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epa06664118 Members of 'Multiwatch' association protest outside the general meeting of the world's biggest food and beverage company, Nestle Group, in Lausanne, Switzerland, 12 April 2018.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Proteste gegen Nestlé in Lausanne am 12. April: Der Konzern soll für den Wassermangel im französischen Vittel verantwortlich sein. Bild: EPA/KEYSTONE

Wie Nestlé sein «Watergate» im französischen Vittel kontert

Nestlé ist im französischen Dorf Vittel wegen seiner Wasser-Politik in die Kritik geraten. Nun will der Konzern kontern.

Benjamin Weinmann / Nordwestschweiz



Der Nahrungsmittelmulti Nestlé ist in den französischen Vogesen mit einem «Watergate» konfrontiert. Auslöser ist ein Bericht der ZDF-Sendung «Frontal21» über den sinkenden Grundwasserspiegel im französischen Kurort Vittel. Von dort bezieht Nestlé sein Wasser für die Millionen von Flaschen, die in die ganze Welt exportiert werden. Der Vorwurf der TV-Reportage: Unter anderem wegen Nestlé sinke der Grundwasserspiegel jährlich um 30 Zentimeter – in den letzten 40 Jahren total um 10 Meter.

Zufall oder nicht: Für morgen Donnerstag hat Nestlé Waters einen Presseanlass in Vittel anberaumt, zu dem internationale Journalisten eingeladen wurden. Titel der Veranstaltung: «Nestlé Waters verstärkt sein globales Versprechen für ein proaktives, umfassendes und nachhaltiges Wasser-Management.» Auch der CEO der Firmensparte, Maurizio Patarnello, ist für den Event angekündigt. In der Einladung heisst es, man wolle das Agrivair-Programm genauer vorstellen, das Nestlé vor über 25 Jahren in Vittel implementiert habe, um die Wasserqualität zu schützen. Es hilft den Landwirten bei der Umstellung auf eine pestizidfreie Landwirtschaft und fördert die Biodiversität.

Im vergangenen Herbst kündigte Nestlé zudem an, dass 20 seiner weltweiten Fabriken bis 2020 mit dem Gütesiegel AWS (Alliance for Water Stewardship) zertifiziert sein sollen. Das AWS-Label wurde 2014 von Industriefirmen, Behörden, akademischen Instituten und Umweltschutzverbänden wie dem WWF gegründet mit dem Ziel, den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu verbessern.

Pläne für eine Pipeline

Das alles ändert nichts daran, dass im 5000-Seelen-Dorf Vittel laut «Frontal21» die Wogen hochgehen. So sagt ein lokaler Schäfer: «Die Einwohner unseres Dorfes leiden unter Wassermangel. Und zwar so extrem, dass der Bürgermeister gezwungen ist, im Sommer mit einem Tankwagen Wasser von ausserhalb zu holen.»

Zu reden geben vor allem Gedankenspiele für den Bau einer Pipeline, um Wasser von ausserhalb nach Vittel zu bringen. Im ZDF sagt ein Mitglied der Umweltkommission des Departements Grand Est, diese könnte 20 Millionen Euro kosten und müsste wohl von den Bürgern bezahlt werden. Laut dem Bericht ermittelt ausserdem die Staatsanwaltschaft gegen eine Lokalpolitikerin wegen Lobbyismus für Nestlé. Der Konzern weist diesen Vorwurf «entschieden zurück». Zudem behauptet eine Sprecherin, dass die 745'000 Kubikmeter Wasser, die 2017 für die «Vittel Bonne Source» im betroffenen Gebiet abgefüllt wurden, nur einem Viertel der Gesamtentnahme entsprechen. Der Rest entfalle auf andere Nutzer.

Aufgrund der Situation habe man ein Programm zur Wassereinsparung initiiert, mit dem die Entnahme um einen Viertel – 250'000 Kubikmeter pro Jahr – verringert wurde. Nestlé werde zudem jede Lösung unterstützen, die dem Schutz der Quellen diene. Der Medienanlass in Vittel habe nichts mit der ZDF-Berichterstattung zu tun. Es gehe um das Konzept der verantwortungsvollen Wasserbewirtschaftung sowie die AWS-Zertifizierung, die weit über Vittel hinaus gehe.

Nestlé Waters ist der weltweit grösste Hersteller von abgefülltem Wasser mit 95 Produktionsstätten in 34 Ländern. Zum Portfolio gehören nebst Vittel Marken wie Henniez, S. Pellegrino, Perrier oder Nestlé Pure Life. Diese Präsenz sorgt regelmässig dafür, dass Nestlés Wasserpolitik missbilligt wird. So monieren Kritiker im US-Staat Michigan, Nestlé würde einen Billigstpreis für die Wasserrechte zahlen. Und bei jeder Dürreperiode in Kalifornien geraten Nestlés Abfüllpraktiken ins Visier von Umweltschützern. (aargauerzeitung.ch)

Video: SRF

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88Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Real John Doe 06.06.2018 16:02
    Highlight Highlight Seit "Bottled Water" versuche ich auf Nestlé Wasser (und andere Produkte) zu verzichten. Gelingt nicht immer aber grösstenteils.

    Zitat aus dem Annual Report 2000: "Die Erfolgsgeschichte der Marke Nestlé Pure Life nahm 1998 ihren Anfang, als das Wasser in Pakistan eingeführt wurde. Darauf folgten 1999 Brasilien und im Jahr 2000 weitere Länder Asiens und Lateinamerikas."

    Eine Erfolgsgeschichte nennt man das also wenn auf Kosten der Ärmsten dieser Welt Geld verdient wird. Brabeck hat mit seinem Statement alles gesagt.
    • Snowy 07.06.2018 10:21
      Highlight Highlight Ich mag Nestlé auch nicht besonders - trotzdem sollte man bei der Wahrheit bleiben.

      Brabeck sprach sich dafür aus, dass Wasser nicht gratis sein darf (v.a. in Gebieten mit Wasserknappheit) weil es sonst verschwendet wird.

      Er sagt im Folgesatz, dass jeder Mensch unbedingt Anrecht auf mindestens 6L Wasser/Tag haben müsse, welche man für Hygiene und Konsum minimal benötigt.

      https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/fragen-sie-nestle/antworten/fragnestle22_de
  • JoeyOnewood 06.06.2018 13:03
    Highlight Highlight „Wasser ist kein Menschenrecht“ - wenigstens ist der alte Brabeck ehrlich. Wer sich Nestlé-Wasser nicht leisten kann, muss halt sterben...

    Das was Nestlé da auf der ganzen Welt anrichtet, ist etwas vom widerwärtigsten überhaupt.

    Nestlé im allgemeinen, aber vorallem Nestlé-Wasser muss boykotiert werden.

    Jeder der in der Schweiz Wasser in Flaschen kauft, hat sowieso ein paar Leitungen nicht richtig verdratet. Kauft euch ne gute alte Sigg-Flasche und füllt diese mit unserem weltbekannten „Hahnenburger“, jederzeit und fast überall verfugbar. Und wenn ihr Sprudel wollt, gibts Soda-Club. Prost!
    • Snowy 07.06.2018 10:21
      Highlight Highlight Ich mag Nestlé auch nicht besonders - trotzdem sollte man bei der Wahrheit bleiben.

      Brabeck sprach sich dafür aus, dass Wasser nicht gratis sein darf (v.a. in Gebieten mit Wasserknappheit) weil es sonst verschwendet wird.

      Er sagt im Folgesatz, dass jeder Mensch unbedingt Anrecht auf mindestens 6L Wasser/Tag haben müsse, welche man für Hygiene und Konsum minimal benötigt.

      https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/fragen-sie-nestle/antworten/fragnestle22_de
  • Herr Kules 06.06.2018 12:45
    Highlight Highlight Sch****t auf Nestlé. Trinkt Hahnenburger
  • nickmiller 06.06.2018 12:16
    Highlight Highlight Jeden, der in der Schweiz oder einem Land mit ähnlicher Wasserqualität kohlesäurefreies Mineralwasser kauft, sollte man kläpfen.
    • nickmiller 06.06.2018 17:20
      Highlight Highlight Ich verstehe einfach Leute nicht, die in der Schweiz stilles Wasser kaufen, obwohl man gerade so gut Hahnenburger konsumieren kann. Die Plastikproblematik kommt da auch noch dazu. Das ist das einzige was ich sagen wollte :)
    • Snowy 07.06.2018 10:22
      Highlight Highlight Wieso sollte öffentliche Wasserhähnen verunreinigt sein?
    • Snowy 07.06.2018 15:05
      Highlight Highlight Ich meinte eher das Wasser selbst (welches ich trinke im Gegensatz zu den Wasserhähnen..;)
  • El Vals del Obrero 06.06.2018 11:49
    Highlight Highlight Mineralwasser-Trinker sind nichts als Marktingopfer.

    Vielleicht könnte man so das Hahnenwasser beliebter machen:

    An den Lavobos wird neben Heiss und Kalt ein dritter Hahn moniert. Dieser ist goldfarbig gestaltet und es steht in schön designter Schrift und mit Stockfotos von gutaussehenden sporttreibenden grinsenden Menschen "Exclusive Pure VIP LifeStyle SmartWater" drauf und der Preis wäre mind. 100x so hoch.

    Natürlich würde offengelegt, dass genau das selbe Wasser rauskommt wie beim normalen Hahn. Es geht ja um die Verpackung und nicht um den Inhalt. Jede Wette, das würde ein Erfolg werden
  • Maragia 06.06.2018 11:40
    Highlight Highlight Eigentlich sollte der Verkauf von Mineralwasser in der Schweiz verboten werden. Damit würden wir etwas wirklich gutes für die Umwelt tun!!
  • Berner 06.06.2018 11:18
    Highlight Highlight Der Wasserverbrauch sank von 4.6 Mio. m3 im Jahr 1980 auf 3.3 Mio. m3 im Jahr 2010.
    Quelle: http://www.gesteau.fr/sites/default/files/calcul_vol_max_prelevables_rapport_brgm.pdf
    Benutzer Bild
  • The oder ich 06.06.2018 09:45
    Highlight Highlight Als Lokalpatriot trinke ich natürlich Wasser aus meiner Gegend und lasse es mir nicht aus dem Ausland herbeikarren

    (und weder Nestlé noch ein Bierkonzern konnten diese Familienfirma bisher kaufen)
    Benutzer Bild
    • tromboner 06.06.2018 10:07
      Highlight Highlight Iiiiiih Friedhofswasser 😆
    • The oder ich 06.06.2018 10:37
      Highlight Highlight @tromboner: Du bist aber alt, dass Du den "Lychewasser"-Joke noch kennst, der seit 1969 obsolet ist ^^
      Benutzer Bild
  • Wilhelm Dingo 06.06.2018 09:39
    Highlight Highlight Bei uns hätte der Kanton die Oberaufsicht über Wasserentnahmen. Wie ist das in Frankreich geregelt?
  • Geophage 06.06.2018 09:22
    Highlight Highlight Ergo tragen 75 ihrer Produktionsstätten kein AWS-Label. Daraus folgt: Sie sind gut 3/4 Arschlöcher. Ernüchternd.
    • Gretzky 06.06.2018 10:54
      Highlight Highlight Nö, eigentlich sind sie zu 100% Ar... Den alles was sie für die Wasserqualität tun, ist reines Investment um mehr Umsatz und Gewinn zu generieren. Das die Typen damit auch noch Werbung machen ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Aber das ist bei allen Multis so. Da werden irgendwelche Pseudomassnahmen als Rettung der Welt verkauft, dabei fahren sie den Karren, aufgrund ihrer Gier nach mehr Profit, mit Vollgas gegen die Wand. Und wir sitzen hinten im Bus, schauen zu und zucken mit den Schultern.
    • supremewash 06.06.2018 14:22
      Highlight Highlight Möchte Nestlé nicht verteidigen, aber wer verkauft denn die Nutzungsrechte, und zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen?
      Darüber hört man ja nichts. Kann ja auch nicht angehen dass man ein Unternehmen das ganze Grundwasser abführen lässt.
    • Petoman 06.06.2018 17:20
      Highlight Highlight Das wirklich Üble... die Brabecks dieser Welt sind dermassen weit abgehoben, die GLAUBEN, dass Sie entscheidend zum Wohl der Welt (durch den Erfolg ihrer Firma) beitragen. Aktiv werden Sie bloss, wenn der Aufschrei so gross wird, dass die Firma schaden nehmen könnte. Was wir als rationell und menschlich anschauen ist für diese Top-Kader nicht nachvollziehbar. Von Aktionären gern gesehene Soziopathen halt.
  • Urs457 06.06.2018 09:20
    Highlight Highlight Wenn ich die Kommentare so lese, dann muss die Trinkwasser-Initiative, die der Wasserverschmutzung durch unsere lieben Bauern einen Riegel schieben will, haushoch angenommen werden. Gut so 😀!
    • El Vals del Obrero 06.06.2018 11:34
      Highlight Highlight Hoffentlich. Das Problem ist nur, Artikel wie diese werden vor allem von jenen angeklickt und evtl. kommentiert, die sich schon für die Thematik interessieren. Sehr repräsentativ müssen die Kommentare daher nicht sein (wie immer bei Kommentarspalten oder auch bei Online-Umfragen innerhalb bestimmter Artikel).
  • Herbert Anneler 06.06.2018 09:01
    Highlight Highlight Offenbar reicht es, nur den Namen Nestlé zu erwähnen, um auf Halbwahrheiten hereinzufallen. Kommt mir vor wie Hexenverbrennung. Kein Wort davon, dass Vittel der Ort mit der höchste Biodiversität in Frankreich ist, dass die Gemeinde Vittel dank Nestlé seit 40 Jahren einen grossen Aufschwung verzeichnet und selber immer mehr Wasser verbraucht, dass die Biobauern von Vittel ein gutes Leben haben, dass eine Grossmetzgerei in Vittel ebenso ein Problem ist, dass die Nestlé-Standorte in Indien Inseln des Wohlstands sind. Einfach nur auf Nestlé eindreschen ist kostenlos, billig. Danke für die Blitzli!
    • peeti 06.06.2018 10:20
      Highlight Highlight ohoh, der Whataboutism-Herbi packt gleich die Hexenverbrennung-Keule aus.
      - Biodiversität - Link zu Nestlé?
      - Vittel Aufschwung - ja hoffentlich zahlt Nestlé etwas für die Entnahme ihres Luxuswassers.
      - Nestlé-Anteil der Wasserentnahmen ist 30%. Soll die Bevölkerung jetzt Wasser sparen?
      - Inseln des Wohlstands? Für wen? Sicher nicht für die umliegenden Dörfer, deren Brunnen nicht mehr das Grundwasser erreichen.
    • Berner 06.06.2018 10:34
      Highlight Highlight Die Bevölkerung von Vittel ist von 6791 im Jahr 1975 auf 5213 im Jahr 2015 gesunken - nicht gerade ein Aufschwung...
      Der zweite grosse industrielle Wasserverbraucher ist eine Käserei (Fromagerie Ermitage) und nicht eine Metzgerei...
    • Herbert Anneler 06.06.2018 10:34
      Highlight Highlight Nachtrag: Nestlé ist weltweit einer der grossen Michverarbeiter. Gute Milch benötigt gutes Gras, gutes Gras benötigt Wasser. Nestlé hat selber ein vitales Interesse an nachhaltig bewirtschafteten Wasservorkommen. Zu unterstellen, Nestlé verkaufe alles Wasser dieser Welt, ist nicht korrekt. Wasser ist primär ein knappes gut wegen der aberwitzigen Verschmutzung und Verschwendung durch Industrie und Landwirtschaft und grassierende Golfplätze wegen des Irrsinns des globalen Tourismus (vgl. etwa Marrakech: 15 neue Golfcourts). Nestlé-Bashing geht an den wahren Ursachen vorbei. Schade für uns alle!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 06.06.2018 08:52
    Highlight Highlight Wasser in die ganze Welt verschiffen ist eh etwas vom Dümmsten, was gemacht werden kann. Wie zB. das Fiji Wasser, das selbst hier verkauft wird. Das nervt fast so sehr wie das Palmöl, das fast überall drin ist!

    Lieber mal ein Palmöl und Wasserimport-Verbot, statt andere Gesetze verabschieden!
  • dorfne 06.06.2018 08:40
    Highlight Highlight Wir haben keine Hemmungen im Restaurant Hahnenwasser zu bestellen. Wir sind auch bereit dafür zu zahlen. Wenn wir Wein trinken ist das Wasser dazu meist gratis. Wir zahlen jederzeit gerne zwischen 2 bis 5 Franken für eine Halbliterkaraffe.
  • Ichsagstrotzdem 06.06.2018 08:22
    Highlight Highlight Das Volk hat es eigentlich in der Hand: früher oder später muss über eine Verstaatlichung von Wasserquellen nachgedacht werden. Insbesondere angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums. Auch darüber, ob Wasser, Luft, usw. Grundrechte sind, oder man sterben muss, wenn man sie nicht bezahlen kann.
    • peeti 06.06.2018 10:22
      Highlight Highlight Nicht ob, sondern dass Wasser, Luft etc Common Güter sind!
  • subcomandante 06.06.2018 08:14
    Highlight Highlight Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Die Aufbereitung und das zur Verfügungstellen ist mit beträchtlichem Aufwand verbundenen. Fragen Sie doch mal beim Brunnenmeister in Ihrer Gemeinde nach. Wir alle bezahlen dafür Steuern. Baut eine private Firma Quellfassungen und füllt dann dieses Wasser in Flaschen ab, so wird diese Firma sich angemessen entgelten lassen. Falls z. B. die Wasserversorgung der Stadt Zürich, Trinkwasser in Falschen abfüllen täte, so verlangte sie wohl auch Geld für dieses Wasser. Tut Nestlé nun etwas Verwerfliches?
    • peeti 06.06.2018 10:28
      Highlight Highlight Ja, weil sie ein öffentliches Gut privat (über)nutzt und wie im Fall von Vittel die öffentliche Trinkwasserversorgung konkurrenziert. Nicht jeder/jede kann/will sich Vittel-Wässerli leisten.

      Zudem verändert Nestlé durch geschicktes Marketing die Trinkgewohnheiten der Bevölkerung. In Indien bspw. war Hahnenburger weit verbreitet, nun trinkt die Mittelschicht hipes Pure Life. Nachsehen haben Personen, die mit ihren (öffentlichen) Brunnen in Nähe von Abfüllanlagen kein Grundwasser mehr erreichen.
  • FliegenderTeppich 06.06.2018 07:39
    Highlight Highlight Trinkt doch einfach Leitungswasser. Ist ja nicht so, dass wir in der Schweiz auf Wasser in Flaschen angewiesen wären 🙄
  • mrmikech 06.06.2018 07:35
    Highlight Highlight Nestlé kann nicht behaupten das ihr wasser nachhaltig ist, weil um eine flasche wasser in die händen von die konsumenten landen zu lassen braucht es eine flasche öl. Sofort aufhören damit.
  • rodolofo 06.06.2018 07:33
    Highlight Highlight ...
    Dass Néstlé versucht, sich ein "Grünes Mäntelchen" umzuhängen, als Tarnung für die Fortführung ihrer einträglichen Geschäfte mit der Zerstörung von Umwelt und Menschenleben, ist im "Big Business" normal.
    Man investiert in "Public Relations" und in "Image-Creations".
    Dazu gestern im TA:
    "Die grüne Lüge lullt uns ein"
  • rodolofo 06.06.2018 07:29
    Highlight Highlight ...
    Weil der Ultra-Liberale Kapitalismus Marke USA/Schweiz weltweit solche Exzesse produziert, muss die Gesellschaft via Politische Kontrolle dafür sorgen, dass die Wasser-Rechte im Öffentlich-Rechtlichen Besitz bleiben und dass Staatliche Wasserwerke für eine gute Grundversorgung mit qualitativ hochstehendem Leitungswasser sorgen!
    Hier ist die Schweiz -im Gegensatz zur USA- wieder Top!
    Und zwei gute Gelegenheiten, den Druck auf Néstlé zu erhöhen, bieten zwei Volks-Initiativen:
    1. die Konzern-Verantwortungs-Initiative
    2. die Initiative für Sauberes Wasser
    ...
  • rodolofo 06.06.2018 07:22
    Highlight Highlight Dass Néstlé ein Riesen-Geschäft macht, indem der Multinationale Konzern (mit dem Hauptsitz in der Steuergünstigen Schweiz...) Wasser-Quellen aufkauft, dieses Wasser dann in PET-Flaschen abfüllt und über weite Strecken dorthin karrt, wo das Trinkwasser Mangelware ist, entweder weil das Klima sehr trocken ist, oder weil keine Staatlichen Wasserwerke existieren, die für ein gutes Leitungsnetz sorgen, ist aus unzähligen Stories um den ganzen Weltball herum bekannt.
    Beispiel USA: Abfüllen im Nordosten - Verkaufen im Südwesten. Erdölverbrauch pro Liter Wasser? 2Liter?
    Wer weiss es genau?
    ...
  • mrmikech 06.06.2018 07:22
    Highlight Highlight In die Schweiz braucht niemand mineralwasser zu kaufen, das wasser aus dem hahn ist hervorragend.
    Benutzer Bild
  • thierry_haas 06.06.2018 07:21
    Highlight Highlight Mal ganz grundsätzlich: jeden Gemeinde in der Schweiz stellt die komplette Analyse des Leitungswassers zur Verfügung. Ich habe es mir mal genau angeschaut und es mit 2-3 Mineralwässern verglichen. Das Ergebnis war für mich unglaublich, es ist fast genau dieselbe Zusammensetzung.
    Seit über sechs Monaten kaufe ich also kein Wasser mehr, spare Einiges Geld und schleppe die blöden Sixpacks nicht mehr.

    Wenn niemand mehr deren Blödsinn kauf löst sich das Problem von selbst (sagt der Sohn eines pensionierten Nestlé-Marketingleiters!)
    • Ueli der Knecht 06.06.2018 18:39
      Highlight Highlight Dann hätten aber die Nestlé-Marketing- und PR-Mitarbeiter keine Arbeit und kein Einkommen mehr, ihre Familien müssten hungern, und auch die Wasserträger-Logistiker und die Getränke-Händler mitsamt ihren Familien. Sie alle hätten keine Arbeit und kein Einkommen mehr, und könnten sich auch keine iPhones, Autos, Möbel oder andere unnützes Zeugs mehr leisten.

      Fazit: Wenn niemand mehr sinnlos Wasser kaufen würde, dann müssten viele Arbeitssklaven mit ihren Familien auf der Strasse rumlungern und hungern. Ohne die Kauf-Blödsinn-Ergotherapie ginge die Weltwirtschaft zugrunde.
  • flubi 06.06.2018 07:12
    Highlight Highlight Ich habe das Aqua Panna Wasser in Glasflaschen von San Pellegrino. Gehört auch zu Nestlé und mir schmeckt es. Nestlé Produkte finde ich gut und bin zufrieden. Vermutlich stören sich ein paar Leute am Weltweiten Erfolg dieser Firma. Ich jedenfalls kaufe Nestlé Produkte.
    • Baba 06.06.2018 08:33
      Highlight Highlight Da ich davon ausgehe, dass Sie in der Schweiz wohnen: Inwieweit unterscheidet sich Aqua Panna von Ihrem Leitungswasser?
    • Loe 06.06.2018 08:36
      Highlight Highlight Jeder kauft irgendwelche Produkte von Nestle oder anderen Grosskonzernen... An alle Blitzer: ihr lügt euch selbst was vor. Ob man gewisse Praktiken von Nestle gut findet, ist ein anderes Thema. Aber wenn es Nestle nicht tut, macht es eben ein Anderer. Ohne Grossindustrie keine solch grosse Produktauswahl im Einkaufsregal - auch nicht in Ländern wo man das Wasser aus dem Hahnen nicht trinken kann!
    • lagaffe 06.06.2018 09:26
      Highlight Highlight Diese paar Leute stören sich kaum am Welterfolg dieser Firma - jedoch an der Menge Kollateralschäden..!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blitzesammler 06.06.2018 07:02
    Highlight Highlight kann mir mal bitte jemand erklären wie jemand abertausende Liter Wasser von einem Gebiet abtransportieren kann und trotzdem ein ,, nachhaltigen,, Umgang damit sein soll? Wenn ich was weg nehme ist es doch einfach weg?
  • b4n4n4j03 06.06.2018 06:49
  • N. Y. P. D. 06.06.2018 06:38
    Highlight Highlight Einfache Fragen :

    Wieso wird grundsätzlich Wasser in der Welt herumgekarrt ?
    Weil solches abgefülltes Wasser ein paar Spuren mehr Mineralien aufweist, als anderswo ?
    Ist das der alleinge Grund ?
    Würden wir krank werden, wenn wir dieses Wasser aus 1000 km Entfernung nicht trinken könnten ?

    Im Outback oder in gewissen Ländern macht es Sinn, solches Wasser kaufen zu können.

    Aber bei uns ?
    • erkolino 06.06.2018 07:31
      Highlight Highlight In manchen Gebieten entzieht Nestle dem Wasser sogar Mineralien, damit es dem Flaschen-Standard entspricht.
    • Rectangular Circle 06.06.2018 07:34
      Highlight Highlight Ja, das ist doch immer die gleiche Leier und es wird sich nie ändern.

      Warum karrt die Migros Erdbeeren aus Spanien in die Schweiz, importiert Äpfel als Neuseeland oder bezieht Kartoffeln aus Ägypten?

      Weil unsere Konsumgesellschaft alles will, rund um die Uhr und nur das, was laut Werbung gesund für sie ist.

      Lustiges Besipiel: Der überteuerte Hipster-Food «Kale». Mein Grossvater nannte das noch «Chrüselichöhl» und hat es für seine Tiere angebaut.
    • Berner 06.06.2018 08:44
      Highlight Highlight Weil es einen Markt dafür gibt!
      Warum fliegen Menschen um die halbe Welt für zwei Wochen Ferien? Warum gehen die Leute ins Kino? Alles Tätigkeiten, die zum Überleben nicht nötig sind und die sich längstens nicht alle leisten können.
      Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser hat damit nichts zu tun. Das ist eine staatliche Aufgabe, welche nicht gewinnbringend sondern kostendeckend zu erfolgen hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 06.06.2018 06:30
    Highlight Highlight Einmal mal mehr wird einfach mal behauptet ohne zu recherchieren. Tanklastwagen für die Bevölkerung wegen Nestle? Oder doch eher, weil die Politiker keine Wasserversorgung gebacken kriegen?
    • nomoney_ nohoney 06.06.2018 06:52
      Highlight Highlight Na dann klär uns doch mal auf, du scheinst ja sehr gut Bescheid zu wissen!
    • gecko25 06.06.2018 07:02
      Highlight Highlight der neoliberale Troll wider mal. Schuld ist immer der Staat, nie der raffgierige Konzern
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 06.06.2018 07:28
      Highlight Highlight Blitze sammeln gehen mit TZ. Aber es ist so einfach, die empörten zu mimen. Aber das Geld von Nestle nehmen alle gerne. Ausserdem was macht es für einen Unterschied, ob jemand seinen WC-Spülung mit Mineralwasser oder mit Wasser von ausserhalb nutzt?
      Über Sinn und Unsinn von Mineralwasser bei uns kann man sich streiten. Aber wir haben einen liberalen Markt. Nicht alles muss mir schmecken, was verkauft wird...
      In den Entwicklungsländer greift die Kritik an Nestle sowieso zu kurz. Erstens gibt es viele andere Firmen in dem Geschäft und Zweitens, welche Wahl hat man?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Com Truise 06.06.2018 06:09
    Highlight Highlight Nestle Waters hat 34 Produktionsstandorte Weltweit, und wenn man ein wenig stöbert stösst man bei jedem auf irgendwelche wasserversorgungsprobleme in der Umgebung.

    Nestle verkörpert wohl alles was im Lebensmittelbereich nicht sein sollte. Die meosten scheint das kalt zu lassen.
    • Toerpe Zwerg 06.06.2018 06:31
      Highlight Highlight Aber nicht wegen Nestle.
    • pamayer 06.06.2018 06:40
      Highlight Highlight Oder wissen nicht, was, wirklich abgeht.
      Aber ja, sehr viele kümmern sich einen Scheiss darum.
    • rodolofo 06.06.2018 07:37
      Highlight Highlight Das Alles erreichen wir mit dem Rechtsbürgerlichen "Vollprivatisierungs-Programm" Marke Bigler/Aeschi (FDP/SVP).
      Aeschi spricht ja heute in der Zeitung von einem "Sozialistischen Ständerat" der unter der Fuchtel von SP-Präsident Levraz stehe!
      (Schöne Fantasie, aber die Realität sieht wohl ziemlich viel anders aus...)
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