Wirtschaft
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«SOS! SOS! SOS!»

Primark in der Kritik – Hilferuf von Arbeitern in Kleider eingenäht



A pedestrian passes a window display in a Primark shop in London, Wednesday, April 14, 2010. Discount retailer Primark hastily withdraws a padded bikini bra aimed at 7-year-olds after a tabloid newspaper made a front-page splash of complaints from children's advocates, who quickly get support from candidates in the upcoming national election. Primark's swift retreat is the latest victory for campaigners against the premature sexualization of children.(AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Pirmark fiel schon bein Einsturz der Rana Plaza Texilfabrik im letzten Jahr negativ auf: Die Super-Billigmode-Kette lässt unter schlechtesten Konditionen produzieren.  Bild: AP

Die britische Billigmode-Kette Primark ist erneut wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung ihrer Produkte in die Kritik geraten. Auf Zetteln, die in Primark-Kleider eingenäht waren, beklagen Textilarbeiter aus Asien die unmenschlichen Zustände an ihrem Arbeitsplatz.

Eine Primark-Kundin aus Belfast in Nordirland hatte erklärt, in einem der Geschäfte der Kette gekauften Hose sei ein Zettel eingenäht gewesen, versehen mit der in asiatischen Schriftzeichen verfassten Klage einer Arbeitskraft, wie die BBC am Mittwoch berichtet.

In der Notiz macht der Schreiber geltend, er und seine Kollegen müssten «wie Ochsen» arbeiten. Das Essen, das ihnen zur Verfügung gestellt werde, wäre für Tiere ungeniessbar. Darüber stehen in lateinischer Schrift die Worte «SOS! SOS! SOS!». 

LONDON, ENGLAND - APRIL 27:  Protesters demonstrate outside the flagship Primark shop on Oxford Street on April 27, 2013 in London, England. The campaigners are calling for compensation for victims of the April 24, 2013 clothing factory collapse in Dhaka, Bangladesh.  (Photo by Oli Scarff/Getty Images)

Nach dem Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch wurde vor Primark-Fillialen in London protestiert.  Bild: Getty Images Europe

Der Vorwurf ist der dritte gegen Primark innerhalb weniger Tage, wie mehrere britische Medien am Mittwoch gleichlautend berichteten. Vor kurzem war im walisischen Swansea ein eingenähter Zettel in einem Kleid aufgetaucht, der die Aufschrift trug: «...forced to work exhausting hours» (etwa: ...zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen..."). 

Eine weitere Primark-Kundin hatten einen Zettel mit der Aufschrift «degrading sweatshop conditions» («erniedrigende Bedingungen in einer Knochenmühle») in ihrem Kleid vorgefunden.

Crowds gather at the collapsed Rana Plaza building as people rescue garment workers trapped in the rubble, in Savar, 30 km (19 miles) outside Dhaka in this April 24, 2013 file photo. Protesters and family members of victims on April 24, 2014 demand compensation on the one year anniversary of the collapse of Rana Plaza, in which more than 1,100 factory workers were killed and 2,500 others were injured.   REUTERS/Andrew Biraj/Files  (BANGLADESH - Tags: DISASTER ANNIVERSARY BUSINESS TEXTILE)

1100 Menschen vergrub die Rana Plaza bei ihrem Einsturz unter sich. Bild: ANDREW BIRAJ/REUTERS

Primark kündigte der BBC gegenüber eine Untersuchung der Vorfälle an. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur DPA beantwortete das Unternehmen nicht. 

Primark war bereits in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass das Unternehmen Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1100 Billigarbeiter unter sich begraben hatte. (rar/sda/dpa)

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