Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Angus Deaton erhält den Wirtschafts-Nobelpreis. Er ist überzeugt: Alles wird besser

Deaton ist britisch-amerikanischer Doppelbürger. Er lehrt an der Princeton University, glaubt an den Fortschritt und hält nichts von Entwicklungshilfe.



epa04974786 (FILES) Undated file picture provided by Princeton University of Angus Deaton, who was awarded the Nobel Prize in Economics, it was announced in Stockholm, Sweden, 12 October 2015. Angus Deaton, aged 69, is based at Princeton, where he researches health, wellbeing, and economic development. He is the Dwight D Eisenhower professor of economics and international affairs at the Woodrow Wilson School of Public and International Affairs at Princeton.  EPA/Larry Levanti   EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Glaubt an Fortschritt und Aufklärung: Wirtschaftsprofessor Angus Deaton
Bild: EPA/PRINCETON UNIVERSITY

Weil sie uns ständig alles Üble prophezeit, wird die Volkswirtschaft im Englischen auch die «dismal science» genannt, die «trostlose Wissenschaft». Angus Deaton, 69, gehört definitiv nicht in diese Schublade. Der an der Princeton University in den USA lehrende Ökonomieprofessor verkörpert den Mensch gewordene Optimismus. Die Botschaft seines letzten Buches «The Great Escape» (Die Grosse Flucht) lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Alles wird besser.  

Die globale Ungleichheit nimmt ab

Deaton’s «The Great Escape» ist eine Hymne auf die Aufklärung und die industrielle Revolution. Dank wissenschaftlicher Erkenntnis und technischem Fortschritt leben wir länger, gesünder und glücklicher. Den Menschen ist es noch nie so gut gegangen – und es wird ihnen künftig noch besser gehen. Selbst wenn die Ungleichheit in einzelnen Ländern zunimmt – beispielsweise in den USA – nimmt sie global gesehen ab.

«Die extreme Ungleichheit in den USA ist zu einem Problem geworden. Die Superreichen ziehen die Leiter hinter sich hinauf und lassen die anderen im Stich.»

Angus Deaton

Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die rasante Entwicklung in Asien.   Angus Deaton ist jedoch kein kritikloser Schwärmer. Er untermauert seine These mit einer Vielzahl von empirischen Fakten; und er sieht auch nicht alles durch eine rosarote Brille. «Die extreme Ungleichheit in den USA ist zu einem Problem geworden», erklärt er in einem Youtube-Video. «Die Superreichen ziehen die Leiter hinter sich hinauf und lassen die anderen im Stich.» Ebenso weist er auf die Schattenseiten eines ungezügelten Wirtschaftswachstums hin, auf die Gefahr der Klimaerwärmung, beispielsweise.

Technokraten richten in der Dritten Welt Schaden an 

Wenig Sympathie hat Deaton hingegen für die Entwicklungshilfe. Wie der bekannte Kritiker William Easterly glaubt er, dass westliche Technokraten in der Dritten Welt mehr Schaden als Nutzen anrichten. «Die grosszügigen Hilfsgelder erlauben es den Tyrannen, ihre Bürger auszubeuten, indem es ihnen gelingt, grosse Beträge ins Land zu locken, mit denen sie sich an der Macht halten können», schreibt er in einer Besprechung von Easterly’s Buch «The Tyranny of Experts».

Deaton unterscheidet sich jedoch von Easterly in einem entscheidenden Punkt. Das Problem vieler Entwicklungsländer bestehe nicht darin, dass die staatliche Bürokratie ausufert. Es liegt darin, dass sie für ihre Staatseinnahmen fast ausschliesslich auf Hilfsgelder angewiesen sind und keine Steuereinnahmen generieren können. Sie richten ihre Politik deshalb nach den Wünschen der westlichen Technokraten und nicht nach den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung. Deshalb haben sie auch kaum Anreize, die Bedingungen zu verbessern.

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 12.10.2015 17:17
    Highlight Highlight Es gibt aber keinen Wirtschafts-Nobelpreis sondern nur den von der Schwedischen Reichsbank gestifteten Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften. Der gute Nobel hielt nämlich nicht sehr viel von Wirtschaftswissenschaften...
    • Philipp Löpfe 12.10.2015 17:38
      Highlight Highlight Wow! Jedes Jahr wieder kommt diese völlig irrelevante Belehrung.
    • TanookiStormtrooper 12.10.2015 17:41
      Highlight Highlight Jedes Jahr schreiben alle Journalisten vom Wirtschafts-Nobelpreis. Ich gebe zu, der echte Name ist unglaublich lang. ;)
    • Bowell 12.10.2015 22:07
      Highlight Highlight Ja genau...völlig irrelevant. Nächstes Jahr heisst der Preis dann Oscar in Wirtschaftswissenschaften oder goldene Business-Palme von Stockholm. Aber jetzt mal im ernst, Nobel hat die Ökonomen bewusst aussen vor gelassen. Es ging ihm ja auch darum Menschen auszuzeichnen die der Menschheit den grössten Nutzen gebracht haben, was für die "richtigen" Nobelpreisträger auch grundsätzlich stimmt (oder zumindest die Tendenz dazu). Alles andere ist Zugemüse und da soll sich dafür interessieren wer will, identisch mit dem von Alfred Nobel persönlich gestifteten Preis ist er aber ganz bestimmt nicht;)!

Bund rechnet mit Überschuss von 2,8 Milliarden Franken

Der Bund rechnet auch dieses Jahr mit einem Milliarden-Überschuss. Gemäss der ersten Hochrechnung dürften Ende Jahr 2.8 Milliarden Franken in der Bundeskasse bleiben.

Budgetiert waren 1.2 Milliarden Franken. Der Bundesrat hat diese Zahlen am Mittwoch zur Kenntnis genommen. Zum Überschuss kommt es, weil die Einnahmen über und die Ausgaben unter den Erwartungen liegen.

Die Einnahmen dürften um 0.7 Milliarden Franken höher liegen als budgetiert. Hauptgrund ist die direkte Bundessteuer. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel