Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05297462 Tidjane Thiam, CEO of Swiss bank Credit Suisse, during a press conference in Zurich, Switzerland, 10 May 2016. Switzerland’s second-biggest bank on 10 May 2016 reported a net loss of 302 million Swiss francs (311 million US dollars) in the three months through March, compared with a profit of 1.05 billion francs a year ago.  EPA/ENNIO LEANZA

Kein Verständnis für Investmentbanker: CS-Chef Thiam.
Bild: EPA/KEYSTONE

Wall-Street-Banker wollen den CEO der Credit Suisse stürzen

Tidjane Thiam will die CS in eine Vermögensverwaltungsbank für superreiche Asiaten umbauen. Das passt den Investmentbankern an der Wall Street überhaupt nicht.

05.06.16, 15:24


Investmentbanking war lange die Königsdisziplin der Bankindustrie. Wer zu den «masters of the universe» gehören wollte, musste sein Können an der Wall Street beweisen. Seit der Finanzkrise hat sich dies radikal geändert. Für die breite Öffentlichkeit ist Investmentbanking das Synonym für Abzocken und Kasino-Kapitalismus geworden, in der Finanzindustrie für lausige Geschäfte.

Alle fahren das Investmentbanking zurück

Ob UBS, Deutsche Bank oder Barclay: Alle haben deshalb das Investmentbanking in den letzten Jahren massiv zurückgefahren und es in den Dienst der Vermögensverwaltung gestellt. Das will nun auch Tidjane Thiam mit der CS tun und gerät deswegen unter Beschuss aus dem eigenen Haus.  

Swiss bank Credit Suisse's CEO Tidjane Thiam marches in a parade to mark the start of spring in Zurich, Switzerland April 18, 2016 . The event is dubbed Sechselaeuten after the six o'clock bells in celebration of the move to summer working hours. REUTERS/Arnd Wiegmann

Nicht nur am Zürcher Sechseläuten steht Thiam im Regen.
Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Für die CS hat das Investmentbanking traditionell einen hohen Stellenwert. Auf die US-Tochter CS First Boston war man lange mächtig stolz. Thiams Vorgänger Brady Dougan war ein Investmentbanker durch und durch. Die CS-Topshots drängten daher stets in diesen Bereich, denn dort konnte man das grösste Rad drehen und die fettesten Boni kassieren.

Thiam hat die Boni gekürzt

Tempi passati. Thiam hat einen ganz anderen Hintergrund. Der Sohn einer reichen Familie aus der Elfenbeinküste hat nach dem Studium zunächst bei der Beraterfirma McKinsey in Paris brilliert und später in London die britische Versicherung Prudential saniert. Der 1,90 Meter grosse und stets tadellos gekleidete Manager macht aus seiner Verachtung für die Investmentbanker keinen Hehl. Er hat ihre Boni massiv gekürzt und sie in diesem Frühjahr öffentlich für ihre Verluste mit riskanten Deals gerüffelt.

Das hat ihm an der Wall Street keine Freunde geschaffen. Die «New York Times» berichtet nun von einer mehr oder weniger offenen Revolte gegen Thiam. Er soll «das Haus verloren» haben, wird gesagt, will heissen, die Belegschaft steht nicht mehr hinter ihm. Als er kürzlich einen TV-Auftritt absolvierte, sollen die Trader vor den Bildschirmen gebuht und abfällige Bemerkungen über ihren CEO gemacht haben.  

Lieber ein Ende mit Schrecken

Wer kann, verlässt das sinkende Investmentbanking-Schiff der CS. Die «New York Times» berichtet, allein in den letzten sechs Monaten hätten 18 Topshots gekündigt, einige davon im einst legendären Tech-Bereich.  

Thiam selbst gibt sich unbeeindruckt. Er hält an seiner neuen Strategie fest, die Vermögensverwaltung auszubauen, vor allem in Asien. Den Zwergenaufstand der Investmentbanker nimmt er gelassen hin nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Das könnte dich auch interessieren:

Wir haben kürzlich dieses BMW-Plakat gesehen – und hatten da ein paar Fragen

Das essen wir alles in einem Jahr

Mehr als nur Sex zwischen Bäumen: Wie dieser Wald im Aargau zum «Schwulewäldli» wurde

Sex, Lügen und Politik: Der Fall Kavanaugh erinnert an die Hetze gegen Anita Hill

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Instagram vs. Realität – wie es hinter den perfekten Fotos wirklich aussieht

Genital-Check bei jungen Flüchtlingen: Jetzt intervenieren Fachleute und Politik

iOS 12 ist hier – das sind 13 nützliche Tipps für iPhone-User

«NACHBARN AUFGEPASST» – Wie eine Touristin in Deutschland zur Einbrecherin erklärt wurde

Diese 19 Comics zeigen, wie sich Depressionen und Angst anfühlen

Autistin flüchtet aus Angst vor SBB-Ticket-Kontrolle – und wird hammerhart bestraft

Das passiert, wenn Manchester-Fans beim FC Basel nach Champions-League-Tickets fragen 😂

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 05.06.2016 18:25
    Highlight Und wie sieht es eigentlich aus mit Urs Rohner, der sein Personalmanagement seit Jahren nicht im Griff hat? Falls Thiam wirklich gehen muss, erwarte ich, dass auch der VR endlich so besetzt wird, dass er dem aktuellen Marktdruck gewachsen ist.
    29 2 Melden
  • Zeit_Genosse 05.06.2016 18:12
    Highlight Er ist ja für diese Strategie als CEO eingestellt worden. Der VR gibt die Strategie vor, wählt den GL/CEO und ist für die Corporate Governance verantwortlich.
    48 1 Melden

Hier testet Putin die neue Kalaschnikow (SPOILER: Er schoss wirklich gut)

Russlands Präsident Wladimir Putin hat im russischen Staatsfernsehen einmal mehr seine Männlichkeit zur Schau gestellt und Treffsicherheit mit einer Kalaschnikow bewiesen. Über die Hälfte der Schüsse sollen Volltreffer gewesen sein.

Das russische Staatsfernsehen zeigte am Mittwoch Bilder, wie Putin mit Schutzbrille und Kopfhörern ausgestattet ein neues Gewehr des russischen Waffenherstellers testet.

Putin habe auf dem Übungsgelände von Kalaschnikow nahe Moskau fünf Mal abgefeuert und das Ziel «in mehr als der Hälfte der Fälle» getroffen, berichtete der Sender Rossija 24.

Das Ziel sei «etwa in der grössten Entfernung» aufgestellt gewesen, lobte der Sender. Es habe so gewirkt, als habe Putin wie ein professioneller …

Artikel lesen