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Russen nehmen Krim-Saboteure fest ++ Schweiz will Jagd auf Russen-Vermögen machen

16.08.2022, 21:3817.08.2022, 14:39

Die letzten News zum Ukraine-Krieg:

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16:30
Schweiz übernimmt Sanktionen gegen Ex-Präsident Janukowitsch
Die Schweiz schliesst sich den Sanktionen gegen den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch an. Er steht neu auf der Liste jener Personen, für die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine Reiseverbote und Finanzsanktionen gelten.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) habe den mittlerweile 72-jährigen Janukowitsch und auch dessen Sohn in die Sanktionsliste aufgenommen, schrieb das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Die Sanktionen gelten ab 18 Uhr am Mittwoch. Janukowitsch war von 2010 bis 2014 Präsident der Ukraine.
epa03996095 Ukrainian President Viktor Yanukovych speaks with journalists during his meeting with Ukrainian media in Kiev, Ukraine, 19 December 2013. Russia and Ukraine this week signed a multi billion US dollar credit and gas deal, under which Kiev will pay more than 30 per cent less for the natural gas imports, and have access to 15 billion dollars in credit.  EPA/MYKHAYLO MARKIV
Bild: EPA

Vater und Sohn stehen bereits seit dem 4. August auf der Sanktionsliste der EU.
Sie seien verantwortlich für die Unterstützung und Umsetzung von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine bedrohten, heisst es im entsprechenden Beschluss.

Viktor Janukowitsch sei laut verschiedenen Quellen zuletzt Teil einer russischen Sonderoperation gewesen, die das Ziel gehabt habe, ihn während der ersten Phase des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder als Präsidenten einzusetzen. Sein 49 Jahre alter Sohn führe unter anderem weiterhin Geschäftstätigkeiten in dem von Separatistengruppen kontrollierten Donbass, insbesondere im Energie-, Kohle-, Bau-, Bank- und Immobiliensektor, hiess es seitens der EU weiter. (sda)
14:38
Russlands Geheimdienst meldet Festnahmen auf der Krim
Bild: keystone
Einen Tag nach den Explosionen auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Moskau über die Festnahme von sechs Männern informiert.

Alle Festgenommenen gehörten der islamistischen Vereinigung Hizb ut-Tahrir an, die in Russland als terroristische Organisation verboten ist, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Mittwoch mit.

Ein direkter Zusammenhang zu den Detonationen auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Halbinsel wurde zwar nicht explizit genannt. Einige der Festnahmen sollen sich aber in der Stadt Dschankoj zugetragen haben, unweit derer am Vortag ein Munitionslager explodiert war.

Moskau sprach bereits am Dienstag von einem «Sabotageakt». Kiew äusserte angesichts des seit knapp einem halben Jahr andauernden russischen Angriffskriegs Genugtuung über den Vorfall, übernahm aber keine Verantwortung. Es war bereits die zweite Explosion auf der Krim innerhalb von rund einer Woche.

Wer genau die nun festgenommenen Männer sind, gab der FSB nicht bekannt. Seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 wurden aber unter dem Vorwurf der Hizb-ut-Tahrir-Mitgliedschaft mehrfach ukrainische Krimtataren inhaftiert und verurteilt. Grosse Teile der muslimischen Minderheit, die zu Sowjetzeiten massiven staatlichen Repressionen ausgesetzt war, lehnen die jetzigen russischen Machthaber klar ab.

Der von Russland eingesetzte Chef der Krim, Sergej Aksjonow, berichtete unterdessen über die Wiederaufnahme des Zugverkehrs in dem durch die Explosionen betroffenen Streckenabschnitt zwischen Dschankoj und Wladislawowka. «Die Züge fahren gemäss dem Fahrplan», schrieb der 49-Jährige im Nachrichtendienst Telegram. Bewohnern der Region, deren Besitz zerstört oder beschädigt wurde, sollen demnach bis zu 100 000 Rubel (rund 1575 Franken) gezahlt werden. (sda/dpa)
13:41
Kommission will Taskforce für Aufspüren von Vermögenswerten
In der Schweiz soll sich nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine eine Taskforce um die Umsetzung von Sanktionen kümmern und Vermögenswerte von gelisteten Personen aufspüren. Eine Nationalratskommission nimmt einen neuen Anlauf für das Anliegen. Die Vermögenswerte sollen bis zu Klärung gesperrt, aber nicht eingezogen werden.

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) verabschiedete die Motion, die eine schnelle Einsetzung einer Taskforce verlangt, mit 13 zu 12 Stimmen. Dies teilten die Parlamentsdienste am Mittwoch mit.

Vertreterinnen und Vertreter von SVP, FDP und Mitte stellten sich gegen den Vorstoss. Die Minderheit erachtete die bestehenden Strukturen und Aktivitäten des Bundes als ausreichend, hiess es zur Begründung.

Die verlangte Taskforce soll sich gemäss Motionstext um die Umsetzung der Sanktionen gegen Russland und Belarus kümmern. Vermögenswerte von russischen und belarussischen Staatsangehörigen, die auf der Sanktionsliste stehen, soll sie aufspüren und «bis zur zweifelsfreien Klärung» sperren.

Damit die Motion an den Bundesrat überwiesen werden kann, müssen nun Nationalrat und Ständerat zustimmen. Noch im Sommer wies der Nationalrat eine Forderung der SP in gleicher Richtung ab, mit 103 zu 78 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Die SP habe auch den Einzug von Vermögenswerten verlangt habe, hiess es in der WAK-N-Mitteilung zur Begründung. Die Motion der Kommission verzichte auf diese rechtsstaatlich problematische Forderung. (sda)
10:02
Kremlgegner Nawalny fordert härtere Sanktionen gegen Oligarchen
ARCHIV - Das Videostandbild des Youtube-Kanals
Bild: sda
Der Kremlgegner Alexej Nawalny hat den Westen aus der Haft heraus zu strengeren Sanktionen gegen russische Oligarchen aufgefordert.

«Lassen Sie uns nicht vergessen: Sanktionen sind notwendig, um den Aggressor zur Beendigung des Krieges zu zwingen», heisst es auf seinem Twitter-Konto mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine. Der 46-Jährige verbüsst in einem Straflager eine mehrjährige Haftstrafe.

Nawalny kritisierte beispielsweise, dass zwar der Chef des Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, auf einer Sanktionsliste der EU stehe, nicht aber der Chef des Energieriesen Gazprom, Alexej Miller. Auf einer Liste der Vereinigten Staaten wiederum fehle der Milliardär Roman Abramowitsch, der einstige Besitzer des englischen Fussballclubs FC Chelsea. Nawalny bemängelte, dass von den 200 Menschen, die das Magazin «Forbes» als reichste Russen listet, nur knapp ein Viertel auf westlichen Sanktionslisten stehe.

Russlands bekanntester Oppositioneller, der vor zwei Jahren nur knapp einen Mordanschlag überlebte, hat schon lange vor dem von Präsident Wladimir Putin angeordneten Krieg harte Sanktionen gegen die kremlnahen Schwerreichen seines Landes gefordert. Wegen angeblichen Betrugs sitzt Nawalny in einem Straflager etwa 260 Kilometer nordöstlich von Moskau. Im Mai bestätigte ein Gericht die neunjährige Haftstrafe. International gilt er als politischer Gefangener. (sda/dpa)
8:50
Moskau setzte in der Schweiz auf «business as usual»
Bild: keystone
Moskau war nicht auf das Mitziehen der Schweiz bei den EU-Sanktionen vorbereitet. Das sagte Boris Bondarew, der wegen des Ukraine-Kriegs zurückgetretene russische Uno-Diplomat in Genf. Der Kreml sei davon ausgegangen, dass die Schweiz ein sicherer Hafen für Geschäfte bleibe, seien sie legal oder illegal.

Das sei naiv gewesen, aber wirklich so geschehen, sagte der Ex-Diplomat in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch. Der aus Protest zurückgetretene Bodarew lebt derzeit in der Schweiz.

Bodarew äusserte sich auch zur russischen Strategie im Krieg. Der Kreml warte auf eine Ermüdung der westlichen Bevölkerungen. Moskau werde Europa im Winter frieren lassen und setze darauf, dass die öffentliche Meinung umschwenke. Dieser Meinungsumschwung solle in der Folge die Politiker dazu bewegen, die Ukraine zu Verhandlungen mit Russland zu bringen. (sda)
22:08
Ukrainischer Kommandeur: Täglich bis 60 000 Schüsse auf uns
Die russische Armee feuert nach Schätzungen des ukrainischen Oberkommandierenden Walerij Saluschnyj täglich 40 000 bis 60 000 Schuss Munition auf Stellungen der ukrainischen Armee ab. Am schwersten sei die Lage derzeit bei Donezk, wo die ukrainischen Stellungen bei Awdijiwka, Pisky und Marjinka unter heftigem Feuer liegen, schrieb Saluschnyj am Dienstag auf Facebook. Dies habe er auch dem kanadischen Generalstabschef Wayne Donald Eyre in einem Telefonat berichtet.

Auch der ukrainische Generalstab sprach in seinem Lagebericht für Dienstagabend von heftigen Angriffen auf ukrainische Stellungen am Nordwestrand der Separatistenhochburg Donezk. Weiter nördlich im Donbass bei Bachmut und Soledar sei es gelungen, russische Sturmangriffe abzuwehren. Der Feind habe sich unter Verlusten zurückziehen müssen. Unabhängige Bestätigungen für die Militärangaben gab es nicht.

Ein Luftwaffenstützpunkt bei Schytomyr in der Westukraine sei von russischen Flugzeugen mit Marschflugkörpern beschossen worden, teilte das zuständige ukrainische Luftwaffenkommando mit. Dabei sei die Startbahn beschädigt worden, mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden. Den Angaben nach waren die russischen Kampfflugzeuge in Belarus gestartet, hatten erst einen Übungsflug vorgetäuscht und dann die Lenkraketen abgeschossen. (sda/dpa)
21:38
Selenskyj zur Zeit vor Invasion: Wir wollten Panik vermeiden
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Verzicht auf offene Kriegsvorbereitungen vor dem 24. Februar damit begründet, sein Land habe nicht in Panik versetzt werden sollen. Die USA hätten ihn ab Herbst 2021 immer eindringlicher vor einer von Präsident Wladimir Putin befohlenen russischen Invasion gewarnt, sagte Selenskyj der US-Zeitung «Washington Post».
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy attend a news conference with Guatemalan President Alejandro Giammattei after their meeting in Kyiv, Ukraine, Monday, July 25, 2022. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Bild: keystone
Seine Führung habe einen wirtschaftlichen Zusammenbruch vermeiden und die Bevölkerung im Land halten wollen. Wenn er damals gesagt hätte, dass seine Landsleute Geld und Lebensmittel horten sollen, «dann hätte ich seit vergangenem Oktober jeden Monat sieben Milliarden US-Dollar verloren», sagte der Präsident. «Und wenn Russland dann angreift, hätten sie uns in drei Tagen erobert gehabt.»

Selenskyj rechtfertigte sich: «Generell war unser inneres Gefühl richtig: Wenn wir unter den Leuten vor der Invasion Chaos säen, werden die Russen uns auffressen. Denn im Chaos fliehen die Leute aus dem Land.» Die Menschen in der Ukraine zu halten, sei der Schlüssel dazu gewesen, das Land zu verteidigen.

Kritiker halten Selenskyj vor, dass er die Ukraine trotz Warnungen nicht besser auf die Invasion vorbereitet habe. Die «Washington Post» zeichnet in dem langen Artikel vom Dienstag nach, wie die Führung von US-Präsident Joe Biden im Herbst 2021 zum Schluss kam, dass Russland das Nachbarland auf alle Fälle angreifen werde. Die entsprechenden Geheimdiensterkenntnisse seien danach schrittweise mit den Verbündeten, mit der Ukraine und der Öffentlichkeit geteilt worden. (sda/dpa)
17:14
Moskau wirft Ukrainern «Sabotage» an russischen Stromleitungen vor
Russland hat Störungen an einem seiner Atomkraftwerke in der Grenzregion zur Ukraine beklagt - und dafür Bürger des Nachbarlandes verantwortlich gemacht.

In den vergangenen zwei Wochen hätten «ukrainische Sabotage-Gruppen» in dem Gebiet Kursk an insgesamt sechs Strommasten Sprengsätze gezündet, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Dienstag laut Agentur Interfax mit. Unabhängig überprüfbar waren die Anschuldigungen in Richtung Ukraine, gegen die Russland seit fast einem halben Jahr Krieg führt, nicht. Dem FSB zufolge kam es am Kernkraftwerk Kursk zwischenzeitlich zu «einer Störung des technologischen Betriebsprozesses».

Der russische Geheimdienst erklärte, nach den Verantwortlichen werde gefahndet. Zudem sollen russische AKW-Anlagen offiziellen Angaben zufolge nun noch besser geschützt werden.

Russland hat die Ukraine Ende Februar überfallen. Entgegen offiziellen Moskauer Angaben, wonach nur militärische Ziele angegriffen werden, häufen sich seit langem Berichte über Angriffe auf Zivilisten, zivile Infrastruktur und Wohngebiete. Zugleich werfen auch grenznahe russische Regionen dem Nachbarland immer wieder Beschuss vor. Die Opferzahlen auf russischer Seite stehen allerdings in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen in der Ukraine in den vergangenen Monaten. (sda/dpa)
16:41
Halbe Million Tonnen Getreide aus Ukraine ausgefahren
Mehr als eine halbe Million Tonnen Getreide sind den Vereinten Nationen zufolge seit Anfang August aus der Ukraine über das Schwarze Meer ausgefahren worden.

Nach der Einigung zwischen der Ukraine, Russland, der Türkei und den UN zur Öffnung des Seeweges Ende Juli seien 36 Durchfahrten genehmigt worden, teilten die UN am Dienstag mit - 21 Schiffe verliessen die Ukraine Richtung Bosporus, 15 fuhren durch die Meerenge in Richtung des Kriegslandes. 27 Frachter seien vertragsgemäss in der Türkei durchsucht worden.

Es wird geschätzt, dass mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine lagern. Über ein Viertel aller Schiffsladungen seien bislang für den Vertragspartner Türkei bestimmt gewesen, 22 Prozent für den Iran sowie Südkorea, acht Prozent für China und sechs für Irland. Am Dienstag legte jedoch auch ein erster Frachter im Auftrag der Vereinten Nationen in Richtung des ostafrikanischen Landes Dschibuti ab.

Die Ladung von 23 000 Tonnen Weizen der «Brave Commander» ist im Rahmen des Welternährungsprogramms der UN (WFP) für Äthiopien bestimmt. Insgesamt seien bislang etwas mehr als 560 000 Tonnen Getreideerzeugnisse ausgefahren worden. Davon vor allem Mais mit über 450 000 Tonnen, mehr als 50 000 Tonnen Sonnenblumenmehl und 41 000 Tonnen Weizen.

Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Die UN befürchtet Lebensmittelknappheit und Hunger in armen Teilen der Welt, wenn die Ukraine als ein wichtiger Getreidelieferant ausfällt.

Dass die meisten Schiffe bislang keine Länder ansteuerten, in denen Hungersnöte drohen, erklären die Vereinten Nationen damit, dass es sich um kommerzielle Schiffe handle, die geltenden Verträgen folgten. Trotzdem aber seien die Preise auf dem Weltmarkt seit dem Abkommen gefallen, was allen Ländern helfe. (sda/dpa)
The Fulmar S vessel carrier with 12000 ton of corn makes its way from the port in Odesa, Ukraine, Saturday, Aug. 13, 2022. Ukraine signed an agreement with Turkey and the U.N. on July 22 clearing the way for Ukraine to export 22 million tons of corn and other grain stuck at ports and in silos since the Russian invasion, and to make room for the export of the upcoming harvest. (AP Photo/Nina Lyashonok)
Bild: keystone
16:20
Kremlchef Putin gibt Westen Verantwortung für Krieg in Ukraine
Kremlchef Wladimir Putin hat die USA und den Westen für das Blutvergiessen in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verantwortlich gemacht.
Russian President Vladimir Putin addresses participants and guests of the 4th Tavrida ART festival via a video link at the Novo-Ogaryovo state residence, outside Moscow, Russia, Monday, Aug. 15, 2022. (Pavel Byrkin, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
Bild: keystone
Die westliche Allianz benutze die Ukrainer als «Kanonenfutter» für ihr Projekt «Anti-Russland», sagte Putin am Dienstag knapp sechs Monate nach Kriegsbeginn in einer Videobotschaft an die Teilnehmer der Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit. Der Präsident beklagte einmal mehr, der Konflikt werde durch die Lieferung schwerer Waffen aus den USA und anderen westlichen Ländern in die Länge gezogen.

Schon zuvor hatte Putin den USA vorgeworfen, den Kampf bis zum letzten Ukrainer austragen zu wollen. Die USA und der Westen hingegen betonen, die Ukraine in ihrem Freiheitskampf um eine staatliche Unabhängigkeit gegen eine russische Vereinnahmung zu unterstützen.

Putin warf den USA vor, ihre Aussenpolitik auf die Destabilisierung ganzer Regionen auszurichten – durch Provokationen, Umstürze und Bürgerkriege. Wie in der Ukraine so agiere das Land auch in Afrika, in Lateinamerika und in Asien, behauptete Putin. Er selbst sieht sich im Westen angesichts der russischen Okkupation weiter Teile der Ukraine ebenfalls mit Vorwürfen einer imperialen Politik konfrontiert.

Putin kritisierte auch die Taiwan-Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Anfang August. Dieser Besuch «einer verantwortungslosen Politikerin» sei die «dreiste Missachtung der Souveränität eines Landes», sagte Putin. Russland steht an der Seite Chinas, das die demokratische Inselrepublik Taiwan als Teil der Volksrepublik ansieht und offizielle Kontakte anderer Länder zu dem Inselstaat strikt ablehnt. (sda/dpa)
14:10
Finnland verschärft Visa-Regeln für russische Staatsbürger
FILE - In this Saturday, July 29, 2017 file photo, Finland's flag flies aboard the Finnish icebreaker MSV Nordica as it arrives into Nuuk, Greenland. Finland has come out on top of an international index that ranks nations by how happy they are as places to live. The World Happiness Report 2018 published Wednesday, March 14, 2018 ranked 156 countries by their happiness levels, based on factors such as life expectancy, social support and corruption. Unlike past years, the annual report published by the United Nations Sustainable Development Solutions Network also evaluated 117 countries by the happiness of their immigrants. (AP Photo/David Goldman, file)
Bild: David Goldman/AP/KEYSTONE
Die finnische Regierung will ab September weniger Touristenvisa an russische Staatsbürger ausstellen.

«Wir werden die Zahl der bewilligten Anträge auf ein Zehntel des aktuellen Niveaus begrenzen», sagte Finnlands Aussenminister Pekka Haavisto dem finnischen Rundfunk am Dienstag in Helsinki. Nach Informationen des Senders Yle werden in Finnland aktuell täglich rund tausend russische Visumsanträge bearbeitet.

«Gleichzeitig wollen wir es leichter für Menschen machen, nach Finnland zu kommen, um zu arbeiten, zu studieren oder Verwandte zu besuchen», sagte Haavisto. «Es soll also Lösungen für diejenigen geben, die einen Grund haben, nach Finnland zu kommen, aber das gewöhnliche Touristenvisum soll schwieriger zu bekommen sein.»

Während man in Finnland versucht habe, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen, sei die Anzahl russischer Touristen im Land zuletzt hoch gewesen, sagte Haavisto. «Das war für viele Finnen schwer zu akzeptieren.» In Umfragen hatte sich eine Mehrheit der Menschen wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine dafür ausgesprochen, die Ausstellung von Touristenvisa an russische Reisende einzustellen.

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hatte bei einem Gipfeltreffen der nordeuropäischen Regierungschefs mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag darauf gedrängt, die Frage im Europäischen Rat zu diskutieren. Scholz hatte dagegen erneut betont, es handle sich um Putins Krieg und nicht den des russischen Volkes. Haavisto sagte am Dienstag, er erhoffe sich von dem EU-Aussenministertreffen Ende August weiter eine gemeinsame Lösung. (sda/dpa)
13:38
Russland spricht nach neuer Explosion auf Krim von «Sabotageakt»
Nach der Explosion in einem Munitionsdepot auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat das Verteidigungsministerium in Moskau von einem «Sabotageakt» gesprochen.



Bei dem Angriff sei am Dienstagmorgen ein Militärlager getroffen worden, teilte das Ministerium nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit.

Es sei eine Reihe von zivilen Objekten beschädigt worden, darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk und Bahngleise sowie einige Wohngebäude, hiess es. Es gebe keine Schwerverletzten. Es werde alles unternommen, um die Folgen zu beseitigen. Wer für die Explosion verantwortlich ist, war zunächst unklar.

Der Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, hatte am Morgen von einer Explosion in einem Dorf des Gebiets Dschankoj im Norden der Krim berichtet. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein grosses Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Mehr als 3000 Menschen wurden den Behörden zufolge bis zum frühen Nachmittag in Sicherheit gebracht. Zuvor war von rund 2000 Evakuierten die Rede gewesen.

Es war bereits der dritte militärische Zwischenfall in diesem Sommer auf der Krim – und der mit den weitreichendsten Folgen. Der Zugverkehr wurde eingeschränkt. Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Die Krim ist im Sommer beliebtes Ferienziel. (sda/dpa)
10:45
Erster Getreidefrachter aus Ukraine in UN-Auftrag unterwegs
epa10123746 The Brave Commander bulker leaves Pivdennyi port near the South Ukrainian city of Odesa, Ukraine, 16 August 2022. The United Nations-chartered Brave Commander carries more than 23 thousand tons of wheat as the first humanitarian food aid cargo bound for Ethiopia from Ukraine after the start of the Russian invasion on Feburary 24 according to the Ukrainian Ministry of Infrastructure. Ukraine exports grain since a safe passage deal was signed between Ukraine and Russia on 22 July in Istanbul.  EPA/STR
Bild: keystone
Der erste Getreidefrachter im Auftrag der Vereinten Nationen ist am Dienstag aus dem ukrainischen Hafen Piwdennyj mit Weizen für Afrika ausgelaufen. Das bestätigte eine UN-Sprecherin des Koordinationszentrums in Istanbul der Deutschen Presse-Agentur. Informationen wonach das Schiff «Brave Commander» sich schon am Sonntag auf dem Weg gemacht habe, seien falsch. Es sei am Sonntag lediglich beladen worden. Der Gouverneur des Gebiets Odessa, Maxym Martschenko, hatte am Sonntag zunächst auf Telegram erklärt, der Frachter sei schon unterwegs.

Die Ladung von 23 000 Tonnen Weizen der «Brave Commander» ist im Rahmen des Welternährungsprogramms der UN (WFP) für Äthiopien bestimmt. Neben dem Frachter in UN-Auftrag machten sich nach Angaben des Koordinationszentrums in Istanbul am Dienstag vier weitere mit Weizen oder Mais beladene Schiffe aus der Ukraine auf den Weg. Sie laufen demnach Häfen in der Türkei, Rumänien und Südkorea an. Das Zentrum überwacht die Ausfuhren, die durch einen Sicherheitskorridor über das Schwarze Meer transportiert werden.

Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Seit Anfang August haben mehr als ein Dutzend Frachter ukrainisches Getreide abtransportiert. Allerdings waren die ersten Transporte kommerziell. Die UN befürchtet Lebensmittelknappheit und Hunger in armen Teilen der Welt, wenn die Ukraine als ein wichtiger Getreidelieferant ausfällt. Die Schiffe und ihre Fracht werden jeweils bei der Durchfahrt durch die türkische Meerenge Bosporus kontrolliert. (sda/dpa)
9:35
Gefahr von See für ukrainische Stadt Odessa grossteils gebannt
epa10118316 The unloading operations following the docking of the Rojen cargo ship in Ravenna, Italy, 13 August 2022. The ship left the port of Chornomorsk, near Odessa, Ukraine, on 05 August, carrying 15,000 tons of corn seeds, and arrived at Ravenna on 12 August. It is the first such shipping to reach Italy.  EPA/Fabrizio Zani/PASQUALE BOVE
Bild: keystone
Die Gefahr einer Landung russischer Truppen in der ukrainischen Hafenstadt Odessa vom Meer aus ist nach Ansicht britischer Militärexperten weitgehend gebannt.

Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. «Das bedeutet, die Ukraine kann Ressourcen verlegen, um die russischen Bodentruppen an anderen Orten unter Druck zu setzen», so das Fazit der Briten. Für eine sogenannte amphibische Landung von Truppen und Material mithilfe spezieller Schiffe ist kein Hafen nötig.

Die russischen Schiffe sind London zufolge nur noch eingeschränkt in der Lage, die Invasionsbemühungen Moskaus in der Ukraine effektiv zu unterstützen. Demnach nehmen sie eine «extrem defensive Haltung» ein. Abgesehen von den U-Booten blieben sie stets in Sichtweite der Küste der von Russland besetzten Halbinsel Krim. Das stehe im Kontrast zu der erhöhten Aktivität russischer Schiffe in anderen Meeren in dieser Jahreszeit, so die Mitteilung.

Zwar feuerten russische Schiffe weiterhin Langstrecken-Raketen ab, doch die Flotte habe Schwierigkeiten, die Seeherrschaft auszuüben. Geschwächt worden sei sie vor allem durch den Verlust ihres Flaggschiffs «Moskwa», einer erheblichen Zahl ihrer Flugzeuge sowie der Kontrolle über die Schlangeninsel.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (sda/dpa)
8:52
Wieder Explosion auf der Krim
Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat es nach Behördenangaben erneut eine Explosion in einem Militärobjekt gegeben. Im Norden der Krim sei am Dienstagmorgen ein Munitionslager detoniert, teilten die Behörden mit.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein grosses Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Der Krim-Verwaltungschef Sergej Aksjonow sagte vor Ort im Gebiet Dschankoj, es gebe zwei Verletzte. 2000 Menschen mussten nach offiziellen Angaben in Sicherheit gebracht werden.

Der Zugverkehr wurde nach dem folgenreichsten der bisher drei Zwischenfälle in diesem Sommer, in dem viele russische Touristen auf der Krim Erholung suchen, eingeschränkt. Die Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Von dort ging es weiter per Bus in die Krim-Hauptstadt Simferopol.

Zu den Gründen der Detonation müsse sich das russische Verteidigungsministerium äussern, sagte ein sichtlich erschütterter Aksjonow. Die Explosionen gingen weiter, erklärte er in einer Videobotschaft in seinem Blog beim Nachrichtenkanal Telegram.

«Es läuft eine Evakuierung, für die Sicherheit der Bewohner wird eine fünf Kilometer grosse Sicherheitszone gebildet», sagte Aksjonow. Die Menschen würden vorübergehend in Schulen untergebracht. Kräfte des Verteidigungsministeriums, der Nationalgarde und des Zivilschutzes seien im Einsatz, um die Brände zu löschen.

Nach Behördenangaben kam es in dem Dorf Maiskoje zu der Explosion, und zwar auf dem Gelände eines früheren Bauernhofes, der von den russischen Streitkräften als Munitionslager genutzt wird. Auch eine Umspannstation für die Stromversorgung solle in Brand geraten sein, hiess es. Die ersten Informationen dazu kamen am Morgen von ukrainischen Quellen.

Auch der Zugverkehr in der Region wurde nach Angaben von Aksjonow unterbrochen. Menschen würden mit Bussen zu ihren Zielen gebracht, sagte er. Über Dschankoj gehen die Bahnverbindungen von Moskau über die neue Krimbrücke in die Hauptstadt Simferopol auf der Halbinsel. Die Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Weil der Flugverkehr eingestellt ist, nutzen viele Touristen in der Sommerzeit die Bahn, um in die Kurorte am Schwarzen Meer zu gelangen.

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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