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Hilferufe von türkischen Fabrikarbeitern auf Zara-Etiketten gefunden

08.11.2017, 09:18

Dass Kleider vieler Moderiesen oft mit schlechten Arbeitsbedingungen in den Fabriken zusammenhängen, ist längst kein Geheimnis mehr. Nun sorgt ein Vorfall bei der spanischen Kette Zara für Aufregung. Wie The Associated Press berichtet, haben Kunden in einem Laden in Istanbul handgeschriebene Nachrichten in den Kleidungsstücken gefunden. Auf einem Etikett war beispielsweise zu lesen:

«Ich habe diesen Artikel, den Sie kaufen werden, hergestellt, aber wurde nicht dafür bezahlt.»

Laut der AP waren die seit drei Monaten nicht mehr bezahlten Fabrikarbeiter aus der Türkei in die Zara-Shops spaziert und hinterliessen dort ihre Botschaften. Mit der Aktion wollten sie die Kunden auf die Missstände der Kleiderproduktion aufmerksam  machen und die Modekette dazu bringen, sie zu bezahlen.

Die türkische Produktionsstätte Bravo, die für die Produktion der Zara-Kleider zuständig war, wurde praktisch über Nacht geschlossen und ihre Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Ihre Chefs sollen mit den Einnahmen abgehauen sein. Die ehemaligen Mitarbeiter warten nun seit drei Monaten auf ihre Löhne und Abfindungen. Laut der AP hat sich weder die Muttergesellschaft Inditex noch Zara selbst zu diesen Anschuldigungen geäussert. 

In einer Online-Petition beschreiben 140 ehemalige Fabrik-Mitarbeiter ihre Situation und rufen zur Unterstützung auf.

Bei Zara und ihrer Muttergesellschaft Inditex sollte eigentlich genügend Geld vorhanden sein, um ihre Angestellten zu bezahlen. Amancio Ortega, Inhaber von Inditex, wurde im August zum reichsten Mann der Welt ernannt. 

Amancio Ortega.
Amancio Ortega.Bild: EPA/EFE

(nfr)

So funktioniert Kleidernähen im digitalen Zeitalter

Video: watson/Nico Franzoni
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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Firefly
08.11.2017 10:23registriert April 2016
Wer heute noch bei Zara & Co. einkauft ist des Verbrechens mitschuldig. Was wir an Kleider verbrauchen geht über keine Kuhhaut. Der Überfluss entsteht auf der Ausbeutung und Versklavung anderer. Da sollte sich jeder und jede mal Gedanken machen, ob sie/er nun das x-te paar Schuhe oder Jeans im Kasten wirklich nötig hat.
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De Shipi
08.11.2017 11:20registriert August 2017
Milliardär wird man nur, wenn man ein herzloser Wolf ist bzw. bereit ist einer zu werden.

Ortega hat mal in Brasilien Kinder arbeiten lassen, weil er dachte, es wäre dort üblich. Kaum aufgedeckt, hat er alles geschlossen und sich das nächste Opfer-Land gesucht.

Er gehört zu den schlimmsten modernen Sklavenhändlern überhaupt...trotzdem kaufen alle bei Zara ein, geiz ist eben geil....
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