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Pantominen auf einer Strasse in Portland (Bundesstaat Oregon). bild: upsplash

Warum die Frage «Wer bin ich?» zur wichtigsten Frage der Gegenwart geworden ist

Identität ist relevanter geworden als Klassenzugehörigkeit. Die Identitätspolitik führt in eine illusionäre Multi-Kulti-Gesellschaft oder zu einem neuen Faschismus. Das zeigt Francis Fukuyama in seinem neuesten Buch «Identity» auf.



Wer sich in den vergangenen 50 Jahren mit Sozialwissenschaften beschäftigt hat, stiess früher oder später unweigerlich auf die Bedürfnispyramide des Psychologen Abraham Maslow. Es handelt sich dabei um eine wissenschaftlich verbrämte Version des berühmten Spruchs des Schriftstellers Bertolt Brecht: «Das Fressen kommt vor der Moral».

Bei Maslow befriedigt der Mensch zunächst seine elementaren Bedürfnisse wie Essen und Schlafen, dann folgen Sicherheit und soziale und individuelle Bedürfnisse. Zuoberst thront die Selbstverwirklichung. Schön und gut, aber was genau ist dieses Selbst, das da verwirklicht werden soll? Dieser Frage geht der Politologe Francis Fukuyama in seinem neuesten Buch «Identity» nach.

epa05656751 Francis Fukuyama, director of the Center on Democracy, Development and the Rule of Law at Stanford University, speaks to an audience during the International workshop 'Post-election America: Political and economic challenges' at the Center for American studies, in Rome, Italy, 02 December 2016.  EPA/MAURIZIO BRAMBATTI

Ein Vordenker unserer Zeit: Francis Fukuyama. Bild: EPA/ANSA

Das Problem der Identität beschäftigt Philosophen und Theologen seit jeher. Hier eine begrenzte Auswahl der Antworten: Martin Luther wollte sich seine Identität nicht von einer dekadenten Kirche vorschreiben lassen und suchte sie im direkten Dialog mit Gott. Jean-Jaques Rousseau war überzeugt, dass dem Menschen eine edle Identität angeboren sei, die durch eine korrupte Gesellschaft beschädigt werde. Immanuel Kant glaubte an die Vernunft und an den freien Willen des Menschen.

Am weitesten lehnte sich Friedrich Nietzsche aus dem Fenster. Die Menschen seien nicht nur imstande, moralische Gesetze zu akzeptieren, wie das Luther und Kant postulierten, sie seien in der Lage, diese Gesetze selbst zu kreieren. «In Nietzsches Gedankenwelt ist das Herstellen von eigenen Werten die höchste Form der Kreativität», schreibt Fukuyama. «Seine überragende autonome Gestalt war Zarathustra, der angesichts des Todes des christlichen Gottes fähig war, alle Werte neu zu definieren.»

Im Mittelalter war Identität kein Problem

Die philosophischen Höhenflüge haben die meisten Menschen über Jahrhunderte kaum beschäftigt. Wer im Mittelalter als Bauernknabe in einem Dorf aufwuchs, dem stellte sich dieses Problem nicht. Er lebte in einer Grossfamilie, heiratete ein Mädchen, das seine Eltern für ihn ausgewählt hatten, und hörte auf das, was ihm der Pfarrer predigte.

Das änderte sich mit der Industrialisierung. Bauernknaben strömten in grosser Zahl in die Städte und arbeiteten nun in Fabriken. Sie lebten nicht mehr bei ihren Familien, sondern in Baracken, zusammen mit anderen Bauernknaben, die aus ganz anderen Gegenden stammten. Das öde, aber sichere Landleben wird durch ein hektisches, aber unsicheres Stadtleben ersetzt, der Priester durch politische Agitatoren.

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Die Industrialisierung hat die Frage der Identität aufgeworfen. bild: Upsplash

In dieser Situation stellt sich die Identitätsfrage unter ganz anderen Umständen. Wem kann ich trauen? Was will ich werden? «Die Fragen nach der Identität, die kein Problem im heimischen Dorf war, wird nun zentral», stellt Fukuyama fest.

Die Antwort darauf liefern Nationalismus und Religion. Es ist kein Zufall, dass Industrialisierung und Nationalismus im Westen Hand in Hand gingen. Die Bauern, die aus ihrer Dorfgemeinschaft in die Städte wanderten, fanden in einem übersteigerten Nationalismus, dem Chauvinismus, ihre Identität. Mit dem islamischen Fundamentalismus geschieht heute das Gleiche. Er verschafft entwurzelten Muslims eine Pseudo-Identität.

Warum ist die Antwort auf die Frage: «Wer bin ich?» so wichtig? Nur wer sie beantworten kann, kann auch Selbstbewusstsein und Stolz entwickeln. Genau dies gelingt im Zeitalter der Globalisierung immer weniger Menschen. Sie fühlen sich nicht nur wirtschaftlich betrogen, sondern auch politisch verraten, weil sie in den Medien nicht mehr stattfinden.

epaselect epa07134342 US President Donald J. Trump speaks during the Make America Great Again Rally in Hertz Arena, Fort Myers, Florida, 31 October 2018. Trump holds a national midterm campaign tour with rallies scheduled in key congressional districts and states including Florida, Missouri, West Virginia, Indiana, Montana, Georgia, Tennessee, and Ohio supporting the GOP majorities in the House and Senate.  EPA/CRISTOBAL HERRERA

Wiegelt die «vergessenen Frauen und Männer» auf: Donald Trump.  Bild: EPA/EPA

Menschen ohne Selbstwertgefühl werden zu politischen Zeitbomben. Nicht von ungefähr spricht Donald Trump von den «vergessenen Frauen und Männern» und höhnt über die snobistischen Eliten in den Städten. Er trifft damit genau den Nerv der Zeit. Mit der Elite in Medien und Universitäten und den Globalisten in der Wirtschaft hat er die idealen Feindbilder.

Ironischerweise haben die Linken den neuen Rechten den Weg dazu aufgezeigt. Weil in der modernen Wirtschaft die klassischen Arbeiter nur noch in der Erinnerung existieren, haben sie den Klassenkampf durch die Identitätspolitik ersetzt.

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Mann oder Frau? Trensgender-Personen pochen auf ihre Rechte.

Wie Rousseau berufen sie sich dabei auf den inneren Wert oder die Authentizität eines jeden Menschen und sein Recht auf Selbstverwirklichung. «Man hat den Menschen gesagt, sie sollen ihr inneres Selbst verwirklichen, sie sollen ‹authentisch› und ‹engagiert› sein», stellt Fukuyama fest. «Die Leere, die Priester und Pfarrer hinterlassen hatten, wurde durch Psychoanalytiker und Therapeuten aufgefüllt.»

Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen. Natürlich sind alle Menschen gleich viel wert, seien sie männlich oder weiblich, heterosexuell oder schwul, weiss oder farbig. Dummerweise wird so die Gesellschaft in immer kleinere Untergruppen aufgesplittert, die alle auf ihren Werten und Rechten beharren. Die Authentizität des Einzelnen steht über dem Wohl der Gemeinschaft.

Narzisstische Überhöhung, politische Korrektheit und Wehleidigkeit werden so zu Nebenerscheinungen der Identitätspolitik. Menschen vergleichen sich mit «Schneeflocken», weil sie wie diese einzigartig und verletzlich sind und geschützt werden wollen.

Das wissen rechte Demagogen auszunutzen. Sie spotten über diese «Schneeflocken» und bieten eine Alternative zur progressiven Identitätspolitik an, einen faschistoiden Nationalismus. «Indem er die politische Korrektheit frontal angreift, hat Trump eine entscheidende Rolle gespielt, den Fokus der Identitätspolitik von links nach rechts zu verschieben», stellt Fukuyama fest.

Multi-Kulti führt in die Sackgasse

Gemäss Fukuyama befinden wir uns heute zwischen Hammer und Amboss: Weil ihr eine übergeordnete nationale Leitkultur fehlt, führt die Identitätspolitik der Linken zu einer Multi-Kulti-Gesellschaft, die sich immer weiter aufsplittert und zu zerbrechen droht. Die Identitätspolitik der Rechten greift die Schwäche der Linken auf und bietet den «vergessenen Frauen und Männern» wieder Selbstbewusstsein in Form eines neuen Chauvinismus an. Wie können wir uns aus dieser misslichen Situation befreien?

Der Wunsch nach Respekt und die Antwort auf die Frage nach der Identität sind gemäss Fukuyama so stark, dass sie nicht ignoriert werden können. Eine rein rationale Multi-Kulti-Gesellschaft ist daher gemäss Fukuyama eine Illusion. «Demokratien werden nicht überleben, wenn die Bürger nicht bis zu einem gewissen Grad auf irrationale Weise über Stolz und Patriotismus mit Rechtsstaat und Gleichheit verbunden sind», stellt er fest.

Am Nationalstaat führt kein Weg vorbei

Daher ist es auch Wunschdenken, dass der Nationalstaat in absehbarer Zeit überwunden werden kann. Das heisst jedoch nicht, dass dies zwangsläufig zu einem Blut-und-Boden-Nationalismus führen muss. Eine Nation kann sich auch über ein gemeinsames Vermächtnis definieren, über gemeinsame Werte und Regeln des Zusammenlebens.

Fukuyama führt dazu das Beispiel der Idee einer Leitkultur an, betont aber, dass eine solche Kultur nicht auf Rasse oder Geburtsort basieren darf, sondern auf inklusiven gemeinsamen Werten. «Dabei müsse wir stets vor Augen haben, dass unsere Identität weder unabänderlich ist noch uns bei der Geburt gegeben wird», warnt Fukuyama. «Identität kann uns auseinanderdividieren, aber sie kann uns auch zusammenführen. Letztlich wird dies das Rezept gegen die populistische Politik der Gegenwart sein.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dä_Dröggo 19.11.2018 08:10
    Highlight Highlight «Demokratien werden nicht überleben, wenn die Bürger nicht bis zu einem gewissen Grad auf irrationale Weise über Stolz und Patriotismus mit Rechtsstaat und Gleichheit verbunden sind»

    Eben nicht! Stolz und Patriotismus sind nicht irrational, wenn man gemeinsam und föderalistisch organisiert einen Rechtsstaat organisiert, welcher jedermann Rechte garantiert. Das hat sehr viel mehr mit Rationalismus zu tun als Stolz oder Patriotismus.

    Dieser irrationale Stolz entsteht doch genau dann, wenn Demokratien mehr Schein als Sein sind.

    Echte Demokratien reflektieren sich selbst.
  • Mutzli 18.11.2018 17:43
    Highlight Highlight Habe als Historiker so meine Mühe mit diesem Artikel. Schon nur zum EInstieg das Mittelalter, mit seiner Standes- bzw. Identitätsobsession, als Beispiel eines Zeitlalters des friedlichen in-sich-ruhens anzuführen ist eine ziemlich steile Behauptung. Oder auch Identitätspolitik als Erfindung der Linken: Was genau war denn z.B. der von rechts gestützte Apartheid in den USA, wenn nicht pro-weisse Identitätspolitik? Gross anders ist es jetzt nicht mit dem Hauptziel "to trigger the libs".

    Btw. niemand nennt sich selbst snowflake, das ist immer eine Beleidigung von aussen.
    • Platon 18.11.2018 21:08
      Highlight Highlight @Mutzli
    • Platon 18.11.2018 21:16
      Highlight Highlight @Mutzli
      Genau! Ich wurde hier in den Kommentarspalten schon als Kulturnihilist bezeichnet. Dann gibt ohnehin den grossen Unmut, die Linken wollen alles gleichmachen blablabla. Die Linken kämpfen gerade gegen Identitätspolitik. Jeder soll so leben dürfen wie er will, dazu kämpfe ich für einen Gesellschaftsliberalismus. Aber seit wann will jetzt jede Gruppe „ihre Rechte“? Das gibt es nicht. Das wäre falsch. Löpfe versteht den Gesellschaftsliberalismus nicht, ich bin total schockiert. Und die ökonomische Dimension lässt er völlig ausser acht. Fukuyama vermutlich auch.
    • rodolofo 19.11.2018 07:58
      Highlight Highlight @ Platon
      Als Einer, der den "linken Kuchen" sehr gut kennt, muss ich Dir sagen, dass Du da ziemlich idealisierst.
      Ich tappe selber immer wieder in die Falle, das zu sagen, was ich mir wünsche, anstatt das, was ich real erlebe...
      Bei "Linken" läuft es im Grunde nicht viel anders, als bei "Rechten", ähnlich wie auch auf einem Bio-Bauernhof grundsätzlich Landwirtschaft betrieben wird.
      Den Unterschied sehe ich in einem pädagogischen "Sozialarbeiter-Ton" und in psychologischer Manipulation, die aber sehr schnell handfest und grob werden kann, wenn Du nicht "einsichtig" bist und parierst...
  • Platon 18.11.2018 16:29
    Highlight Highlight Jaja Löpfe und sein Lieblingspolitologe Fukuyama. Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass die Rechtsnationalen um ihre Identität fürchten, aber die ganze Theorie ist dann doch zu schwammig.
    1. Wer sind diese „Linken“? Ist jetzt alles von FDP bis SP links? Das ist lächerlich!
    2. Wie viel darf Identität kosten bzw. wie lange gehts, bis der weisse Kohlearbeitermerkt, dass Trump ihn aushöhlt?
    3. Unser Parlament ist nach wie vor ein Selbstbedienungsladen! Nur weils heute allen relativ gut geht, macht es dies nicht besser.
    4. Was kann ich als Multikulti dafür, dass die Rechten keine Kultur haben?
  • Pumba 18.11.2018 05:31
    Highlight Highlight Multikulti funktioniert leider nur im kleinen Rahmen. In Wahrheit entstehen einfach Parallelgesellschaften in einer Nation. Die meisten Kulturen bleiben in anderen Ländern unter sich. Viele Schweizer können dies nicht verstehen, da sie totale Individualisten sind und sich keinem Staat und Kultur zugehörig fühlen. Das gibt es sonst in der Welt doch eher selten, vor allem bei sogenannten Aussteigern. Das geht jedoch auch nur wenn man es sich leisten kann. Früher definierte eine Kultur eine Nation. Heute gibt es die Nation als solches gar nicht mehr..
    • Mutzli 18.11.2018 17:19
      Highlight Highlight @Pumba Gerade die Schweiz an sich ist der beste Beweis dafür, dass eine multikulturelle Gesellschaft nicht nur existieren, sondern auch erfolgreich sein kann. Wir gelten schliesslich nicht umsonst als "WIllensnation".

      Dazu kommt, dass die Idee einer Nation mit einer Monokultur etwas sehr ahistorisches ist. Wurde und wird zwar gerne oft herbeibeschworen, doch gab es das praktisch nie, auch nicht z.B. im Deutschland des 19. Jh. Damals wurde die Idee der Nation erst geboren und ein Sachse konnte mit einem Friesen nix anfangen, oder häufig auch nur verstehen.
  • Röleböle 18.11.2018 01:21
    Highlight Highlight hmmm, faktor digitalisierung wird meiner meinung nach (mindestens in diesem artikel) leider nicht berücksichtigt.
    die rasante digitalisierung führt zu auflöse erscheinungen der nationalstaaten; und dies ist auch das ziel der ultraliberalen silicon valley mega konzerne...
    also: einfach schön offen, flexibel und etwas kritisch bleiben, dann kommts schon gut.
    und immer wieder worte und aufmerksamkeiten mit fremden menschen teilen, dann wirds noch besser!
    :)

  • Statler 17.11.2018 21:27
    Highlight Highlight Das Problem ist doch, dass die «Vergessenen» tatsächlich vergessen, oder zumindest von den Multikulti-Begeisterten belächelt wurden. Statt aber den Dialog mit diesen Leuten zu suchen, hat man sie als ewiggestrig abgestempelt, ignoriert und ihnen eigentlich die Daseinsberechtigung abgesprochen. Nicht sehr fein und vor allem ein gemachtes Bett für Trump & Co.
    Was genau denen angeboten wird, ist zweitrangig, wichtig ist nur, dass ihnen vermittelt wird, sie würden wahrgenommen. Dass das irgendwann hochkochen würde, war abzusehen. Nur wurde man selbst belächelt, wenn man darauf hingewiesen hat.
    • rodolofo 18.11.2018 15:38
      Highlight Highlight Diesen weinerlichen Ton vertrage ich schlecht.
      Wurden denn "Grüne" je wirklich ernst genommen?
      Was sie sagten und ausprobierten, wurde belächelt.
      Heute ist vielen überheblichen Lächlern das Lachen vergangen, denn sie sehen, dass die "Propheten in der Wüste" recht hatten.
      Mir geht es nicht um diesen zweifelhaften Triumph des Recht Habens!
      Ich erwarte aber von der Gesellschaft, dass sie jetzt nicht in eine Richtung vorwärts stürmt, die sich mehrmals als falsch und verheerend erwiesen hat!
      Drei atomare Super-GAU's schrieen laut "STOP!".
      Und Du sagst mir, ich soll für Taube Verständnis haben?!
    • Statler 18.11.2018 16:54
      Highlight Highlight Das klingt sehr nach «wie du mir, so ich dir». «Du hast mir nicht zugehört, jetzt hör ich dir auch nicht zu» ist kindisch.
      Wenn man doch soviel schlauer ist, als die anderen, sollte man doch auch deren Fehler vermeiden, oder nicht? Ja, man soll (und muss) auch für die Tauben Verständnis haben, sonst wiederholen wir nämlich dieselben Fehler immer und immer wieder, einfach mit umgekehrten Vorzeichen.
      Ideologien taugen nichts, wenn sie einen Teil der Gesellschaft (welchen auch immer) ignorieren. Die Teile sind austauschbar, aber der Effekt ist immer derselbe: irgendwann melden die sich zurück.
    • Statler 18.11.2018 17:06
      Highlight Highlight Und nochwas: Du erwartest also von «der Gesellschaft» dass sie den richtigen Weg einschlägt, bist aber nicht gewillt, den Teil, der jetzt auf Abwegen ist, anzuhören und ernst zu nehmen?
      Sind die denn nicht Teil der Gesellschaft? Und denkst Du, die gehen weg oder werden vernünftig, wenn man sie ignoriert? Damit einen die Leute ernst nehmen, muss man ihnen zuhören und ihnen Verständnis entgegenbringen. Wenn man sie ignoriert und als Idioten und Nazis beschimpft, werden sie sogar wider besseres Wissen in die andere Richtung laufen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Buff Rogene 17.11.2018 20:13
    Highlight Highlight 2/2 (…) sondern von der Fähigkeit, genau solche Dinge für sich selbst herauszufinden. Insofern haut sich eine Gesellschaft, die - aus welchen (vorgeschobenen) Gründen auch immer - nicht bereit ist, von Beginn weg die Selbstständigkeit des Individuums im Denken und Leben zu fördern, selbst in die Pfanne: Sie produziert einen Haufen Mitläufer, Unselbstständige und Unemanzipierte, die einfache Antworten wollen, und schreit dann gross nach links- bis rechtspopulistischen Heilpflastern, wenn die Verunsicherten angesichts der Komplexität des Lebens überfordert sind....
  • Buff Rogene 17.11.2018 20:12
    Highlight Highlight 1/2 Das Problem ist nicht "eine fehlende Leitkultur", sondern, dass zu viele Mensche nicht selbstständig zu denken und leben gelernt haben - ausserhalb der Vorgaben dieser "Leitkultur". Diesen Menschen fehlt dann der "Hammer" - aber warum sollten Linke und "snowflakes" für diese Defizite gebasht werden? Reduziert man das Problem nicht auf die (einfache) Frage nach dem "Wer bin ich", sondern stellt die Frage nach dem "Was will ich (wissen, können etc)?", stellt man fest, dass genuines Selbstbewusstsein nicht von einer Leitkulturenidentität abhängt, (…)
    • Buff Rogene 17.11.2018 20:24
      Highlight Highlight 2/2 (…) sondern von der Fähigkeit, genau solche Dinge für sich selbst herauszufinden. Insofern haut sich eine Gesellschaft, die - aus welchen (vorgeschobenen) Gründen auch immer - nicht bereit ist, von Beginn weg die Selbstständigkeit des Individuums im Denken und Leben zu fördern, selbst in die Pfanne: Sie produziert einen Haufen Mitläufer, Unselbstständige und Unemanzipierte, die einfache Antworten wollen, und schreit dann gross nach links- bis rechtspopulistischen Heilpflastern, wenn die Verunsicherten angesichts der Komplexität des Lebens überfordert sind....
  • ströfzgi 17.11.2018 19:33
    Highlight Highlight Also die Maslov'sche Pyramide ist jetzt wirklich weeeeeeit her geholt. Mir fehlt die Berücksichtigung der geänderten Anforderungen der Gesellschsft und aufgrund dessen ein Vergleich aus heutiger Zeit. Vielleicht Ronaldo, vielleicht Putin, vielleicht Justin Bieber.
  • amRhein 17.11.2018 19:20
    Highlight Highlight
    Das Problem sind nicht Regeln, die sich Gruppen oder Gesellschaften selbst geben, sondern dass sich jene, die mehr haben auf ihr Mehr nicht verzichten (wollen). Damit entsteht sozialer Unfrieden und vor allem wird die Natur nachhaltig verändert/zerstört und damit die Unterschiede weiter verstärkt. Kurz: die Unvernunft und Gier zerstört Gesellschaft und Umwelt.

    Hatten wir so ähnlich schon mal mit Adel und Klerus. Der Kapitalimus war nicht wirklich *die* Lösung.
    • Garp 17.11.2018 20:14
      Highlight Highlight So einfach ist es ja auch nicht. Grad die Schweizer Bevölkerung, verzichtet immer wieder freiwillig auf etwas mehr. In andern Ländern gibt es diese Möglichkeit gar nicht.

      Es ging auch nicht um Regeln, sondern um Werte. Wir brauchen gemeinsame Werte um uns zu verbinden. Die dürfen aber nicht aus tausend Splittern zusammengesetzt sein und müssen doch möglichst viele Menschen ansprechen, ohne andere dadurch abzuwerten. Ein schwieriges Unterfangen.
    • amRhein 17.11.2018 21:15
      Highlight Highlight Genau, Regeln = Werte (oder umgekehrt)
      Wir Schweizer können uns aber nur selber Regeln geben.

      Eine Gesellschaft gibt es nicht nur in der Schweiz. Ich meinte alle Gesellschaften. Es ist ja nicht so, dass die kleine Schweiz unseren ganzen Planenten zugrunde richtet. Und auch nicht die Gier beschränkt sich auf die Schweiz - uns ginge es nicht so gut, wenn wir nicht auf Kosten anderer Gesellschaften unseren Wohlstand aufbauen könnten.

      Dass die Schweiz "freiwillig" auf etwas verzichtet habe ich noch nicht festgestellt. Ich bitte um klärende Beispiele.
  • Maracuja 17.11.2018 19:17
    Highlight Highlight <sondern auch politisch verraten, weil sie in den Medien nicht mehr stattfinden>

    Mir ist es egal, dass ich und die Menschen meiner Schicht in den Medien nicht stattfinden. Meine Identität und mein Selbstwertgefühl hängen nicht von der Beachtung einer kleinen, in ihrer eigenen Blase lebenden Gruppe ab. Wir sind weder politische Zeitbomben (in meinen Umfeld fällt niemand auf Demagogen rein) noch brauchen wir Belehrung, dass wir eine nationale Leitkultur benötigen. In meiner Nachbarschaft funktioniert Multikultur, weil man trotz kulturellen Unterschieden gemeinsame Ziele/Wünsche/Werte teilt.
  • bogan 17.11.2018 19:09
    Highlight Highlight Schöner Artikel! Religion und Nation als Krücken zur sinnstiftenden Identitätsfindung. Absolut nachvollziehbar - ich aber schwirr da lieber im wenig befriedigenden freien Chaos
  • Frank_Zapper 17.11.2018 19:06
    Highlight Highlight Wer Zeit hat sich über solchen Unsinn Gedanken zu machen, arbeitet zu wenig. Früher hatte man solche Probleme nicht.
    • rodolofo 18.11.2018 15:42
      Highlight Highlight Ja, früher wurde gesoffen und in den Weltkrieg gezogen. DAS waren eben noch Macher!
      Die machten fertig, und zwar gründlich.
  • Tobsol 17.11.2018 18:17
    Highlight Highlight +++rechte Demagogen ... bieten eine Alternative zur progressiven Identitätspolitik an, einen faschistoiden Nationalismus++++

    Warum so einseitig?

    Wenn linke Demagogen Gewalt gegen Andersdenkende einsetzen um ihre Ideologie durchzusetzen, ist das ebenso per Definition Faschismus. Und viele Linke tun das, siehe 1. Mai, G8 Gipfel, SJW und Feminismus.
    • äti 17.11.2018 20:52
      Highlight Highlight Demos / Proteste / Feminismus = Faschismus?

      Ich glaub, das muss man mir genau erklären.
    • aglio e olio 17.11.2018 21:05
      Highlight Highlight Sorry, Thema verfehlt. Aber sowas von...
    • Tobsol 18.11.2018 10:09
      Highlight Highlight @aglio e olio:
      +++Sorry, Thema verfehlt. Aber sowas von...+++

      Keineswegs.

      Der Autor gibt vor, Identitätspolitik führt zu Faschismus am rechten Rand. Ich korrigiere das: Es führt zu Faschismus an beiden Enden des Spektrums.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 17.11.2018 17:49
    Highlight Highlight Ohne Vater aufwachsend hatte ich in der frühkindlichen Phase keine Probleme damit.
    Dann folgte die Kindheit, in der mir von besorgten Mitmenschen eingeredet wurde, dass das sehr traurig sei.
    Als Kind willst Du unbedingt dazugehören!
    Also hatte ich artig und selbstkritisch Probleme mit dem fehlenden "männlichen Über-Ich", insbesondere während der Pubertät.
    Irgendwann am Ende meiner Identitäten Leidensgeschichte diagnostizierte dann eine Psychiaterin bei mir eine Persönlichkeits-Störung.
    Dann sagte ich mir: "Jetzt reicht's!"
    Seither läuft alles wie von selbst, auch ohne "Identität"...
    • Röleböle 18.11.2018 01:01
      Highlight Highlight gratuliere, du hast die identität "freiheit" erreicht.
      hoffe, du kannst dabei bleiben!
    • rodolofo 18.11.2018 15:51
      Highlight Highlight Danke, danke!
      Zur Freiheit gehört übrigens auch, temporär und FREIWILLIG in die Sklaven- und Knecht-Rolle zu schlüpfen. Unlogisch?
      Ich glaub schon, dass ich dabei bleiben werde.
      Freiheit zu erleben ist einfach ZU schön!
      Frei sein von Angst, dem Schicksal vertrauen, "zu spät" und gerade DARUM im richtigen Moment auftauchen, die Dinge reifen lassen, auch Streit und Trennung als Entscheidungshilfen akzeptieren, das anziehen, was zu einem passt und das abstossen, was nicht zu einem passt, usw.
      Frei sein von Moral und paradoxerweise gerade DARUM ein menschlicher Mensch sein.
      Viva la vita!
  • express 17.11.2018 17:34
    Highlight Highlight Danke für den Artikel!
  • Imnon 17.11.2018 17:33
    Highlight Highlight ICH ist niemals. ICH fliesst. Es ist nicht beständig, sondern in permanenter Veränderung. Alles andere sind Mythen.
    • Sebastian Wendelspiess 17.11.2018 18:20
      Highlight Highlight Interessanter Gedanke
    • wololowarlord 17.11.2018 18:36
      Highlight Highlight jeder der behauptet, dass er die alleinige wahrheit kennt, kann ich nicht ernstnehmen, sorry
    • Imnon 17.11.2018 19:17
      Highlight Highlight @wololowarlord
      Wer behauptet, es gäbe ein Ich, der macht es damit statisch. Ein statisches Ich entspricht der von dir erwähnten alleinigen Wahrheit.
      Bei einem fliessenden veränderlichen Ich ist hingegen nichts statisch. Es gibt kein Dogma und keine alleinige Wahrheit.

      Ganz abgesehen davon, ist das nicht meine Meinung, sondern aktueller wissenschaftlicher Konsens aus der Neuropsychologie und Psychologie.

      Kommt dazu, dass man einem statischen Ich ausgeliefert ist und quasi damit leben MUSS. Ein veränderliches Ich hingegen passt sich den Umständen an, kann heilen, wachsen, sich entwickeln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 17.11.2018 17:23
    Highlight Highlight Persönlich denke und befürchte ich, dass Identitätspolitik in Zukunft noch wichtiger werden wird. Weshalb? Der Kapitalismus und der technische Fortschritt überbrücken die Distanz zwischen Menschen immer schneller, der Spielraum nationale Regierungen wird dadurch kleiner, gleichzeitig sind viele wichtige Probleme nur noch im Staatenverbund zu lösen (Beispiel Klimawandel). Im Versuch, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und Handlungsfähigeit zu erhalten, werden politische Themen beackert, bei denen der Nationalstaat noch Handungsfähig ist, Identitätspolitik ist ein reaktionäres Beispiel davon.
    • rodolofo 17.11.2018 18:26
      Highlight Highlight Ich behaupte sogar, dass gegenwärtig ein Identitärer Faschismus heraufzieht!
      Weil es in den heutigen, global vernetzten und global austauschenden Gesellschaften mit einer entsprechenden Durchmischung der Gesellschaften mit Menschen aus allen Weltenregionen nicht mehr möglich ist, mit einem körperlichen Rassismus die Menschen auseinander zu dividieren, für das Machiavelli-Machtspiel des "Teile und Herrsche" versuchen die Neo-Faschisten und die mit ihnen liierten Rechtsnationalen, dieses Auseinander dividieren mithilfe von Identitäten zustande zu bringen.
      ...
    • rodolofo 17.11.2018 18:32
      Highlight Highlight ...
      In Russland beschwört Putin den Slawischen Menschentypus, der mit Demokratie nichts anfangen kann und der stattdessen lieber der autoritären Staatsmacht folgt, die wiederum mit dem Orthodoxen Patriarchat eng verbunden ist.
      In der Türkei beschwört Erdogan den Osmanischen Menschentypus, der dem von Putin beschworenen Russischen Menschentypus zum Verwechseln ähnlich ist, wenn da nicht Moscheen statt Kirchen wären.
      Und hier in der Schweiz beschwören Blocher und Köppel den "Richtigen Schweizer", der gegen Ausländer ist und diese Haltung auch durchsetzen will, wenn die DSI abgelehnt wurde...
    • rodolofo 17.11.2018 21:56
      Highlight Highlight Interessanterweise sind die Rechtsnationalen und die mit ihnen liierten Neo-Faschisten, die immer Nationale Identitäten beschwören in allen Ländern dieser Welt so uniform, wie die Uniformen, in denen sie jeweils stecken!
      Ihre Haupteigenschaften, wie Raffgier, Sadismus, Charakterlosigkeit und Opportunismus machen sie völlig austauschbar, an jedem Ort und zu jeder Zeit.
      Die "Identitären" sind wie prächtige Fassaden vor Baracken, oder wie aufgeblasene, prächtig bemalte Ballone.
      Sie sind fixiert auf Äusserlichkeiten, weil sie ihre innere Leere fürchten und von ihrer inneren Leere flüchten...
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  • zeromaster80 17.11.2018 17:18
    Highlight Highlight Als ob man Faschist oder Nationalist sein müsste um diesem ausufernden Identitätsquatsch der Linken schlecht zu finden, festigt dieser doch nur Unterschiede und ist zu oft purer Rassismus... Framing vom Feinsten.
    • Cédric Wermutstropfen 17.11.2018 18:12
      Highlight Highlight Schön gesagt 💁🏼‍♂️ Besser kann man es nicht formulieren.
    • Hackphresse 17.11.2018 20:26
      Highlight Highlight "Die Linken sind Kommunisten, wollen alle gleichschalten, wollen die Reichen schröpfen wollen die Identitäten und Kulturen abschaffen und blah blah blah..." poltert der SVP Rentner der mit 65 seine AHV-Rente geniessen kann weil er sich auch nicht mehr im Stollen16 Stunden am am Tag zu tode Krüppeln musste( beides Linke Errungenschaften übrigens), die aber dummerweise von SVP und FDP gekürzt werden muss um die Nächste Unternehmenssteuerreform zu finanzieren, damit die EMS-Chemie nicht ins Ausland abwandern muss.
    • zeromaster80 17.11.2018 21:09
      Highlight Highlight Du findest also Identitätspolitik etwas gutes? Da widersprechen Dir zum Glück einige Genossen.
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  • Rednerpult Tester 17.11.2018 17:14
    Highlight Highlight Schöngeist. Genau mein Thema. Was nützen all die individuellen Identitäten von heute?
    Die meisten sind unverbessliche Egos oder gar Narzisten. Wo wir daraus hingekommen sind erkennt jeder informierte Zeitgenosse.
    Es gibt weit mehr als das Selbst zu finden und sein. Das gemeinsame höhere Selbst ist Aufgabe und Ziel dem Unsinn Sinn zu geben. Nicht Religion. Bewusstsein ist der Weg.
    • rodolofo 17.11.2018 18:40
      Highlight Highlight "Identität" wird erworben, und zwar am natürlichsten und einfachsten in der frühkindlichen und kindlichen Phase, wo sie noch durch pures Nachahmen angenommen und eingeübt wird.
      Später stellen sich der Aufnahme weiterer neuer Identitäten bereits nachgemachte und eingeübte alte Verhaltensmuster entgegen.
      Dennoch sind auch spätere Veränderungen einer Identität möglich!
      Diese Veränderungsprozesse reagieren auf Veränderungen in der Umgebung als Anpassungsleistungen. Nicht mehr brauchbare Teile der Identität werden dabei fortgeworfen, neue Verhaltensweisen und Ausdrucksformen werden integriert.

Jetzt wird das Laborfleisch dem Bundesrat aufgetischt

Der Bund soll in Zukunft Fleisch aus dem Labor fördern. Das fordert eine im Parlament eingereichte Petition. Das Anliegen wird von den Parlamentariern kritisch beäugt.

Fleisch essen, ohne dass ein Tier dafür gelitten hat? Das könnte in Zukunft möglich sein – mithilfe von Laborfleisch. Dazu entnehmen Forscher Rindern, Enten oder Hühnern Stammzellen. Aus den Zellen wird in einer Nährlösung künstliches Muskel- und Fleischgewerbe gezüchtet. Nach vier bis sechs Wochen kann das künstliche Fleisch «geerntet» werden. 

«Eine Umstellung auf kultiviertes Fleisch spart Ressourcen, schont das Klima und reduziert tierisches und menschliches Leid», erklärt Pat …

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