein harmlos erscheinender Anfang. Der Tag wird kommen, an dem Krankenkassen die Kostenübernahme für bestimmte Therapien ausschliessen, wenn der Versicherte nicht diesen oder jenen Nachweis für eine gesunde Lebensführung erbracht hat. Und immer gibt es zu viele Leute, die begeistert mitmachen, weil sie ein paar Franken sparen und nicht begreifen, was sie damit unterstützen.
    100 3 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:31
      Highlight Hoffen wir, dass der gesunde Konsens es nicht soweit kommen lässt! (Nach der deutlichen Annahme des NDG stehen die Zeichen allerdings nicht so gut...)
      24 2 Melden
  • Gummibär 05.05.2018 22:57
    Highlight Seit einigen Jahren gibt es In Südafrika von den grossen Krankenkassen Punkte für 5000 Schritte/Tag und für regelmässig absolvierte Health-checks (gratis).
    Für die Punkte gibt es z.B. Ermässigungen bis 20% bei Inlandflügen. Allerdings sind die Versicherungen freiwillig und nicht obligatorisch wie in der Schweiz. Die Bonusprogramme sind beliebt und ermuntern Zehntausende dazu mehr zu gehen und sich jährlich untersuchen zu lassen - ohne den Hund zu bemühen.
    8 55 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:36
      Highlight Und weshalb genau gibt es vergünstigte Inlandflüge? Weil es besser für die Umwelt ist, oder weil es gesund hält? Gäbe es in Südafrika nicht schlauere Möglichkeiten? Der Sinn erschliesst sich mir nicht ganz...
      50 0 Melden
    • Gummibär 06.05.2018 07:06
      Highlight @ Midnight Weil a) bei den grossen Distanzen und in Abwesenheit eines Bahnnetzes das Fliegen die vernünftigste Weise ist von JHB nach PE, DBN oder CPT zu gelangen.
      b) offensichtlich eine kleine Prämienerleichterung die Leute nicht vom Auto-, Fernseh- oder Barsessel
      herunterholt.
      c) Der vermehrte Gebrauch der Füsse und regelmässige Prüfung der Blutwerte den gleichen Zweck verfolgen wie das Erstellen von Vita Parcours in der Schweiz, die auch von den Versicheungsnehmern bezahlt werden.
      3 15 Melden
  • ARoq 05.05.2018 22:34
    Highlight Helsana 2019: "Wer glücklich ist, lebt gesünder. Lächeln sie vor unserer Gesichtserkennungs-App mindestens 2 Stunden täglich und sparen Sie Versicherungsprämien."
    66 1 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:49
      Highlight Unser lieber Bundesrat Schneider-Ammann macht es vor 😂:
      8 1 Melden
  • Töfflifahrer 05.05.2018 22:24
    Highlight Ein Kollegin hat so ne App, nach einer Motorradtour zeigte die App x-tausend Schritte an! Ach ja, wo bleibt die Vergütung für Schwimmer, Fitnessbesucher, etc. Mit Gesundheitsvorsorge hat das nichts zu tun, sondern nur mit Datensammeln.
    Solche Apps sind eine Schweinerei und helfen nur dabei das Solidaritätsprinzip weiter zu unterhöhlen. Chronisch Kranke werden aussen vor gelassen. Viele Schwere Krankheiten haben mit "Schritten" nicht zu tun.
    81 8 Melden
  • lilie 05.05.2018 22:22
    Highlight Diese Art der Erhebung scheint mir unfair. Erstens kann man sie vermutlich leicht manipulieren. Und zweitens werden viele gesunde Tätigkeiten wie z.B. Schwimmen nicht erfasst.

    75.-/Jahr ist auch witzlos. Aufwand/Risiko und Ertrag/Nutzen stimmen hier überhaupt nicht.

    Um das Problem der steigenden Krankenkassenprämien in den Griff zu bekommen, fände ich es besser, die Prämie einkommensabhängig festzulegen. Personen mit geringem Einkommen müssten einen deutlichen Nachlass bekommen, Leute mit hohem Einkommen könnten auch höhere Prämien verkraften.

    DAS wäre solidarisch.
    62 13 Melden
    • Katzenseekatze 05.05.2018 23:50
      Highlight Danke. Gut überlegt.
      26 8 Melden
    • MacB 06.05.2018 08:39
      Highlight Einkommensstarke zahlen bereits ein Vielfaches an Steuern. Was noch? Ein A-Post Brief kostet neu 50.-, sie habens ja?

      Mir wurde nichts gegeben und ich arbeite hart dafür, ein wenig mehr zu haben. Ich zahle aber überall mehr: Steuern, KiTa, AHV (da zwar prozentual gleich), etc.

      Ist denn das Ziel, erst dann Ruhe zu geben, wenn ich Ende Monat auch nichts mehr auf dem Konto habe? Das höhlt die Solidarität ebenso aus. Denn dann brauche ich mich gar nicht mehr anzustrengen.
      11 14 Melden
    • mogad 06.05.2018 11:03
      Highlight @MacB. Ich gönne jedem seinen Reichtum!
      Kenne Ihre Vermögensverhältnisse nicht. Sollten Sie zum oberen Mittelstand gehören, werden Sie tatsächlich jetzt schon geschröpft! Es sind die Superreichen und die grossen Unternehmen, die zu wenig Steuern zahlen und mit präkären Arbeitsverhältnissen, mit dem Export von Arbeitsplätzen ins Billigst-Ausland für Armut sorgen! Und jetzt kommt noch die schleichende Entsolidarisierung bei lebensnotwendigen Versicherungen: Wohin driften wir?
      15 3 Melden
  • Patho 05.05.2018 22:16
    Highlight Das Problem ist ja auch, dass man praktisch bei keiner sportlichen Aktivität das Handy dabei haben kann. Schwimmen, Hockey, Volleyball, usw....
    und wieso soll nun einer, der diese Sportarten ausübt, weniger gesund sein und mehr Prämien zahlen, als einer der in das Fitnesscenter fährt und sich dort mit zu grossen Gewichten den ganzen Körper ruiniert?
    48 1 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:53
      Highlight Weil es den Solidaritätsgedanken hiesiger, privater Krankenkassen untermauert. Oder weil es ganz einfach von den wahren Problemen unseres Kranken(kassen)systems ablenkt.
      20 1 Melden
    • mogad 06.05.2018 11:04
      Highlight Bald wird man Ihnen einen Mikro-Chip injizieren!
      2 2 Melden
  • Thurgauo 05.05.2018 22:01
    Highlight 75.- CHF wäre mir nicht mal der Aufwand wert, zumal ich gar nicht wissen will, wie viel Daten dabei wieder gesammelt werden. Zumal so ein System so einfach auszutricksen ist. Mir fallen auf Anhieb 10 Tricks ein, wie man Bewegungssensoren mit 0 Aufwand austricksen kann.
    86 2 Melden
  • Matti_St 05.05.2018 21:52
    Highlight Einer, der vom Job an einen Sessel gebunden ist, zählt mehr als einer, der sich dabei mehr bewegen kann. Der andere würde sich gerne mehr bewegen, kann aber wegen zbsp Rückenleiden nicht. Wieder ein anderer ist schlauer und schnallt das Ding am Haustier an.

    Es gibt viele Gründe, die KK gleich wieder zurück zu pfeifen. In kurzer Zeit werden sicher Leistungen gekürzt wenn jemand zuviel Sport treibt oder einen sehr stressigen Job hat.

    Diese entsolidarisierung muss sofort abgeklemmt werden. Das ist das Erbe der SVP mit ihren Nachahmer FDP und CVP.
    118 11 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 05.05.2018 21:50
    Highlight Wenn die Krankenkassen das Solidaritätsprinzip nicht einhalten wollen, sehe ich nicht ein, warum es ein Krankenkassenobligatorium geben soll.

    Ich hätte meine Prämien lieber dem Bündner überwiesen, den die Krankenkassen an Aids sterben liessen.
    79 8 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:55
      Highlight Krankenkassen, die das Solidaritätsprinzip untergraben, sollten konsequenterweise eher keine Subventionen vom Bund mehr erhalten.
      So hört dieser Blödsinn ganz schnell auf!
      26 1 Melden
  • Boadicea 05.05.2018 21:48
    Highlight 75 Franken im Jahr? Ist das ein Witz? Dafür soll man seine Daten verkaufen und auch noch Zeit und Aufwand investieren, dies selbst zu dokumentieren? Die spinnen doch. Was für Leute machen sowas mit? Dieselben Leute, die auch ihre Grossmutter verkaufen würden, wenn der Preis stimmt?
    83 5 Melden
    • The Origin Gra 05.05.2018 23:23
      Highlight Ich denke das da KK Mitarbeiter Nette Reviews schreiben und die Downloadzahlen Hochschrauben um mehr im Gespräch zu sein und um Relevanz in den App Stores zu erlangen 🤔

      Ist heute alles relativ einfach zu machen

      Und ich hoffe das die Justiz diesen Möchtegern Big Brothers die Flügel stutzt bevor sie Flügge werden 😡
      41 4 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:58
      Highlight Lieber auf Süssgetränke verzichten. Spart im Monat deutlich mehr Geld und gesünder ist es auch noch. Just sayin'...
      15 3 Melden
  • brechi 05.05.2018 21:46
    Highlight ich finde diese apps ziemlich witzlos für die Benutzer... diese 6,25 franken kann man sich locker sparen indem man die kk wechselt... ausserdem werden leute die ins fitness gehen nicht berücksichtigt... und die kk sammelt einfach daten...
    50 1 Melden
  • p4trick 05.05.2018 21:32
    Highlight Mit der App gibts 75.- pro Jahr Bonus? Wenn ich zur günstigsten KK gehe erhalte ich pro Monat 75.- Bonus!
    233 5 Melden
    • droelfmalbumst 06.05.2018 09:47
      Highlight dafür kein service wenn du erkrankst
      2 5 Melden
  • Diagnose: Aluhut 05.05.2018 21:26
    Highlight Wer sich das für läppische 6.25 Franken weniger Prämie pro Monat antun und die Datenkrake füttern will, soll er. 😂
    271 8 Melden
    • Midnight 06.05.2018 01:59
      Highlight Also eigentlich zahlt man ja sogar drauf, wenn man den Preis des Geräts mit einkalkuliert. Soll ja schliesslich Leute geben, die kein Smartphone besitzen.
      12 0 Melden
  • NikolaiZH 05.05.2018 21:24
    Highlight 75.- pro jahr boah ne riese premie!
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  • mänu49 05.05.2018 21:17
    Highlight Ein Freund hat ein Handy mit dem KK-App seinem Hund angeschnallt und bezahlt nun etwas weniger Prämie.
    Super!
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    • Turbi 05.05.2018 21:40
      Highlight gibt ein Beitrag an die Hundesteuer.............
      20 7 Melden
    • Mr.President 05.05.2018 21:56
      Highlight Frage: und der Hund darf alleine gassi gehen, wenn man in der Stadt lebt und in Wald gassi gehen muss!? Dann würd ich besser den Tracker /Handy / smartwatch an die Katz empfehlen!:)
      26 4 Melden
    • nödganz.klar 05.05.2018 23:24
      Highlight An die Katz ist für die Katz. Bei meiner Katze würde ich schnell als Nachtschwärmer mit Restless-Legs gelten, der dabei dauernd um die Nachbarshäuser tingelt und in fremde Vorgärten pinkelt. 😽😇
      47 0 Melden
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