DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Einigung im Öl-Krieg – und Trump feiert sich als «Deal-Maker»

Um den Zerfall des Ölpreises zu stoppen, haben sich grosse Ölproduzenten darauf verständigt, die Produktion zu drosseln. Dies auch auf Druck des US-Präsidenten.
13.04.2020, 17:56

Mit einer als historisch geltenden Drosselung der Ölproduktion stemmen sich wichtige Förderländer gegen einen weiteren Preisverfall beim Rohöl. Das Ölkartell Opec und seine Partner einigten sich bei einer Sondersitzung per Video am Sonntagabend auf eine Kürzung um 9.7 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag für die Monate Mai und Juni. Dies entspricht rund zehn Prozent der täglichen Ölförderung weltweit.

Mexiko hatte sich bis zuletzt geweigert, die geforderten 400'000 Barrel beizusteuern und blieb bei seinem Angebot, 100'000 Barrel aus der Produktion zu nehmen.

Bohrinsel im Golf von Mexiko.
Bohrinsel im Golf von Mexiko.
Bild: AP

Um die Einigung trotzdem nicht zu gefährden, übten die USA laut der ­«Financial Times» Druck auf Saudi-Arabien aus, um Mexiko die Ausnahme zu ermöglichen. Damit werden neben Saudi Arabien auch die Vereinigten Arabischen Emirat und Kuwait ihre Förderung stärker kürzen als ursprünglich vorgesehen.

Wie wirkt sich die Einigung auf Heizöl- und Benzinpreise auf?

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, es handle sich um einen «grossartigen Deal für alle». Die Einigung werde Hunderttausende Jobs in der Energiebranche der USA sichern. Trump habe sowohl mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Saudi-Arabiens König Mohammed bin Salman telefoniert. Er danke und gratuliere den beiden.

Unter dem Druck von Trump musste Saudi-Arabien offenbar seine Position lockern, dass alle in gleichem Masse ihre Produktion kürzen, wie eine Analystin der Investmentbank RBC Capital Markets der «Financial Times» sagte. «Trump wurde im Wesentlichen zum De-facto-Präsidenten der Opec».

Die Coronakrise mit dem folgenden Einbruch der Nachfrage nach Öl hatte den Ölpreis in den Keller stürzen lassen. Ob die Entscheidung aber den ­Benzinpreis den Tankstellen wieder steigen lässt, ist noch nicht klar. Zugleich ist ein stabiler Ölpreis wichtig für die ­Sicherheit der Ölversorgung, die mit immensen Investitionen verbunden ist.

(bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Fast-Fashion» als Klima-Killer: So schlimm ist der Mode-Wahnsinn für die Umwelt

Das T-Shirt für 7 Franken hat einen hohen Preis: Die boomende Modebranche sorgt für grosse Umweltzerstörung. Es gibt Wege, um sich der pausenlosen Schnäppchenjagd zu entziehen.

Zara, Zalando, H&M und Co. sorgen für ein «Wettrüsten» in den Kleiderschränken. Schweizerinnen und Schweizer besitzen im Schnitt 118 Kleidungsstücke. Kaufen aber jedes Jahr bis 60 neue dazu. Um diesen Massenkonsum anzukurbeln, werden in den Filialen der globalen Modefirmen bis 24 Kollektionen pro Jahr eingeräumt. Der Preis für Fast-Fashion-Kleidung ist tief – zumindest in Läden und Online-Shops.

Die Umwelt hingegen zahlt einen gigantischen Preis. Denn die Modebranche ist einer der grössten …

Artikel lesen
Link zum Artikel