Wirtschaft
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epa04555766 Sahra Wagenknecht, federal vice-chairwoman of the Left party, speaks at the party's 2015 kick off event at the Volksbuehne in Berlin, Germany, 11 January 2015. Wagenknecht spoke about the the pegida movement in Germany and the misinformed accusations of its participants.  EPA/PAUL ZINKEN

Begabte Rednerin: Sahra Wagenknecht. Bild: EPA/DPA

Wie Sahra Wagenknecht die Marktwirtschaft retten will

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag galt lange als Vorzeige-Kommunistin. In ihrem neuen Buch  plädiert sie für eine Marktwirtschaft – allerdings dezentralisiert und ohne Geldadel.



Sahra Wagenknecht ist promovierte Volkswirtin. Sie ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen und gilt bis heute als eine Art Vorzeigekommunistin. Gleichzeitig ist sie die derzeit wohl bekannteste und einflussreichste Vertreterin der deutschen Linken.  

Bild

Wagenknechts Abrechnung mit dem feudalen Kapitalismus.

Nun hat Wagenknecht ein neues Buch vorgelegt. «Reichtum ohne Gier» heisst es und ist erwartungsgemäss eine Abrechnung mit dem Kapitalismus, aber überraschenderweise auch ein Plädoyer für die Marktwirtschaft. Ein Widerspruch in sich also? Keineswegs. Aber der Reihe nach:  

Zurück zum demokratischen Gemeinwesen

Bei ihrer Analyse der aktuellen Entwicklungen bewegt sich Wagenknecht auf mittlerweile bekannten Pfaden: Die Reichen werden immer reicher, die Globalisierung führt zu einer weltweiten Supply Chain, bei der Güter ökonomisch sinnlos und ökologisch mit katastrophalen Folgen um die Welt geschippert werden. Der Mittelstand droht zu verarmen und es entsteht ein neues Prekariat.

Schon im Vorwort stellt Wagenknecht deshalb klar:

«Wenn wir wieder in wirklich demokratischen Gemeinwesen leben wollen, gibt es daher nur den umgekehrten Weg. Nicht die Politik muss sich internationalisieren, sondern die wirtschaftlichen Strukturen müssen dezentralisiert und verkleinert werden. Wir brauchen globalen Austausch und Handel, aber wir brauchen keine Räuberbarone, die auf drei oder vier Kontinenten produzieren lassen und sich jeweils die Orte mit den billigsten Löhnen und den niedrigsten Steuern aussuchen können.»

Die bürgerliche Gesellschaft ist mit einer falsch verstandenen Globalisierung im Begriff, ihr Erbe der Aufklärung zu verraten. Nicht mehr die Leistung zählt, sondern die Abstammung. Wagenknecht verweist auf Thomas Piketty, der in seinem Bestseller «Das Kapital des 21. Jahrhunderts» detailliert aufgezeigt hat, dass die Kapitalrendite grösser ist als der Ertrag, der sich aus produktiver Arbeit erwirtschaften lässt. Eine immer weiter auseinanderklaffende Reichtumsschere ist die unausweichliche Folge davon.

«Wo die wirklich grossen Einkommen nicht auf Arbeit, sondern auf Vermögen beruhen, führt der Weg zu ihnen auch nicht über Fleiss, Intelligenz und Anstrengung, sondern in erster Linie über Erbschaft oder Heirat.»

Sahra Wagenknecht

Gleichzeitig warnt sie eindringlich davor, dass der technische Fortschritt allein die Entwicklung zu einem feudalen Kapitalismus nicht aufhalten kann.  Sie verweist auf Peter Thiel, PayPal Mitbegründer, Milliardär und Vordenker im Silicon Valley. Dieser hat jüngst klar festgehalten, dass der digitale Kapitalismus sein Heil nicht mehr im Wettbewerb, sondern im Monopol sieht. Google, Facebook & Co. funktionieren nach dem Motto: Wettbewerb ist für Verlierer.

Auch die Linke interessiert sich nun für das Finanzsystem 

Seit im Herbst 2008 eine Kettenreaktion im Bankenwesen beinahe die Weltwirtschaft in die Knie gezwungen hat, beginnen sich auch Linke für die Finanzindustrie zu interessieren. So auch Wagenknecht. Sie widmet den Banken und der Geldpolitik ein eigenes Kapitel. Dabei befasst sie sich ausführlich mit dem Fiat Money und dem fraktionalen Bankenwesen und kommt dabei zum Schluss, dass Vollgeld zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber trotzdem nur die halbe Miete sei.

Stopp! Das Ganze nochmals in der Verlangsamung: Als Fiat Money bezeichnet man das Privileg der Banken, mittels Kredit selbst Geld drucken zu können. Unter dem fraktionalen Bankwesen versteht man die Tatsache, dass die Banken nur einen kleinen Teil ihres Fiat Moneys bei den Zentralbanken mit Reserven absichern müssen. Und mit Vollgeld soll den Banken die Erlaubnis zum Gelddrucken wieder entzogen und allein der Notenbank übertragen werden. In der Schweiz ist übrigens im letzten Herbst eine Vollgeld-Initiative erfolgreich eingereicht worden.

Die Kette zerschlagen

Wagenknecht glaubt, dass Vollgeld allein nicht genügen wird, weil die Banken immer neue Tricks zur Geldvermehrung finden würden. Sie fordert daher eine radikalere Lösung, die Zerschlagung des bestehenden Bankenwesens und die Gründung von Gemeinwohlbanken. «Wer eine Kettenreaktion verhindern will, muss die Kette zerschlagen», so Wagenknecht.  

Ebenfalls über die Klinge springen müssten Euro und die Europäische Zentralbank (EZB). «Die Eurozone ist nicht demokratisch gestaltbar, sie verfügt nicht einmal über demokratische Institutionen», so Wagenknecht. Deshalb will sie zurück zu nationalen Währungen, die durch Kapitalverkehrskontrollen vor Spekulanten geschützt werden.  

«Das Eigentumsrecht sollte also den privaten Lebensbereich schützen, nicht aber gesellschaftliche Machtstellungen.»

Sahra Wagenknecht

Anstatt Grossbanken, die rund um die Welt tätig sind und mit hochkomplexen Finanzinstrumenten undurchsichtige Spekulationen tätigen, schlägt Wagenknecht gut überwachte, regionale Gemeinwohlbanken vor. Diese versorgen die Wirtschaft mit Krediten, mehr nicht. Der Beruf des Bankiers wird wieder langweilig – und das ist gut so. Den Staat zu finanzieren ist Aufgabe der Notenbank.

So müsste die digitale Marktwirtschaft aussehen

Und wie hält es die ehemalige Vorzeige-Kommunistin Wagenknecht mit dem Recht auf Eigentum? «Das Eigentumsrecht sollte also den privaten Lebensbereich schützen, nicht aber gesellschaftliche Machtstellungen», lautet die Antwort. «Es sollte zu Anstrengung; Kreativität und Leistung motivieren, aber kein Instrument der Bereicherung zulasten anderer sein.»

Die Marktwirtschaft der digitalen Gesellschaft sieht gemäss Wagenknecht idealerweise wie folgt aus: «Sie sollte die Freiheit unternehmerischer Initiative sichern, aber zugleich die neofeudalen Konsequenzen des heutigen Wirtschaftseigentums – leistungslose Einkommen und die Vererbbarkeit der Kontrolle über Unternehmen – vermeiden.»

Small is beautiful

Diese Marktwirtschaft wird nicht mehr von multinationalen Konzernen mit ihrer globalen Supply Chain beherrscht. «Eine moderne Wirtschaftsordnung muss deshalb eine Marktverfassung anstreben, die die Unternehmen auf kleinste technologisch sinnvolle Grösse reduziert», stellt Wagenknecht fest.

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stefan.Alex.H 06.05.2016 12:54
    Highlight Highlight Und auch hier wieder...zum Nachdenken mit Humor ;)
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  • Deleted93 06.05.2016 08:16
    Highlight Highlight Teil2
    4. Unterrichte in der Schule praktisch nichts über politische und soziale Themen, lieber Mathe, am besten 10 Stunde die Woche. So wer hat noch Zeit und Kraft und Lust für Politik? Hmm scheint als hätten wir gute Arbeit geleistet ;-) Habe ich was vergessen?
    • Deleted93 06.05.2016 08:45
      Highlight Highlight Ja natürlich fehlt noch einiges. 5. Lenke mit emotionale Themen (Ausländer), von den eigentlichen Problem ab und hole dir so stimmten für deine eigentliche politischen Ziele. 6. Verbreite Angst mit Krieg oder Terror unter deiner eigenen Bevölkerung damit sie dir Blind vertrauen. 7 Schränke die Medienfreiheit ein. 8. Gewinne Wahlkämpfe mit Geld und nicht mit Sachthemen (gerüsst sei die SVP). Neverending Story könnte sich doch glatt in der besten Demokratie der Welt abspielen, der Schweiz :-)
  • Deleted93 06.05.2016 08:15
    Highlight Highlight Teil1
    Wie bringt man die Masse dazu sich nicht zu viel mit der Politik auseinander zu setzen? 1. Lass sie genug arbeiten das sie müde werden und sie sich praktisch nur noch über die Arbeit definiert. 2. Gib ihnen ein bisschen Reichtum sodass sie faul werden und sich nicht über anderen unverschämten Reichtum aufregen. 3. Alkohol und Brüste, lass den Mensch (Man) sich alle trieben hingeben um das Hirn auf Sparflamme zu setzen um andere Region das „Denken“ zu übergeben.
  • Deleted93 06.05.2016 08:09
    Highlight Highlight Sie können ja weiter auf die Spitze treiben. Bis es der Masse ushänkt und die Guillotine auf dem Bäreplatz hingestellt wird und eine neue Französische Revolution eingeleitet wird... Das Hauptproblem in unsere Hemisphäre ist doch das es uns noch nicht genug schlecht geht und wir deshalb noch zu faul sind uns gegen die "Reichen" aufzulehnen. Hinzukommt, dass täglich Menschen an Hunger wegen unserem Kapitalistischen System sterben hat uns bis jetzt ja auch nicht wirklich interessiert, leider...
  • Jokerf4ce 06.05.2016 07:29
    Highlight Highlight Da kommen wir allerdings wieder am Punkt an das unsere Welt nicht vom Kapitalismus geleitet wird sondern vom sogenannten sozialismus oder koorperatismus.

    Bzw. Der Staat schafft unfaire Bedingungen, ein Beispiel :

    Starbucks hat seine Marktposition durch Steuerhinterziehung im ganz grossen Stiel erhalten.

    Und bildet so Monopole, ps. Der Staat ist Das schlimmste Monopol das es gibt.

    Und verdammte Linken,
    der glaube ich kein Wort.

    Die Schere der Vermögen wird immer grösser, die Mitte schmilzt dahin, die reichen werden immer reicher, und die armem immer mehr.
    • Homes8 09.05.2016 14:34
      Highlight Highlight Sie haben teilweise recht, z.B. mit Starbucks, der Schere die immer mehr aufgeht, Monopole.
      Sie sollten aber mit Vorurteilen vorsichtiger sein. Gerade was Sahra Wagengnecht angeht, habe ich selten so jemanden gefunden mit Durchblick. Es würde sich eventuel lohnen mal ein Buch von Ihr in einer Bibliothek auszuleihen z.B. "Freiheit statt Kapitalismus" von 2011. In jeder Partei gibts Leute die einfach mitlaufen und Leute die sich Ihre Einstehlung innerlich erarbeitet haben.
      Sahra Wagenknecht verhebt.
  • Jannabis420 06.05.2016 00:14
    Highlight Highlight @ulrich berner das Problem ist doch, dass über die Hälfte der Menschheit nichts von dem von Ihnen so gelobten Kapitalismus haben, das ist ein Grundproblem unserer Wirtschaftsordnung, der Kapitalismus in seiner jetzigen Form kann nur funktionieren, in dem ein grosser Teil der Bevölkerung arm "gehalten" wird. Das ist wie Lotto. Ja, JEDER kann reich werden und in Wohlstand leben, aber nicht ALLE. Ich sage nicht, dass ein kommunistisches System besser ist (ist es sicherlich nicht), eine Mischform aus Marktwirtschaft und "Sozialismus" wäre sicherlich kein schlechter Ansatz.
  • Zeit_Genosse 05.05.2016 20:16
    Highlight Highlight Die Realwirtschaft wird global konzentriert, automatisiert und rationalisiert. Eine Deglobalisierung könnte durch Robotik gelingen, weil ein Roboter in unseren Sphären gleich viel leistet wie in Vietnam (24/7). Nur wir bekämpfen I-4.0 statt dass wir Chancen für eine Re-Industrialisierung darin sehen. Damit vernichten wir nicht nur Arbeitsplätze, wir lassen auch keine neuen entstehen. Veränderung kann man nicht abwenden, doch nutzen könnte man sie. Das Geld fliesst dahin, wo produziert und konsumiert wird. Globaler Dezentralismus als eine öknomisch-ökologisch-soziale Bewegung bottom up starten.
  • ströfzgi 05.05.2016 20:06
    Highlight Highlight der kern sind wir. solange wir immer billiger wollen, und die dadurch mindere qualität akzeptieren, wird es zwangsweise weniger produzenten geben die erfolgreich mehr und günstig herstellen. der konsument wird weniger verdienen da sein arbeitgeber durch die geiz ist geil käufe seine kosten senken muss um mitzuhalten. da nützt aller guter wille der linken nichts wenn dieselben nicht handeln. billig einkaufen und auf moral machen - sorry, das funktioniert nicht. also schon - für die kapitalisten. "danke linke" sagt die Elite.

    interessanter sind mehr die kunden der top 50:
  • dracului 05.05.2016 19:16
    Highlight Highlight Ich halte Sahra Wagenknecht für eine Ausnahmepolitikerin und finde ihre Gedankegänge faszinierend, ihre Analysen im Bundestag sind zudem sehr scharfsinnig. Heute gibt es nur wenige Politiker, die versuchen ein mögliches, künftiges Gesellschaftsbild zu entwickeln und sogar transparent zu kommunizieren. Politiker versuchen normalerweise lieber den Status Quo zu erklären oder zu sichern. Wer Visionen hat, müsse sich behandeln lassen, liess ein deutscher Politiker sogar einmal verlauten. Eine Wagenknecht würden der Schweiz gut tun und könnte sogar allenfalls die SP wieder reanimieren.
  • äti 05.05.2016 18:47
    Highlight Highlight Am 5. Juni gibts eine Chance für gute Richtungsdiskussionen - resp. Vorher.
  • Ulrich Berner 05.05.2016 18:27
    Highlight Highlight Kippt dieses ideologische gefasel einfach über bord. Akzeptiert die realität. Der mensch ist im wesen kapitalistisch. Alles andere hat nie funktioniert und wird nie funktionieren. Hört auf, euch in utopien zu ergeben, welche dem wesen des menschen nicht gerecht werden. Schaut einfach, was historisch zu wohlstand und demokratie geführt hat, und was zu totalitären zentralistischen systemen (sozialismus)...
    • Pirat der dritte 05.05.2016 18:46
      Highlight Highlight kritisch mitdenkende menschen sind wichtig! entwickelt sich die besitzschere so weiter, landen wir wieder im 19 Jh. schau doch mal nach wie es damals war bevor du über kapitalismus schreibst
    • Taeb Neged 05.05.2016 19:34
      Highlight Highlight Wohlstand auf dieser Erde ist etwas seltenes. Und wird immer seltener. Denke mal darüber nach.
    • FrancoL 05.05.2016 19:46
      Highlight Highlight Und was hat zu Ihrem Wohlstand geführt dass Sie nicht mehr ein Leibeigner sind, dass Sie einen geregelten Arbeitsalltag haben, Ferien haben, eine einigermassen funktionierende Altersfürsorge, die Schulbildung für fast alle gegeben ist, die Demokratie zu einem guten Teil eingeführt wurde etc. ?
      Verdanken wir das Menschen deren Wesen durch und durch kapitalistisch war und ist?
      Mein lieber Mann schliessen Sie nicht von Ihnen auf die Menschheit, das hat sie, selbst wenn sie in Schieflage unterwegs ist, nicht verdient.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ignorans 05.05.2016 14:27
    Highlight Highlight Ideen scheinen etwas konfus. Kritische Punkte sind gerechtfertigt, aber Vorschläge sind nicht so überzeugend. Kapitalverkehrskontrollen haben keine Zukunft, alle größeren Unternehmen regulieren, damit sie nicht zu groß werden, schafft riesen Verwaltungsapparat und scheint willkürlich etc.
    • FrancoL 05.05.2016 16:05
      Highlight Highlight @Ignorans; Es wird über Kontrolle und Regulierungen gehen, denn an die Vernunft der Mächtigen kann man nicht mehr appellieren.
      Wenn Sie diese beiden Mechanismen nicht einsetzen mögen dann heisst es wegschauen und Ohren zu beim Aufkrachen.
      Nach dem Zerschellen gilt es alles wieder zu sortieren und ich würde fast wetten dass die Mächtigen wieder etwas installieren dass den gleichen Gang nimmt wie in der Vergangenheit bis heute.
    • Wolfsblut 05.05.2016 16:29
      Highlight Highlight Der herrschenden bürgerlichen Klasse ist kein Verwaltungsapparat zu gross, wenn es darum geht, ihre Interessen zu wahren und die Schwächsten zu jagen. Würde sich dieser Verwaltungsapparat darauf konzentrieren Steuerhinterzieher aufzuspüren, statt vermeintliche Sozialbetrüger, wäre Aufwand und Ertrag gewährleistet. Das ist nur ein Beispiel von vielen.
  • Beobachter24 05.05.2016 13:57
    Highlight Highlight Das Prädikat Kommunistin - ob mit oder ohne "Vorzeige" halte ich für eine bewusste Verunglimpfung der Medien.

    Frau Wagenknecht ist es eine der letzten (mir bekannten) Politikerin in DE, die sich mit Fug und Recht als "links" bezeichnen darf.
    SPD und Grüne machen leider schon lange den Bückling gegenüber den Grosskonzernen. (Z.B. siehe Gabriel und dessen Weibeln für TTIP.)

    Ich habe grossen Respekt vor dieser Frau, und ich wünschte mir, dass man ihr mehr Gehör schenken würde (im Bundestag, in der Presse und schlussendlich auch unter dem "Volk").
    • MaskedGaijin 05.05.2016 16:16
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Die Frau wäre für mich als Antikommunist sogar wählbar, im gegensatz zu SPD (SP) oder Grünen.
  • Sapere Aude 05.05.2016 13:43
    Highlight Highlight Bin das Buch gerade am lesen und kann es jedem empfehlen, selbst jenen Leser die in ihr einfach eine Altkommunistin sehen. Wagenknecht analysiert scharf und kritisch und verfällt trotzdem nicht in die alte klassenkämpferischen Schemata. Sprachlich sehr angenehm zu lesen und rethorisch brilliant.
    • Wolfsblut 05.05.2016 14:50
      Highlight Highlight Ich bin auch dabei, das Buch zu lesen. Es ist brillant und Wagenknechts Analyse und Vorschläge sind zukunftsweisend. Ihre Haltung und ihre Geradlinigkeit wurde ihr auch damals in der DDR zum Verhängnis. Sie durfte nicht studieren.
  • URSS 05.05.2016 13:41
    Highlight Highlight Leider hat Sarah Wagenknecht völlig Recht. Wir brauchen keine Konzerndiktaturen und geheime Gerichte.
    Nur was sie vergisst ist solange eine Nachfrage nach etwas herrscht, wird es auch geliefert.
    Das TTIP ist die reinste Form der globalen Gier .
  • Bruno Wüthrich 05.05.2016 13:32
    Highlight Highlight Sarah Wagenknecht ist eine hochintelligente Frau, die nicht auf ein Links-Rechts-Schema zu reduzieren ist. Wer denkt, es handle sich bei ihrem Gedankengut lediglich um Sozialromantik oder um nicht realisierbare Vorstellungen, den könnte die Zukunft irgendwann eines besseren belehren.

    Der Börsenkapitalismus schafft heute mehrheitlich nur noch imaginäre Werte, sichert jedoch einer bestimmten Schicht die besten Happen und zudem die Macht. Dies wird irgendwann von der Masse nicht mehr akzeptiert. Auf welche Weise diese offensichtliche Fehlentwicklung dannzumal gestoppt wird, bleibt offen.
    • Taeb Neged 05.05.2016 17:50
      Highlight Highlight Wie immer, mit einem Krieg
  • Töfflifahrer 05.05.2016 13:25
    Highlight Highlight Scheint ein interessanter Ansatz zu sein. Muss mir das Buch aber erst mal besorgen.
    • Philipp Löpfe 05.05.2016 17:12
      Highlight Highlight Scheint ein vielversprechender Ansatz zu sein...
    • Töfflifahrer 05.05.2016 20:12
      Highlight Highlight Es ist schade, dass man die Einwürfe von Wagenknecht und Gysi von vornherein abtut nur weil diese bei den Linken sind. Es sind beides brillante Analytiker und für uns alle wäre es nicht das Schlechteste deren Erkenntnisse ernst zu nehmen.
      Es ist leider immer noch zu einfach alles was von den Linken kommt als ehemals DDR abzustempeln.
    • FrancoL 05.05.2016 21:44
      Highlight Highlight @Töfflifahrer; Aber es ist ein Lichtblick dass man heute noch die Vergangenheit/Herkunft für die beiden Ausnahmepolitiker Wagenknecht und Gysi bemühen muss um deren Politik zu relativieren und zu "besudeln".
      Zeigt doch dass deren Politik und Denkansätze Sprengkraft haben und das ist gut so, es ist ein Anfang, ein guter Anfang.

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