Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZU DER VOM BUNDESRAT ERMOEGLICHTEN ENTSCHAEDIGUNG FUER KURZARBEIT  STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG – Sicht auf den Eingangsbereich des Staatssekretariat fuer Wirtschaft, SECO, am Donnerstag, 30. Januar 2014, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Das SECO will am Freitag Stellung nehmen. Bild: KEYSTONE

Entwicklungsorganisation PIDG

Schwere Vorwürfe an Entwicklungshelfer, die von der Schweiz mit Dutzenden Millionen Dollar unterstützt wurden



Die Entwicklungsorganisation PIDG, die von der Schweiz mit fast 80 Millionen Franken unterstützt worden war, ist in Grossbritannien unter Beschuss geraten. So sollen unter anderem Gelder an eine Firma mit Verbindungen zu einem verurteilten nigerianischen Ex-Politiker geflossen sein. 

Diese Vorwürfe erhebt der Rechnungsprüfungsausschuss des britischen Parlaments in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Demnach soll die «Private Infrastructure Development Group» (PIDG) 25 Millionen in ein Kraftwerk in der Elfenbeinküste investiert haben, das über ein weiteres Unternehmen mit dem früheren nigerianischen Gouverneur James Ibori in Beziehung stand.

Steuerbetrug, Geldwäscherei und hohe Spesen

Der gemäss der britischen Zeitung «Guardian» reichste Mann Nigerias war im April 2012 wegen Steuerbetrugs und Geldwäscherei von einem britischen Gericht zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Das Gremium kritisiert auch die «verschwenderische» Spesenpolitik der PIDG, mit Ausgaben von 75'000 Pfund (103'000 Franken) für 15 Business-Class-Flüge von 2011 bis 2014. Wegen der mangelnden Aufsicht seien zwischen Januar 2012 und Februar 2014 zudem durchschnittlich 27 Millionen Pfund (37 Millionen Franken) auf einem Konto liegen geblieben, anstatt für Projekte eingesetzt werden zu können.

Fast 80 Millionen Dollar aus der Schweiz

Die Schweiz hatte die PIDG 2002 zusammen mit Grossbritannien, den Niederlanden und Schweden ins Leben gerufen. Sie soll private Investoren für Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern mobilisieren, indem sie diesen neben Beratungen unter anderem auch Darlehen zu tieferen Zinsen oder Garantien gegen Wechselkurs-Risiken gewährt. 

Grossbritannien ist mit einem Beitrag von insgesamt 662 Millionen Dollar seit der Gründung der mit Abstand grösste Geldgeber. Darauf folgt bereits die Schweiz mit 76,6 Millionen Dollar, davon 32,3 Millionen Dollar im Jahr 2013, wie dem PIDG-Jahresbericht zu entnehmen ist.

SECO will am Freitag Stellung nehmen

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) lobt die PIDG auf seiner Webseite als «innovativen Ansatz». Die Organisation schaffe «die nötigen Voraussetzungen für private Beteiligung an Infrastrukturprojekten in den ärmsten Ländern». Jeder Dollar der Geber generiert laut SECO Privatinvestitionen in der Höhe von 35 Dollar.

Das SECO konnte zu den Vorwürfen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA am Donnerstag vorerst noch nicht Stellung nehmen, stellte aber für Freitag eine Antwort in Aussicht. (whr/sda) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel