Wirtschaft
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FILE - In this March 7, 2017 file photo, rowers paddle along the Charles River past the Harvard College campus in Cambridge, Mass. The Harvard Crimson, the school's student newspaper, reported June 4, 2017, that Harvard revoked admission offers to at least 10 prospective freshmen over offensive online messages. (AP Photo/Charles Krupa, File)

Der Campus der Harvard University in Cambridge (Massachusetts). Bild: Charles Krupa/AP/KEYSTONE

Dumm – und stolz darauf!

Das Ansehen der Hochschulen ist in den USA massiv eingebrochen. Bildung wird immer häufiger als Instrument einer neuen Elite empfunden, auch bei uns.



Das Pew Research Center hat kürzlich in den Vereinigten Staaten eine landesweite Meinungsumfrage über das Image von verschiedenen Institutionen wie Banken, Medien und Universitäten durchgeführt. Ein Resultat ist dabei besonders aufgefallen: Bei den republikanischen Wählern ist das Ansehen der Hochschulen regelrecht eingebrochen. 2010 hatten noch 58 Prozent eine hohe Meinung von Harvard, Standford und Co., heute sind es bloss noch 36 Prozent.  

Bildung ist kein Wert mehr an sich

Auf den ersten Blick ist dieses Resultat erstaunlich, wiederholen doch Politiker, Wirtschaftsführer, Professoren und Pfarrer jeder Couleur gebetsmühlenartig: Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Bildung ist zur wichtigsten Investition geworden. Wer keinen Hochschulabschluss hat, wird es auf keinen grünen Zweig bringen, etc.  

Auf den zweiten Blick hingegen macht dieses Resultat durchaus Sinn. Bildung ist kein Wert mehr an sich, wie es von Humboldt und Co. einst gefordert wurde. Sie ist zu einer Waffe im Klassenkampf geworden. Die neue Elite frönt nicht mehr dem Geltungskonsum, wie es der Soziologe Thorstein Veblen einst beschrieben hat. Für die neue gehobene Mittelklasse gilt, was Elizabeth Currid-Halkett in ihrem Buch «The Sum of Small Things» «unauffälligen Konsum» nennt.

Darunter versteht sie Bildung, Gesundheit, sich um die Kinder zu kümmern und einen Hochschulabschluss. «Das sind die Dinge, die heute einen Einfluss auf die Lebensqualität und den sozialen Aufstieg haben», stellt Elizabeth Currid-Halkett fest. «Und das sind die Dinge, für welche die Reichen sehr viel Geld ausgeben und durch die sie sich von allen anderen distanzieren.»  

Mit teuren Autos und Luxusuhren zu protzen, ist längst die Sache von vulgären Neureichen oder Rappern geworden. Die neue Elite hingegen kümmert sich darum, dass die Mütter ihren Neugeborenen mindestens neun Monate lang die Brust geben und sie dann vom richtigen Kindergarten aufgenommen werden. Lebensmittel kauft man im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt ein, ins Fitnesstraining geht man regelmässig.  

epa05922354 The Italian businessman Giorgio Gucci (2-R), poses with the Cuban former athlete Ana Fidelia Quirot (2-L) and the reggaeton singers Yomil (R) and El Dany (L), in one of the new luxury shops opened at the Manzana Kempinski hotel in Havana, Cuba, 22 April 2017. The luxury industry arrives on the island with the opening of five high-end shops such as Versace, Armani, Montblanc and L'Occitaine en Provence, all of them at the first floor of the Manzana Kempinski, the first five-star plus hotel to be opened on the island.  EPA/STR

Mit Luxus protzen ist für Loser. Bild: EPA/EFE

Auf diese Weise sind die Klassenbarrieren unsichtbar geworden. Man hält sich die Mitglieder der unteren Schichten vom Leib, indem man die Grenzen so setzt, dass sie zwar gefühlt, aber nicht erkannt werden.  

Unbehagen beim Nobel-Italiener

David Brooks, Kolumnist bei der «New York Times» hat dazu kürzlich ein treffendes Beispiel geliefert. Er wollte eine Bekannte ohne Hochschulabschluss zu einem Nobel-Italiener einladen, merkte aber, dass sie sich sichtlich unwohl fühlte. «Ich sah, wie sie beim Anblick von Ausdrücken wie ‹Padrino› und ‹Pomodore› und Zutaten wie Soppressata erstarrte», so Brooks. «Ich fragte sie, ob sie ein anderes Lokal bevorzuge, und sie sagte sofort ja.»  

Besagte Kolumne hat in den USA eine grosse Kontroverse ausgelöst. In den sozialen Medien wurde sie heftig diskutiert und in der «New York Times» kommentiert. Werden Unwissen und Dummheit eine Tugend? Ist Bildung bloss ein unnützes Anhängsel einer weltfremden und arroganten Elite? Die Fragen sind begründet, schliesslich hat der Präsident selbst erklärt, er «liebe ungebildete Menschen». Universitäten erwähnt er kaum in seinen Reden, und als Bildungsministerin hat er Betsy De Vos eingesetzt, nach Meinung Vieler das unfähigste Mitglied in seinem Kabinett – und das will etwas heissen.  

epa06085689 US President Donald J. Trump speaks at a joint news conference at the Elysee Palace in Paris, 13 July 2017. US President Trump earlier arrived for an official visit to Paris.  EPA/JULIEN DE ROSA

Liebt ungebildete Menschen: Donald Trump. Bild: JULIEN DE ROSA/EPA/KEYSTONE

Die amerikanische Bildungsdiskussion lässt sich nur beschränkt auf die Schweiz übertragen. Wir haben eine leistungsfähige Volksschule und die Gebühren für die Universitäten sind noch bezahlbar. Ein Abschluss an einer US-Eliteuniversität wie Yale oder Princeton hingegen kostet ein mittleres Vermögen. Vor allem aber haben wir ein duales Bildungssystem, das uns hochqualifizierte Fachkräfte beschert. In den Vereinigten Staaten sind Lehre und Fachhochschulen noch weitgehend Fremdwörter geblieben.  

Fragwürdiger Wettlauf in der Bildungs-Hitparade

Der Trend, die Bildung als Prestigeobjekt zu instrumentalisieren, ist jedoch auch hierzulande unübersehbar geworden. Mittelstandseltern ist jedes Mittel recht, ihre Kinder in die Gymnasien und Universitäten zu hieven. Die Universitäten haben derweil das humanistische Bildungsideal mit der Bologna-Reform den Bach hinuntergespült und sich auf einen stupiden Rankingwettlauf eingelassen. Ob ETH, HSG oder Universität Zürich: Wichtig scheint heute vor allem zu sein, welchen Platz man in dieser internationalen Bildungs-Hitparade belegt und wie oft man in richtigen Publikationen erwähnt wird.  

Das Unbehagen mit der Bildung wächst auch hierzulande. Mit plumpen Angriffen auf die Geisteswissenschaften wird dies auch regelmässig von der SVP ausgenützt. Doch Bildung ist mehr als Prestige. Wollen wir die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern, dann brauchen wir gut ausgebildete Menschen. Es ist jedoch ein Irrtum, Bildung instrumentalisieren zu wollen. Das Ideal einer zweckfreien Bildung, wie es die Humanisten der Aufklärung vertreten haben, ist nach wie vor unübertroffen. Nur gerät es leider immer mehr in Vergessenheit.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Karl33 16.07.2017 12:18
    Highlight Highlight Also die mit Lehre ausgebildeten bei uns, die keine Eliteuni besucht haben, sind dumm? Danke Herr Löpfe für ihre verächtliche Überschrift.
  • RacKu 15.07.2017 13:25
    Highlight Highlight Die Hipster sind also die neue gehobene Mittelklasse! ✌️😂
  • Zeit_Genosse 15.07.2017 10:29
    Highlight Highlight Jeder Mensch sollte sich irgendwie bilden (wollen/können). Bildung wird mehrheitlich im Kontext mit Arbeit besprochen. Gute Bildung = gute Arbeit = guter Lohn. Wenn wir dem folgen ist gute Bildung nur dann sinnvoll wen man sie anwendet (wollen/können). Gemessen sollte dann nicht der Bildungsgrad, sondern der Anwendungsgrad. Kurz, wie gut bist du in dem was du machst (nicht denkst machen könntest). Es zählt einzig die Umsetzung. Bei einer guten Umsetzung stellt sich dann die Frage der Bildungsvergleiche nicht mehr. Ergo: mehr gute (Wissens-)Umsetzer braucht das Land.
  • arijen 15.07.2017 09:26
    Highlight Highlight 👌🏾
  • Peter (1) 15.07.2017 06:29
    Highlight Highlight "...humanistische Bildungsideal mit der Bologna-Reform..."

    Danke....jetzt kann ich 5 std lang im Gotthardstau ununterbrochen lachen...
    • lvsc. 15.07.2017 10:36
      Highlight Highlight Kleiner Tipp meinerseits: den Satz nochmals lesen ;)
  • H2O 14.07.2017 22:05
    Highlight Highlight Excellent sheep - Prima Schafe - heisst der Titel eines Buchs zur Amerikanischen Misere in der so genannten höheren Bildung. Es ist gut, dass der ETH Präsident seine Ausbildung nicht von einem reichen Papi geschenkt bekommen hat. Bildung muss anstrengend bleiben.
    .
  • Richu 14.07.2017 21:55
    Highlight Highlight An dieser landesweiten Meinungsumfrage in den USA, haben gerade mal nur total 2'504 Personen teilgenommen. Die USA haben total ca. 325 Mio Einwohner, d.h. die Aussagen dieser Meinungumfrage wie beispielsweisse auch der Titel "Dumm - und stolz darauf" sind bei einer so extrem kleinen Anzahl von Befragten absolut nicht repräsentativ!
    • Conflux 15.07.2017 10:38
      Highlight Highlight Das stimmt nicht. Eine Anzahl von 1000 Personen reicht, um repräsentativ zu sein, unabhänging davon wie gross die Zielgruppe ist
    • PeteZahad 15.07.2017 12:10
      Highlight Highlight @Conflux Merci für deinen Beitrag. Die Blitzer zeigen, dass auch hier Bildung fehlt, insbesondere in Statistik. 1000 Personen können sehr wohl representativ sein - die Frage ist, wie zufällig diese ausgewählt wurden und wie neutral die Fragestellung ist. Leider lassen die meisten Medien Links auf die Originalstudie vermissen und man muss diese mühsam heraussuchen. Leider gehört Statistik soviel ich weiss nicht zur Ausbildung von Journalisten - etliche Beispiele zeigen, dass diese bereits mit der Unterscheidung von Prozent und absoluten Werten Mühe haben.
    • Anna Landmann 15.07.2017 12:19
      Highlight Highlight Wenn Sie etwas Bildung, etwa Statistik, genossen hätten, wüssten Sie, dass es möglich ist, mit guten Stichproben solche Umfragen auch bei einer kleinen Anzahl Personen durchzuführen und damit zu einem repräsentativen Ergebnis zu kommen. Sie könnten sich sogar die Studie anschauen und abschätzen, wie seriös das Resultat ist.
      So müssen Sie jetzt halt genau dieses Elite- und Bildungsbashing betreiben, das im Artikel zur Sprache kommt. Sad!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bucky 14.07.2017 20:38
    Highlight Highlight Ein ausgezeichneter Bericht, danke Watson!
  • christian_denzler 14.07.2017 20:37
    Highlight Highlight Philipp Löpfe ist der Grund, warum ich Watson noch auf dem Telefon habe. Danke für die guten Beiträge.
  • supremewash 14.07.2017 19:28
    Highlight Highlight Ist ein schlechtes Image dieser weltweit bekannten Ivy League Universitäten denn gleichbedeutend mit einer Ablehnung der Hochschulen generell? Das wage ich doch stark zu bezweifeln. Da geht eher die Angst um, dass das Bildungsniveau (oder dessen Bescheinigung) direkt mit den finanziellen Verhältnissen einer Familie zusammenhängen. Ob USA oder CH, Bildung muss erschwinglich(er) sein.
    • Hierundjetzt 14.07.2017 21:53
      Highlight Highlight Die erste Ausbildung ist in der Schweiz immer und für jeden gratis. So steht es im Berufsbildungsgesetz.

      Von daher, was meinst Du mit billiger?

    • Vachereine 15.07.2017 10:27
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Ist nicht ganz gratis nur fast.
      An den Schulen muss man für Klassenlager und Exkursionen zahlen. Das Lehrmaterial ist da gratis. An den Gymnasien kommen kosten für Bücher hinzu und Reise-, sowie Verpflegungsspesen.
      An der Uni, bzw. den beiden ETHs muss man zusätzlich eher bescheidene Semestergebühren entrichten.
      Für eine Familie mit einem durchschnittl. Einkommen sind diese wenigen Zusatzkosten oft schon zuviel. Ich kenne mehrere Familien, denen ist es zu teuer für ihre zwei, drei, oder vier Kinder die Bahnabos zu kaufen, damit sie in das Gymnasium fahren können. Stipendien: nö
    • Hierundjetzt 15.07.2017 12:22
      Highlight Highlight Das ist natürlich korrekt, externe Kosten meinte ich dabei nicht. Die können ins Geld gehen.

      Ich bin trotzdem der Überzeugung, dass unser System insgesamt als sehr fair gegenüber sämtlichen Gesellschaftschichten ist.

      Ein wenig plakativ: 100.- / Monat für eine weltweit top 5 Uni (ETH) erachte ich jetzt als jederzeit zahlbar. Zinslose Darlehen gewährt einem sonst der Staat.

      In Ergänzung: wenn Deine Beispiele keine Stipendien erhalten, muss das steuerbare Einkommen aber sehr sehr hoch sein (ich rede jetzt von Zürich)

      PS: auch als KV Lehrling musst Du von den 600.- / Monat ein Abo kaufen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 14.07.2017 19:09
    Highlight Highlight Hmm, ehrlich gesagt mag ich auch keine italienischen Nobelrestaurants, weil mir dort die teils doch für mich als steif empfundene Atmosphäre stört. Da gehe ich lieber zu "Luigi um die Ecke", wo ich mich, auch als notorischer Anzug- und Krawattenverweigerer, locker und bequem verwöhnen lassen kann. Bio-Läden müssen nicht sein, wenn sonst woanders die Qualität stimmt. Tägliche Fitness? Gerne auch mal "Extreme-Couching". Und meine Kids hatten sogar jeweils 3 Jahre lang ihre Mutter.
    Und nochmal nein; ich mag einfach mein Leben nicht nach irgend welchen "hippen elitären Klischées" führen müssen.
    • Anna Landmann 15.07.2017 12:21
      Highlight Highlight Wer sagt denn, dass du das musst?
    • dmark 15.07.2017 13:05
      Highlight Highlight Wer sagt, dass ich mich darum kümmere, was andere machen oder denken? ;)
      Ich bin frei in meinen Entscheidungen.
      Nur, so wie sich der Artikel liest, könnte man u.a. verstehen, dass sich so manche Leute als Eilte betiteln, nur weil sie quasi Normen/Richtlinien vorgeben möchten, um sich damit von der Masse abzuheben. Aber auch diese Leute werden meist irgend wann von der Realität zurück auf den Boden des Lebens geholt.
  • gnp286 14.07.2017 19:01
    Highlight Highlight Vielleicht ist das so ein Ursache-Wirkung-Ding: Viele Akademiker verhalten sich elitär, weil die Eltern sich schon so verhalten haben. Das hat evtl. weniger mit der Bildung als mit dem Elternhaus zu tun. Meine Erfahrung ist, dass es beiderlei gibt: Hochnäsige aber auch ganz gesellige Akademiker aber auch nicht-Akademiker beider Arten. Das hat vielleicht weniger mit Unis zu tun als man sich denken mag.

    Auch ist es teils fragwürdig, mit welchen Fähigkeiten die Leute von der Uni kommen. Wir können uns glücklich schätzen, haben wir noch das duale Bildungssystem.
  • rodolofo 14.07.2017 18:58
    Highlight Highlight Wenn "Bildung" einfach bedeutet, sehr viel angelesenes Wissen in sich hinein zu stopfen und möglichst viele Fachbegriffe und Lateinische Bonmots zu benutzen, dann ist sie mehr Ein-Bildung, als wirkliche Bildung.
    Es kommt also meiner Meinung nach sehr darauf an, wie Bildung erworben und integriert wird!
    Wenn ich aus eigenem Antrieb lerne und theoretisches Wissen mit entsprechender praktischer Erfahrung verbinden kann, dann entwickle ich einen Gesunden Menschenverstand, auch als Nicht-Akademiker.
    Aber rein gar nichts wissen geht schon mehr in Richtung peinliche Dummheit und Ignoranz.
    • Hierundjetzt 14.07.2017 21:57
      Highlight Highlight Wissenserwerb muss immer strukturiert erfolgen.

      Aus und Weiterbildungen die den Namen verdienen dauern immer 3 Jahre (minimum) und haben immer einen der folgenden Titel als Abschluss: EFZ, FA, HF, HFP, BSc oder MSc

      Alles andere gugus

    • rauchzeichen 15.07.2017 09:19
      Highlight Highlight @hierundjetzt, was ist mit autodidaktisch veranlagten menschen? Auch gugus? Oder mit ausländischen Ausbildungen? Dein Statement schreit förmlich nach; ich bin ein schweizer akademiker weil ich einen zettel habe! Du hast keinen? Du wurst, geh weg. Öffne mein wohlig kleines weltbild nicht, sonst könnt ich noch vergessen egoistisch zu sein.

      Ich unterstell dir da auch n paar sachen die ich nicht wissen kann, aber du tönst da oben wie einer aus dem engstirnigen ch-zentristischen egomanenclub. Ich hab jetzt beschlossen gegen den anzukämpfen. Gegen Windmühlen und so… for fun.
    • rodolofo 15.07.2017 09:21
      Highlight Highlight @ Hierundjetzt
      Was für ein Gugus!
      (Lebens-)KünstlerInnen ohne Diplom arbeiten prinzipiell unstrukturiert und haben gerade deswegen Erfolg.
      Als experimenteller Entdecker brauchst Du eine gehörige Portion Frechheit und Unbekümmertheit.
      Dann, wenn Du Dich nach der ersten Euphorie des mutigen Aufbruchs durch einen sumpfigen Dschungel des Schlamassels kämpfen musst, folgt das einprägsame und nachhaltige "Learning by Doing".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flo93 14.07.2017 18:04
    Highlight Highlight "Die Universitäten haben derweil das humanistische Bildungsideal mit der Bologna-Reform den Bach hinuntergespült und sich auf einen stupiden Rankingwettlauf eingelassen."
    Könnte mir irgendjemand erläutern auf welchen Fakten und Grundlagen diese Aussage aufbaut? Oder ist dies nur Sehnsucht nach der "besseren" Vergangenheit?
    • Amadeus 14.07.2017 21:48
      Highlight Highlight @Flo93
      Auf welchen Fakten die Aussage beruht weiss ich leider auch nicht. Aber ich arbeite an einer Uni und kann bestätigen, dass das Ranking sehr wichtig ist. Es wird auch immer mit anderen Unis verglichen.
  • Daniel Caduff 14.07.2017 17:48
    Highlight Highlight Der "Gstudierte" war wohl schon seit 1848 immer ein Schimpfwort in der Schweiz. Unser Staatsmythos beruht ja auf dem Bild des Underdog-Bauern. Obwohl wir ein Hochtechnologieland sind, pflegen wir diesen vermeintlichen Bauernmythos - Der "Gstudierte" ist das Gegenstück dazu.

    Der Mythos bröckelt aber. Wer "nur" eine handwerkliche Leere gemacht hat, fühlt sich ev. mittlerweile als realer Underdog. Dazu passt auch, dass Chancengleichheit nicht gegeben ist. - In den USA erst recht nicht, aber auch in der CH hat ein Akademikerkind viel bessere Chancen, selber Akademiker zu werden.
    • Hierundjetzt 14.07.2017 22:05
      Highlight Highlight Chabis. 90% der Lehrlinge planen nach der Lehre eine Weiterbildung.

      Die Chance ist in der Schweiz nur darum *etwas* grösser, weil sich akademikereltern mehr um die schulischen Leistungen der Sprösslinge kümmern als andere.

      Hat nichts mit intelligenz aber sehr viel mit Fürsorge zu tun.

      Eine 20 jährige Coiffeuse mit Kind will noch Party machen, eine 35 Akademikerin weis im Gegensatz warum Sie ein Kind hat...
    • Weinglas 15.07.2017 12:18
      Highlight Highlight Planen = Träumen. Denn du musst selber bezahlen und das heisst viele zusätzliche Jahre neben der Arbeit irgendwie nen Murks hinbasteln. Nur weil "höhere Fachschule" irgendwie noch cool klingt und die nun auch irgendwas von Bachelor faseln, hat das mit FH oder Uni nix zu tun. Auch n Marketingkurs nach dem KV ist nicht im entferntesten ein 5jähriges Vollstudium. Die Statistiken beweisen: die extremst wenigen die es über den zweiten Bildungsweg an die Uni schaffen, sind eine absolute Ausnahme, nicht die Regel. Dazu (ebenfalls bewiesen) sind das nur noch Schweizer und obere Mittelschichtskinder.
  • Der müde Joe 14.07.2017 17:42
    Highlight Highlight Meine Mama sagt immer: "Dumm ist nur, wer dummes tut." Wie recht doch die Mama von Forrest Gump hatte!
  • LeChef 14.07.2017 15:24
    Highlight Highlight Leider scheitern Ungebildete Menschen häufig daran, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen. Das mag abgehoben klingen, es gibt aber einige, auch experimentell fundierte, psychologische Arbeiten dazu. Wie oft hört man an Stammtischen: "Es ist doch so einfach, die müssten nur dies und das machen, bla bla bla..". Aber wer zu allem eine Meinung hat, hat keine Ahnung. Das heisst NICHT dass Gebildete über alles Bescheid wissen, ganz im Gegenteil. Sie erkennen aber besser, wo ihnen das entsprechende Wissen fehlt und sind deshalb zurückhaltender, gerade in Gebieten in denen sie nicht ausgebildet sind.
    • bcZcity 14.07.2017 16:33
      Highlight Highlight Am Ende ist der Klatsch-Stammtisch oder das Geschwafel im Nobel-Italiener das selbe oberflächliche Gequatschte, einfach mit anderem Inhalt.

      Klar gibt es Unterschiede im Verhalten versch. Leistungsklassen. Aber es gibt auch dumme Menschen die gebildet sind, es gibt Menschen mit Professor und Doktor Titeln die sich höchst assozial Verhalten, einfach mit anderer Ausdrucksweise.
    • Pafeld 14.07.2017 17:01
      Highlight Highlight Der Begriff, den Sie suchen, nennt sich Dunning-Kruger-Effekt.
    • Vachereine 14.07.2017 20:22
      Highlight Highlight Dummes Geschwätz ist unter hochgebildeten nicht weniger. Es klingt nur anders.
      Das Gezänke unter Intellektuellen ist übrigens weder gesitteter noch seltener. Es klingt nur anders.
      Das intellektuelle Gehabe ist nur Show, um so zu tun, als gehöre man zu einem erlauchten Kreis besserer Menschen. Es hat dieselbe funktion wie das Blingbling von Gangster(rappern).
      Darum scheissen Studierte nicht, sondern sie defäkieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alterssturheit 14.07.2017 15:12
    Highlight Highlight Nach gut 30 Jahren Tätigkeit im HR stelle ich fest, Mitarbeitende mit HS-Abschluss sind so individuell unterschiedlich wie Ungelernte Berufsleute. Die einen kann man "brauchen", die anderen nicht - es braucht ja zum Glück noch mehr als ein Diplom um erfolgreich zu sein.
    • Töfflifahrer 14.07.2017 15:43
      Highlight Highlight Danke für den Beitrag, Sie sind leider einer der Wenigen, die das bemerken.
  • Thinktank 14.07.2017 15:06
    Highlight Highlight Hochqualifizierte Fachkräfte in der Schweiz? Völliger Schwachsinn. In den Führungsetagen der Schweizer Grossbetriebe hat es nur noch Deutsche. Jede Ausländerfamilie prügelt seine Kinder zur Uni, da sie wissen, dass sie sonst nur Hamsterradtreter werden. In der Volksschule gibt es Quoten, wieviele ins Gymi kommen und wer ein Looserleben führen wird. Das Schweizer Schulsystem ist ein Kastensystem analog dem Indischen mit einer geringen Durchlässigkeit. Das Ziel müsste sein, dass alle Kinder einen guten Schulabschluss haben, leider ist das ist aber nicht das Bildungsziel der Schweiz.
    • Hölzig 14.07.2017 15:40
      Highlight Highlight Denken Sie wirklich dass man ein Looserleben hat wenn man nicht das Gymnasium besucht?!
      Ich habe mich damals trotzt guter Aussichten gegen den Gymi entschieden. Und ja ich würde mich als superzufriedener Mensch bezeichnen. ☺
    • fcsg 14.07.2017 15:41
      Highlight Highlight Sorry, aber das ist völlig falsch. In kaum einem anderen Land ist die Durchlässigkeit so hoch wie in der CH. Auch ausserhalb des Gymnasiums gibt es so viele Möglichkeiten sich weiterzubilden, die Matura nachzuholen etc. Nenn mir ein Land, in welchem so viele Möglichkeiten gegeben sind! Aber es braucht halt schon ein bisschen Einsatz von jedem Einzelnen, nur Jammern über die "bösen" ausländischen Manager bringt dich halt nicht weiter.
    • fcsg 14.07.2017 16:58
      Highlight Highlight @Benot
      Was daran so toll ist? Ganz einfach, jeder kann selbst wählen, welchen Weg er gehen will, kann sich auf diesem Weg vertiefen oder nach der Lehre trotzdem noch studieren. Ich kenne viele, welche erst nach der Lehre die Matura gemacht haben, weil sie erst dann Interesse an einem Studium hatten. Das ist in anderen Ländern oft schon finanziell unmöglich.
      Weiss jetzt nicht, was daran lustig sein soll... Kenne das System NRW nicht, kann es daher auch nicht abschliessend beurteilen. Auch wenn es Gesamtschule heisst, gibt es aber weiterhin unterschiedliche Abschlüsse nach Leistungsfähigkeit.

    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 14.07.2017 14:59
    Highlight Highlight bildung ist wichtig und wird es auch bleiben.
    die konservativen, egal welcher couleur, wollen bildung verteufeln, mit dem ziel, dass die menschen nicht mehr mündig sind und den konservativen machthabern jeden scheiss ungefiltert aus der hand fressen.
    ein reines mittel, um die konservative macht zu festigen.
    • Hölzig 14.07.2017 15:41
      Highlight Highlight Rechtschreibung ist auch Bildung.
    • batschki 15.07.2017 08:25
      Highlight Highlight @Hölzig
      das war einmal ;-)
  • walsi 14.07.2017 14:57
    Highlight Highlight Bildung wird gerne mit Intelligenz verwechselt. Beides, Intelligenz und Bildung, nützt aber nichts wenn man sie nicht anwendet. Wie sagt man so schön, dumm ist wer Dummes tut.
  • Weinglas 14.07.2017 14:57
    Highlight Highlight Bildung ist nur so gut wie ihre Zugänglichkeit, ihre Verbreitung in einer Gesellschaft. Qualität stimmt in der Schweiz aber Quantität überhaupt nicht. Wir sind Schlusslicht auf dem Kontinent was Hochschulzugänge anbetrifft. Und Mittelschulen sind allgemeinbildend - Berufsleheren hingegen nicht. Das bringt spezialisierte, wenig allgemeingebildete Arbeiter hervor, die auch nur in der geschützten Werkstatt Schweiz arbeiten können. Die Folge: massivster Akademikermangel, der durch Importe kompensiert wird. Das ist zwar billig für alle Beteiligten aber extrem unfair unserer Jugend gegenüber.
    • Vachereine 14.07.2017 20:28
      Highlight Highlight Wir haben weder einen Fachkräfte- noch einen Akademikermangel. Das ist bloss der Vorwand der Economiesuisse, bzw. aller angegliederten Unternehmungen, um billigste Arbeitskräfte in Massen zu importieren.
    • Weinglas 14.07.2017 20:36
      Highlight Highlight Für niedrig bis mittel qualifizierte Jobs ist das wirklich top - keine Frage! Aber darüber sind junge Menschen eindeutig benachteiligt in der Schweiz. Wenn man flüchten muss um überhaupt studieren und das auch noch bezahlen zu können, dann stimmt was nicht. Die Industrie und die gesamte Bevölkerung soll für gute Ausbildung bezahlen - jeder profitiert davon schlussendlich. Importe sind unfair. BMS, FH usw. sind oft ein extrem viel längerer und ergo (Lebenshaltungskosten) ein viel teurerer Weg - das ist nicht fair. Genauso das in 26 unterschiedliche Gesetzte fragmentierte Stipendienwesen.
    • Schlumpfinchen #notmeus 15.07.2017 09:22
      Highlight Highlight Das stimmt doch einfach nicht Weinglas. Ich habe hier meine Augenoptikerausbildung (4 Jahre) gemacht. Danach hatte ich das Glück, in England für kurze Zeit in demselben Beruf zu arbeiten. Mit meinem Wissem konnte ich mit dem ausgebildeten Optiker (Collegeabschluss) locker mithalten und wusste auch im Verkaufsbereich bescheid. Die Angestellten im Verkauf haben ihr Handwerk in 2 Wochen Schnellbleiche erlernt und so nicht einmal ein gängige Kundenfragen beantworten können, was ich schon am ersten Tag, trotz kleiner Sprachbarriere hinkriegte. (Teil 2 kommt gleich)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maracuja 14.07.2017 14:48
    Highlight Highlight <Mittelstandseltern ist jedes Mittel recht, ihre Kinder in die Gymnasien und Universitäten zu hieven.>

    Nicht nur Mittel- sondern auch Unterschichtseltern erleben täglich in der globalisierten neoliberalen Arbeitswelt, dass man ohne höheren Berufsabschluss miese Karten hat. Dass ausgerechnet Sie in das Elternbashing miteinstimmen, wundert, Sie malen doch gerne schwarz, wenn es um Digitalisierung & Arbeitsplätze geht und schüren Ängste. Eltern sehen die Zukunft ihrer Kinder mit einem evtl. irgendwann kommenden Grundeinkommen von 2500 Fr. in einem sehr teuren Land halt nicht so toll wie Sie.
  • Karl33 14.07.2017 14:46
    Highlight Highlight "Dumm" ist polemisch. Korrekt ist "ungebildet" - oder will Löpfe etwa suggerieren, dass Menschen ohne Eliteschulabschluss dumm seien?
    • Mariolino 14.07.2017 15:04
      Highlight Highlight Ich bin total Ihrer Meinung. Die Welt ist voll von studierten Idioten und intelligenten Praktikern.
  • Don Alejandro 14.07.2017 14:42
    Highlight Highlight Die Erlangung von Bildung ist glücklicherweise in der Schweiz mehr oder weniger für alle zugänglich. Es ist also hauptsächlich auch eine Fleissarbeit, nicht zwingend unbedingt eine geistige Konstitution, welche gegeben sein muss. Da spielen soziodemographische Merkmale eher eine Rolle. Und das die Elite hauptsächlich aus Akademikern besteht, ist ja auch nicht sehr erstaunlich. Je besser die Bildung, desto besser die Fähigkeiten, zumindest im Regelfall. Aber die Abgrenzung ggü. dem Proletariat gibt es sehr wohl. Zürichberg verkehrt eher mit Goldküste, weniger mit Chreis Cheib.
  • Political Incorrectness 14.07.2017 14:42
    Highlight Highlight Die Bildung interessiert niemanden. Nur das Papier auf dem Bachelor/Master/whatever steht interessiert. Was die entsprechenden Personen überhaupt können, ist zweitrangig.
    Und ja, ich habe auch so einen Zettel und ja, ich spreche aus Erfahrung.
    • satyros 14.07.2017 15:14
      Highlight Highlight Ganz ohne Bildung gibt's den Zettel halt nicht. Klar kann man sich dieses Wissen auch ausserhalb der Uni aneignen, aber wie soll das ein potentieller Arbeitgeber überprüfen? Die Leute beim Vorstellungsgespräch abfragen?
    • Kyle C. 14.07.2017 15:31
      Highlight Highlight Etwas pauschal, aber ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Frage muss aber lauten, weshalb das so ist. Weshalb soll sich ein z.B. Wirtschaftsstudent tiefer mit Ethik, Philosophie, Politik oder Soziologie befassen, wenn er weiss, dass er nach ein paar Jährchen an der HSG einen 5-stelligen Check einzieht jeden Monat? Es liegt doch auch an diktierten Lebensidealen (Staat, Politik, Wirtschaft etc.) was erstrebenswert ist und was nicht. Wo sind die Strömungen, die eine lebenswertere Gesellschaft skizzieren und diese auch glaubhaft der Masse präsentieren können? Im Schatten des Geldes wohl...
    • batschki 15.07.2017 08:40
      Highlight Highlight @stef2014
      bin ganz Ihrer Meinung es liegt an den Lebensidealen!
      nur werden diese nicht diktiert - da könnte man sich ja dagegen wehren - unsere Gesellschaft/ Unkultur hat sich in diese rein konsequentialistische Richtung entwickelt. Ein alternativer Blickwinkel fehlt und jeder behauptet, es würde diktiert, durch die Macht der Umstände wohl.
      Aber Umstände können geändert werden, so man gemeinsam (allein schafft das keiner) den Willen dazu hat/ hätte
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nausicaä 14.07.2017 14:41
    Highlight Highlight MMn ist das Problem, das schlechte Bildung bei vielen den Selbstwert massiv beeinträchtigt. Ich, Arbeiterkind mit Hochschulabschluss, das auch nicht weiss was ein Padrino ist, würde mein Gegenüber einfach fragen, was es mir zum Essen empfehlen kann. Denn Bildung hat mir mitunter das Selbstvertrauen gegeben, zwischen (für mich) wichtigen und unwichtigen Inhalten unterscheiden zu können. Dieses Vertrauen fehlt vielen 'Ungebildeten', sie fühlen sich generell latent unwissend und das ist kein gutes Gefühl. Anstatt dann aber Bildung einzufordern, resignieren sie oder geraten auf die Neidschiene.
  • Vachereine 14.07.2017 14:38
    Highlight Highlight Wer es wirklich zu etwas bringen will braucht:

    1. reiche Eltern
    2. Fleiss

    Wer Punkt 1 nicht hat, kann ihn ersetzen mit

    3. verdammt viel Fleiss
    4. viel Glück

    wem das zu Mühsam ist , der entwickle statt 3. und 4.

    5. viel kriminelle Energie
    6. absolute Skrupellosigkeit

    Wer superreiche Eltern hat, kann auf die Punkte 1 bis 6 verzichten.

    Und: Für alle ist ein Uniabschluss mehr Zierde als Gewinn. Schon vor 30 Jahren bewiesen Studien einer Grossbank, dass das Lebenseinkommen von Uniabsolventen nicht höher ist, als jenes von Berufsausbildungsabgängern, wegen ca. 10 J. Erwerbsausfall.

    • Political Incorrectness 14.07.2017 15:11
      Highlight Highlight Vor 30 Jahre brauchte man auch noch keinen Hochschulabschluss um den Boden korrekt zu wischen...
    • Vachereine 14.07.2017 20:10
      Highlight Highlight @Political Incorrectness: Leider wahr.
  • dracului 14.07.2017 14:22
    Highlight Highlight Trumps Vater hat so viele Millionen gespendet, dass Donald Trump ein Bachelorabschluss gegeben werden musste. Auch Donald Trump hat es mit seinen Kinder gleich gemacht. Sind diese Leute nun gebildet oder haben sie einfach einen Hochschulabschluss (gekauft)? Man mag es Forrest Gumps Mutter glauben: dumm ist, wer Dummes tut oder eben gebildet ist, wer seine Bildung auch für etwas Sinnvolles nutzt. Drum sind alle Titel und Abschlüsse höchstens ein Indiz, aber kein Beweis für Bildung! Beim ganzen Trump-Clan scheint es, als warte man, bezüglich intelligenten Taten, lieber auf Godot!
  • John Smith (2) 14.07.2017 14:20
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, was «Padrino» im kulinarischen Zusammenhang bedeutet, und was eine Soppressata ist, musste ich auch zuerst nachschauen. Heisst das jetzt, dass ich dumm bin?
    • UHauser 14.07.2017 20:04
      Highlight Highlight Nope!
  • Gummibär 14.07.2017 14:01
    Highlight Highlight Bildung hat einen ganz eminenten Vorteil: Hat man sie, kann sie einem nicht weggenommen werden. Und meiner Ansicht nach darf fachliche und berufliche Bildung mit Hochschul und Universitätsbildung durchaus gleichgestellt werden.
    Was Ungebildete so maßlos ärgert ist die Tatsache, dass man Bildung nicht einfach kaufen kann wie eine diamantenbesetzte Uhr; man muss sie sich erarbeiten.
    Ungebildete sind nicht dumm. Sie sind faul !
    • Maracuja 14.07.2017 15:09
      Highlight Highlight Gummibär: Ungebildete sind nicht dumm. Sie sind faul !

      Eine solche plumpe Verallgemeinerung spricht m.E. nicht für Ihre Bildung. Mangelnde Bildung kann durchaus an fehlenden kognitiven Fähigkeiten liegen. Oder an tragischen sozialen Umständen. Misshandeln Erziehungsberechtigte ein Kind und reden ihm permanent ein, es sei dumm und unfähig, kann dies das Selbstvertrauen und den Willen zur Bildung brechen.
    • Gummibär 14.07.2017 18:13
      Highlight Highlight Durchaus wahr. Ich habe mich auf die Gegenüberstellung von "gebildet" und "dumm" im Titel bezogen.
      Die große Mehrzahl der Leute, die sich in der Schweiz und der USA ohne Bildung finden, haben es ganz einfach versäumt alle Möglichkeiten auszuschöpfen, sich eine anzueignen. Ich habe als 16-jähriger ungelernter Hilfsarbeiter ohne Elternhaus angefangen und meine berufliche Karriere am anderen Ende der Skala beendet. Vier Dinge haben mir dabei geholfen : Ich lerne gerne, ich arbeite gerne, ich bleibe nie jemandem etwas zu schuldig und ich weiss, dass Jammern noch nie etwas gebracht hat.
  • Bert der Geologe 14.07.2017 13:58
    Highlight Highlight Was ist daran falsch, 9 Monate die Brust zu geben, in Qualitätsläden einzukaufen und italienisch zu verstehen, sowie Demut und Bescheidenheit zu leben ? Falsch ist das Bashing von gut ausgebildeten Leuten, welches heute von einigen Medien und einer Partei gefördert wird. Professor oder Doktor sind zu Schimpfwörtern getrollt worden. Das ist falsch. Mehr zu wissen ist nicht gleich "besserwissen", sondern ermöglicht es, ein Problem von mehreren Seiten zu beleuchten.
    • Hierundjetzt 14.07.2017 14:22
      Highlight Highlight Gäll, Du hast keine Kinder?

      Wieviel genau verdienst Du? 5000.- / 6000.-?

      Reicht das für Deine Familie? Nein. Deine Frau muss wegen Deinem tiefen Einkommen arbeiten gehen.

      Der Mutterschaftsurlaub ist 3 Monate.

      Ab 10'000.- / Monat kannst Du in Zürich 3-4 Personen ernähren, ohne dass Deine Frau arbeiten muss

      Ratemal, wieviele in der CH 10'000.- / Monat verdienen... 😉

      PS der CH Lohnmedian ist 6000.-...
    • Kyle C. 14.07.2017 14:29
      Highlight Highlight Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt Sheldon. Eine gute Uni entlässt einen Studenten genau mit dieser Eigenschaft. Nur wird heute Studieren als haufenweise Theorie lernen und nix mehr verstanden. Viele weitere Aspekte eines Studiums werden dabei übersehen. Leider tragen auch viele Studenten zu diesem Bild bei. Muss man auch sehen...
    • Weinglas 14.07.2017 15:04
      Highlight Highlight Und einfach nur human. 25% brechen ihre Lehre ab, 60% machen danach was komplett branchenfremdes und 80% sind unzufrieden und geistig unterfordert im Job. So die Zeitungsberichte der letzten Wochen. Wenn Tradition, Kultur und gesellschaflicher Konsens hunderttausende Jugendliche dazu zwingen sich mit weniger als ihren tatsächlichen geistigen Möglichkeiten zufrieden zu geben, dann ist das eine grauenhaft egoistische Gesellschaft. Bildung ist mehr als nur Bezriebsmittel, es ist ein Menschenrecht. Sie öffnet einem die Welt und ermöglicht überhaupt erst persönliche Entwicklung. Aber nicht bei uns.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 14.07.2017 13:56
    Highlight Highlight Zitat:

    "Schweizer Bildungsforscher wie Stefan Wolter, Jürg Schweri (Hochschulinstitut für Berufsbildung in Zollikofen) und Ursula Renold (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Ex-Direktorin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie) machen ebenso wie Vertreter der Arbeitgeber im Gespräch deutlich, dass sie den Berufsbildungsweg als mindestens gleichwertig mit dem gymnasialen Weg betrachten."

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/berufslehre-oder-gymnasium-1.18460616

    Wenn man SF 1 von dieser Woche checkte, so gibt es derzeit mehrere tausend unbesetzte Lehrstellen 🙄!
  • Grundi72 14.07.2017 13:53
    Highlight Highlight Also wenn ich jeweils im Starbucks stehe oder wie kürzlich zum fancy Koreaner eingeladen werde und es mir scheint, ich sei der einzige Mensch auf der Welt der nicht weiss was Euro-Fusion-Bibimbab ist (war lecker!) dann komm ich mir nicht ungebildet vor, sondern frage mich womit andere ihre Zeit verbringen..!

    Und zum Glück zählt in der Wirtschaft nicht (nur) welche Ausbildung du mitbringst, sondern wie du diese PS auf die Strasse bringst. Und da zählen vor allem Wille, Charakter und harte Arbeit!

    Und zum Glück haben wir in der CH viele tolle Unternehmen wo wir unser Wissen einsetzen können!
    • ArcticFox 14.07.2017 14:37
      Highlight Highlight Wenn man Ihre anderen Posts kennt, scheint es, es wäre gut Sie würden etwas mehr Zeit in Horizonterweiterung investieren, satt nur in der Wirtschaft dem Geld hinterher zu rennen.
      Und: Wer gelernt hat, wie ein guter Kaffee schmeckt, geht nicht zu Starbucks. Das aber nur nebenbei...
    • Weinglas 14.07.2017 15:13
      Highlight Highlight Dann musst du aber zuerst das Wissen haben. Deine urschweizerischen Werte wie Gschaffigkeit und Wille können leider die Wissenslücken und der Mangel an Kulturtechnik sich eben gerade dieses effizient zu erschliessen nicht überbrücken. Sorry. Die Schweiz hinkt international hinterher. Unausgesprochene NC bei Mittelschulen, wie z.B in Zürich seit Jahrzehnten, sind verfassungswidrig. Stört aber keinen, wir haben ja noch nicht mal ein Verfassungsgericht... In der direkten Demokratie ist man sich aber immer dank kleinteiligem Föderalismus selbst am nächsten - auf Kosten der Minderheiten.
  • Hexentanz 14.07.2017 13:53
    Highlight Highlight Wenn immer wie mehr ins Gymi gehen und Matura machen und alles, damit sie dann wo normal KV oder so arbeiten, dann schwächt das sicher das gesamte System?

    Eigentlich sollte doch Gymi Spitzenkräfte machen für spezifisches und die Berufslehre (en lehr bringt mehr?) das breite Spektrum abdecken? Driftet glaube ich immer wie mehr richtung DE System. Da bist ja ohne Abi Wertlos quasi... unberechtigterweise. Finde die Berufslehren wichtig.


    PS: Sollte dieser Artikeltitel nicht eher bei
    "Cédric Wermuth: «Flüchtlings-Kinder sollen bei der Geburt den Schweizer Pass bekommen»"
    stehen? :D (Exgüsi)
    • Kyle C. 14.07.2017 14:08
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, Berufslehren abzuwerten. Sondern darum, die Berufslehre nicht als Ende des Bildungsweges anzusehen. Dank des doch breiten (Weiter-)Bildungsangebots kann auch eine BL eine gute Voraussetzung für eine akademische Laufbahn sein. Wenn man denn will und kann. Darüber hinaus spricht nichts dagegen, auch vermeintlich "einfache" Berufe mit zusätzlichem Wissen anzureichern und die Branche damit voranzutreiben.
    • Hexentanz 14.07.2017 14:11
      Highlight Highlight Ja stef2014 , ich meinte damit, dass wenn alle Studieren, das Studium gesamthaft gesehen an Wert einbüsst, da irgendwann jede Stelle irgend ein Titel will - aber eigentlich die Leute nicht mehr machen als in Berufslehren vermittelt wird.

      Sprich eine Gesunde Balance zwischen Lehren und Studiengängen ist sicherlich gut, oder?

      Sehe die Berufslehren nicht abgewertet, wenn dann eher Bald die Studiums, da diese immer wie mehr damit Enden, dass die Leute dann einfach quasi Sachen machen, welche auch in Berufslehren vermittelt wird, obwohl sie ja eigentlich mehr theoretisches Wissen haben.
    • Hierundjetzt 14.07.2017 14:24
      Highlight Highlight Hexentanz: 32% der Bevölkerung haben eine Matur.

      Wo exakt sind jetzt Deine Ängste?

      Die Schweiz besteht nicht nur aus der Stadt Zürich...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kommemtar 14.07.2017 13:53
    Highlight Highlight Meine Freunde werden so langsam alle mit dem Studium fertig und sind auf Jobsuche. Viele erhalten gut bezahlte Jobs mit sehr guten Leistungen. Ich mit Lehrabschluss und Weiterbildung erhalte schnell mal zwei bis dreitausend weniger, weil mir das entsprechende Diplom fehlt.

    Das Leute ohne Berufserfahrung, nur aufgrund eines Bachelor/ Master so viel mehr verdienen ist für mich einfach nicht mehr Nachvollziehbar. Schon gar nicht für Menschen, die in der Praxis absolut unbrauchbar sind...
    • capture 14.07.2017 14:25
      Highlight Highlight Sie deuten es ja gerade eben selber an. "... werden so langsam alle mit dem Studium fertig"

      Ich verstehe Ihren Unmut, trotzdem haben Sie vermutlich in der Zeit, in welcher Ihre Kollegen studierten, gutes Geld verdient.

      Ich habe ebenfalls eine Berufslehre gemacht und anschliessend für das FH ing-Studium drei Jahre auf Lohn verzichtet. Dass ich nun 2000.- mehr verdiene ist die logische Konsequenz, sonst wäre ja auch ein gewisser Anreiz weg.

      Bei der Unbrauchbarkeit in der Praxis muss ich Ihnen aber teilweise zustimmen.
    • x4253 14.07.2017 14:25
      Highlight Highlight Und du warst natürlich bereits am Schnuppertag der Produktivste im Betrieb.

      Und btw. hindert dich niemand daran, ebenfalls ein Studium zu beginnen.

      (P.s. lernen ist geil :p)
    • lvsc. 14.07.2017 14:31
      Highlight Highlight Dann hat wohl keiner deiner Freunde Ethnologie studiert ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ramy 14.07.2017 13:50
    Highlight Highlight Man darf jedoch nie Intelligenz mit Bildung verwechseln. Auch ein dummer Mensch, der nicht in der Lage sein wird irgendetwas selber zu denken oder herauszufinden kann eine hohe Bildung haben, indem er aufpasst und super im Auswendiglernen ist.
    Wobei auch ein intelligenter Mensch nicht zwingend einen Uni-Abschluss hat, vielleicht hatte er keine Lust mehr unnützes zu lernen und konzentriert sich lieber auf seine Arbeit in der er dann perfekt ist.
  • Nik G. 14.07.2017 13:40
    Highlight Highlight Unsere HR's, welche häufig Vorgaben von Amerikanischen Grosskonzernen erhalten, müssen wieder davon wegkommen nur Leute einzustellen welche einen Hochschul- oder Universitätsabschluss haben und Personen mit Lehrabschluss einstellen. Solange wir weiter nach Amerikanischen Vorlagen Menschen rekrutieren, passiert in der Schweiz früher oder später dasselbe.
    • NotWhatYouExpect 14.07.2017 14:08
      Highlight Highlight Kann ich nur bestätigen... man schaue sich nur mal die offenen Stellen für Software Entwickler / Applikations Entwickler an.

      Da wollen Sie teils für Bimbo Jobs einen Bachelor / Master den man auch ohne Probleme mit einem EFZ machen kann.
  • Kronrod 14.07.2017 13:37
    Highlight Highlight Das Problem könnte auch darin liegen, dass Universitäten wie Berkeley plötzlich ihre lange Tradition der Vielfalt und Meinungsfreiheit vergessen, wenn mal ein rechter zu Wort kommen soll. Diese Heuchelei wird eben nicht honoriert.
  • QR7000 14.07.2017 13:36
    Highlight Highlight .....Beispiele für eine verfehlte Politik an Hochsschulen gibt es duzendfach (Berkeley, Yale, Missou, Evergreen State College etc. wer Google der finde).

    Meiner Meinung nach ist die Kombination der horrenden Gebühren und der crazy Hochschulpolitik dafür verantwortlich, dass das Ansehen von Hocschulen so im Keller ist.

    PS. Herr Löpfe es wäre einmal interessant, wenn sie einen Artikel über die momentanen Vorgänge an US-Universitäten schreiben würden.
  • QR7000 14.07.2017 13:36
    Highlight Highlight Andererseits haben die Studenten auch abstruse Forderungen an ihre Hochschulen und deren Politik. Beispiele dafür ist die überbordendene Identity Politic, Safespaces, politische Korrekheit etc. , welche den Studenten vorschreibt was sie sagen dürfen und was nicht, aber auch einen Einfluss auf die Zulassung an die Universität hat. Es gibt Universitäten an der Studenten mit asiatischem Hintergrund fast doppelt so hohe SAT-Testergebnisse erzielen müssen wie z.B. schwarze Studenten, damit die Universität ihre Diversity-Quote einhält...... es folgt PArt 3
  • QR7000 14.07.2017 13:35
    Highlight Highlight Herr Löpfe zieht hier wieder einmal Schlüsse aus einer Umfrage, die ich so nicht treffen würde.
    Nicht Bildung hat in den USA ein schlechtes Ansehen sondern die Universitäten selbst. Dies meiner Meinung nach auch zurecht.
    So verlangen Universitäten einerseits horrende Summen, teilweise mehrere 100K, für einen Abschluss, welche die Absolventen danach abstottern müssen.... es folgt Part2
    • Richu 14.07.2017 15:06
      Highlight Highlight Auf der Liste eines renomierten,britischen Institutes vom Sept.2016 kommen die weltweit 10 besten Universitäten aus folgenden Ländern:
      - 6 aus den USA
      - 3 aus Grossbritanien
      - 1 aus der Schweiz (ETH Zürich)

      Wenn man nach dem Brexit Grossbritanien nicht mehr zu der EU zählt ist festzustellen, dass aktuell die EU-Länder keine "Spitzenuniversitäten" besitzen!
    • QR7000 14.07.2017 16:02
      Highlight Highlight Es geht in dieser Umfrage ja nicht um die Meinung von Fachleuten, sondern um die Meinung des "Otto-Normalverbrauchers". Daher ist ein solches Ranking irrelevant für die von Löpfe getroffenen Schlüsse.
  • Trump's verschwiegener Sohn 14.07.2017 13:35
    Highlight Highlight Das beste ist, wenn man sich sogar als jemand wie ich, welcher "nur" einen -wenn auch anspruchsvolleren- Lehrabschluss hat, schon sagen lassen musste:"Aber du bist doch einer dieser Studierten." Ich glaube das ganze Thema über die Beziehung zwischen den Schichten wird wie kein anderes darüber entscheiden, was aus der Welt wird. Und es gibt nur eines: Und zwar aufeinander zugehen mit Respekt. Uns Gebildeten wird dabei mehr abverlangt werden. Wenn der Gebildete dem weniger Gebildeten verständlich machen kann, dass es nicht für alles eine einfache Lösung gibt, dann ist schon einiges erreicht.
  • Fanta20 14.07.2017 13:33
    Highlight Highlight Die USA verfügen über ein Hochschulsystem, das den Zugang für die Mehrheit der Bevölkerung de facto ausschliesst, weil die Kosten für die Ausbildung selbst getragen werden müssen. Die oft bemühte Chancengleichheit ist ein toller, wenn auch zu jeder Zeit unwahrer Werbespruch aus den 1950er-Jahren - nichts mehr! Tragisch, aber verständlich dass Vertrauen in an sich wertvolle Institutionen schwindet.
  • remeto 14.07.2017 13:30
    Highlight Highlight Hat auch damit zu tun, dass heute statt harter Forschung auch sehr viele Faecher wie Gender Studies, Surf Science oder Pferdepsychologie angeboten werden und erforscht werden.


    Kein Wunder nimmt der Respekt vor Bildung ab wenn sich eine Uni damit beschaeftigt.
  • Luki Bünger 14.07.2017 13:25
    Highlight Highlight Ein weiteres Problem der Bildungsinstitutionen vor allem in den USA, aber in kleinerem Ausmass auch in der Schweiz, ist, dass sie sich als letztes Teil in die Unheilige Dreifaltigkeit bestehend aus Politik, Privatwirtschaft und Akademia einfügen. Die Politik dereguliert zugunsten der Privatwirtschaft, die Akademien liefern die "wissenschaftliche" Basis. Die Akteure wechseln fliegend und scheinbar nach Belieben das Metier, verpflichtet fühlen sie sich einzig ihrer Kaste.
    Das betrifft sicher nicht alle Fakultäten gleichermassen, ist aber deswegen nicht minder bedenkenswert.
    • Luki Bünger 15.07.2017 23:19
      Highlight Highlight Kein Problem, nur Ergänzung.
  • who cares? 14.07.2017 13:14
    Highlight Highlight Ich sehe das Problem auch darin, dass viele Leute das Gefühl haben, dass ein Universitätsstudium (v.a. Geisteswissenschaften) eine Jobausbildung zu sein hat. Wenn dann polemisch von den "Fachidioten ohne jegliche Berufserfahrung" gesprochen, muss ich sagen, ja, man geht nicht an die Uni um praktische Erfahrungen zu sammeln. Unversitäten haben nicht das Ziel Ausbildungstätten zu sein, die fixfertige Angestellten produzieren.
  • Kyle C. 14.07.2017 13:09
    Highlight Highlight Ich verstehe es hierzulande so: Das duale Bildungssystem hat eine inflationäre Titelvergabe zur Folge. FH's und Unis rücken näher zusammen, es entsteht Druck auf die Unis. Eliteschüler sehen sich also, analog ihren Vorgenerationen, gezwungen, sich vom Rest abzuheben, was zu einer zunehmenden Dekadenz eines kleinen Kreises führt. Das Prestigeobjekt ist dabei aber nicht die Bildung per se (die Formulierung ist etwas irreführend im Text). Prestige ist etwas (käufliches), das stets neu erfunden werden muss. Die Etikette ist dabei das Massgebende, nicht der Inhalt (Bildung).
  • neutrino 14.07.2017 13:07
    Highlight Highlight Ich liebe zweckfreie Bildung, aber man muss auch realistisch sein: der Wohlstand und Aufstieg ressourcenarmer Staaten wie der Schweiz, Korea, Japan, etc. beruht in erster Linie auf der Tatsache, dass in diesen Ländern überdurchschnittliche viele Unternehmen (in Technik, Autoindustrie, Banken, etc.) entstanden sind. Grundlage dieser Unternehmen waren keine geisteswissenschaftlichen Gedankengebilde, sondern harte Arbeit und solides technisches, mathematisches oder wirtschaftliches Wissen.
    • Kyle C. 14.07.2017 13:24
      Highlight Highlight Das ist eine ziemlich herablassende Bemerkung, mit Verlaub. Du solltest im Geschichtsbuch etwas weiter blättern und nachschlagen, auf welchen Gedankengebilden Kulturen, wenn nicht die ganze Menschheit, aufgebaut wurden. Und welcher Gattung diese schlauen Köpfe angehörten. Was du beschreibst ist "nur" der wirtschaftliche Output, aber mit Sicherheit nicht die Quelle des Erfolgs.
    • DerTaran 14.07.2017 13:32
      Highlight Highlight Mit der Gleichsetzung von Studium mit vermeintlich, unnötigen Geisteswissenschaften fängt das Problem an.
      Gerade selbsternannten Bünzern scheint nicht klar zu sein, dass es ohne Studierte all die netten Werkzeuge nicht geben würde, die ihnen heute die Arbeit erleichtern.
    • neutrino 14.07.2017 15:04
      Highlight Highlight Ich sage nicht, dass ich technische oder naturwissenschaftliche Studien als hochwertiger als klassische Geisteswissenschaften empfinde.

      Ich sage nur, dass der heutige (im Jahre 2017) materielle Wohlstand (inkl. Gesundheitsversorgung, etc.) der Schweiz vor allem auf dem hohen wirtschaftlichen Output beruht - ebenso in Korea, etc.
  • HansDampf_CH 14.07.2017 12:57
    Highlight Highlight Einen grossen Anteil daran hat wohl auch, dass Universitäten früher der Hort der Innovation und Veränderung waren.
    Heute sind viele dieser Ausbildungsstätten gleichschaltungsmaschinerien.
    • wossname 14.07.2017 13:36
      Highlight Highlight Gleichschaltung von aussen von gleicher Erkenntnis (von innen) zu unterscheiden ist leider sehr schwer. Ist es Gleichschaltung, oder kommen die Studenten einfach tendenziell zu einem ähnlichen Schluss?
  • Sam1984 14.07.2017 12:56
    Highlight Highlight Wenn man berücksichtig, dass sehr viele Berufe "verakademisiert" wurden (in Italien kann man z.B. Kosmetik studieren), dann wundert es mich nicht, dass das Pendel mal in die andere Richtung ausschlägt.

    Die Leute welche einen Beruf erlernt haben, welcher kein Studium benötigt fühlen sich zurückgelassen. Dabei benötigt es für die meissten Berufe kein Studium. Ich denke, dass Studiengänge wieder auf die "traditionellen" Gebiete beschränkt werden sollen. Denn wenn ein Studiengang nach Abschluss den Gang zum RAV zur Folge hat, dann ist er überflüssig.
    • W wie Wambo 14.07.2017 13:38
      Highlight Highlight Die traditionellen Gebiete wären Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie, oder?
      Viele Berufe wurden eben akademisiert wegen des Abweichens vom Humboldtschen Bildungsideal hin zu einer starken Berufsbezogenheit des Studiums, die der Wirtschaft dienen soll. Die kritische, humanistische Bildung bleibt dabei auf der Strecke. Es ist genau diese Entwicklung, die der Autor hier kritisiert.
    • Kyle C. 14.07.2017 14:22
      Highlight Highlight Wambo, wobei man sich über die Aktualität dieser Entwicklung, die der Autor beschreibt, durchaus streiten kann. Man sollte mal erkunden, ob diese Tendenz nicht bereits wieder vorbei ist. Ob man aus den zahlreichen Bankenskandalen, Korruptionsvorwürfen etc. nicht schon gelernt hat. Wird der Wirtschaftsstudent heute nicht stärker mit Ethik-Fragen konfrontiert als früher? Sind Technikstudenten nicht verstärkt mit Umweltfragen konfrontiert? Sind die Studentenzahlen im Sozialen Bereich nicht stark steigend? Ich mag diesen Artikel sehr. Fraglich ist nur, ob er nicht etwas spät erscheint...
  • Irchelpark-Schreck 14.07.2017 12:52
    Highlight Highlight
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  • ChiliForever 14.07.2017 12:52
    Highlight Highlight Sorry, aber wer die ganzen Zutatenlisten beim Italiener nicht kennt, hat kein Bildungs-/Intelligenz-/Intellekt- oder Sonst-Was-Problem, derjenige hat schlicht andere Interessen. Wer all solche Dinge kennt und davon noch viel mehr, schleppt eine Menge unnützes Wissen mit sich rum, auch wenn das vielleicht Wissen ist, das zu haben ganz angenehm ist.
    Da muß sich aber niemand grämen, wenn er bzw. sie das nicht weiß. Tut er/sie es doch, verwundert das bestenfalls.

    P.S. Ich sitze auch lieber in 'nem verwarzten Irish Pub. Und, bin ich jetzt ungebildete Unterschicht?
    • Wilhelm Dingo 14.07.2017 13:14
      Highlight Highlight @ThomasHiller: der Punkt ist, das ungebildete die irrelevante Zutatenliste nicht kennen der Gebildete aber bewusst entschiedet kann dass ihn das nicht interessiert und deshalb für sich als irrelevant erklärt.
    • wossname 14.07.2017 13:40
      Highlight Highlight Das Problem ist nicht, dass sie es nicht kannte, das Problem war, das sie sich ausgeschlossen und dumm fühlte, weil Bildung oft genau dazu misbraucht wird. Sozusagen als eine Art Geheimsprache für die Öberschicht.
    • ChiliForever 14.07.2017 15:24
      Highlight Highlight Da werden Probleme kreiert, die keine sind. Solche Dinge zu wissen oder nicht hat nichts mit hoher oder niedriger Bildung zu tun. Ich kenne genug Leute, die so etwas kennen oder auch nicht, mit deren Bildungsgrad hat das nichts zu tun sondern mit den Interessen oder dem, was ihnen jeweils wichtig ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 14.07.2017 12:47
    Highlight Highlight Super Aufenöffner Artikel!
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 14.07.2017 12:37
    Highlight Highlight Das liegt, wie Löpfe es beschrieb, auch hierzulande daran das Abschlüsse so häufig sind, das sich daraus immer weniger auslesen lässt ob jemand mehr Qualitäten hat als andere.
    Und Abschlüsse wie HF und Berufsprüfung usw. sind Teils auch von Arbeitgebern nicht mehr gewürdigt.
    Wer aber die Lehre macht und sich ev. bis zum Master Hocharbeitet bringt aber zweierlei mit, Praktisches und Theoretisches Wissen.

    Dann wäre da noch das Thema Allgemeinwissen und eben Geisteswissenschaften.
    Es sollte, wie Löpfe es auch schreibt, wieder mehr Philosophiert werden und der Humanismus gestärkt werden.
    • W wie Wambo 14.07.2017 17:21
      Highlight Highlight Im ersten Teil empfiehlst du eine Lehre zu machen, um anschliessend auf einem ähnlichen Gebiet einen universitären Master zu erlangen. In einer Lehre steht jedoch das fachlich relevante Wissen stark im Vordergrund, nicht die Philosophie oder die humanistischen Geisteswissenschaften. An Gymnasien stehen diese (zu recht) viel mehr im Fokus. Sollte man folglich nicht an die Kanti, statt in die Lehre, wenn man sowieso an die Uni will?
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 14.07.2017 18:05
      Highlight Highlight Eine Lehre mit Weiterbildung ist doch etwas anderes als Gymer und dann FH / Uni.

      Und Philosophie + Humanismus sollte in der Grundschule gelehrt werden
  • Plöder 14.07.2017 12:37
    Highlight Highlight Ein Hoch auf solche Artikel in Watson...

Dieses nukleare Grab im Pazifik droht gerade auszulaufen – Klimawandel und USA sei Dank

Auf den Marshallinseln wurden im Kalten Krieg mehr als 60 Atombomben getestet. Die radioaktiv verseuchte Erde wurde in ein Loch geschüttet und mit einer Betonkuppel versiegelt. Nun droht «The Tomb» jedoch auszulaufen.

Wo befindet sich eigentlich das am stärksten verstrahlte Gebiet der Welt? Fukushima? Tschernobyl?

Falsch. Es ist eine kleine Insel namens Runit auf den Marshallinseln. Forschende der US-amerikanischen Columbia University untersuchten das Gebiet für eine Studie und kamen zum Schluss, dass gewisse Strahlenwerte auf Runit bis zu 1000 Mal höher waren als in Tschernobyl.

Dies ist auch nicht weiter verwunderlich: Während dem Kalten Krieg haben die USA auf den Eilanden der Marshallinseln, die ungefähr …

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