Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04836410 A stock investor checks prices in a brokerage house in Fuyang in central China's Anhui province, 08 July 2015. Chinese stocks plunged on 08 July, with the benchmark Shanghai Composite Index closing down 5.9 percent despite new measures to shore up share prices. The Shanghai Composite Index has tumbled by around 30 per cent since a peak on 12 June.  EPA/AN MING CHINA OUT

Wie weiter? Sorgenvoller Börsenhändler in Shanghai. Bild: EPA/FEATURECHINA

UBS-Chefökonom zum «Grexit» und China-Crash: «Der Schweizer Franken ist trotzdem nicht stärker geworden»

«Grexit» und Börsencrash in China sorgen für Unruhe. Daniel Kalt, Chefökonom der UBS, gibt Entwarnung: Trotz einer leichten Rezession im ersten Halbjahr wird die Schweizer Wirtschaft wieder wachsen.



Herr Kalt, wovor müssen wir uns derzeit mehr fürchten, vor einem «Grexit» oder vor einem Börsencrash in China?
Daniel Kalt: China ist die sehr viel bedeutendere Volkswirtschaft. So gesehen macht mir ein Wachstumseinbruch in China eindeutig mehr Angst. In Griechenland werden gerade mal knapp zwei Prozent der gesamten europäischen Wirtschaftsleistung erarbeitet. Griechenland ist kein ökonomisches, sondern ein politisches Problem.

Daniel Kalt, UBS chief economist Switzerland, responsible for UBS Switzerland's research publications for private and corporate clients, pictured on January 5, 2012, in Zurich. Kalt regularly holds presentations on a wide spectrum of topics at UBS client events and seminars, and appears on Swiss TV, radio stations and in print media. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Bild: KEYSTONE

Abgesehen von Griechenland: Wie steht Europa wirtschaftlich da?
Eigentlich ganz gut. Die europäische Wirtschaft befindet sich mitten in einem Aufschwung. Der schwache Euro hilft enorm. Zudem können ehemalige Sorgenländer wie Spanien und Irland erste Erfolge vorweisen.

Was ist mit China?
Das macht mir deutlich mehr Sorgen. Das Wachstum verlangsamt sich, was teilweise gewollt ist, und an den Finanzmärkten sehen wir ein enormes Auf und Ab.

Stellen die politischen Turbulenzen um Griechenland nicht auch den wirtschaftlichen Aufschwung wieder in Frage?
Das hängt davon ab, wie gut es der Europäischen Zentralbank (EZB) gelingen wird, mögliche Ansteckungsgefahren auf andere Länder im Keime zu ersticken. Die Reaktion der Finanzmärkte auf das Nein der Griechen vom Sonntag zeigt, dass man keineswegs in Panik verfällt. Generell scheint man der EZB zu vertrauen und ist offenbar gut für einen möglichen «Grexit» gewappnet. 

«Die leichte technische Rezession in der Schweiz ist nicht dramatisch.»

Daniel Kalt

Die Gelassenheit der Finanzmärkte steht in krassem Gegensatz zum spürbar härteren Ton in der Politik. Kann das gut gehen?
Derzeit kann ich keine Anzeichen entdecken, dass sich die Finanzmärkte von der Politik beeindrucken lassen. Europa hat sehr viel Geduld mit Griechenland gehabt. Auch nach dem Nein wird nach Lösungen gesucht. 

«Grexit» und chinesischer Börsencrash: Wird die Schweiz erneut zu einem Geld-Fluchthafen?
Das können wir nicht beobachten. Der Franken ist in den letzten Tagen nicht stärker geworden. Man vertraut der EZB und ihren Schutzwällen, die sie aufgezogen hat. 

Trotzdem befindet sich die Schweiz wegen dem Frankenschock wahrscheinlich in einer leichten Rezession. Wie gefährlich ist das? 
Die Schweizer Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren sehr kräftig entwickelt. Deshalb ist dieser Einbruch nicht dramatisch. Das heisst nicht, dass es im Einzeln nicht zu Auslagerungen und Stellenabbau kommen kann, vor allem in der Industrie. Aufs ganze Jahr gesehen rechnen wir bei der UBS für die Schweizer Volkswirtschaft mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 0,5 Prozent.  

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel