Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hochpreisinsel Schweiz

Preisüberwacher: Post, Medikamente und Flughafengebühren kosten zuviel

Die Preise für Briefe, Pakete und Generika sowie die Gebühren am Flughafen Zürich haben den Preisüberwacher Stefan Meierhans im vergangenen Jahr beschäftigt. 



Ins Visier nahm der seit 2008 amtierende Preisüberwacher im vergangenen Jahr unter anderem die Preispolitik der Schweizerischen Post. Nachdem die Post die Forderung von Stefan Meierhans, die Preise für die Brief- und Paketpost zu senken, zurückgewiesen hatte, leitete er im Februar 2013 ein formelles Verfahren ein.

Die Post verzichtet bis im März 2016 auf Preiserhöhungen. Bild: KEYSTONE

Vor rund einem Monat einigten sich die beiden Seiten dann auf einen Kompromiss: Die Post verzichtet bis im März 2016 auf Preiserhöhungen für den Versand von A- und B-Post-Briefen sowie von Inlandpaketen. Im Jahr 2014 gibt die Schweizerische Post zudem jedem Haushalt vier Gratisbriefmarken im Wert von je einem Franken ab.

Generika sind zu teuer

Zu hoch sind aus Sicht des Preisüberwachers auch die Preise für Generika. Diese kosteten in den europäischen Vergleichsländern im Schnitt 42 Prozent weniger als in der Schweiz. Meierhans wiederholt in seinem Jahresbericht deshalb die Forderung nach einem Systemwechsel, den er bereits vergangenen Sommer ins Spiel gebracht hatte. 

Generika kosteten in den europäischen Vergleichsländern im Schnitt 42 Prozent weniger als in der Schweiz. Bild: KEYSTONE

So soll das heutige Vergütungssystem mit Selbstbehalt von einem sogenannten Festbetragssystem mit fixem Vergütungsbetrag pro Wirkstoff abgelöst werden. Wer aus medizinisch nicht nachvollziehbaren Gründen teure Marken bezieht, der soll den Aufpreis gegenüber dem jeweils günstigsten Generikum selber berappen müssen. Dadurch könnten gemäss Meierhans jährlich 388 Millionen Franken eingespart werden.

Streit um die Flughafengebühren

Beim Streit um die Flughafengebühren fordert «Monsieur Prix» ein Einschreiten des Bundesrats. Mit den von den Flughafennutzern erhobenen Gebühren finanziert der Flughafen Zürich seine Betriebs- und Infrastrukturkosten. Die Verhandlungen über die künftigen Gebühren zwischen den Fluggesellschaften und dem Flughafen waren im vergangenen August ergebnislos zu Ende gegangen.

Beim Streit um die Flughafengebühren fordert «Monsieur Prix» ein Einschreiten des Bundesrats. Bild: KEYSTONE

In der Folge setzte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Gebühren fest. Die Swiss kritisierte diese als zu hoch und reichte zusammen mit anderen Fluggesellschaften Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Auch der Preisüberwacher hatte die Gebühren zuvor als wettbewerbsschädlich bezeichnet. 

Die geltende Verordnung über die Flughafengebühren lasse es zu, dass der Flughafen «trotz Rekordergebnis die Gebühren erhöhen und seine Gewinne auf Kosten der Passagiere steigern» könne, hält Meierhans in seinem Jahresbericht 2013 fest. Den Bericht präsentierte der Preisüberwacher am Freitag in Bern. «Eine Revision der Verordnung durch den Bundesrat ist deshalb klar angezeigt», heisst es im Bericht. Auch Bundesrätin Doris Leuthard habe im Parlament eingeräumt, dass die derzeitige Verordnung flughafenfreundlich sei. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Interview

WEF-Chef Schwab: «Wenn wir nichts unternehmen, kommen die Veränderungen durch Gewalt»

Die Corona-Krise zeigt: Wir müssen den globalen Kapitalismus neu definieren, sagt Klaus Schwab, Chef des WEFs. Sonst komme die Veränderung mit Gewalt.

Seit Anfang des Jahres arbeitet Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums WEF, im Homeoffice. Noch nie habe er so viele Menschen getroffen wie in den vergangenen Monaten – aber eben nur virtuell, erzählt der 82-Jährige am Telefon.

Seit 50 Jahren lädt er Regierungschefs, Majestäten, Vorstandsvorsitzende, Menschenrechtler und Umweltaktivisten nach Davos, um sie ins Gespräch zu bringen. Im Januar 2021 wird es coronabedingt nur ein virtuelles Treffen geben. Das eigentliche Forum wurde auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel