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Demonstration des Klans in Washington in den 1920er Jahren.
Demonstration des Klans in Washington in den 1920er Jahren.

Ku-Klux-Klan und Eugenik: Das unheimliche Erbe des Donald Trump

Mit seinem Beschluss, 800'000 Dreamers auszuweisen, knüpft der Präsident an die dunklen Zeiten von Rassismus und Blut-und-Boden-Politik der 1920er Jahre an.
06.09.2017, 13:3407.09.2017, 04:35

Stellt euch vor: Ein Land hat 800'000 junge, gut ausgebildete Menschen. Sie sind nicht kriminell, sondern gut ausgebildet, haben Jobs, zahlen Steuern und Beiträge an die Sozialversicherungen in Milliardenhöhe. Solche Menschen des Landes zu verweisen, ist ökonomisch gesehen idiotisch. Genau dies aber hat Donald Trump getan, zum Entsetzen der Wirtschaftsführer und eines Teils seiner eigenen Partei.  

«Widerstand gegen die Immigration ist in Amerika traditionell eine Mischung aus wirtschaftlichen, religiösen und rassistischen Vorurteilen.»
Benjamin Friedman

Trump denkt jedoch nicht ökonomisch, sondern politisch. Die Annullierung des DACA-Erlasses seines Vorgängers Barack Obama – damit werden die mit ihren Eltern eingewanderten Kinder ohne Papiere geschützt – ist Rassismus pur, und die Fortführung einer dunklen Periode der Vereinigten Staaten.  

Der Klan war einst eine politische Macht

Der Ku-Klux-Klan wird heute als Freakshow von ein paar durchgeknallten Idioten betrachtet. In den 1920er Jahren jedoch war er eine bedeutende politische Macht. Es wird geschätzt, dass der Klan damals zwischen zwei und fünf Millionen Mitglieder hatte, und diese waren teilweise äusserst gewalttätig. «Rassistische Gewalt nahm in den frühen 1920ern massiv zu», schreibt der Wirtschaftshistoriker Benjamin Friedman in seinem Buch «The Moral Consequences of Economic Growth».  

Die Gewalt des Klans richtete sich nicht nur gegen Schwarze, sondern auch gegen Juden und Katholiken. Und sie richtete sich selbstverständlich auch gegen Immigranten. «Widerstand gegen die Immigration ist in Amerika traditionell eine Mischung aus wirtschaftlichen, religiösen und rassistischen Vorurteilen», stellt Friedman fest.  

Sind vergleichbar: Donald Trump und Calvin Coolidge.
Sind vergleichbar: Donald Trump und Calvin Coolidge.i

Tatsächlich war auch die ökonomische Situation des Mittelstandes in vieler Hinsicht vergleichbar mit heute. Präsident Calvin Coolidge war ein Hardcore-Liberaler, der die Steuern für die Reichen und die Grosskonzerne kürzte. «Er machte jedoch kaum etwas für den normalen Steuerzahler und die Kleinunternehmer», so Friedman.  

1924 unterzeichnete Coolidge ein neues Gesetz gegen die Einwanderung. Es war nicht irgendein Gesetz. Die Grundlage dazu stammte vom Chef-Experten für Eugenik des amerikanischen Kongresses. Eugenik ist eine wirre Pseudowissenschaft, welche die Intelligenz und Anfälligkeit für Kriminalität der Menschen biologisch erklären will. Die Nazis benutzten sie später für ihre Rassenlehre und ihre Vernichtungspolitik gegen Juden und Behinderte.  

Mit Eugenik gegen Juden und Italiener

Eugenik war jedoch kein Privileg von Hitlers Schergen. Sie wurde damals weltweit ernst genommen und beispielsweise als Rechtfertigung für unmenschliche Sterilisationen benutzt. In den USA diente sie unter anderem dazu, die Zuwanderung zu steuern. Gegen Asiaten wurde ein totales Einwanderungsverbot verhängt. Das Kontingent von osteuropäischen Juden und Süditalienern wurde massiv eingeschränkt.  

Das Ziel war es, die Mehrheit der Weissen zu schützen und die WASP-Kultur zu erhalten (WASP steht für «white anglo-saxon protestants»). Das in diesen Gesetzen enthaltene Grundgefühl blieb lange ein fester Bestandteil der amerikanischen Gesellschaft. Bis in die 1950er Jahre war es beispielsweise Schwarzen und Juden verwehrt, an der Harvard University zu studieren.  

Justizminister Jeff Sessions gibt die Annullierung des DACA-Erlasses bekannt.
Justizminister Jeff Sessions gibt die Annullierung des DACA-Erlasses bekannt.Bild: AP/AP

Für die meisten Amerikaner ist das Einwanderungsgesetz von 1924 peinlich. Nicht aber dem Justizminister Jeff Sessions. Er ist ein vehementer Gegner der Immigration, selbst der legalen. Wie Rachel Maddows in ihrer TV-Show aufzeigt, beruft er sich dabei ausdrücklich auf dieses Gesetz. Vor rund zwei Jahren hat er in einem Interview auf Breitbart-Radio mit einem gewissen Steve Bannon das Gesetz in den höchsten Tönen gelobt. Kein Wunder war es Sessions, der nun die Annullierung des DACA-Beschlusses verkündigte und rechtfertigte.  

«Ein Leben in Angst» – US-Secondos nach Trumps Entscheidung

Video: watson

Trumps Birther-Kampagne gegen Barack Obama – die Behauptung, er sei nicht in den USA auf die Welt gekommen –, seine Aussage, Mexikaner seien Mörder und Vergewaltiger, sein Verständnis für die Nazis in Charlottesville: All dies ist Rassismus pur und reiht sich nahtlos in die Zustände der 1920er Jahre ein. Auch das Ziel ist das gleiche geblieben. Die angeblich überlegene weisse Rasse soll weiterhin die Mehrheit und das Sagen in den Vereinigten Staaten haben.

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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domin272
06.09.2017 15:51registriert Juli 2016
Die Amerikaner sollten sich mal darauf besinnen, dass sie alle Einwanderer sind, aber wenn man irationale Ängste hegt, ignoriert man die Fakten nur zu gerne...
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TanookiStormtrooper
06.09.2017 13:49registriert August 2015
Trump war schon immer ein Rassist und dies ist den Amis schon länger bekannt. So hatten er und sein Vater bereits in den 70ern Ärger, weil sie keine schwarzen Mieter in ihren Häusern wollten. Auch Aussagen, dass er stolz auf sein "deutsches" Blut sei, lassen tief blicken. Trump hält sich und seine "Rasse" für überlegen, darum konnte er es auch nicht aushalten, dass ein "Neger" mit komischen Namen Präsident wurde. Jetzt gilt es, alles was Obama gemacht hat durch den Dreck zu ziehen. Wenn er könnte, würde er wohl auch Bin Laden wiederbeleben, nur damit sein Tod nicht auf Obamas Kappe geht.
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Richu
06.09.2017 14:18registriert Mai 2016
Die "Dreamer" auszuweisen ist ein sehr schlechter Entscheid von Präsident Trump. Aber die Aussage von Ph. Löpfe, dass alle 800'000 "Dreamer" in den USA gut ausgebildet sind, entspricht wirklich nicht der Wahrheit und bestätigt einmal mehr, dass der watson Journalist leider zu oft die wirkliche Realität in den USA nicht kennt!
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