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In this Nov. 10, 2018 photo provided by NBC, Lt. Com. Dan Crenshaw, from left, a congressman-elect from Texas, Pete Davidson, Anchor Colin Jost, and Anchor Michael Che appear during Saturday Night Live’s

Dan Crenshaw (ganz links) neben Pete Davidson in «Saturday Night Live». Bild: AP/NBC

Jetzt haben auch die Republikaner ihren Helden aus Texas

Dan Crenshaw war ein Elitesoldat bei den Navy Seals, verlor ein Auge im Einsatz – und ist jetzt ein anständiger Abgeordneter aus Houston.



In Texas waren die Midtermwahlen besonders heftig. Der demokratische Shootingstar Beto O’Rourke und das republikanische Schlachtross Ted Cruz lieferten sich einen Kampf auf Biegen und Brechen. In einigen Vorgärten von Houston war derweil ein seltsames Phänomen zu beobachten. Beto-Plakate standen friedlich neben solchen, auf denen Crenshaw zu lesen war.

Crenshaw? Bis vor einer Woche war dieser Name höchstens Politinsidern in Houston bekannt. Nun ist Dan Crenshaw national ein Begriff geworden. Schuld daran sind zwei Dinge: Erstens ist der Texaner kein typischer Trump-Anhänger und hat sich trotzdem durchgesetzt. Zweitens hat sich die beliebte Comedy-Sendung «Saturday Night Live» (SNL) einen peinlichen Ausrutscher mit ihm geleistet.

FILE - In this 1998 file photo made available on March 19, 2004, Osama bin Laden is seen at a news conference in Khost, Afghanistan. The United States carried out the most noteworthy assassination of this century when Navy SEALs under President Barack Obama’s direction tracked down Osama bin Laden in Pakistan and killed him in 2011. (AP Photo/Mazhar Ali Khan, File)

Wurde von den Seals zur Strecke gebracht: Osama bin Laden. Bild: AP/AP

Aber der Reihe nach: Dan Crenshaw tat Militärdienst bei den Navy Seals, der legendären amerikanischen Elitetruppe. Er war im Irak und in Afghanistan im Einsatz und wurde schwer verletzt, als in seiner Einheit eine Bombe explodierte. In typischer Seal-Manier sagte er dem Sanitäter, der ihn rettete: «Schau, dass du nicht in die Luft gesprengt wirst. Es ist wirklich sch…»

Crenshaw verlor ein Auge. Daher wechselte der heute 34-Jährige in die Politik. In den Primärwahlen in seiner Heimatstadt Houston warf er eine etablierte Kandidatin aus dem Rennen, bei den Midterms setzte er sich gegen den demokratischen Gegner durch. Das war lokal eine Überraschung. National nahm davon niemand Kenntnis – bis SNL einschritt.

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Sehenswerter Clip: Dan Crenshaw und Pete Davidson. Video: YouTube/Saturday Night Live

SNL hat einen hohen Stellenwert in der US-Politik. Wer kennt nicht die Trump-Imitation von Alec Baldwin? Oder Robert De Niro als Sonderermittler Robert Mueller? Oder die legendäre Episode, in der Lisa McCarthy den damaligen Pressesprecher Sean Spicer durch den Kakao gezogen hat?

Vor Wochenfrist war es wieder so weit. Pete Davidson, ein SNL-Star, machte sich über die Midterms lustig und erläuterte zu einem Foto von Crenshaw mit Piratenauge: «Es mag euch überraschen, dass das hier ein Abgeordneter aus Texas ist und nicht ein Schläger aus einem Pornofilm.»

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Auch bei CNN hagelte es Kritik gegen SNL. Video: YouTube/CNN

Der Spruch kam ganz schlecht an. Nicht nur die konservativen Moderatoren bei Fox News liefen Amok. Auch in den linksliberalen Kanälen fand man es geschmacklos, sich über einen verdienten Veteranen so lustig zu machen.

Crenshaw hingegen reagierte cool. Ihn störe bloss, dass der Witz so schlecht gewesen sei, meinte er. Nun reagierte auch die Leitung von SNL cool. Sie entschuldigte sich und lud den frisch gebackenen Abgeordneten in die Sendung ein. Crenshaw akzeptierte und lieferte einen blitzsauberen Auftritt ab.

Anstatt über linksliberale Medien zu jammern, witzelte er zunächst mit Davidson, bevor er ernst wurde. Da die Sendung zufällig am Veterans Day ausgestrahlt wurde, dem Tag, an dem die Amerikaner ihrer Kriegsveteranen gedenken, sagte er ohne Ironie: «Ernsthaft, wir haben hier eine Lektion zu lernen. Nicht nur, dass Linke und Rechte sich manchmal einig sein können, sondern auch: Amerikaner können einander verzeihen. Wir können uns auf das besinnen, was uns vereint.»

Wer sich bei einem Veteranen bedanken wolle, solle daher sagen: «Niemals vergessen.» Davidson, dessen Vater als Feuerwehrmann bei 9/11 starb, nahm den Ball auf und antwortete bloss: «Niemals vergessen.»

Weder Trump-Fan noch Trump-Hater

Crenshaw ist weder Trump-Fan noch ein Never-Trumper. 2015 hatte er ihn auf Facebook zwar als «Idioten» bezeichnet, doch heute sagt er, er unterstütze die Politik des Präsidenten, ausser den Handelskrieg. Mit seinem Stil kann er sich jedoch überhaupt nicht anfreunden. «Ich würde mich niemals so aufführen», sagt er in der «Washington Post». «Aber man kann ablehnen, was er täglich sagt und trotzdem seine Agenda unterstützen.»

So erfreulich die Episode mit Crenshaw und SNL ist, sie ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Mit der Ernennung von Matthew Whitaker zum vorläufigen Justizminister hat Trump den Demokraten mehr oder weniger den Krieg erklärt. Es ist offensichtlich, dass diese Ernennung nur ein Ziel hat: den Sonderermittler Robert Mueller aus dem Weg räumen.

Die Demokraten haben ihrerseits den Fehdehandschuh aufgegriffen und angekündigt, alles zu unternehmen, um Mueller zu schützen. Der demokratische Repräsentant Jerry Nadler, der wahrscheinlich das Justiz-Komitee präsidieren wird, bezeichnete Whitaker als «Lakaien» und erklärte auf CNN: «Der Präsident mag sich einbilden, er stehe über dem Gesetz und dass er nicht zur Verantwortung gezogen werde. Aber er wird es.»

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Clife 13.11.2018 07:19
    Highlight Highlight Ich wollte grad das Big Boss foto uploaden, aber die Referenz wurde bereits gemacht. Der einzige Unterschied ist jedoch, dass Big Boss inoffiziell durch Konami getötet wurde (leider!).
  • TanookiStormtrooper 12.11.2018 18:31
    Highlight Highlight Herr Löpfe hat es nicht so mit Namen, oder?

    Melissa McCarthy nicht Lisa McCarthy
  • kebabverkaufer 12.11.2018 18:16
    Highlight Highlight erinnert mich an manchurian candidate^^
  • Cédric Wermutstropfen 12.11.2018 16:05
    Highlight Highlight Sehr gut. Klingt sehr pragmatisch der Herr. Es sollte mehr Politiker wie ihn geben.
    • LockederBoss 12.11.2018 23:03
      Highlight Highlight Genau!! Es sollte mehr Politiker wie ihn geben, welche die Agenda von Trump gutheissen, davon gibt es viel zu wenige in Amerika oder in der Schweiz, Ironie off!!
  • Raphael Stein 12.11.2018 14:20
    Highlight Highlight Crenshaw verlor ein Auge. Daher wechselte der heute 34-Jährige in die Politik. I


    Naja, auf einem Auge blind. Passt doch für die Politik.




    • m. benedetti 12.11.2018 17:20
      Highlight Highlight Oder für einen Posten bei watson. Herr Löpfe scheint mit einem Auge auch nicht so gut zu sehen 😜
    • Sophia 12.11.2018 17:37
      Highlight Highlight Ach dir mangels es an Pietät ;-)!
    • derEchteElch 12.11.2018 17:57
      Highlight Highlight Was für ein Menschenverachtender Kommentar. Schämen Sie sich! Aber wehe, jemand macht eine ähnliche Aussage zu Fahrenden oder Migranten, dann schreien Sie als Erster was von Diskriminierung!
    Weitere Antworten anzeigen

Analyse

Die Impeachment-Farce im US-Senat: «Möge Gott uns helfen!»

Die Senatoren werden den Präsidenten freisprechen, vielleicht noch heute. Dabei wissen selbst die Republikaner, dass Donald Trump seine Macht missbraucht hat. Sie haben Trump damit einen Freibrief für weitere Schandtaten erteilt.

Lamar Alexander hat den letzten Funken Hoffnung ausgetreten. Er werde nicht dafür stimmen, dass weitere Zeugen vorgeladen werden, liess er gestern verlauten. Obwohl der republikanische Senator aus dem Bundesstaat Tennessee nicht mehr zur Wiederwahl antritt und damit frei gewesen wäre, sich dem gewaltigen Druck der Grand Old Party (GOP) zu entziehen, hat er sich dagegen entschieden.

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