Wirtschaft
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Drohende Iran-Sanktionen: Die Zeit des billigen Öls geht zu Ende

Die nahende Entscheidung von US-Präsident Trump über den Atomdeal mit Iran verunsichert die Märkte. Auch die Krise in Venezuela und eine steigende Nachfrage schüren am Weltmarkt Sorgen vor einer neuen Öl-Knappheit.



epa06714564 Visitors and employees attend the Iran Oil, Gas, and Petrochemical International Exhibition in Tehran, Iran, 06 May 2018. Media reported that more than 2000 domestic and foreign companies showcasing their latest technical achievements. Iranian Oil minister Bijan Znganeh said that the nobody, referring to the west, can ignore Iran's oil market. Iran consider EU countries reactions to US president Donald Trump's decision over Iran nuclear agreement more important than the decision of the US President. The exhibition runs from 06 to 09 May 2018.  EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Bild: EPA/EPA

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Rohölpreise sind deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Montag bis zu 70.76 Dollar, die Nordseesorte Brent sogar bis zu 76.24 Dollar. Das waren die jeweils höchsten Stände seit November 2014. In Deutschland stiegen zudem die Heizölpreise auf ein Dreieinhalbjahreshoch.

Für die Verteuerung gibt es mehrere Gründe. Der derzeit wohl wichtigste Preistreiber ist die Befürchtung, die Trump-Regierung könne aus dem Atomabkommen mit Iran aussteigen.

Der US-Präsident will seine Entscheidung am Dienstag um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekannt geben. Ein Ende des Abkommens dürfte Sanktionen nach sich ziehen, die auf dem Weltmarkt zum Ausfall von 600'000 Barrel Iran-Öl führen würden.

Weitere Preistreiber sind die restriktive Förderpolitik des Opec-Kartells, sinkende Lieferungen aus dem Krisenland Venezuela, rückläufige Lagerbestände und eine steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt.

Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage um 1.7 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es 2.5 Millionen Barrel. Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur könnte die tägliche Nachfrage im laufenden Jahr auf bis zu 99.3 Millionen Barrel steigen.

Zuletzt gaben die Preise wieder etwas nach, weil manche Händler offenbar die Verteuerung nutzen, um Gewinn zu machen. Mittelfristig aber dürfte das Preishoch nach Ansicht von Experten anhalten.

«Wir erwarten, dass der Ölmarkt bis Mitte 2019 ein sichtbares Marktdefizit aufweisen dürfte», schreibt Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank. «Das sollte die Ölpreise auf hohem Niveau verharren lassen.»

Das belastet die deutschen Verbraucher. Am Montag mussten Kunden für Heizöl im bundesweiten Durchschnitt rund 68 Euro für 100 Liter bezahlen. In den vergangenen drei Monaten ist Heizöl in Deutschland damit um rund 10 Euro je 100 Liter teurer geworden.

ssu/dpa/Reuters

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tilman Fliegel 08.05.2018 23:12
    Highlight Highlight Europa kann doch noch iranisches Öl kaufen, oder lassen wir uns mal wieder von den Amis zum Mitmachen erpressen?
  • Pasch 08.05.2018 13:44
    Highlight Highlight Sanktioniert endlich das korrupteste und kriegstreibendste Land der Erde!
    Wieviele Jahre war die USA seit ihrer Gründung in keinem Konflikt? Ebe!
    Ständig muss die ganze Welt unter der Geldgier eines Landes und jetzt noch eines Orangenkopfes leiden.
  • Ueli der Knecht 08.05.2018 13:32
    Highlight Highlight "Ende des Abkommens dürfte Sanktionen nach sich ziehen, die auf dem Weltmarkt zum Ausfall von 600'000 Barrel Iran-Öl führen würden."

    Iranische Öl wird nicht ausfallen. Nur die Lieferwege werden sich in Richtung organisierter Kriminalität verschieben.

    Im Iran freut das die Revolutionsgarden; auch in Europa, Russland, China und USA profitieren mafiöse Strukturen von den Sanktionen, mit deren Umgehung sie reich und mächtig werden.

    Teureres Erdöl trifft übrigens diejenigen stärker, die Öl weniger besteuern. Unter anderem also auch die Amis. Im Iran kostet ein Liter Benzin ca. 3 Rappen.
    • Billy the Kid 08.05.2018 14:20
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht
      Die organisierte Kriminalität hat mit Trump den grössten Coup ihrer Geschichte gelandet.
  • Posersalami 08.05.2018 13:18
    Highlight Highlight Ein höherer Ölpreis ist natürlich zunächst mal eine gute Meldung, da EE damit rentabler werden.

    Aber dann dieser Erklärungen.. herjeh, der Ölmarkt ist längst finanzialisiert, der Preis ist also von Angebot und Nachfrage aus der Realwirtschaft ein gutes Stück entkoppelt.

    Falls zB. morgen der Iran keinen Tropfen Öl mehr exportieren kann merkt das keiner. Sein Anteil am Weltmarkt (ca.3.5% http://et-energie-online.de/Portals/0/Bilder/Ausgabe2015-05/frondel_abb7_gross.jpg) ist verschwindend gering und kann problemlos anderweitig gedeckt werden, zumindest für eine ganze Weile.
  • infomann 08.05.2018 13:00
    Highlight Highlight Öl darf ruhig teurer werden.
    Der Hinterste und Letzte begreift vielleicht entlich dass wir vom Öl wegkommen müssen, einfach weil es keine Zukunft hat.
    Auch der SVP müsste ja langsam ein Licht aufgehen, oder wollen sie lieber Lichter löschen machen.
  • Pitsch Matter 08.05.2018 12:27
    Highlight Highlight Liebe USA, es wird Zeit den imperialen Führungsanspruch auf der Welt zu beenden und endlich auf Augenhöhe mit den anderen Nationen auf der Welt zu kommunizieren.

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