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Selenskyj, Guterres und Erdogan in Lwiw ++ AKW-Zone: Russland lehnt Demilitarisierung ab

18.08.2022, 11:1918.08.2022, 20:25

Die letzten News zum Ukraine-Krieg:

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22:10
Russland verlegt angeblich Kinschal-Raketen nach Kaliningrad
Als Drohgebärde gegen den Westen hat Russland nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge mit den neuen Hyperschallraketen Kinschal (Dolch) in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt. Drei Abfangjäger MiG-31 mit den Luft-Boden-Raketen seien als «zusätzliche Massnahme zur strategischen Abschreckung» auf dem Luftwaffenstützpunkt Tschkalowsk stationiert worden. Das teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag mit. Kaliningrad liegt zwischen den EU-Ländern Polen und Litauen rund 500 Kilometer von Berlin, aber mehr als 1000 Kilometer von Moskau entfernt. (Symbolbild)
In this handout photo taken from video released by Russian Defense Ministry Press Service on Thursday, Aug. 18, 2022, three MiG-31 fighter jets of the Russian air force stand after lending at the Chkalovsk air base in the Kaliningrad region. The Russian Defense Ministry said three MiG-31 fighters equipped to carry Kinzhal hypersonic missiles were deployed to the region as part of "additional measures of strategic deterrence." (Russian Defense Ministry Press Service photo via AP)
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Die Marschflugkörper Kinschal fliegen nach russischen Angaben bis zu zehn Mal schneller als der Schall, sind dabei trotzdem lenkbar und haben eine Reichweite von 2000 Kilometern. Sie können konventionell oder nuklar bestückt werden. Es ist eins von mehreren hochmodernen Waffensystemen, auf das Präsident Wladimir Putin besonders stolz ist. Im März hatte Russland nach eigenen Angaben eine Kinschal-Rakete gegen ein militärisches Ziel in der Westukraine abgeschossen. (sda/dpa)
21:49
Russisches Munitionslager an ukrainischer Grenze brennt
Ein russisches Munitionslager im Gebiet Belgorod dicht an der Grenze zur Ukraine ist nach örtlichen Behördenangaben am Donnerstag in Flammen aufgegangen. Niemand sei verletzt worden, schrieb der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram. Den Angaben nach lag das Depot bei dem Dorf Timonowo, etwa 4,5 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer Timonowo und Soloti seien in Sicherheit gebracht worden. «Nach der Brandursache wird gesucht», schrieb Gladkow.

Über der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde am Donnerstag erneut eine dichte schwarze Rauchsäule gesichtet. Im Internet waren nicht verifizierte Videos davon zu sehen. Der Zivilschutz der Krim teilte der Agentur Ria Nowosti zufolge mit, bei dem Ort Meschwodnoje im Westen habe nur eine Fläche mit trockenem Gras gebrannt. In russischen Militäranlagen auf der Halbinsel war es in den vergangenen Tagen mehrmals zu schweren Explosionen gekommen. Die Ursache war unklar, liess aber ukrainische Angriffe vermuten. (sda/dpa)
20:17
Guterres: Getreide-Deal «nur der Anfang» diplomatischer Bemühungen
UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem Treffen mit den Präsidenten der Ukraine und der Türkei, Wolodymyr Selenskyj und Recep Tayyip Erdogan, in Lwiw ein Ende des Krieges angemahnt. Der UN-Generalsekretär sagte nach dem Gipfel im Westen des von Russland überfallenen Landes, der diplomatische Erfolg durch das Getreide-Abkommen im Juli sei «nur der Anfang» einer positiven Dynamik.
A harvester collects wheat in Semikarakorsky District of Rostov-on-Don region near Semikarakorsk, Southern Russia, Wednesday, July 6, 2022. Russia is the world's biggest exporter of wheat, accounting for almost a fifth of global shipments. It is expected to have one of its best ever crop seasons this year. Agriculture is among the most important industries in Russia, accounting for around 4% of its GDP, according to the World Bank. (AP Photo)
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«Die Menschen brauchen Frieden», so Guterres nach Angaben der Vereinten Nationen. Der Krieg habe unzählige Tote, massive Zerstörungen und Vertreibungen sowie dramatische Menschenrechtsverletzungen gebracht.

Das Treffen in Lwiw ist für die Vereinten Nationen und die Türkei eine Möglichkeit, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung mit der Ukraine auszuloten. UN-Kreise halten Gespräche der Kriegsparteien über eine Waffenruhe nur dann für möglich, wenn Russland und die Ukraine keine Geländegewinne mehr erzielen können und vom Ziel eines Sieges Abstand nehmen. Die Ukraine will aber verlorene Gebiete zurückerobern, auch um Landsleute nicht in der Willkür der russischen Besatzer zu lassen. (sda/dpa)
19:14
Erdogan glaubt an Ende des Krieges «am Verhandlungstisch»
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan setzt weiter auf eine diplomatische Lösung für den Krieg in der Ukraine. «Ich glaube weiter daran, dass der Krieg irgendwann am Verhandlungstisch enden wird.
epa10127800 Turkish President Recep Tayyip Erdogan (L), Ukrainian President Volodymyr Zelensky (C) and UN Secretary-General Antonio Guterres (R) attend a joint press conference in Lviv, Ukraine, 18 July 2022. Turkish President Erdogan and UN Secretary-General Guterres arrived in Ukraine to meet with President Zelensky to talk on improving the grain initiative and the situation around the Zaporizhzhia nuclear power plant.  EPA/MYKOLA TYS
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«Tatsächlich sehen auch Herr Selenskyj und Herr Guterres das so», sagte Erdogan laut dem türkischen Präsidialpalast am Donnerstag in Lwiw im Westen der Ukraine. Dort hatten sich Erdogan, UN-Generalsekretär António Guterres und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen getroffen. Man werde die Ergebnisse der Unterhaltungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auswerten, so Erdogan laut Mitteilung. (sda/dpa)
18:31
Guterres kündigt Aufklärungsmission zu bombardiertem Gefängnis an
Nach dem Angriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen Ende Juli hat UN-Generalsekretär António Guterres eine Aufklärungsmission angekündigt. Der brasilianische General Carlos dos Santos Cruz soll die Operation demnach leiten. «Wir werden nun weiter daran arbeiten, die notwendigen Zusicherungen zu erhalten, um einen sicheren Zugriff auf die Stätte und alle anderen relevanten Orte zu gewährleisten», sagte Guterres am Donnerstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Lwiw im Westen der Ukraine.
In this photo provided by the United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy, center, Turkish President Recep Tayyip Erdogan, left, and United Nations Secretary General Antonio Guterres hold a press conference in Lviv, Ukraine, Thursday, Aug. 18, 2022. (Saviano Abreu, OCHA via AP)
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Die Ukraine hatte nach dem Tod von etwa 50 ukrainischen Kriegsgefangenen Ende Juli in dem Gefängnis Oleniwka bei Donezk den Zugang unabhängiger internationaler Experten verlangt, um den Fall aufzuklären. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, für den Tod der Gefangenen verantwortlich zu sein. (sda/dpa)
16:24
Selenskyj trifft UN-Generalsekretär Guterres in Lwiw
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat UN-Generalsekretär António Guterres zu Gesprächen in der Westukraine getroffen. «Besondere Aufmerksamkeit galt der Atomerpressung Russlands beim Kernkraftwerk Saporischschja», hiess es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Präsidentenbüros.
United Nations Secretary General Antonio Guterres visits Ivan Franko National University, Ukraine's oldest university, in Lviv, Ukraine, Thursday, Aug, 18, 2022. Antonio Guterres is due to meet later on Thursday with Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy and Turkish President Recep Tayyip Erdogan in the city which is near Ukraine's border with Poland. On his visit, Guterres praised the role of academic institutions in building democratic institutions in a brief statement to reporters. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
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Die Vereinten Nationen müssten die Sicherheit dieses strategischen Objektes mit Entmilitarisierung und dem Abzug der russischen Streitkräfte sicherstellen, hiess es. Guterres und Selenskyj trafen sich im Potocki-Palast in der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg), etwa 60 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Türkischen Medienberichten zufolge hatte Selenskyj anschliessend ebenso bilaterale Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Danach sollte es noch zu einem Dreiergespräch kommen.

Russland war vor knapp sechs Monaten in die Ukraine einmarschiert. Das südukrainische Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja war bereits Anfang März erobert worden. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes vor. Mit seinen sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt ist es das grösste AKW in Europa. (sda/dpa)
16:18
Dreiergipfel von Selenskyj, Guterres und Erdogan beginnt in Lwiw
United Nations Secretary General Antonio Guterres, left, visits Ivan Franko National University, Ukraine's oldest university, in Lviv, Ukraine, Thursday, Aug, 18, 2022. Antonio Guterres is due to meet later Thursday with Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy and Turkish President Recep Tayyip Erdogan in the city which is near Ukraine's border with Poland. On his visit, Guterres praised the role of academic institutions in building democratic institutions in a brief statement to reporters. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
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Der Dreiergipfel des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit UN-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat begonnen.

Der UN-Chef und die beiden Präsidenten seien am Donnerstag in Lwiw im Westen der Ukraine zusammengekommen, berichtete die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Im Anschluss an das Treffen soll es eine Pressekonferenz geben - laut UN dürfte diese aber nicht live übertragen werden.

Bei den Treffen geht es für die Vereinten Nationen und die Türkei um den Versuch, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung auszuloten. Daneben soll es um die Lage in dem von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja gehen und die Möglichkeiten einer internationalen Expertenmission. Selenskyj hatte am Mittwochabend erneut einen Abzug russischer Soldaten aus Europas grösstem Kernkraftwerk gefordert. (sda/dpa)
16:13
Russland lehnt Vorschläge zur Demilitarisierung der AKW-Zone ab
Russland hat die Vorschläge der Vereinten Nationen für eine Entmilitarisierung der Zone um das besetzte Atomkraftwerk Saporischschja abgelehnt. Das sei inakzeptabel, weil dadurch die Anlage noch anfälliger werde für Angriffe, sagte ein Sprecher des russischen Aussenministeriums am Donnerstag in Moskau. Russland erwarte vielmehr, dass schon in «unmittelbarer Kürze» Expertinnen und Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) das AKW besichtigen werden. Eine solche Mission ist seit langem geplant.
Kernkraftwerk Saporischschja
Der Machtapparat in Moskau hatte immer wieder erklärt, dass sich die IAEA davon überzeugen könne, dass Russland lediglich für die Sicherheit des grössten Kernkraftwerks in Europa sorge. Zuletzt hatten die Vereinten Nationen Vorwürfe Moskaus zurückgewiesen, die UN hätten eine IAEA-Mission verhindert.

Dem Vernehmen nach gibt es Streit etwa um den Reiseweg der Experten durch das Kriegsgebiet, das teils von ukrainischen und teils von russischen Truppen kontrolliert wird. Das AKW wird immer wieder beschossen, Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld. Die russischen Besatzer und das Verteidigungsministerium in Moskau sprachen auch am Donnerstag von massivem Beschuss.

UN-Generalsekretär António Guterres reiste in die westukrainische Stadt Lwiw (Lemberg), um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan auch über das von Russland besetzte AKW zu sprechen. Guterres hatte am 11. August gesagt, dass das AKW nicht Teil einer Militäroperation sein dürfe. Es müsse dringend entmilitarisiert und gesichert werden. Bei den Gesprächen in Lwiw ist die russische Seite nicht vertreten. (sda/dpa)
14:17
43 Getreideschiffe seit Öffnung des Korridors in See gestochen
The Brave Commander bulk carrier makes its way from the Pivdennyi Seaport near Odesa, Ukraine, Tuesday, Aug. 16, 2022. According to Ukraine's Ministry of Infrastructure, the ship under Lebanon' flag is carrying 23 thousands tons of Ukrainian wheat. (AP Photo/Nina Lyashonok)
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Seit der Einigung auf den Korridor für ukrainisches Getreide sind nach türkischen Angaben bereits 43 Schiffe in See gestochen. 25 davon hätten die Ukraine verlassen, 18 hätten sich auf den Weg zu ukrainischen Häfen gemacht, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit.

Somit seien mehr als 622 000 Tonnen Getreide aus ukrainischen Häfen verschifft worden, hiess es.

Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Es wird geschätzt, dass mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine lagern. Um die Vereinbarungen soll es auch bei dem am Donnerstag stattfindenden Treffen zwischen UN-Generalsekretär António Guterres, dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Lwiw (Lemberg) gehen. (sda/dpa)
13:49
Russen werfen Ukraine Beschuss von AKW Saporischschja vor
United Nations Secretary General Antonio Guterres visits Ivan Franko National University, Ukraine's oldest university, in Lviv, Ukraine, Thursday, Aug, 18, 2022. Antonio Guterres is due to meet later on Thursday with Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy and Turkish President Recep Tayyip Erdogan in the city which is near Ukraine's border with Poland. On his visit, Guterres praised the role of academic institutions in building democratic institutions in a brief statement to reporters. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
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Die russischen Besatzer des Atomkraftwerks Saporischschja haben der ukrainischen Führung vor einem Besuch von UN-Generalsekretär António Guterres erneut gefährliche Angriffe vorgeworfen.

Es gebe die Gefahr, dass durch den Beschuss das Kühlsystem der Reaktoren und die Lagerstätten für nukleare Abfälle beschädigt würden, sagte der Besatzungschef der Region, Jewgeni Balizki, am Donnerstag im russischen Staatsfernsehen. «Das Kühlsystem garantiert die zuverlässige Arbeit des Atomkraftwerks», sagte er und warnte vor einer Katastrophe wie 1986 im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl.

In Lwiw im Westen der Ukraine war für den Nachmittag ein Treffen von UN-Generalsekretär Guterres mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan angesetzt. Dabei sollte es um Russlands Angriffskrieg und um das AKW gehen.

Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig vor, das Kraftwerk zu beschiessen. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, die Regierung in Kiew plane an diesem Freitag einen Schlag gegen Europas grösstes Atomkraftwerk, um dann Moskau die Schuld an einer möglichen radioaktiven Katastrophe zu geben.

Entsprechende Einheiten würden dort zusammengezogen, Teile der 44. Artillerie-Brigade sollen die Schläge von der Stadt Nikopol aus vollziehen, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Beweise legte er nicht vor. Überprüfbar waren die Angaben nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den russischen Streitkräften «atomaren Terrorismus» vorgeworfen, sie würden das AKW als «Schutzschild» benutzen, um von dort Ortschaften zu beschiessen.

Mehr als 40 Staaten haben Russland aufgefordert, das AKW wieder in die Kontrolle der Ukraine zu übergeben. Die Führung in Moskau lehnt das ab mit der Begründung, dass die Sicherheit angesichts der Kämpfe nicht gewährleistet werden könne. Laut Experten wären auch russische Gebiete besonders schwer von einer Atomkatastrophe betroffen.

Möglich sei die Zerstörung der Reaktoranlagen, wodurch radioaktive Stoffe in die Atmosphäre gelangen und Hunderte von Kilometern verbreitet werden können, sagte der Chef der russischen Streitkräfte für den Strahlen-, chemischen und biologischen Schutz, Igor Kirillow. Er warnte mittels einer Grafik vor den «katastrophalen Folgen», die noch schlimmer seien als die Gaskrise in Europa. Das russische Militär behauptet, das AKW lediglich zu sichern, dort aber keine schweren Waffen stationiert zu haben. Nach Angaben aus Moskau fängt die russische Luftabwehr immer wieder Angriffe auf das AKW ab. Bisher soll keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden sein. (sda/dpa)
13:38
Estland beschränkt Einreise für russische Staatsbürger
Estland hat seine Visa-Regelungen für Menschen aus Russland verschärft und deren Einreise beschränkt. Russische Staatsbürger dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum in das baltische EU- und Nato-Land einreisen. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in Tallinn sollen daher an den drei Grenzübergängen zu Russland in Narva, Luhamaa und Koidula zusätzliche Visakontrollen stattfinden.

Estland hatte als eine Reaktion auf Russlands Angriffskrieg in der Ukraine die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen bereits weitgehend ausgesetzt. Mit einem gültigen Visum war es aber weiterhin möglich, per Bus oder Auto über die estnische Grenze in den Schengenraum einzureisen. Dies ist künftig nicht mehr möglich. Bestimmte Ausnahmen gelten jedoch etwa für Russen mit Wohnsitz, Aufenthaltsrecht oder Verwandten in Estland.

Weiter einreisen dürfen auch russische Bürger mit von anderen EU-Mitgliedern ausgestellten Visa, die für den gesamten Schengen-Raum mit seinen 26 europäischen Ländern gilt. Zusammen mit seinen ebenfalls an Russland grenzenden Nachbarländern Finnland und Lettland macht sich Estland daher für einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa stark. Deutschland und die EU-Kommission in Brüssel lehnen dies ab.

Estlands Innenminister Lauri Läänemets betonte, die Sanktionen seien notwendig, weil Russlands Aggression gegen die Ukraine auch ein Angriff auf die europäischen Werte und Freiheiten sei. «Russische Bürger können daher nicht die selbstverständliche Freiheit haben, die Möglichkeiten zu geniessen, die die gleichen europäischen Werte und Freiheiten bieten, die von der Europäischen Union bereitgestellt werden - sei es Urlaub, Bildung oder geschäftliche Aktivitäten», wurde er am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert.

Nach Angaben der estnischen Grenz- und Polizeibehörde passierten zuletzt täglich rund 2500 russische Staatsbürger die Grenze nach Estland - knapp die Hälfte davon mit einem Touristenvisum. Ausgestellt worden seien diese etwa in gleichem Masse von Estland und anderen Schengen-Staaten, teilte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur in Tallinn mit. (sda/dpa)
12:51
Selenskyj besucht Krankenhaus in Lwiw vor Treffen mit Erdogan
epa10095799 Ukrainian President Volodymyr Zelensky speaks during a joint press conference with Lithuanian President Gitanas Nauseda (not pictured) in Kyiv, Ukraine, 28 July 2022. Gitanas Nauseda arrived in Ukraine to meet with top officials and express his support for Ukraine amid the Russian invasion.  EPA/SERGEY DOLZHENKO
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Vor einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und UN-Generalsekretär António Guterres hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj ein Militärkrankenhaus in Lwiw (Lemberg) besucht.

Selenskyj sprach in der westukrainischen Stadt mit Verwundeten und Ärzten, wie auf den am Donnerstag von seinem Pressedienst veröffentlichten Fotos zu sehen war. Er würdigte die Kämpfer als «Helden».

«Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen. Danke für den Schutz des ukrainischen Landes», sagte Selenskyj einer Mitteilung in seinem Telegram-Kanal zufolge. Mehreren Soldaten verlieh der 44-Jährige Orden.

Bei dem Treffen mit Guterres und Erdogan soll die Situation um das von Russland besetzte südukrainische Atomkraftwerk Saporischschja erörtert werden. Zudem wurde in Medien spekuliert, dass Erdogan Selenskyj Vorschläge zur diplomatischen Beendigung des Krieges mit Russland machen werde.

Die russische Armee war vor knapp sechs Monaten in die Ukraine einmarschiert. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Geländes um das Kernkraftwerk vor. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt das grösste Kernkraftwerk Europas. (sda/dpa)
11:18
Smog und starker Brandgeruch in Moskau
epa09680453 A view of the Ministry of Foreign Affairs building (?) and towers of the business center Moscow City (behind) in Moscow, Russia,12 January 2022.  EPA/YURI KOCHETKOV
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Die Menschen in der Millionenmetropole Moskau klagen über ungewöhnlichen Smog und intensiven Brandgeruch in fast allen Teilen der russischen Hauptstadt. Auch im Zentrum, wo der Kreml und Regierungsgebäude stehen, lag am Donnerstag ein Dunstschleier.

Passanten klagten über einen stechenden Geruch in der Nase. Dazu wurden Temperaturen von über 30 Grad Celsius erwartet. Das Zivilschutzministerium teilte mit, dass im Südosten Moskaus im Gebiet Rjasan Waldbrände wüteten und der Rauch bis nach Moskau gezogen sei.

Die Behörden in Europas grösster Stadt mit nach offiziellen Angaben mehr als 12, nach Schätzungen aber mehr als 15 Millionen Einwohnern berichteten von zahlreichen Beschwerden der Bürger. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, dass aus der Hauptstadt 240 Einsatzkräfte und knapp 78 Einheiten Technik in das Gebiet Rjasan geschickt worden seien.

In Russland gibt es wie in jedem Jahr in vielen Teilen des Landes massive Waldbrände. Die Umweltorganisation Greenpeace spricht von einer katastrophalen Lage. Riesige Gebiete im flächenmässig grössten Land der Erde stehen in Flammen.

Immer wieder gibt es Klagen von Umweltschützern, die Behörden würden zu wenig tun für den Kampf gegen die Brände. Russische Staatsmedien hatten zudem berichtet, dass die sonst für die Löscharbeiten eingesetzten Soldaten teils auch im Krieg in der Ukraine im Einsatz seien und deshalb für die Rettung des Waldes aktuell nicht zur Verfügung stünden. (sda/dpa)
8:29
Menschenrechtler: Russland rekrutiert für Krieg in Gefängnissen
epa10111266 A still image taken from a handout video released by the Russian Defence Ministry Press Service on 08 August 2022 shows Russian Commander of the Central Military District Colonel-General Alexander Lapin (L) attending a ceremony where he presented state awards to Russian servicemen, at an undisclosed location in Ukraine. Colonel-General Lapin was awarded the title of 'Hero of the Russian Federation' by President Putin in July. On 24 February 2022 Russian troops entered the Ukrainian territory in what the Russian president declared a 'Special Military Operation', starting an armed conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE HANDOUT -- ATTENTION EDITORS: IMAGE PIXELATED AT SOURCE -- BEST QUALITY AVAILABLE -- MANDATORY CREDIT -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
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Für Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine werden nach Angaben von Menschenrechtlern in russischen Gefängnissen gezielt Freiwillige gesucht. Verdächtige und Angeklagte würden auch mit dem Versprechen angeworben, dass im Gegenzug das Strafverfahren eingestellt werde, berichtete die in Berlin lebende russische Bürgerrechtlerin Olga Romanowa bei Facebook. Es gebe Beispiele aus Untersuchungsgefängnissen im Moskauer Gebiet. «Aber ich denke, es hat überall begonnen», schrieb Romanowa, die als angesehene Expertin für die Rechte von Gefangenen in Russland gilt.

Eine Generalmobilmachung für den seit bald einem halben Jahr dauernden Krieg in der Ukraine gibt es in Russland nicht. Deshalb sind die Armee und Präsident Wladimir Putin auf Freiwillige angewiesen. Als Zeichen für Personalmangel an der Front gilt, dass die Behörden in vielen Regionen damit begonnen haben, mit Strassenreklame für einen Einsatz in der Ukraine zu werben. Städte und Regionen gründen demnach eigene Bataillone.

Da in Russland fast alle Anklagen mit einem Schuldspruch enden, sollen Verdächtige und Angeklagte nun offenbar vor die Wahl gestellt werden: Krieg oder Gefängnis. Der Gründer des gegen Gewalt in russischen Gefängnissen geschaffenen Projekts Gulaga.net, Wladimir Ossetschkin, bestätigte in seinem Exil in Frankreich die Anwerbepraktiken in Gefängnissen. Es gebe dazu auch Informationen aus St. Petersburg, Rjasan, Twer und Brjansk.

Dem Internetportal Meduza zufolge gab es schon Anfang Juli Berichte in russischen Medien über die Suche nach Freiwilligen in zahlreichen Straflagern des Riesenreiches. Demnach soll die private Söldnerorganisation «Wagner» dort Straftäter für den Kriegseinsatz angeworben haben.

Das Internetportal Mediazona berichtete, dass der von den USA gesuchte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, der als «Wagner»-Finanzier mit besten Kontakten zu Putin gilt, selbst in Straflagern Freiwillige angeworben haben soll. Im Gegenzug seien ihnen 100 000 Rubel (1600 Euro) Monatslohn, Prämien, Zahlungen an die Familien im Todesfall und eine Amnestie in Aussicht gestellt worden. (sda/dpa)
4:13
Estland beschränkt Einreise für russische Staatsbürger
Estland hat seine Visa-Regelungen für Menschen aus Russland verschärft und deren Einreise beschränkt. Russische Staatsbürger dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum in das baltische EU- und Nato-Land einreisen. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in Tallinn sollen daher an den drei Grenzübergängen zu Russland in Narva, Luhamaa und Koidula zusätzliche Visakontrollen stattfinden.

Estland hatte als eine Reaktion auf Russlands Angriffskrieg in der Ukraine die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen bereits weitgehend ausgesetzt. Mit einem gültigen Visum war es aber weiterhin möglich, per Bus oder Auto über die estnische Grenze in den Schengenraum einzureisen. Dies ist künftig nicht mehr möglich. Bestimmte Ausnahmen gelten jedoch etwa für Russen mit Wohnsitz, Aufenthaltsrecht oder Verwandten in Estland.

Weiter einreisen dürfen auch russische Bürger mit von anderen EU-Mitgliedern ausgestellten Visa, die für den gesamten Schengen-Raum mit seinen 26 europäischen Ländern gilt. Zusammen mit seinen ebenfalls an Russland grenzenden Nachbarländern Finnland und Lettland macht sich Estland daher für einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa stark. Deutschland und die EU-Kommission in Brüssel lehnen dies ab.

Nach Angaben der estnischen Grenz- und Polizeibehörde passierten zuletzt täglich rund 2500 russische Staatsbürger die Grenze nach Estland - knapp die Hälfte davon mit einem Touristenvisum. Ausgestellt worden seien diese etwa in gleichem Masse von Estland und anderen Schengen-Staaten, teilte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur in Tallinn mit. (sda/dpa)
epa10024129 Estonian President Alar Karis listens during Presidents' Panel entitled 'The Three Seas Initiative: The Renewed Urgency and Opportunity of Connecting Europe' for the Three Seas Initiative Summit and Business Forum in Riga, Latvia, 20 June 2022. Latvia is hosting the Three Seas Summit and Business Forum in Riga on 20 and 21 June. The Three Seas Initiative (3SI) is a politically inspired, commercially driven platform aiming to strengthen infrastructure in the sectors of energy, digital and transport.  EPA/TOMS KALNINS
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Alar Karis, Präsident von Estland
3:38
Selenskyj fordert bedingungslosen Abzug der Russen aus AKW
Vor einem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut einen Abzug russischer Truppen aus dem AKW Saporischschja gefordert. «Dies muss ohne Bedingungen und so bald wie möglich geschehen», sagte Selenskyj am Mittwochabend in seiner Videoansprache.

Ukrainische Diplomaten, Wissenschaftler und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) arbeiteten daran, den Besuch einer Expertenkommission in dem Kernkraftwerk zu ermöglichen. «Nur absolute Transparenz und eine kontrollierte Lage in und um das AKW garantieren eine Rückkehr zu normaler nuklearer Sicherheit für den ukrainischen Staat, die internationale Gemeinschaft und die IAEA», sagte Selenskyj.

Die Lage in dem von russischen Truppen besetzten grössten Atomkraftwerk Europas beunruhigt die internationale Staatengemeinschaft seit Wochen. Immer wieder schlagen auf dem Kraftwerksgelände Geschosse ein, wobei sich Russland und die Ukraine gegenseitig für den Beschuss verantwortlich machen. Der Besuch einer IAEA-Mission in Saporischschja wird Thema bei dem Treffen Selenskyjs mit Guterres an diesem Donnerstag in Lwiw (Lemberg) sein. Dritter Teilnehmer des Gipfels ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die russische Besatzungsverwaltung berichtete am Mittwoch zweimal über angeblich ukrainischen Beschuss auf das AKW. Zwei Mitarbeiter des Werks wurden nach Polizeiangaben festgenommen, weil sie den ukrainischen Truppen beim Zielen geholfen hätten, meldete die Agentur Ria Nowosti. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es nicht. (sda/dpa)
FILE - Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy speaks at a news conference in Kyiv, Ukraine, on July 28, 2022. Ukrainian officials countered by accusing Russian forces of planting explosives at the Zaporizhzhia nuclear plant in preparation for an expected Ukrainian counteroffensive in the region. They also have accused Russia of launching attacks from the plant using Ukrainian workers there as human shields and shelling the place themselves. Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy said that the Russian shelling and mining of the plant amount to "nuclear blackmail." (AP Photo/Efrem Lukatsky, File)
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22:54
Mindestens sechs Tote bei Beschuss auf Charkiw
Durch russischen Beschuss auf die ostukrainische Grossstadt Charkiw sind am Mittwochabend nach örtlichen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und weitere 16 verletzt worden. Ein Hochhaus sei getroffen worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Medien berichteten, dass ein Marschflugkörper in dem Haus eingeschlagen sei und es in Brand gesetzt habe.

Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow teilte mit, dass auch andere Stellen der zweitgrössten Stadt der Ukraine getroffen worden seien. Der Beschuss sei «ziemlich chaotisch». Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf Telegram von einem «gemeinen und zynischen Anschlag auf Zivilistinnen und Zivilisten, für den es keine Rechtfertigung gibt und der nur die Hilflosigkeit des Aggressors zeigt». Charkiw war schon in den Nächten zuvor heftig von russischer Artillerie beschossen worden. (sda/dpa)

22:25
Geheimdienst: Russland bringt Flugzeuge auf Krim in Sicherheit
Die russische Luftwaffe versucht ukrainischen Geheimdienstangaben zufolge, nach mehreren Explosionen Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf der Krim in Sicherheit zu bringen. Teils würden die Flugzeuge ins Innere der 2014 annektierten Halbinsel überführt, teils auf russisches Festland abgezogen. Das teilte der ukrainische Militärgeheimdienst am Mittwoch auf Facebook mit. Beobachtet worden sei die Verlegung von mindestens 24 Flugzeugen und 14 Hubschraubern. Überprüft werden konnten die Angaben aus Kiew nicht.
epa09917189 A handout satellite image made available by Maxar Technologies shows a general view of the Black Sea port of Sevastopol, Crimea, 29 April 2022.  EPA/MAXAR TECHNOLOGIES HANDOUT -- MANDATORY CREDIT: SATELLITE IMAGE 2022 MAXAR TECHNOLOGIES -- THE WATERMARK MAY NOT BE REMOVED/CROPPED -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
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Vergangene Woche hatten am 9. August Explosionen den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki an der Westküste der Krim erschüttert. Satellitenbilder zeigten später, dass mindestens sieben Kampfjets zerstört worden waren. Am Dienstag wurden schwere Detonationen in einem Munitionsdepot bei Dschankoj und eine kleinere Explosion auf dem Fliegerhorst Gwardejskoje nahe Simferopol beobachtet. Die Ukraine hat offiziell keine Verantwortung übernommen. Allerdings lassen die Schäden auf gezielte Aktionen gegen die Militäranlagen schliessen. (sda/dpa)
21:42
Ukraine stellt sich auf Luftangriffe zum Nationalfeiertag ein
epa10095544 An elderly woman walks past a displayed Russian tank destroyed in fights with the Ukrainian army, placed on a truck trailer at Mykhailivskyi Square, on the Day of Ukrainian Statehood, in Kyiv (Kiev), Ukraine, 28 July 2022. Ukraine marked the Day of Ukrainian Statehood for the first time on 28 July 2022. Ukrainian President Zelensky approved the new public holiday last year, and parliament adopted it in May 2022. Russian troops on 24 February entered Ukrainian territory, starting a conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/ROMAN PILIPEY
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Die Ukraine stellt sich auf russische Raketenangriffe auf die Hauptstadt Kiew zu ihrem Tag der Unabhängigkeit am 24. August ein. Das sagte der Präsidentenberater Olexij Arestowytsch, der sich oft zu militärischen Fragen äussert, am Mittwoch. An der militärischen Lage werde sich dadurch aber nichts ändern, sagte er nach Berichten in Kiew.

Eher wäre es «eine rein emotionale Geste, um mehr Zivilisten zu töten und uns den Feiertag zu verderben». Aber auch die Ukraine habe Mittel, den Russen den Tag zu verderben, sagte Arestowytsch und erinnerte an die Serie von Explosionen auf russischen Militäranlagen auf der Halbinsel Krim. «Für sie wird es dort im Falle eines Angriffs viel schlimmer sein als für uns hier», drohte er.

Die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine erinnert jedes Jahr an die Erklärung ihrer Unabhängigkeit am 24. August 1991. In diesem Jahr fällt der Feiertag zusammen mit einem halben Jahr Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Russland hatte das Nachbarland am 24. Februar angegriffen. (sda/dpa)
20:01
Russen haben nördlich und westlich von Donezk Erfolg
Im Ukraine-Krieg haben die russischen Truppen im ostukrainischen Gebiet Donezk kleinere Geländegewinne gemacht. Dem Bericht des ukrainischen Generalstabs vom Mittwoch zufolge verzeichneten die Russen Erfolge bei Opytne im Norden von Donezk und bei Nowomychajliwka im Südwesten.

An anderen Abschnitten wiederum seien russische Angriffe abgewehrt worden. Genannt wurden Ortschaften nördlich von Slowjansk und im Osten und Süden der Städte Soledar und Bachmut. Auch südwestlich von Wuhledar seien russische Attacken zurückgeschlagen worden. In den Gebieten Charkiw und Cherson seien Vorstösse der Russen ebenfalls gescheitert.
ARCHIV - Das Archivfoto zeigt einen ukrainischen Soldaten an der Frontlinie in der Region Donezk. Foto: Vitali Komar/AP/dpa
Bild: sda
Entlang der gesamten Frontlinie wurden demnach bei mehreren Dutzend Ortschaften ukrainische Positionen mit Artillerie beschossen. Knapp ein Dutzend russische Luftangriffe habe es gegeben. Der Oberkommandierende der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, hatte am Vortag eine Zahl von 40'000 bis 60'000 Geschossen genannt, die täglich auf ukrainische Stellungen niedergehen würden. Diese Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Russland war vor knapp sechs Monaten in die Ukraine einmarschiert. Seitdem sind grössere Teile der Ost- und der Südukraine von der russischen Armee erobert worden. (sda/dpa)
18:55
Nawalny-Vertrauter warnt: «Russische Jugend unterstützt Krieg nicht»
Der prominente Kremlgegner Wladimir Milow hat angesichts der Debatte in der Europäischen Union über Einreisesperren für seine Landsleute vor einem «Visa-Krieg gegen Russen» gewarnt. Der Vertraute des inhaftierten Moskauer Oppositionspolitikers Alexej Nawalny sagte, dass einige europäische Politiker auf Russen «spucken», sie als «Müll» und «Schweinehunde» betrachten würden. Das schade den im Westen gepredigten demokratischen Werten und spiele Kremlchef Wladimir Putin in die Hände, sagte Milow in einem am Mittwoch im Nawalny-Telegram-Kanal verbreiteten Video.

Milow, der selbst im Exil im Ausland lebt, kritisierte ausdrücklich auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der gefordert hatte, Russinnen und Russen die Einreise in westliche Staaten zu verbieten. Auch wenn das Land gegen Putins Angriffskrieg kämpfe, habe keiner das Recht, alle Russen über eine Kamm zu scheren.

Milow betonte, dass das Team von Nawalny den Westen seit Jahren vor «Putins Mafia-Regime» warnt. Selenskyj habe selbst noch zu Beginn des Krieges gewürdigt, dass viele Russen sich gegen die Invasion stellten, und anerkannt, dass Proteste wegen drohender Strafen nicht leicht seien in Russland. Nun wolle er alle bestrafen.

«Die russische Jugend unterstützt diesen Krieg nicht», sagte Milow. Er sprach sich dafür aus, dass junge Russen etwa die Möglichkeit haben müssten, im Westen zu studieren, um in einer Zeit nach Putin ihrem Land zu nützen. Milow lobte ausdrücklich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der einen etwa von baltischen Staaten geforderten Visa-Bann nicht unterstützt. Scholz hatte gesagt, dass der Angriff auf die Ukraine «Putins Krieg» sei, nicht der des russischen Volkes.

«Wenn europäische Politiker sagen, dass alle Russen gleich sind, dann verlieren Gespräche über demokratische Werte und die Weltordnung ihren Sinn», sagte er. «Strategisch senden sie das Signal an eine grosse Menge prowestlicher Russen, dass es keine demokratischen Werte gibt, sondern einen Konflikt in ethnischer Hinsicht.» Das komme Putin gelegen. Der Kremlchef wirft dem Westen seit langem eine Verschwörung gegen alles Russische vor. (sda/dpa)
16:30
Schweiz übernimmt Sanktionen gegen Ex-Präsident Janukowitsch
Die Schweiz schliesst sich den Sanktionen gegen den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch an. Er steht neu auf der Liste jener Personen, für die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine Reiseverbote und Finanzsanktionen gelten.

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) habe den mittlerweile 72-jährigen Janukowitsch und auch dessen Sohn in die Sanktionsliste aufgenommen, schrieb das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Die Sanktionen gelten ab 18 Uhr am Mittwoch. Janukowitsch war von 2010 bis 2014 Präsident der Ukraine.
epa03996095 Ukrainian President Viktor Yanukovych speaks with journalists during his meeting with Ukrainian media in Kiev, Ukraine, 19 December 2013. Russia and Ukraine this week signed a multi billion US dollar credit and gas deal, under which Kiev will pay more than 30 per cent less for the natural gas imports, and have access to 15 billion dollars in credit.  EPA/MYKHAYLO MARKIV
Bild: EPA

Vater und Sohn stehen bereits seit dem 4. August auf der Sanktionsliste der EU.
Sie seien verantwortlich für die Unterstützung und Umsetzung von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine bedrohten, heisst es im entsprechenden Beschluss.

Viktor Janukowitsch sei laut verschiedenen Quellen zuletzt Teil einer russischen Sonderoperation gewesen, die das Ziel gehabt habe, ihn während der ersten Phase des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder als Präsidenten einzusetzen. Sein 49 Jahre alter Sohn führe unter anderem weiterhin Geschäftstätigkeiten in dem von Separatistengruppen kontrollierten Donbass, insbesondere im Energie-, Kohle-, Bau-, Bank- und Immobiliensektor, hiess es seitens der EU weiter. (sda)
14:38
Russlands Geheimdienst meldet Festnahmen auf der Krim
Bild: keystone
Einen Tag nach den Explosionen auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Moskau über die Festnahme von sechs Männern informiert.

Alle Festgenommenen gehörten der islamistischen Vereinigung Hizb ut-Tahrir an, die in Russland als terroristische Organisation verboten ist, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Mittwoch mit.

Ein direkter Zusammenhang zu den Detonationen auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Halbinsel wurde zwar nicht explizit genannt. Einige der Festnahmen sollen sich aber in der Stadt Dschankoj zugetragen haben, unweit derer am Vortag ein Munitionslager explodiert war.

Moskau sprach bereits am Dienstag von einem «Sabotageakt». Kiew äusserte angesichts des seit knapp einem halben Jahr andauernden russischen Angriffskriegs Genugtuung über den Vorfall, übernahm aber keine Verantwortung. Es war bereits die zweite Explosion auf der Krim innerhalb von rund einer Woche.

Wer genau die nun festgenommenen Männer sind, gab der FSB nicht bekannt. Seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 wurden aber unter dem Vorwurf der Hizb-ut-Tahrir-Mitgliedschaft mehrfach ukrainische Krimtataren inhaftiert und verurteilt. Grosse Teile der muslimischen Minderheit, die zu Sowjetzeiten massiven staatlichen Repressionen ausgesetzt war, lehnen die jetzigen russischen Machthaber klar ab.

Der von Russland eingesetzte Chef der Krim, Sergej Aksjonow, berichtete unterdessen über die Wiederaufnahme des Zugverkehrs in dem durch die Explosionen betroffenen Streckenabschnitt zwischen Dschankoj und Wladislawowka. «Die Züge fahren gemäss dem Fahrplan», schrieb der 49-Jährige im Nachrichtendienst Telegram. Bewohnern der Region, deren Besitz zerstört oder beschädigt wurde, sollen demnach bis zu 100 000 Rubel (rund 1575 Franken) gezahlt werden. (sda/dpa)
13:41
Kommission will Taskforce für Aufspüren von Vermögenswerten
In der Schweiz soll sich nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine eine Taskforce um die Umsetzung von Sanktionen kümmern und Vermögenswerte von gelisteten Personen aufspüren. Eine Nationalratskommission nimmt einen neuen Anlauf für das Anliegen. Die Vermögenswerte sollen bis zu Klärung gesperrt, aber nicht eingezogen werden.

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) verabschiedete die Motion, die eine schnelle Einsetzung einer Taskforce verlangt, mit 13 zu 12 Stimmen. Dies teilten die Parlamentsdienste am Mittwoch mit.

Vertreterinnen und Vertreter von SVP, FDP und Mitte stellten sich gegen den Vorstoss. Die Minderheit erachtete die bestehenden Strukturen und Aktivitäten des Bundes als ausreichend, hiess es zur Begründung.

Die verlangte Taskforce soll sich gemäss Motionstext um die Umsetzung der Sanktionen gegen Russland und Belarus kümmern. Vermögenswerte von russischen und belarussischen Staatsangehörigen, die auf der Sanktionsliste stehen, soll sie aufspüren und «bis zur zweifelsfreien Klärung» sperren.

Damit die Motion an den Bundesrat überwiesen werden kann, müssen nun Nationalrat und Ständerat zustimmen. Noch im Sommer wies der Nationalrat eine Forderung der SP in gleicher Richtung ab, mit 103 zu 78 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Die SP habe auch den Einzug von Vermögenswerten verlangt habe, hiess es in der WAK-N-Mitteilung zur Begründung. Die Motion der Kommission verzichte auf diese rechtsstaatlich problematische Forderung. (sda)
10:02
Kremlgegner Nawalny fordert härtere Sanktionen gegen Oligarchen
ARCHIV - Das Videostandbild des Youtube-Kanals
Bild: sda
Der Kremlgegner Alexej Nawalny hat den Westen aus der Haft heraus zu strengeren Sanktionen gegen russische Oligarchen aufgefordert.

«Lassen Sie uns nicht vergessen: Sanktionen sind notwendig, um den Aggressor zur Beendigung des Krieges zu zwingen», heisst es auf seinem Twitter-Konto mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine. Der 46-Jährige verbüsst in einem Straflager eine mehrjährige Haftstrafe.

Nawalny kritisierte beispielsweise, dass zwar der Chef des Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, auf einer Sanktionsliste der EU stehe, nicht aber der Chef des Energieriesen Gazprom, Alexej Miller. Auf einer Liste der Vereinigten Staaten wiederum fehle der Milliardär Roman Abramowitsch, der einstige Besitzer des englischen Fussballclubs FC Chelsea. Nawalny bemängelte, dass von den 200 Menschen, die das Magazin «Forbes» als reichste Russen listet, nur knapp ein Viertel auf westlichen Sanktionslisten stehe.

Russlands bekanntester Oppositioneller, der vor zwei Jahren nur knapp einen Mordanschlag überlebte, hat schon lange vor dem von Präsident Wladimir Putin angeordneten Krieg harte Sanktionen gegen die kremlnahen Schwerreichen seines Landes gefordert. Wegen angeblichen Betrugs sitzt Nawalny in einem Straflager etwa 260 Kilometer nordöstlich von Moskau. Im Mai bestätigte ein Gericht die neunjährige Haftstrafe. International gilt er als politischer Gefangener. (sda/dpa)
8:50
Moskau setzte in der Schweiz auf «business as usual»
Bild: keystone
Moskau war nicht auf das Mitziehen der Schweiz bei den EU-Sanktionen vorbereitet. Das sagte Boris Bondarew, der wegen des Ukraine-Kriegs zurückgetretene russische Uno-Diplomat in Genf. Der Kreml sei davon ausgegangen, dass die Schweiz ein sicherer Hafen für Geschäfte bleibe, seien sie legal oder illegal.

Das sei naiv gewesen, aber wirklich so geschehen, sagte der Ex-Diplomat in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch. Der aus Protest zurückgetretene Bodarew lebt derzeit in der Schweiz.

Bodarew äusserte sich auch zur russischen Strategie im Krieg. Der Kreml warte auf eine Ermüdung der westlichen Bevölkerungen. Moskau werde Europa im Winter frieren lassen und setze darauf, dass die öffentliche Meinung umschwenke. Dieser Meinungsumschwung solle in der Folge die Politiker dazu bewegen, die Ukraine zu Verhandlungen mit Russland zu bringen. (sda)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw

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