Wirtschaft
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epa04895776 A stock investor walks by a screen at a brokerage house in Huaibei, Anhui province, China, 24 August 2015. China's benchmark index plunged 8.49 percent on 24 August in a capitulation style, the biggest single-day loss in eight years. It was the sharpest daily decline since 27 February 2007, and followed last week's losses of 11 percent for the week. The smaller Shenzhen Component Index closed down 7.83 percent and the ChiNext Index, tracking the country's NASDAQ-style board of growth enterprises, closed down 8.08 percent.  EPA/WOO HE CHINA OUT

Bild: EPA/FEATURECHINA

Nach dem Crash in China warnen die Experten vor Panik, doch auch der Dow Jones rauschte kurz in den Keller

Wie schlimm ist der Crash in China wirklich? Finanzexperten beschwichtigen und warnen vor Panik. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Chinas angespannte wirtschaftliche Lage hat zu Wochenbeginn weltweit für Turbulenzen gesorgt. In New York rauschte der Dow Jones Industrial wenige Minuten nach Börsenstart vorübergehend um mehr als 6 Prozent in die Tiefe und erreichte damit den niedrigsten Stand seit anderthalb Jahren. Danach erholte sich der Index zwar wieder, die US-Börsen schlossen aber dennoch mit deutlichen Kursverlusten. Der Dow-Jones-Index schloss bei 15'873 Punkten fast 3.6 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1893 Zählern 3.9 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 3.8 Prozent und schloss bei 4526 Punkten.

Besonders spektakulär war der zwischenzeitliche Sturzflug der Apple-Aktie. Am vergangenen Freitag hatte sie mit 105.76 Dollar geschlossen. Am Montag sank sie dann zunächst auf das Tief von 92 Dollar. Im Laufe des Tages erholte sie sich aber wieder, erreichte ein zwischenzeitliches Hoch von 108.80 Dollar und schloss bei 103.15 Dollar.

Grund für die rasche Erholung der Apple-Aktie ist offenbar eine E-Mail des Apple-CEO Tim Cook. Cook schrieb dem bekannten Wall-Street-Kommentatoren Jim Cramer eine Nachricht, in der er behauptete, dass sein Unternehmen in China nach wie vor gute Geschäfte mache. Cramer gab den Inhalt der E-Mail vor laufender Kamera wieder - und die Apple-Aktie erholte sich.

Asien hart getroffen

Am härtesten traf es die Aktienmärkte in Asien: Die Shanghaier Börse erlebte den schlimmsten Einbruch seit acht Jahren, wichtige Aktienindizes lagen mit rund 8 Prozent im Minus. Der japanische Nikkei-Index gab um 4.6 Prozent nach und fiel erstmals seit fünf Monaten unter die Marke von 19'000 Punkten.

Jahrelang profitierten grosse Wirtschaftsmächte vom rasanten Wachstum in China. Nun wachsen Sorgen, die Zeit des chinesischen Konjunktur-Turbos könnte vorerst vorbei sein. Für 2015 strebt die Regierung ein Plus von sieben Prozent an - es wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert.

Die chinesische Zentralbank versucht, sich mit aller Macht gegen den Abwärtstrend zu stemmen: So liess sie die Landeswährung Yuan kräftig abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht. Viele Anleger sahen darin jedoch einen weiteren Beleg, dass es um die nach den USA zweitgrössten Volkswirtschaft alles andere als gut bestellt ist.

Unter den Sorgen leiden derzeit vor allem die Papiere deutscher Autobauer, für die China einer der wichtigsten Absatzmärkte ist. Daimler und BMW lagen am Montag jeweils mehr als drei Prozent im Minus. Schon in den vergangenen Tagen hatten schlechte Nachrichten vom chinesischen Automarkt die Kurse sinken lassen.

Merkel: China wird alles in seinen Möglichkeiten Stehende tun

Nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird China alles tun, um einen Wirtschaftseinbruch zu vermeiden. «Ich bin der Überzeugung, dass China alles in seinen Möglichkeiten Stehende tun wird, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren», sagte sie am Montag. Der Internationale Währungsfonds sei ebenfalls nicht besorgt, dass es eine lang anhaltende Krise in China geben werde.

El-Erian zweifelt an Zinswende

Nach Einschätzung von Allianz-Chefwirtschafsberater Mohamed El-Erian könnte der Kurssturz jedoch weitergehen. Die Politik des billigen Geldes der Zentralbanken habe die Kurse zu stark nach oben getrieben. «Wir liegen immer noch weit über dem, was fundamental gerechtfertigt wäre», sagte El-Erian dem Fernsehsender CNBC. Damit Anleger an die Börse zurückkehren, müssten die Märkte erst nach unten hin überschiessen.

Die Turbulenzen könnte die US-Notenbank Fed nach Einschätzung von El-Erian auch davon abhalten, die bislang erwartete Zinswende im kommenden Monat einzuleiten. «Es wird für die Fed sehr schwierig, im September zu handeln», sagte El-Erian. Die Zinsen in den USA liegen schon seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0.25 Prozent.

dab/dpa/Reuters

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