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President Donald Trump listens during a meeting with French President Emmanuel Macron during the G-7 summit, Friday, June 8, 2018, in Charlevoix, Canada. (AP Photo/Evan Vucci)

Sieht nicht nur alt aus: Donald Trump. Bild: AP/AP

Was ist gefährlicher als junge Männer? Alte Männer!

Trump, Giuliani, de Niro & Co. verwandeln die amerikanische Politik in ein Irrenhaus – mit unabsehbaren Folgen.



Nichts ist gefährlicher als ein Land, in dem es einen Überschuss an jungen Männern gibt, die keine Zukunftsperspektive und keinen Zugang zu Frauen haben. Ohne die mit Testosteron vollgepumpten und mit Nationalismus aufgeheizten jungen Männer wäre der Erste Weltkrieg genauso wenig möglich gewesen wie der «IS»-Terror.

«Unter Trump ist die GOP nicht mehr wiederzuerkennen.»

David Ramadan

Im überalterten Westen fehlt heute der Überschuss an jungen Männern. Das gibt Anlass zur Hoffnung, die Welt könnte friedlicher werden, denn es fehlt das Kanonenfutter für idiotische Kriege. Das könnte man meinen. Doch wir haben stattdessen einen Überschuss an alten Männern. Die aktuellen Ereignisse in den USA zeigen, dass auch sie über ein nicht zu unterschätzendes Gefahren-Potenzial verfügen.

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Wenig hilfreich: Robert de Niros Hass-Video. Video: YouTube/CityNews Toronto

Dass mit Donald Trump ein vulgärer und narzisstischer alter Mann im Weissen Haus sitzt, ist hinlänglich bekannt. Mit Rudy Giuliani hat er nun einen Juniorpartner erhalten, der ihm in nichts nachsteht. Und Robert de Niro hat mit seinen idiotischen Attacken auf den Präsidenten bewiesen, dass auch Linksliberalismus nicht vor Torheit schützt.

Der Wahnsinn gerät ausser Kontrolle: Täglich decken sich die Tattergreise mit vulgären Tweets ein oder beschimpfen sich gegenseitig am Bildschirm. Der politische Diskurs in den USA – nach wie vor die Supermacht nota bene – findet auf einer Ebene statt, deren Primitivität noch vor kurzem undenkbar gewesen wäre.

Von Lincoln zu Trump

Das ist nicht nur abstossend, es zeigt auch Wirkung. Die Vereinigten Staaten, die Mutter aller Demokratien, befinden sich auf einem glitschigen Pfad in den Abgrund eines autoritären Staates.

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Hat die GOP gegründet: Abraham Lincoln. Bild: Giphy

Nicht mehr zu retten ist wahrscheinlich die Republikanische Partei. Einst hat die Grand Old Party (GOP) Abraham Lincoln hervorgebracht, den wohl bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mittlerweile ist sie zu einer Kultbewegung der schlimmsten Bewohner des Weissen Hauses verkommen, für Donald Trump.

Selbst der republikanische Senator Bob Corker räumt inzwischen ein: «Es ist nie gut, wenn eine Partei ein kult-artiges Verhalten gegenüber einem Präsidenten aus der gleichen Partei entwickelt.»

Wer Trump kritisiert, stirbt

Republikaner, die heute auch nur leise Kritik an Trump vorbringen, begehen politischen Selbstmord, und zwar auf der Stelle. Das haben die Primärwahlen der letzten Tage gezeigt. Im Bundesstaat South Carolina wurde Mark Sanford von der Trump-Basis in die Wüste geschickt. Der stockkonservative Abgeordnete hatte es gewagt, eine leise Kritik am Präsidenten anzubringen.

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Das legendäre Grapscher-Filmchen. Video: YouTube/Terry Tate, Office Linebacker

In Alabama muss derweil die Abgeordnete Martha Roby in eine zweite Primärwahl-Runde steigen. Sie hatte sich nach der Veröffentlichung der «Access-Hollywood-Aufzeichnungen» – das Video-Filmchen, in dem Trump seine legendäre Grapscher-Bemerkung macht – von ihm distanziert und wurde deswegen abgestraft.

Der Präsident greift aktiv in diese Fehden ein. Er hat buchstäblich in letzter Stunde mit einem Tweet den Opponenten von Sanford unterstützt und brüstet sich nun damit, ihm zum Sieg verholfen zu haben.

Virginia gubernatorial candidate Corey Stewart speaks at his primary election watch party in Woodbridge, Va., Tuesday, June 13, 2017. Ed Gillespie's narrow victory against former Trump state campaign chairman Stewart provided the night's biggest surprise. Gillespie will face Virginia Lt. Gov. Ralph Northam. (Linda Davidson/The Washington Post via AP)

Hat Sympathien für den Ku-Kux-Klan und wird von Trump unterstützt: Corey Stewart.  Bild: AP/The Washington Post

In Virginia hat er sich mit Erfolg für den republikanischen Senats-Kandidaten Corey Stewart stark gemacht. Es handelt sich dabei um einen Vertreter der faschistoiden Rechten, der sich gerne mit der Flagge der Konföderation ablichten lässt, Sympathien für den Ku-Kux-Klan zeigt und die rechtsradikalen Demonstranten in Charlottesville unterstützt hatte.

Das Leiden der gemässigten Republikaner

Die wenigen gemässigten Mitglieder der republikanischen Partei wenden sich angewidert ab. «Unter Trump ist die GOP nicht mehr wiederzuerkennen», jammert etwa der ehemalige Parteistratege David Ramadan in der «New York Times». «Was sind die Prinzipien, nach denen wir heute unser Handeln richten? Freier Handel? Halten wir die Familienwerte hoch, wenn wir Kinder gewaltsam von ihren Eltern trennen? Sind wir für tiefere Steuern, wenn wir die Zölle erhöhen? Trump erhält, was er will.»

Der Personenkult um Trump könnte jedoch für die GOP gefährlich werden. Er führt dazu, dass in den Primärwahlen nur noch Kandidaten eine Chance haben, die den Präsidenten blind unterstützen. Für die machtentscheidenden unabhängigen Wähler sind diese Kandidaten jedoch nicht wählbar. Die Demokraten können daher hoffen, mit einer «blauen Welle» bei den Zwischenwahlen im November wieder die Kontrolle im Kongress zu erlangen.

Packt Michael Cohen aus?

Vielleicht sind es jedoch weder die Demokraten noch die Wähler, die den Präsidenten zu Fall bringen, sondern die Untersuchungsrichter und der Sonderermittler Robert Mueller. Trumps Fixer Michael Cohen hat soeben seine Anwälte ausgetauscht. Vieles deutet darauf hin, dass er bereit ist, die Seiten zu wechseln.  

Cohen weiss, wo Trump seine Leichen begraben hat. Wenn er nun auspackt, könnte es für den Präsidenten sehr ungemütlich werden.

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 14.06.2018 20:12
    Highlight Highlight Ach kommen Sie, Herr Löpfe! Sie sind doch auch einer dieser alten Herren und ganz ok und ungefährlich (denke ich).

    😉
  • lilie 14.06.2018 18:17
    Highlight Highlight Jajaja, und da sagen alle, wählt doch die Person, die am besten für den Job geeignet ist, aufs Geschlecht kommts nicht an. Tja, vielleicht ist das halt doch die falsche Denke. ;)
  • Märklin 14.06.2018 17:09
    Highlight Highlight Amerika ist für mich schon lange verloren und verlogen bis zum geht nicht mehr.
    Gedanken um diese Politiker zu machen ist verlorene Zeit, schaut nach Berlin , alles die gleichen Typen!
    • äti 14.06.2018 19:00
      Highlight Highlight .. Bern ?
  • Turi 14.06.2018 16:55
    Highlight Highlight ja, ohne die vielen männer wäre der erste oder zweite weltkrieg nicht möglich gewesen.

    die minderheit aber ging freiwillig, der rest wurde gezwungen. noch heute zwingen wir unsere jungen männer in den dienst.

    finde deshalb diesen männerverachtenden grundton im artikel überflüssig.
    • lilie 15.06.2018 05:43
      Highlight Highlight @Turi: Und von wem wurden sie gezwungen? Von ihren Frauen? ;)
  • Ueli der Knecht 14.06.2018 16:47
    Highlight Highlight "Was ist gefährlicher als junge Männer? Alte Männer!"

    Ich glaube, am gefährlichsten ist, wenn sich die Jungen mit den Alten zusammen tun. Das ist aber auch das beste Rezept für sinnvolle ebenso kreative wie notwendige und produktive Revolutionen. Die Erfahrung und Weisheit der Alten, gepaart mit dem Ungestüm der Jungen.
  • bucanero 14.06.2018 14:51
    Highlight Highlight "Nichts ist gefährlicher als ein Land, in dem es einen Überschuss an jungen Männern gibt, die keine Zukunftsperspektive und keinen Zugang zu Frauen haben."

    Gehts noch? purer sexismus, junge männer auf ihre triebe zu reduzieren und für WWII verantwortlich zu machen.
    • Bert der Geologe 14.06.2018 15:37
      Highlight Highlight Oh doch, dafür gibt es schon Anhaltspunkte, hat nichts mit Sexismus zu tun. https://www.nzz.ch/articleeo5x7-1.76650
    • Liselote Meier 14.06.2018 17:32
      Highlight Highlight @Sheldon; Ist durchaus ein Stück weit sexisitisch und Falsch.

      Ob mit oder ohne "junge Männer Überschuss" wäre es zum 1. WK gekommen.

      Ohne diesen "Überschuss" wäre der einzig Effekt gewesen, dass eine Armee statt 3 Million einen Sollbestand von 1 Million gehabt hätte.

      Oder welchen Krieg hätte es nicht gegeben, wenn dieses Land den "Bugle" nicht gegeben hätte?

      Er nimmt gerne die Erborung von Südamerika als Beispiel.

      Das waren aber nicht mal 1000 Leute, nach seiner These hätte Spanien an die 100'000 Eroberer nach Südamerika geschickt um diesen Überschuss zu kanalisieren.











  • Gummibär 14.06.2018 14:33
    Highlight Highlight Hätte, wäre. könnte. Fast die Hälfte der Wähler wollten einen Demagogen wie Donald Trump.
    Die demokratische Partei scheint ausser Jammern kein Rezept zu finden eine wählbare Alternative aufzubauen.
    Ein "jetzt-bin-ich-an-der-Reihe" Kandidat wie Hillary Clinton wird es nicht bringen.
    Es muss doch ein Nicht-Konkursit, Nicht-Abzocker, Nicht-Pussygrabber, Nicht-Fersensporn-Wehrdienst-Dispensierter, Nicht-Verwandteneinsteller , regulärer Steuerzahler zu finden sein, der Trump Paroli bieten kann. Wenn nicht, so verdienen sie ihn.
  • Walter Sahli 14.06.2018 14:08
    Highlight Highlight Nicht nur die USA kranken am Ego alter Männer, sondern die ganze Welt!
    • äti 14.06.2018 15:58
      Highlight Highlight .. ich nicht !
    • Walter Sahli 15.06.2018 15:34
      Highlight Highlight Ich weiss!
  • Liselote Meier 14.06.2018 13:59
    Highlight Highlight Naja die "youth bulge"-Theorie. Hat sicherlich paar Interessante Ansätze, als alleinige Erklärung für Kriege aber ziemlich Unbrauchbar.

    Vor dem 2. WK gab es in Deutschland diesen "bulge" in der Altersstruktur z.B. Nicht. Sie Altersstruktur 1939
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    • mrcharliebrown 14.06.2018 14:20
      Highlight Highlight Zeigt nicht genau diese Grafik den youth bulge?
    • Liselote Meier 14.06.2018 15:11
      Highlight Highlight Nö gemäss Theorie müssten die 15-20 Jährigen min. 20 % der Bevölkerung stellen die 0-15 Jährigen 30%. Klar nicht der Fall. Nach dem 1 WK hat die Spanische Grippe in Deutschland ziemlich gewütet vor allem unter Kleinkinder (siehe die Einbuchtung bei den Jahrgängen 19-20).



  • Raphael Stein 14.06.2018 13:10
    Highlight Highlight Der Titel ist der Hammer. Well done.
  • FrancoL 14.06.2018 13:02
    Highlight Highlight Eigentlich ist es nicht mehr so wichtig WANN der Scherbenhaufen den Trump hinterlassen wird zusammengeräumt wird.
    Es wäre wichtig gewesen diesen Scherbenhaufen NICHT entstehen zu lassen, doch diese Chance haben die vernünftigen Amerikaner vertan und den Amis werden noch einige westlichen Staaten folgen. Um so grösser wird nach dieser Area der Schaden sein.
  • Billy the Kid 14.06.2018 12:58
    Highlight Highlight Die traurige Erkenntnis ist: Die Demokraten sind keine wahre Alternative zu den Republikanern - genauso wie Hillary keine wahre Alternative zu Trump war.
    Ein Trump ist mir sogar genehmer, da er die Maske vom Gesicht nimmt und die Hässlichkeit des Systems geradezu zelebriert. Nur so kann heute überhaupt noch so was wie Opposition entstehen - aber vielleicht irre ich mich da auch.
    • FrancoL 14.06.2018 13:29
      Highlight Highlight Du scheinst Dich gewaltig zu irren!
      Wo genau entsteht Opposition, die es vorher nicht gab?
      In den USA? ja wo genau und wer genau?
      bei uns in Europa? ja wo genau und wer genau?
    • Max Dick 14.06.2018 13:47
      Highlight Highlight Für wenn sind Hillary oder die Demokraten keine Alternative zu Trump? Für mich, für Europa und für die freiheitsliebende Welt und eine gute Zukunft wäre das eine sehr sehr gute Alternative gewesen. Genauso für ein liberales Amerika. Was Sie genau wollen, weiss ich nicht.
    • Benji Spike Bodmer 14.06.2018 14:30
      Highlight Highlight Wie wäre es mit Bernie Sanders? ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sebastian Wendelspiess 14.06.2018 12:42
    Highlight Highlight Wenn er nun auspackt, könnte es für den Präsidenten sehr ungemütlich werden. Etwa zum 100. Mal...
    • roger.schmid 14.06.2018 13:15
      Highlight Highlight Es ist bereits sehr ungemütlich für Trump. Oder wieso glaubst du, versucht er jeden Tag panisch und hysterisch die Untersuchungen zu diskreditieren? 20 Personen sind schon angeklagt und x Personen singen wie Kanarienvögel, der Zug rollt und wird die Trumpbande überfahren. Die Frage ist nur noch wann.
    • phreko 14.06.2018 18:38
      Highlight Highlight @bombenjunge: hast du irgend eine Ahnung wie die US-Justiz so funktioniert?

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Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

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