Wirtschaft
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FILE - In this April 6, 2017, file photo, President Donald Trump and Chinese President Xi Jinping sit as they pose for photographers before a meeting at Mar-a-Lago in Palm Beach, Fla. Following his meeting with Chinese leader Xi Jinping, U.S. President Donald Trump stepped on a historical land mine when he told the Wall Street Journal that “Korea actually used to be a part of China.” (AP Photo/Alex Brandon, File)

Trump und Xi in Trumps Hotel Ma-a-Lago in Palm Beach. Bild: AP/AP

Xi zeigt Trump, wie absoluter Herrscher geht

Der chinesische Präsident macht sein Land zu einem weltweiten Vorbild – und zu einem ernsthaften Rivalen der Supermacht USA. Mit seiner Tollpatschigkeit hilft ihm dabei der amerikanische Präsident kräftig.



Am Wochenende lobte Donald Trump an einer Mäzenenveranstaltung den chinesischen Präsidenten Xi Jinping dafür, dass er dank einer Änderung der Verfassung Präsident bis ans Lebensende bleiben kann. «Das ist super», so Trump. «Vielleicht sollten wir das bei uns auch Mal versuchen.»

«China bietet für andere Länder Optionen an, wenn es darum geht, ihre wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen, ohne dabei ihre Unabhängigkeit zu verlieren.»

Xi Jinping

Es soll als Witz gemeint gewesen sein, beschwichtigte das Weisse Haus den Vorfall, als CNN ihn öffentlich machte. Doch vielen Anwesenden ist das Lachen im Hals stecken geblieben. Dass Trump kein Verständnis für die demokratischen Spielregeln hat und noch so gerne absolutistischer Herrscher spielen würde, bezweifelt kaum jemand. Zum Glück stellt er sich dabei sehr ungeschickt an und wird bisher vom amerikanischen System der «checks and balances» unter Kontrolle gehalten.

Xi Jinping hingegen ist sehr viel erfolgreicher unterwegs in Richtung absolutistischer Herrschaft. An der Heimatfront hat er die allmächtige Kommunistische Partei Chinas fest im Griff und mit einer umfassenden Anti-Korruptions-Kampagne alle Gegner ausgeschaltet.

Deng hielt den Ball flach

Der ehemalige Steinzeitkommunismus hat sich derweil in eine dynamische Wirtschaft mit führenden High-Tech-Unternehmen verwandelt. Hunderte von Millionen Menschen, die einst in bitterster Armut lebten, können heute ein vergleichsweise behagliches Mittelstandsleben führen.

Dressed in People's Liberation Army uniform, Deng Xiaoping, left, chairman of Chinese Military Commission, salutes as he reviews military parade with General-Secretary Hu Yaobang in this photo taken in September 1981. Deng, China's paramount leader, died Wednesday, February 19, 1997, the Chinese government announced. He was 92. (AP Photo/Xinhua News Agency)

Deng Xioaping (links) in Militäruniform. Er ist der Vater des chinesischen Wirtschaftswunders.  Bild: AP XINHUA NEWS AGENCY VIA KYODO

Deng Xiaoping, der Vater des Wirtschaftswunders, hat stets gepredigt, China solle den Ball in der Aussenpolitik flach halten. Unter seiner Führung liess China seine Muskeln auf der geopolitischen Bühne nicht spielen, sondern baute still und emsig im Windschatten der Supermacht USA seine Wirtschaft auf.

Xi hingegen knüpft an die Tradition von Mao Zedong an. Dieser wollte einst Chinas Kommunismus-Modell zum Vorbild für alle Länder machen. Ausser einem roten Büchlein mit banalen Propaganda-Sprüchen und ein paar verlorene Anhängern, die verdutzten Arbeitern an Fabriktoren Flugblätter mit wirrem Inhalt in die Hand drückten, hatte Mao nichts zu bieten.

China als High-Tech-Land

Der aktuelle chinesische Präsident hingegen verfügt über ganz andere Mittel. Die prall gefüllten Kassen der chinesischen Staatsbank machen es möglich, dass China das Schweizer Vorzeigeunternehmen Syngenta kauft oder sich mit zehn Prozent am deutschen Vorzeigeunternehmen Mercedes beteiligt.

Maos Steinzeitkommunismus wurde belächelt. Wenn Xi davon spricht, China zum digitalen Vorzeigeland des 21. Jahrhunderts zu formen, lacht niemand.

Hospitality staff members pose for a selfie near the portrait of Chinese leader Mao Zedong during the opening session of the Chinese People's Political Consultative Conference (CPPCC) held in Beijing's Great Hall of the People, Saturday, March 3, 2018. A top Chinese leader is urging the ruling Communist Party to rally non-mainland ethnic Chinese, including those overseas, around the country's national interests and help realize the

Wird immer noch verehrt: Mao Zedong. Doch sein Steinzeitkommunismus-Modell ist längst überholt. Bild: AP/AP

Auch die aussenpolitischen Ambitionen Pekings werden ernst genommen. «China bietet für andere Länder Optionen an, wenn es darum geht, ihre wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen, ohne dabei ihre Unabhängigkeit zu verlieren», erklärte Xi im vergangenen Jahr. Mit dem Programm «One Belt, One Road» – gelegentlich auch «neue Seidenstrasse» genannt – hat China den Worten Taten folgen lassen und einen Entwicklungsschub ausgelöst, der weit über das legendäre Marshall-Programm der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg hinausgeht.

Trump äussert sich in den höchsten Tönen über Xi. Er bezeichnet ihn als «grossen Gentleman» und als «mächtigsten Präsidenten der letzten 100 Jahre». Er unternimmt dabei alles, um Xi gut aussehen zu lassen.

So ist der US-Präsident im Begriff, einen Handelskrieg vom Zaun zu brechen, den selbst die überwiegende Mehrheit der Ökonomen im eigen Land für idiotisch hält. Zudem riskieret er damit, seine engsten Verbündeten und wichtigsten Handelspartner vor den Kopf zu stossen.

China's President Xi Jinping smiles to the audience after his speech at the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Tuesday, Jan. 17, 2017. (AP Photo/Michel Euler)

In Davos spielte sich Xi als Schirmherr des freien Welthandels auf. Bild: AP/AP

Xi hingegen liess sich vor Jahresfrist in Davos als Schutzherr des Welthandels feiern. Gleichzeitig betonen chinesische Offizielle bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Peking würde niemals versuchen, sein Erfolgsmodell anderen Ländern aufzuzwingen.

Chaos total im Weissen Haus

Derweil gibt sich Trump alle Mühe, das amerikanische Modell in Verruf zu bringen. Das Weisse Haus ist zu einem Saustall geworden, zerfressen von Intrigen und Machtkämpfen. Scharenweise verlassen hochrangige Mitglieder die Regierung, während der Präsident einen ausweglosen Streit mit seinem Justizminister angezettelt hat.

Aussenminister Rex Tillerson hat Trump längst ins Abseits gestellt, und im Aussenministerium sind rund ein Drittel der Stellen nicht besetzt. In der Handelspolitik liegen sich sein wirtschaftlicher Berater Gary Cohn und sein Handelsberater Peter Navarro in den Haaren.

Zoff in der Ehe Deutschland-USA

Mit heimlicher Freude dürfte Xi auch verfolgt haben, wie Trump den Freihandelsvertrag TPP erledigt und damit China in Asien freie Hand verschafft hat. Sollten die USA tatsächlich Strafzölle für deutsche Autos verhängen, dann wird der Segen in der einstigen Musterehe Deutschland-USA mehr als schief hängen.

Der amerikanische Handelsökonom Dani Rodrik hat ein bekanntes Trilemma formuliert, in dem sich alle Staaten des 21. Jahrhunderts befinden. Es lautet: Ein Land kann nicht gleichzeitig demokratisch sein, an der globalisierten Wirtschaft teilnehmen und selbstbestimmt bleiben. Es muss sich für zwei der drei Optionen entscheiden.

epa04745737 A visitor touches a robot on display at the 18th China Beijing International High-Tech Expo in Beijing, China, 13 May 2015. The expo runs from 13 to 17 May at the China International Exhibition Center displaying high-tech products coming from as many as 1,600 domestic and foreign enterprises.  EPA/WU HONG

Roboter an einer High-Tech-Messe in Peking. Bild: EPA/EPA

Präsident Xi hat sich gegen die Demokratie entschieden und beschlossen, China in eine Art Hi-Tech-Diktatur umzuformen. Im ehemaligen Kaiserreich befindet sich ein solches Unterfangen durchaus im Gleichklang mit der Geschichte.

Präsident Trump hingegen hat sich in seinem «Make-America-Great-Again»-Wahn entschieden, die Selbstbestimmung über alles zu erheben. Dass dabei Demokratie und die globalisierte Wirtschaft vor die Hunde gehen, kümmert ihn offenbar nicht.

Xi Jinping: Gekommen um zu bleiben

Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • m. benedetti 06.03.2018 11:14
    Highlight Highlight Was genau wollen sie uns mit diesem Artikel sagen?
    Und was genau hat globalisierte Wirtschaft mit Demokratie zu tun? China subventioniert ihre Wirtschaft zum Teil massiv, siehe Elektromobilität, und schottet gleichzeitig sein Land gegen ausländische Investoren ab. Deshalb ist Donald für Fair Trade und gegen Free Trade und kämpft gegen ungleich lange Spiesse. Was soll daran falsch sein?
  • Therealmonti 06.03.2018 02:38
    Highlight Highlight Der selbstverliebte Trottel im Weissen Haus macht es China leicht, DIE Supermacht zu werden.
    Hier noch ein interessanter Artikel:
    https://extranewsfeed.com/nra-f-ck-tha-pupils-e31efd691a3b
  • 97ProzentVonCH68000 05.03.2018 19:11
    Highlight Highlight „Der chinesische Präsident macht sein Land zu einem weltweiten Vorbild„
    Ernsthaft? Gibt es jemand der bei Trost ist und eine Diktatur ohne Redefreiheit als Vorbild sieht.
    Selbst wenn aktuell die Wirtschaft gut läuft, müsste man schon sehr verquere Werte haben - resp. gar keine!
  • SocialCapitalist 05.03.2018 18:30
    Highlight Highlight Trump Bashing wos nur geht
    Trump stellt sich den anschludigungen
    Was ist mit Hillary
    Was ist mit dem Uran
    Was ist mit Ihrem Mann und den Anschuldigungen
    Aber Trump hat mal in einem Privat Gespräch was über Frauen gesagt das daneben war
    Amerika ist und bleibt Demokratisch
  • Amenokal 05.03.2018 17:01
    Highlight Highlight "Ein Land kann nicht gleichzeitig demokratisch sein, an der globalisierten Wirtschaft teilnehmen und selbstbestimmt bleiben.
    Es muss sich für zwei der drei Optionen entscheiden."

    Wäre es möglich kurz den Unterschied zwischen demokratisch und selbstbestimmt zu erläutern und die Schweiz in dieses Schema einzuordnen?
    • Graf Von Mai 05.03.2018 17:33
      Highlight Highlight Die Schweiz ist ein demokratischer Staat, wir sind iedoch nicht selbstbestimmt, da wir gewisse Gesetzte und Verordnungen von der EU aufgezwungen bekommen im Gegenzug zum Zugang zum Binnenmarkt.
    • Eine_win_ig 05.03.2018 18:41
      Highlight Highlight Demokratie: Volk als Souverän, Gewaltentrennung, freie Wahlen, etc.

      Selbstbestimmend: frei von jeglichen internationalen Verpflichtungen.

      Hoffe, das das hilft. Das Beispiel oben mit den bilateralen Verträgen (z.B. Personen-, Waren-, Daten- und Dienstleistungsfreizügigkeit im Tausch zum Binnenmarktzugang) ist perfekt gewählt.
  • Denk-mal 05.03.2018 15:22
    Highlight Highlight Ich weiß nicht, wie viele von euch in den siebziger Jahren den Ostblock besuchten. Mehr sage ich nicht. Lest über den Bolschewismus Stalin etc. Ich sage nur eins, was die Amerikaner tun und taten war und ist gar nicht alles gut. Wünsche mir ganz einfach, so lange ich noch lebe, mich nicht in den Händen eines kommunistischem Systems, in irgendeiner Abhängigkeit zu wissen.
  • Raphael Stein 05.03.2018 15:01
    Highlight Highlight Im ehemaligen Kaiserreich befindet sich ein solches Unterfangen durchaus im Gleichklang mit der Geschichte.

    Wenn man das mal versteht, wird man aus der Geschichte Chinas für desse Zukunft gar schauerliches ableiten können.
  • TanookiStormtrooper 05.03.2018 13:59
    Highlight Highlight Die Chinesen sind clever. Während der Trottel im Weissen Haus sämtliche Verbündeten mit schöner Regelmässigkeit vor den Kopf stösst, fahren die Chinesen eine regelrechte Charme-Offensive. Man schmiert sämtlichen Partnern Honig ums Maul und gibt sich als der verlässliche Partner, der die USA nun nicht mehr sind (Zitat: Angela Merkel). Selbst den einfältigen US-Präsidenten hat Xi erfolgreich für sich eingenommen, was aber auch nicht schwer ist, der Idiot liebt JEDEN der ein paar nette Sachen über ihn sagt...
    • Kong 05.03.2018 14:24
      Highlight Highlight Und China wird hinsichtlich seiner langfristigen Pläne unterschätzt. Xi plant weit über seine Amtszeit hinaus und ist damit den kurzfristig gewählten Politikern voraus. Ich singe kein Loblied auf Chinas Strukturen und Absichten. Aber man darf anerkennen das Xi intelligent zur Sache geht und Chinas Einfluss gezielt erhöhen wird. Da nützt auch Trumps nationalistischer Ansatz nicht dagegen.
    • Oberon 05.03.2018 14:53
      Highlight Highlight China wird in vielen Bereichen unterschätzt und wird definitiv die Weltmacht No. 1.

      Man darf jedoch nicht nachlassen die Menschrechte und den Überwachungsstaat zu kritisieren.

      Es braucht neue Bündnisse um gemeinsam gegen die zukünftigen Probleme vor gehen zu können.
    • El Vals del Obrero 05.03.2018 16:10
      Highlight Highlight Was ich nie ganz verstehe: Wenn ein diktaktorisches System eine "traditionelle Monarchie" ist (diverse Golfstaaten), dann ist die Regierungsform plötzlich kein Thema mehr.

      Ich behaupte ohnehin, dass China eigentlich immer noch das Kaiserreich ist, dass es über Jahrtausende war. Momentan heisst die Dynastie halt einfach "KP" statt "Ming" oder so. Ansonsten ist aber sehr vieles gleich wie früher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • d10 05.03.2018 13:52
    Highlight Highlight Herr Löpfe, China ist ein "weltweites Vorbild", meinen Sie das ernst?! Und inwiefern geht die Demokrate unter Trump "vor die Hunde"?
    • Philipp Löpfe 05.03.2018 13:56
      Highlight Highlight China will sich als Alternative zu Westen etablieren. Ich begrüsse das nicht, ich stelle nur fest. Dass Trump im Begriff ist, die USA in einen Mafiastaat zu verwandeln, hat sich langsam herumgesprochen. Sie die neuesten Enthüllungen zu Jared Kushner.
    • d10 05.03.2018 14:19
      Highlight Highlight "Der chinesische Präsident macht sein Land zu einem weltweiten Vorbild" direkt unter dem Titel tönt für mich begrüssend und etwas verherrlichend?

      Kushner (und andere) haben sich sehr wahrscheinlich strafbar gemacht und werden dafür geradestehen müssen. Deswegen geht die amerikanische Demokratie aber noch lange nicht vor die Hunde. Sie schreiben ja selbst, dass die "checks and balances" funktionieren.
    • DerTaran 05.03.2018 14:44
      Highlight Highlight So eine Diktatur ist schon was Tolles, sollten wir auch mal probieren. Nicht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • manuel0263 05.03.2018 13:50
    Highlight Highlight Pardon, watson, aber China ist und wird ganz sicher kein weltweites Vorbild. Und dass Donald Trump gern der ewige Herr der Welt wäre, überrascht niemanden...schlimm genug, dass er eine zum Glück begrenzte Zeit an den Schalthebeln der Macht sitzt.
    • Menel 05.03.2018 14:59
      Highlight Highlight Kommt auf den Blickwinkel an; humanistisch gesehen ist China sicher kein Vorbild, wirtschaftlich gesehen schon.
  • Sanchez 05.03.2018 13:23
    Highlight Highlight Hab den Artikel nicht gelesen, da mir der Titel sogleich die Lust nahm.
    Hört doch bitte auf, die schöne deutsche Sprache zu verschandeln..
  • rudolf_k 05.03.2018 13:22
    Highlight Highlight China baut einen faschistischen Überwachungsstaat auf. Da ist mir das Chaos mit demokratischen Korrekturmöglichkeiten 1'000 mal lieber.
    • Steriouser 05.03.2018 15:51
      Highlight Highlight Oh, die Chinesen sind faschisten und die USA keinen Überwachungsstaat!? Steile These!
      (Marxismus und Faschismus)
      China hatte früher auch das Chaos, es sind nur ein paar Millionen gestorben.
      Die armen Chinesen sind so brutal unterdrückt wie Leute in der DDR, deswegen können sie auf der ganzen Welt Ferien machen.
      Meine These: zuerst kommt Wohlstand und Sicherheit, danach kommt die wahre Freiheit. Unser Verständnis von Freiheit ist nicht die gleichen wie die eines Chinesen oder Reichsbürgers.

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