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Former White House strategist Steve Bannon takes part in an interview with host Sean Hannity on the set of Fox News Channel's Hannity in New York, Monday, Oct 9, 2017. (AP Photo/Craig Ruttle)

Verspürt Aufwind: Der selbsternannte Basis-Bewegungsführer Steve Bannon. Bild: AP/FR61802 AP

Steve Bannon will den totalen Krieg gegen die Führung der Republikaner

Die Nationalisten wollen die Globalisten aus der Grand Old Party drängen. Die Basis-Bewegung um Bannon hat Blut geleckt.



Bob Corker ist ein sehr einflussreicher US-Senator der Grand Old Party (GOP) aus dem sehr konservativen Bundesstaat Tennessee. Er ist zudem Vorsitzender des wichtigen aussenpolitischen Ausschusses. Schliesslich will er nicht wiedergewählt werden und hat nichts mehr zu verlieren. Keine gute Idee also, mit ihm einen Streit vom Zaun zu brechen.  

FILE - In this Oct. 11, 2013 file photo, Sen. Bob Corker, R-Tenn., speaks to reporters on Capitol Hill in Washington. Corker is hardly the only Republican lambasting President Donald Trump and raising dark concerns about harm the president might cause the U.S. and the world. He’s just the only one who’s sounding off in public. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Keine Angst vor Trump: Bob Corker. Bild: AP/AP

Genau dies aber hat der Präsident getan. Mit einer seiner üblichen Tweet-Attacken hat er den Senator als Feigling dargestellt und behauptet, er hätte vergeblich das Amt des Aussenministers angestrebt. Das liess Corker nicht lange auf sich sitzen. Trump werde die USA mit seinem planlosen Vorgehen in einen Dritten Weltkrieg führen, erklärte er in einem Interview mit der «New York Times».  

Vor allem aber erklärte Corker offen, was die meisten Senatoren und Abgeordneten – auch die Republikaner – in vertraulichen Gesprächen ebenfalls flüstern: Trump sei ein Kindskopf, der völlig unfähig ist, die Regierungsgeschäfte zu leiten. Er müsse de facto unter die Vormundschaft der Erwachsenen – Stabschef John Kelly, Sicherheitsberater McMaster und Aussenminister Rex Tillerson – gestellt werden.  

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Steve Bannon im Interview mit Sean Hannity. Video: YouTube/Fox News

Das war zu viel für Steve Bannon. In Sean Hannitys Sendung auf «Fox News» erklärte er dem Establishment der GOP den totalen Krieg. Corker müsse sofort zurücktreten, tobte Trumps ehemaliger Chefstratege. Und nicht nur er: Die beiden Anführer der GOP in Senat und Abgeordnetenhaus, Mitch McConnell, resp. Paul Ryan, müssten ebenfalls weg, denn sie setzten alles in Bewegung, um «das Ergebnis der Wahlen 2016 zu annullieren», so Bannon.  

Bannon fühlt sich derzeit mächtig. Mit Hilfe seiner Online-Plattform «Breitbart» hat in Alabama Roy Moore, der Kandidat der populistischen Basis-Bewegung, die Ausmarchung unter den Republikanern um die Nachfolge des Senatssitzes von Jeff Sessions für sich entschieden. Das Parteiestablishment hatte den Gegenkandidaten Luther Strange unterstützt. Auch Trump tat dies, allerdings nur halbherzig.  

Former Alabama Chief Justice and U.S. Senate candidate Roy Moore rides in on a horse to vote at the Gallant Volunteer Fire Department during the Alabama Senate race, Tuesday, Sept. 26, 2017, in Gallant, Ala. (AP Photo/Brynn Anderson)

Kommt oft zu Pferd: Roy Moore, der Kandidat der Basis-Bewegung. Bild: AP/AP

Diesen Triumph will Bannon im Zwischenwahljahr 2018 auf breiter Ebene wiederholen. Alle Senatoren, die nicht strikt auf der nationalistischen Linie politisieren würden, müssten mit Gegenkandidaten rechnen, ausser Ted Cruz, dem Rechtsausleger aus Texas. «Bannon plant, gegen 15 republikanische Kandidaten anzugreifen», meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. «Viele davon sind die treuesten Unterstützer von McDonnell.»  

FILE - In this March 18, 2016, file photo, Fox News Channel's Sean Hannity speaks during a campaign rally for Republican presidential candidate, Sen. Ted Cruz, R-Texas, in Phoenix. It felt like a flashback on Fox News Channel Tuesday, Sept. 26, 2017, with Bill O'Reilly looking into the camera and declaring

Der inoffizielle Propagandaminister der Bewegung: Sean Hannity. Bild: AP/FR157181 AP

Für den totalen Krieg gegen das Parteiestablishment ist Bannon gut gerüstet. Finanziell kann er auf die Hilfe des Milliardärs Robert Mercer und seiner Tochter Rebekah zählen. Im Weissen Haus hat sein Mitstreiter Stephen Miller das Ohr des Präsidenten. Dazu kommen Sean Hannity bei «Fox News», der de facto zum inoffiziellen Propagandaminister Trumps und Bannons Basisbewegung verkommen ist.  

«Wenn der Trumpismus zu einer dauerhaften politischen Bewegung mutiert, dann wird er auch ein ideologisch entschlossenes Kader und Fusssoldaten hervorbringen.»

Gideon Rachman

Auch die Extremisten am äussersten Rand spielen mit: Alex Jones versucht bei der Radioshow und Online-Plattform «InfoWars» krampfhaft, Stephen Paddock, den Attentäter von Las Vegas, zu einem linken Anti-Trump-Terroristen umzufunktionieren. Jones schreckt vor gar nichts zurück. Das Massaker an der Schule von Sandy Hook bezeichnete er einst als Erfindung der Regierung. Letztes Jahr setzt er das Gerücht in Umlauf, Hillary Clinton würde im Keller einer Pizzeria in Washington einen Kinderporno-Ring betreiben.  

epa06121897 Senior Advisor for Policy to President Trump Stephen Miller responds to questions on the Trump administration's immigration policy announced today during the daily press briefing at the White House in Washington, DC, USA, 02 August 2017.  EPA/SHAWN THEW

Hardliner und Bannon-Kumpel Stephen Miller. HarBild: EPA/EPA

Bannon wird so immer mehr zum Führer einer Bewegung, die offen faschistische Züge hat. Er hat auch einen Plan, er will die GOP zu einer nationalistischen Partei umfunktionieren. Trump hingegen ist in Washington zunehmend isoliert. Er werde zu einem Präsidenten ohne Partei, jammert das «Wall Street Journal».  

Der Präsident befindet sich zudem in einer Zwickmühle: Wenn er seine Agenda durchsetzen will, dann kann er sich keinen Streit mit derart angesehenen Senatoren leisten. Angesichts der engen Mehrheitsverhältnisse fürchten nun die Konservativen, dass sich bei der Steuerreform das Debakel von Obamacare wiederholt, dass der Präsident am Widerstand aus der eigenen Partei scheitert.  

Ist Trump mehr als warme Luft?

In Washington gibt es derzeit zwei diametral entgegengesetzte Einschätzungen zur Präsidentschaft von Donald Trump. Bei Trump ist alles nur hohles Geschwätz, er wird als eine Nullnummer in die Geschichte gehen und bald vergessen sein, sagen die einen. Als Diktator und Führer einer faschistischen Partei sei er viel zu undiszipliniert.  

Die anderen fürchten, dass die Trump-Präsidentschaft zu einem Auftakt für ein faschistisches Amerika wird. So schreibt Gideon Rachman in der «Financial Times»: «Wenn der Trumpismus zu einer dauerhaften politischen Bewegung mutiert, dann wird er auch ein ideologisch entschlossenes Kader und Fusssoldaten hervorbringen. Dann werden die frühen chaotischen Tage der Trump-Präsidentschaft etwas anderem weichen, etwas, das entschlossener – und viel gefährlicher ist.»  

Und ja, der Führer dieser Bewegung wird dann nicht mehr Donald Trump heissen, sondern Steve Bannon.

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Raphael Stein 10.10.2017 19:46
    Highlight Highlight ----Als Diktator und Führer einer faschistischen Partei sei er viel zu undiszipliniert.

    Das war der "Führer" auch. Die Köpfe dahinter, die sind das Problem.
  • Ruedi Frei 10.10.2017 18:34
    Highlight Highlight Also ich wäre dafür, dass man Donald Trump der KESP meldet...
    • Me, my shelf and I 10.10.2017 20:02
      Highlight Highlight Kindes-und-Erwachsenenschutz-Partei(?!)
  • Sauäschnörrli 10.10.2017 17:28
    Highlight Highlight Wie sagte es Böhmermann so schön.

    Play Icon
  • piedone lo sbirro 10.10.2017 16:26
    Highlight Highlight rechtspopulisten geben sich demokratisch unterwandern aber in wirklichkeit die demokratie.
    • Slavoj Žižek 10.10.2017 19:29
      Highlight Highlight Wieso? Diktaturen sind eigentlich alle Links regiert.
    • LaPaillade #BringBackHansi 10.10.2017 20:44
      Highlight Highlight Inwiefern sind Leute wie der Ayatollah, Lukaschenko, Erdogan, Mugabe, König Mswati, Kagame, Nguema, der Karimov-Clan, Nasarbaje und wie sie noch alle heissen mögen den Links?

      Definiere doch ansonsten gleich noch, was "Links" ist.


      Schande, dass so ein Kommentar überhaupt aufgeschalten wird.
    • Echo der Zeit 10.10.2017 20:47
      Highlight Highlight o.o - Wow - wie kommen sie denn darauf? Das ist gar nicht Möglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 10.10.2017 15:55
    Highlight Highlight Vor allem aber erklärte Republikaner Corker offen, was die MEISTEN Senatoren und Abgeordneten ebenfalls flüstern: Trump sei VÖLLIG UNFÄHIG, die Regierungsgeschäfte zu leiten.

    Völlig unfähig !

    Danke Senator Corker.

    Herr Köppel ?
    • Makatitom 10.10.2017 16:48
      Highlight Highlight Wie soll ein unfähiger, von Blochers Gnaden eingesetzter "Chef-Redakteur" einen unfähigen Präsidenten erkennen?
    • N. Y. P. D. 10.10.2017 17:47
      Highlight Highlight Köppel darfst Du auf keinen Fall unterschätzen. Er hat die Fähigkeit den Politbetrieb ziemlich aufzumischen. Das hat auch Gott Vater in Herrliberg früh erkannt. Aber im Moment ist der Köppel sehr inaktiv. Wieso ? Keine Ahnung.
    • N. Y. P. D. 10.10.2017 18:45
      Highlight Highlight Danke @banda69

      DAS rundet meinen Beitrag ab.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dimmu 10.10.2017 15:39
    Highlight Highlight Ich hoffe schon lange auf eine Aufspaltung der Republikaner. Vom daraus resultierenden Mehr-Parteien-System könnten die USA eigentlich nur profitieren.
    • Fabio74 10.10.2017 16:54
      Highlight Highlight Ein Mehrparteiensystem funktioniert bei dem Wahlsystem nicht
    • Fulehung1950 10.10.2017 17:20
      Highlight Highlight Fabio: und warum nicht? Es gibt schon heute mehr als die Demokraten und Reps, die sich an der Präsidentschaftswahl beteiligen. Sie sind einfach bedeutungslos. Aber das System funktioniert auch mit mehr Parteien gleich (schlecht).
    • Butzdi 10.10.2017 18:02
      Highlight Highlight @ Fabio74: stimmt nicht ganz. Sanders ist zB kein Demokrat und kam trotzdem in die Nominationsrunde. Auch gibt es mehrere Parteien. Theoretisch hätten die Leute Auswahl gehabt. Leider gabs nur einen von ganz Rechts und die Mitte-rechts Kanidatin der Demokraten. Links - obwohl viel beschworen - gibts in den USA nicht wirklich. Die Demokraten sind maximal eine FDP.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 10.10.2017 15:19
    Highlight Highlight Philipp Löpfe ist ein finanziell gutsituiertes Mitglied des oberen Mittelstandes.

    Diesen Lifestyle will er behalten.

    Als Journalist von Watson darf er nichts Anderes machen als gegen die Amis hetzen.

    Andernfalls würde er sofort aus dem Team Watson hinausgeschmissen.

    Den Journalisten Löpfe kann ich nicht für voll nehmen.
    • Philipp Löpfe 10.10.2017 15:32
      Highlight Highlight Schön, dass ich auch einmal als Ami-Feund bezeichnet werde. Sag das mal den Putin-Trolls.
    • tinmar 10.10.2017 15:38
      Highlight Highlight Spooky, woher haben Sie diese detaillierten Informationen?

      Ich dachte, er würde dafür bezahlt werden dauerhaft gegen die Russen zu hetzen?
    • Fulehung1950 10.10.2017 15:44
      Highlight Highlight Ach Spooky, ich gebe Dir den Rat, gleich in die Erwachsenenbetreuung „Weisses Haus“ umzuziehen mit mit Trumpy Legosteine umzuschmeissen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • TanookiStormtrooper 10.10.2017 14:42
    Highlight Highlight Die schöne Reaktion von Corker auf die Angriffe von Trump solle man aber auch erwähnen:
    "It's a shame the White House has become an adult day care center. Someone obviously missed their shift this morning."
    Wobei man schon auch sagen muss, dass Corker Trumps Wahlkampf schon relativ früh unterstützt hat...

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