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Parade von chinesischen Soldaten bei einem Besuch in Pakistan.
Parade von chinesischen Soldaten bei einem Besuch in Pakistan.Bild: Anjum Naveed/AP/KEYSTONE

Beängstigende Szenarien: Wenn die USA Krieg gegen den Iran, China oder Nordkorea führen

Das renommierte Magazin «Foreign Affairs» schildert, wie und weshalb Donald Trump einen neuen Weltbrand entfachen könnte.
24.03.2017, 13:3725.03.2017, 08:36

Wenige Monate nach seinem Amtsantritt steckt Donald Trump in grossen Schwierigkeiten: Die Schlinge bei Kremlgate zieht sich immer mehr zu. Die geplante Gesundheitsreform entwickelt sich zu dem, was er Obamacare vorgeworfen hat – zu einem Desaster.  

Macho in Schwierigkeiten: Trump auf einem Landwirtschafts-Traktor.
Macho in Schwierigkeiten: Trump auf einem Landwirtschafts-Traktor.Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Es zeichnet sich eine Niederlage im Kongress ab, und es wäre eine Niederlage mit Folgen. Deshalb versucht Trump die Schuld auf den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, abzuschieben. Gleichzeitig riskiert er offenen Streit mit Teilen seiner Partei. «Er ist ein Anfänger», spotten seine Kritiker bereits.

Der Präsident fühlt sich wohl in Militärklamotten. 
Der Präsident fühlt sich wohl in Militärklamotten. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Wer innenpolitisch im Schlamassel steckt, sucht sein Heil in der Aussenpolitik. Das gilt ganz speziell für einen Mann mit dem Temperament von Donald Trump. Er hat keine Geduld, ist rachsüchtig und extrem dünnhäutig. Dass der Präsident einen Krieg vom Zaune brechen könnte, ist daher eine berechtigte Angst. Philip Gordon hat dazu im Magazin «Foreign Affairs» drei Szenarien entworfen. Er war von 2013 bis 2015 Berater von Barack Obama.

Militärschlag gegen den Iran

Schon im Wahlkampf hat Trump den Atomvertrag mit dem Iran als den «schlimmsten Vertrag aller Zeiten» bezeichnet. Einige seiner wichtigsten Mitarbeiter sind zudem erklärte Feinde des Irans, auch Verteidigungsminister Mattis.  

Ernsthafte Probleme mit dem Iran beginnen in Gordons Szenario im Sommer 2017: Der Iran hält zwei Amerikaner gefangen. Der Präsident setzt daraufhin die revolutionäre Garde des Irans auf die Liste der Terroristen. Der im Mai frisch gewählte iranische Präsident ist ein Hardliner. Er droht, dass die Atomversuche wieder aufgenommen werden.  

Militärparade in Teheran.
Militärparade in Teheran.Bild: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA/KEYSTONE

Trump erhöht den Druck auf den Iran in der Hoffnung, dass Russland, Frankreich, China, Indien, Japan, Deutschland und Grossbritannien mitziehen. Das ist nicht der Fall. Trump tobt. Die Spannungen nehmen zu. Das Pentagon verstärkt die Präsenz der US-Navy in der Strasse von Hormus. Es kommt zu einem Zwischenfall mit einem Patrouillenboot, bei dem 25 iranische Soldaten getötet werden. Als Revanche ermorden schiitische Milizen sechs US-Soldaten im Irak.  

In Teheran kommt es zu nationalistischen Demonstrationen. Die iranische Regierung verlangt von der irakischen, die amerikanischen Soldaten auszuweisen. Washington setzt die Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft, die iranische Regierung nimmt die Atomversuche wieder auf. Bannon und Mattis raten Trump zu einem Präventivschlag. Die diplomatischen Bemühungen der Alliierten fruchten nicht. Die Amerikaner greifen die iranischen Atomanlagen an und lösen einen Flächenbrand aus.    

China: Vom Handels- zum heissen Krieg

Trumps Chefstratege Steve Bannon hat in einem Interview erklärt: «In spätestens fünf bis zehn Jahren werden wir in den Krieg gegen China ziehen.» Aussenminister Rex Tillerson hat bei seiner Anhörung im Kongress ausgeführt, die USA könnten die künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer nicht akzeptieren. Peter Navarro, der wirtschaftliche Berater Trumps, hat Bücher geschrieben mit Titeln wie «The Coming China Wars». Trump selbst hat Peking noch vor seinem Amtsantritt vor den Kopf gestossen, indem er mit der Präsidentin von Taiwan telefonierte.  

An Anzeichen für Zwist mit China fehlte es nie. Im Juni 2017 spitzt sich die Lage zu: Nordkorea testet wieder einmal eine Langstreckenrakete. Es werden umfangreiche Sanktionen beschlossen, doch China hat die Schnauze voll, von den Amerikanern herumdirigiert zu werden und weigert sich mitzumachen.

Sucht Krieg mit China: Steve Bannon.
Sucht Krieg mit China: Steve Bannon.Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Gleichzeitig hat das amerikanische Handelsdefizit mit China einen neuen Rekord erreicht. Schuld daran ist der starke Dollar. Trotzdem macht Trump seine Drohung wahr und verhängt gegen chinesische Importe einen Strafzoll in der Höhe von 45 Prozent.

Peking schlägt zurück

China protestiert bei der Welthandelsorganisation WTO. Gleichzeitig gibt Präsident Xi der chinesischen Zentralbank die Anweisung, US-Staatsanleihen im Wert von 100 Milliarden Dollar zu verkaufen. Um eine Hyperinflation zu vermeiden, muss die US-Notenbank die Leitzinsen drastisch erhöhen. Die Börsen crashen.  

Die gegenseitigen Beschimpfungen nehmen zu. Trump droht, die One-China-Politik in Frage zu stellen. China antwortet, indem es einen «überwältigenden Gegenschlag» ankündigt. Aus dem Handelskrieg wird so bald ein heisser Krieg.  

Der nächste Korea-Krieg

Wir befinden uns im Dezember 2018. Nordkorea hat mit seiner in den nahen Bergen gut befestigten Artillerie die südkoreanische Hauptstadt Seoul beschossen und dabei tausende von Zivilisten getötet. Aus einem Bunker heraus verkündet Kim Jong Un, er werde «Seoul und Tokio dem Erdboden gleichmachen». Was war geschehen?  

Freut sich über gelungene Raketentests: Kim Jong Un.
Freut sich über gelungene Raketentests: Kim Jong Un.Bild: KCNA/REUTERS

Ausgelöst wurde der Vorfall, weil die Amerikaner zuvor eine nordkoreanische Testrakete abgeschossen hatten. Jetzt befindet sich Trump in der Patsche. In Nordkorea gibt es nur schlechte Optionen. Das ist allgemein bekannt. Trump setzt auf die aggressive Variante. Schon im Sommer 2018 hatte er Nordkorea «offiziell» gewarnt.  

Trump hat seine Ankündigung wahr gemacht und die Militärausgaben massiv erhöht. Nordkorea seinerseits hatte die USA immer wieder mit neuen Raketentests provoziert. Schliesslich kam es zum verhängnisvollen Abschuss der Testrakete, der den Angriff auf Seoul ausgelöst hatte. Jetzt galt zu beweisen, was Trump schon kurz nach seinem Amtsantritt angedroht hatte: «Wir müssen wieder Kriege gewinnen.»

Nordkorea

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