Wirtschaft
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ARCHIVBILD - EURO UEBERSCHREITET ZUM ERSTEN MAL SEIT JANUAR 2015 DIE MARKE VON 1,15 FRANKEN - A pair of balances filled with coins of 1 Swiss Franc (left) and coins of 1 Euro (right), pictured on July 20, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Der Euro legt gegenüber dem Franken an Gewicht zu. Bild: KEYSTONE

Euro-Höhenflug und Franken-Schwäche: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Innerhalb weniger Tage hat sich der Franken gegenüber dem Euro stark abgeschwächt. Was sind die Gründe? Wer profitiert davon? Und kann die Nationalbank die Negativzinsen beenden?



Während zweieinhalb Jahren musste die Schweizerische Nationalbank viel Kritik einstecken. Die plötzliche Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken im Januar 2015 liess die Landeswährung erstarken. Meist lag der Euro deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 1,10 Franken, zum Leidwesen von Exporteuren, Gastgewerbe und Detailhandel.

Und nun das: Innerhalb weniger Tage machte der Eurokurs einen Sprung von 1.10 auf über 1.15 Franken. Der rasante Anstieg und die Schwächung des Frankens in dieser kurzen Zeitspanne sorgen für Furore. Was steckt dahinter? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was sind die Gründe für den Euro-Höhenflug?

Der Hauptgrund ist der Aufschwung in der Eurozone. Das Wirtschaftsklima ist so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Alle Indikatoren zeigen nach oben, während die Arbeitslosigkeit sinkt. Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat einen schrittweisen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik angedeutet. Beides lässt den Euro gegenüber dem Franken erstarken.

Euro-Franken-Kursverlauf Juli/August 2017

Der sprunghafte Anstieg des Euro. grafik: finanzen.ch

Ein weiterer Grund ist die Schwäche des US-Dollar, der nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten einen Höhenflug erlebte. Der erhoffte Wirtschaftsboom durch Steuersenkungs- und Infrastrukturprogramme ist jedoch weit und breit nicht in Sicht. Der Dollar hat sich deshalb gegenüber Euro und Franken abgeschwächt, der Kurs liegt wieder deutlich unter 1 Franken.

Hat die Nationalbank nachgeholfen?

Angesichts der rasanten Kursentwicklung steht der Verdacht im Raum. Experten halten es für möglich, dass die Nationalbank «den ausgedünnten Handel in der Ferienzeit» nutzte, um «den Franken mit wenig Einsatz weiter zu schwächen», so die NZZ. Konkrete Anhaltspunkte dafür gibt es nicht, und die Nationalbank äussert sich nicht zu ihren Interventionen am Devisenmarkt.

Wer profitiert vom schwächeren Franken?

In erster Linie die kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Industriebereich, die hauptsächlich in die Eurozone exportieren. Sie litten besonders unter dem starken Franken. Hoffen kann auch der Fremdenverkehr. Die Touristen aus Europa, die die Schweiz in den letzten Jahren gemieden haben, könnten zurückkehren. Für den Detailhandel ist der stärkere Euro ebenfalls ein gutes Zeichen, der Einkaufstourismus dürfte weniger attraktiv werden.

Jenen Firmen, die überwiegend im Dollarraum tätig sind – etwa aus der Pharmabranche oder der Uhrenindustrie –, könnte die schwache US-Währung einen Strich durch die Rechnung machen. Sie hebt nach Ansicht von Analysten die positiven Auswirkungen des stärkeren Euros teilweise auf.

Wie profitiert der Konsument?

Die Sparer können hoffen, dass sie in absehbarer Zeit wieder etwas mehr Zins erhalten werden. Allerdings hat die Erstarkung des Frankens gegenüber dem Euro den Schweizer Konsumenten eine höhere Kaufkraft beschert und die Ferien im europäischen Ausland verbilligt. Nun dürfte ein gegenteiliger Effekt eintreten, Waren aus und Ferien in Europa werden teurer. 

Ist die Frankenschwäche nachhaltig?

Das hängt davon ab, ob es mit der Wirtschaft in der Eurozone weiter aufwärts geht. Und von der politischen Lage, die sich beruhigt hat. Die Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich und die absehbare Wiederwahl von Angela Merkel am 24. September in Deutschland dürfte in den beiden wichtigsten Ländern der Eurozone für stabile Verhältnisse sorgen.

Die internationale Lage bleibt jedoch unberechenbar, und das nicht nur wegen Donald Trump. Eine Eskalation könnte zu einer erneuten Fluchtbewegung in den Franken führen. Fragezeichen gibt es auch zur Entwicklung der US-Wirtschaft, deren Aufschwung immerhin schon seit sieben Jahren andauert.

So klingt die neue 20-Franken-Note

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Video: watson/can & loro

Sind die Negativzinsen bald Geschichte?

Falls die EZB aus ihrer expansiven Geldpolitik aussteigt, sind höhere Zinsen die Folge. Das verschafft auch der Nationalbank Luft, um die Negativzinsen anzuheben. Das dürfte aber nicht so schnell geschehen. Analysten gehen davon aus, dass dies frühestens Mitte 2018 oder gar erst Anfang 2019 der Fall sein wird. Immerhin scheint die Gefahr gebannt, dass die Nationalbank die Zinsen weiter ins Minus senken muss.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Einstein56 04.08.2017 18:50
    Highlight Highlight Daran sind die bösen Amerikaner, Grossbanken und die Multis schuld. Einfach das internationale Grosskapital. Sozialismus wie in Venezuela, Nordkorea oder der Sowjetunion wäre die Lösung für die Schweiz.
  • Testuser123 03.08.2017 23:28
    Highlight Highlight Man möge mich belehren: Wer genau definiert den Wechselkurs? Ist das wie bei Aktien der zuletzt gehandelte Preis auf irgendeinem Markt? Wem bringt ein Wechselkurs irgendetwas, wozu ist das notwendig? Ich kann doch meine Fränkli für soviel Euronen taschen wies mir passt?
  • 11lautin 03.08.2017 19:55
    Highlight Highlight Frankenschwäche? Bei 1.15! LoL wenn's jetzt 1.30 wäre ja aber so doch noch nicht, der Franken ist immer noch überbewertet... Man bedenke der Fixkurs war mal bei 1.20 bei der Nationalbank! Halt menschliches Kurzzeitgedächtnis 🤡
    • Pasch 03.08.2017 21:34
      Highlight Highlight Man muss den Glauben stärken, sonst funktioniert "Geld" nicht!
  • N. Y. P. D. 03.08.2017 18:28
    Highlight Highlight Mich würde halt interessieren, ab wann die SNB gedenkt, die vielen 100 Milliarden an Fremdwährungen wieder abzubauen..
    Wollen sie zuwarten, bis währungstechnisch weltweit alles wieder im Lot ist ?
    • play off 04.08.2017 10:04
      Highlight Highlight Wenn sie nichts mehr Wert sind. Bezahlen darf dann das Fussvolk wieder.
  • Donald 03.08.2017 18:25
    Highlight Highlight Genau in der Ferienzeit... :(
  • sven_meye 03.08.2017 17:48
    Highlight Highlight Ach zum Glück hab ich vor einigen Monaten nochmal schön im Ausland angelegt. Der Wert ist damit gerade wieder um einige Prozent gestiegen <3

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