Wirtschaft
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Konsum in der EU steigt auf höchsten Stand seit 2008 – Griechen haben aber gar nichts zu lachen

Die europäischen Konsumenten lassen sich nicht beirren: Nach einem kurzzeitigen Einbruch zum Jahresanfang verbessert sich das Konsumklima in der EU insgesamt wieder. Pessimistisch sind Briten, Italiener und die Griechen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Trotz Flüchtlingskrise, Terrorgefahr und drohenden Brexits hat sich die Stimmung der europäischen Verbraucher im Schnitt verbessert. Das Konsumklima in der EU stieg im zweiten Quartal um 4,1 Punkte auf 13,1 Zähler, wie das Marktforschungsunternehmen GfK in Nürnberg mitteilte. Das ist der höchste Wert seit März 2008. Damals hatte der Indikator bei 16,8 Punkten gelegen.

Am Jahresanfang hatte sich die Verbraucherstimmung noch leicht eingetrübt – nach mehrmaligen Verbesserungen zuvor. Für die Studie im Auftrag der EU befragt die GfK monatlich 40'000 Menschen in 28 EU-Ländern. Das Votum der Briten für einen EU-Austritt hat die Befragung noch nicht beeinflusst, da sie zum Zeitpunkt der Abstimmung am 23. Juni bereits abgeschlossen war. Es sei aber nun zu erwarten, dass sich die Unsicherheit an den Finanzmärkten auf die Verbraucher übertrage.

Italiener und Briten sind verhalten

In den vergangenen drei Monaten hätten vor allem landesspezifische Themen die Schlagzeilen in den EU-Ländern bestimmt – etwa die Wahlen in Österreich und Spanien, die Russland-Sanktionen, Verhandlungen über neue EU-Zahlungen an Griechenland und die Flüchtlingspolitik. Daher entwickelten sich Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung je nach Land unterschiedlich.

«Die Griechen sind kaum in der Lage, auch nur die täglich notwendigen Dinge zu kaufen.»

Marktforschungsinstitut GfK

In Grossbritannien ist die Konjunkturerwartung weiter gesunken. «Die Stimmung der Verbraucher spiegelt somit die wirtschaftliche Entwicklung des Landes direkt wider.» Auch die Italiener glaubten wegen der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage sowie hoher Flüchtlingszahlen nicht an einen baldigen Aufschwung.

Griechen können kaum täglich notwendige Dinge kaufen

Und die Griechen seien von den Nachwirkungen der Finanzkrise noch immer hart getroffen. Ihre Konjunkturerwartung sei zwar zuletzt gestiegen. «Der Wert von minus 44,8 Zählern lässt für Optimismus jedoch keinen Raum.» Auch die Anschaffungsneigung bleibe extrem schlecht: «Die Griechen sind kaum in der Lage, auch nur die täglich notwendigen Dinge zu kaufen.»

In Frankreich hat sich die Erwartung an die Konjunktur etwas verbessert. An einen nachhaltigen Aufschwung glaubten die Franzosen derzeit jedoch noch nicht. Die spanischen Verbraucher erwarten in den kommenden Monaten nur eine moderat wachsende Wirtschaft.

Die Deutschen rechnen dagegen mit einem spürbaren Aufschwung: Ihre Konjunkturerwartung stieg um 17,5 Punkte und die Einkommenserwartung erreichte im Juni mit 59,6 Zählern sogar ihren höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Gründe sind die steigenden Beschäftigungszahlen, hohe Tarifabschlüsse in einigen Branchen sowie eine deutliche Rentenerhöhung zum 1. Juli. (nck/dpa)

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