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Liveticker

Atom-U-Boot wohl in baltischen Gewässern ++ Kadyrow will seine Kinder in Krieg schicken

Die aktuellsten News zum Ukraine-Krieg im Liveticker.
02.10.2022, 15:1303.10.2022, 13:03
  • Die Gefechte in der Ukraine konzentrieren sich auf den Osten und den Süden des Landes. Vereinzelt bombardiert die russische Armee auch Ziele in anderen Landesteilen.
  • Die Ukrainer eroberten in den vergangenen Wochen bei Charkiw grossflächig Terrain sowie bei einer Offensive im Süden bei Cherson weitere Gebiete zurück.
  • Russland hat in den besetzten Regionen Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja Scheinreferenden durchgeführt. Putin hat die Gebiete am Freitag annektiert.
  • Innerhalb der Ukraine sind rund 7 Millionen Menschen auf der Flucht. Insgesamt hat die UNO zudem fast 12 Millionen Grenzübertritte registriert – mittlerweile kehren aber auch immer mehr Ukrainer wieder in ihr Land zurück.
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12:55
Kadyrow will minderjährige Söhne für Russland in Krieg schicken
Der berüchtigte Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, will eigenen Aussagen zufolge drei seiner minderjährigen Söhne in den Krieg gegen die Ukraine schicken. Die zwischen 14 und 16 Jahre alten Jugendlichen Achmat, Selimchan und Adam seien bereit, ihre antrainierten Kampffertigkeiten nun bei der «militärischen Spezialoperation» einzusetzen, schrieb Kadyrow am Montag auf Telegram. «Und ich scherze nicht. (...) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten.» Dazu veröffentlichte er ein Video, das seine Söhne bei Schiessübungen zeigt.



Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan. Er steht auch schon seit Langem im Ruf, russische Gesetze ohne Folgen für ihn zu umgehen. Schon mehrfach kritisierte er nach russischen Niederlagen nicht zuletzt die militärische Führung seines Landes scharf und forderte weitreichende Konsequenzen. Kürzlich sprach er sich gar dafür aus, den Einsatz von Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft in Betracht zu ziehen.

Angesprochen auf Kadyrows harte Kritik am Verlauf des in Moskau weiter nur als «militärische Spezialoperation» bezeichneten Kriegs sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag lediglich: «Die Regionalchefs haben die Befugnis, ihren Standpunkt zu äussern und Bewertungen abzugeben.» Zur geplanten Heranziehung von Kadyrows Kindern als Soldaten äusserte er sich zunächst nicht. (sda/dpa)
Ramzan Kadyrov, leader of the Russian province of Chechnya gestures speaking to about 10,000 troops in Chechnya's regional capital of Grozny, Russia, Tuesday, March 29, 2022. (AP Photo)
Bild: keystone
11:43
Das im Juli vom Stapel gelaufene U-Boot K-329 Belgorod mutmasslich in baltischen Gewässern untergetaucht
Die Nato habe ihren Mitgliedsländern eine Geheimdienstmitteilung zukommen lassen, in der sie vor der Mobilisierung des russischen Atom-U-Boots «K-329 Belgorod» warnt, wie die italienische Zeitung «La Repubblica» am Sonntag berichtete. Das neue U-Boot war im Juli vom Stapel gelaufen. Nun sei es in arktischen Gewässern untergetaucht, nachdem es möglicherweise in die Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines verwickelt war, so verschiedene inoffizielle Quellen.

Das U-Boot trage eine Poseidon-Atomrakete, die auch als «Waffe der Apokalypse» bekannt ist. Die Nato befürchtet, dass die Mission des U-Boots darin bestehe, den Supertorpedo Poseidon zu testen. Das Projektil habe eine Reichweite von 10'000 Kilometer unter Wasser und könne in Küstennähe explodieren, wodurch ein radioaktiver Tsunami ausgelöst wird, hiesst es.

Die Vereinigten Staaten hätten das Satellitennetz zur Verfolgung von Torpedos aktiviert. Allerdings könnten Geschosse erst bei ihrem Abschuss detektiert werden.

Die «Belgorod» ist 184 Meter lang und 15 Meter breit und bewegt sich unter Wasser mit etwa 60 Kilometern pro Stunde fort. Es wird geschätzt, dass sie bis zu 120 Tage ohne Rückkehr an die Oberfläche auskommen könne.

11:01
Russische Truppen in besetzten ukrainischen Gebieten unter Druck
Protesters attend a demonstration against Russia's invasion of Ukraine, in Istanbul, Turkey, Friday, Sept. 30, 2022. Vladimir Putin's military draft "changed everything" for the tens of thousands of Russians who have fled their country since the Russian leader's mobilization was announced last month, according to recent arrivals in Istanbul. (AP Photo/Khalil Hamra)
Bild: keystone
In den von Russland annektierten Gebieten in der Ukraine stehen Moskaus Truppen weiter unter massivem Druck angesichts des Vormarsches der Streitkräfte Kiews. Aus den Gebieten Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk berichteten die russischen Besatzer am Montag von zahlreichen Versuchen der Ukraine, Frontlinien zu durchbrechen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor von neuen Erfolgen bei der Rückeroberung von Ortschaften berichtet.

Kremlchef Wladimir Putin hatte die vier Gebiete am Freitag gemäss einem international nicht anerkannten Vertrag in die Russische Föderation aufgenommen. Abgeschlossen ist die als Völkerrechtsbruch kritisierte Annexion erst mit der Verabschiedung zahlreicher Gesetze zur Integration der Gebiete. Die Staatsduma wollte die Gesetze noch am Montag verabschieden. Eine anschliessende Zustimmung des Föderationsrates gilt als reine Formsache. Dann muss Putin die Einverleibungsgesetze noch unterschreiben.

Die Besatzer gehen davon aus, dass dann eine russische Grossoffensive im Osten und Süden der Ukraine beginnt. Der Separatistenführer Denis Puschilin in Donezk zeigte sich im Staatsfernsehen am Montag zuversichtlich, dass sich die Lage an der Front zugunsten der Besatzer entwickeln werde. Durch die Teilmobilmachung komme neues Personal und auch neue Technik in die Kampfgebiete, sagte er. «Deshalb wird sich das Bild dessen, was an der Front passiert, ändern. In positiver Hinsicht», sagte Puschilin nach zahlreichen Niederlagen der russischen Armee, die am Wochenende auch die strategisch wichtige Stadt Lyman aufgegeben hatte. Erfolge gebe es etwa schon jetzt im Raum Bachmut, meinte Puschilin. (sda/dpa)
10:57
London sieht Probleme und Schwächen bei russischer Teilmobilmachung
A Russian recruit speaks to his son prior to take a train at a railway station in Prudboi, Volgograd region of Russia, Thursday, Sept. 29, 2022. Russian President Vladimir Putin has ordered a partial mobilization of reservists to beef up his forces in Ukraine. (AP Photo)
Bild: keystone
Bild: Ein Russe verabschiedet sich von seinem Sohn.

Bei seiner Teilmobilmachung stösst Russland nach Einschätzung britischer Geheimdienste auf erhebliche Probleme. Eingezogene Reservisten würden sich derzeit übergangsweise in Zeltlagern versammeln, hiess es am Montag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Das deute darauf hin, dass das Militär Schwierigkeiten habe, die Rekrutierten auszubilden und Offiziere für die Führung neuer Einheiten zu finden. Die Geheimdienste gehen ausserdem stark davon aus, dass seit der Verkündung der Teilmobilmachung am 21. September auch bereits Russen eingezogen wurden, die eigentlich nicht unter die Definition der Rekrutierungswelle fallen.

Sogar der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Woche später vor seinem nationalen Sicherheitsrat eingestanden, dass Fehler passiert seien, und gewarnt, diese dürften nicht erneut passieren. Die Briten sehen dieses Eingeständnis als Zeichen für erhebliche Probleme. Regionale Offiziere wüssten mutmasslich nicht über den exakten Rahmen oder die Ziele der Mobilmachung Bescheid.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (sda/dpa)
10:30
Polen bestellt russischen Botschafter ein
Wie mehrere europäische Länder hat auch Polen den russischen Botschafter einbestellt. Die Regierung in Warschau wolle Botschafter Sergej Andrejew mitteilen, dass sie die Scheinreferenden und die Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland nicht akzeptieren, sagte Vize-Aussenminister Marcin Przydacz dem Sender TVN24. Dies sei eine Aktion mehrerer EU-Länder, die alle vereinbart hätten, den russischen Botschaftern etwa zur gleichen Zeit ihre Haltung klarzumachen. Auch die Bundesregierung und Italien haben die russischen Botschafter einbestellt. In Belgien geschah das schon am Freitag. (sda/dpa)
0:35
Selenskyj: Ukrainische Rückeroberungen lassen Annexionen vergessen
In this photo released by Ukrainian Presidential Press Office, Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy leads a meeting of the National Security and Defense Council in Kyiv, Ukraine, Friday, Sept. 30, 2022. Ukraine's president says his country is submitting an "accelerated" application to join the NATO military alliance. (Ukrainian Presidential Press Office via AP)
Bild: keystone
Angesichts jüngster Erfolge seiner Armee bei der Rückeroberung zwischenzeitlich besetzter Gebiete hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Annexionen durch Russland als bedeutungslos bezeichnet. «Sobald die ukrainische Flagge zurückgekehrt ist, erinnert sich niemand mehr an die russische Farce mit irgendwelchen Papieren und irgendwelchen Annexionen», sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache in der Nacht zum Montag. Einige Stunden zuvor hatte er erklärt, ukrainische Truppen hätten nach dem Rückzug der Russen nun wieder die volle Kontrolle über die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman im östlichen Gebiet Donezk.

Rund sieben Monate nach Kriegsbeginn hatte Kremlchef Wladimir Putin am vergangenen Freitag neben Donezk auch die ukrainischen Gebiete Luhansk, Saporischschja und Cherson annektiert. Die völkerrechtswidrige Einverleibung der Regionen, die Russland in Teilen nicht einmal erobert hat, wird international nicht anerkannt.

Im nun befreiten Lyman herrscht einem Bericht der «Bild» zufolge nach dem Abzug der Russen grosse Zerstörung. Auf den Strassen der Stadt lägen noch immer mehrere getötete russische Soldaten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Reporter vor Ort. (sda/dpa)
22:48
Macron tauscht sich vor Berlin-Besuch mit Selenskyj aus
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich vor einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem ukrainische Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ausgetauscht. Bei dem Telefonat am Sonntag habe Macron die Entschlossenheit Frankreichs bekräftigt, der Ukraine bei der Wiederherstellung ihrer vollen Souveränität und territorialen Integrität zu helfen und mit seinen europäischen Partnern auf neue Sanktionen hinzuarbeiten, teilte der Élyséepalast mit. Macron wird am Montag in Berlin erwartet.
epa10207658 French President Emmanuel Macron looks on as he waits for Armenian Prime Minister Nikol Pashinyan (unseen) upon his arrival at the Elysee Palace in Paris, France, 26 September 2022.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON
Bild: keystone
Der französische Präsident habe die Festnahme des Leiters des Atomkraftwerks in Saporischschja durch russische Streitkräfte verurteilt. Beide Präsidenten hätten betont, dass es dringend erforderlich sei, den Austausch des ukrainischen Personals zu ermöglichen, das den Betrieb und die Sicherheit des AKW gewährleistet, hiess es aus Paris.

Macron und Scholz wollen bei einem gemeinsamen Abendessen unter anderem über den Ukraine-Krieg und die Energiekrise beraten. Frankreich will der Ukraine nach einem Bericht der Zeitung «Le Monde» (Samstag) sechs bis zwölf weitere Haubitzen vom Typ Caesar liefern. Zu der Lieferung machte der Élyséepalast zunächst keine Angaben. (sda/dpa)
18:48
Russland: Mehr als 180 Männer bei Fluchtversuch an Grenze einberufen
Russland hat an der Grenze zum Nachbarland Georgien eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 180 wehrpflichtige Männer bei der versuchten Flucht vor dem Einzug ins Militär gestoppt. Ihnen sei direkt am Grenzübergang Werchni Lars ein Einberufungsbescheid übergeben worden, meldete die Agentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf das Militärkommissariat der an die Ex-Sowjetrepublik Georgien grenzenden russischen Region Nordossetien.

Die von Kremlchef Wladimir Putin vor rund zehn Tagen angeordnete Teilmobilmachung hat in Russland eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Zehntausende Männer flüchteten nicht nur nach Georgien im Südkaukasus, sondern beispielsweise auch in die zentralasiatischen Ex-Sowjetstaaten Kasachstan und Kirgistan.

Angesichts der Flüchtlingsströme hatte die Region Nordossetien in der vergangenen Woche Durchreisebeschränkungen verhängt. Zudem war bereits angekündigt worden, dass Männer im wehrpflichtigen Alter an der Grenze nun verstärkt kontrolliert werden sollten.

Russlands Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, dass die Rekruten ein Training in den «hinteren Gebieten» des Kampfgebietes absolvieren müssten. Zuvor hatte es geheissen, dass die frisch eingezogenen Männer anfangs zwar in unmittelbarer Nähe, aber nicht im Kriegsgebiet selbst eingesetzt werden. (sda/dpa)
epa10214885 Russian men approach the customs at the Russia-Georgia border checkpoint of Verkhnii Lars, Russia, 30 September 2022. Thousands of Russian men left Russia after Russian President Putin announced in a televised address to the nation on 21 September, that he signed a decree on partial mobilization in the Russian Federation due to the conflict in Ukraine. Russian Defense Minister Shoigu said that 300,000 people would be called up for service as part of the move. Georgian Interior Minister Vakhtang Gomelauri said on 27 September, that in recent days some 10,000 Russians have crossed the border with Georgia every day. On 24 February 2022 Russian troops entered the Ukrainian territory in what the Russian president declared a 'Special Military Operation', starting an armed conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/OLGA IUNASHEVA
Bild: keystone
18:06
Dänische Behörde: Gas-Austritt aus Nord-Stream-Pipelines wohl vorbei
Nach Einschätzung dänischer Behörden tritt aus den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee mittlerweile wohl kein Gas mehr aus. Man sei vom Betreiber, der Nord Stream AG, informiert worden, dass sich auch bei Nord Stream 1 mittlerweile der Druck in der Pipeline stabilisiert habe, teilte die Behörde am Sonntagnachmittag auf Twitter mit. Das deute darauf hin, dass kein Gas mehr austrete. Den gleichen Stand hatten die Dänen am Samstag bereits zu Nord Stream 2 mitgeteilt.

Zuvor waren aus den insgesamt vier Lecks an den beiden Pipelines - zwei davon in schwedischen, zwei in dänischen Gewässern - tagelang ununterbrochen grosse Mengen Gas ausgetreten. Die schwedischen Behörden teilten nach mehreren Überflügen über das Gebiet am Sonntagnachmittag mit, es trete noch auf Flächen von etwa 100 Metern sowie beim kleineren Leck rund 15 Metern Durchmesser Gas aus. Dies war zwar deutlich weniger als noch vor einigen Tagen, allerdings der gleiche Stand wie am Samstag. Noch immer gingen Prognosen davon aus, dass auch dort der Gasaustritt am Sonntag aufhören sollte. Die schwedische Küstenwache hatte nach eigenen Angaben zunächst keine Erklärung dafür, weshalb dies in den dänischen Gewässern wohl schneller geschehen sei.

Viele Staaten gehen von Sabotage aus. Mindestens zwei Explosionen seien unter Wasser geschehen, teilten Dänemark und Schweden im Laufe der Woche mit. Seismologische Institute hätten eine Stärke von 2,3 und 2,1 gemessen, was «vermutlich einer Sprengladung von mehreren hundert Kilogramm» entspreche. (sda/dpa)
In this photo provided by the Armed Forces of Denmark, a view the disturbance in the water above the gas leak,  in the Baltic Sea, Thursday, Sept. 29, 2022. Following the suspected sabotage this week of the Nord Stream 1 and 2 pipelines that carry Russian natural gas to Europe, there were two leaks off Sweden, including a large one above North Stream 1, and a smaller one above North Stream 2.  (Rune Dyrholm/Armed Forces of Denmark via AP)
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15:24
Italien bestellt nach Annexionen russischen Botschafter ein
Italien hat den russischen Botschafter für diesen Montag einbestellt. Die Regierung in Rom reagiert damit auf die weitere Eskalation des Krieges in der Ukraine und der Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland. Wie ein Sprecher des Aussenministeriums in Rom der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte, sei dieser Vorgang mit den anderen EU-Ländern und dem Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) abgestimmt. Demnach sei vorgesehen, dass auch in den anderen Hauptstädten die jeweiligen russischen Botschafter einbestellt werden, in Belgien geschah das beispielsweise schon am Freitag. Der russische Vertreter in Italien, Sergej Rasow, solle am Montag um 11.00 Uhr im Ministerium in Rom erscheinen. (sda/dpa)
epa10188341 Italian Prime Minister Mario Draghi holds a press conference at Chigi Palace in Rome, Italy, 16 September 2022. Draghi and his economy and energy ministers unveiled measures to soften the energy crisis in Italy, among other issues.  EPA/FABIO FRUSTACI
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15:11
Russland meldet Kämpfe gegen ukrainische Truppen im Süden
Ukrainische Truppen haben nach Angaben aus Moskau eine Offensive im Süden des Landes gestartet. Sie sollen dabei viele Verluste erlitten haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums vom Sonntag wurde etwa im Gebiet Mykolajiw und der Ortschaft Andrijiwka im Gebiet Cherson gekämpft. Dabei seien mehr als 240 ukrainische Soldaten getötet und 31 Panzer zerstört worden. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich in der Regel gar nicht oder nur schwer überprüfen. Auch bei Kämpfen an anderen Orten in dem angegriffenen Land seien viele Ukrainer gestorben, hiess es aus Moskau.

Zudem berichtete das russische Verteidigungsministerium von einem Angriff auf ein Büro des ukrainischen Geheimdienstes im Gebiet Dnipropetrowsk. Dabei sollen nach Angaben aus Moskau mehr als 35 Mitarbeiter getötet worden sein, darunter auch Ausländer. Details wurden nicht genannt. (sda/dpa)
A Ukrainian national guard serviceman checks for unexploded devices during an operation to rescue bodies of Ukrainian soldiers in an area near the border with Russia, in Kharkiv region, Ukraine, Monday, Sept. 19, 2022. Once the deminers have finished, a soldier goes through the pockets of the dead men's uniforms for identity cards and personal belongings, placing them carefully in a separate plastic bag before the decomposing bodies are lifted into the body bags. (AP Photo/Leo Correa)
Bild: keystone
14:07
Selenskyj: Stadt Lyman ist «vollständig geräumt»
Nach dem Rückzug russischer Truppen aus Lyman in der Ostukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die vollständige Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt verkündet. Seit 12.30 Uhr (13.30 Uhr MESZ) sei die Stadt «vollständig geräumt», sagte der Präsident am Sonntagmittag in einem nur zehn Sekunden langen Video.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte am Samstag den Rückzug bekanntgegeben und den Schritt mit der Gefahr einer Einkesselung begründet. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Weiterhin unklar ist, wie viele Soldaten getötet oder in Gefangenschaft geraten sind.

Lyman liegt im östlichen Gebiet Donezk. Mit dem Fall der Stadt öffnet sich für die ukrainischen Truppen der Weg Richtung Kreminna und Swatowe. Beide Städte liegen im Gebiet Luhansk und gelten - speziell Swatowe - als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Anfang des Sommers hatte die russische Armee das Gebiet Luhansk für «befreit» erklärt. (sda/dpa)
In this photo released by Ukrainian Presidential Press Office, Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy leads a meeting of the National Security and Defense Council in Kyiv, Ukraine, Friday, Sept. 30, 2022. Ukraine's president says his country is submitting an "accelerated" application to join the NATO military alliance. (Ukrainian Presidential Press Office via AP)
Bild: keystone
13:51
Russland schränkt Zugriff auf Musikanbieter Soundcloud ein
Russland hat den Zugang zum Musikdienste-Anbieter Soundcloud wegen angeblicher falscher Informationen über den Krieg in der Ukraine eingeschränkt. Das sei auf Ersuchen der Generalstaatsanwaltschaft erfolgt, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Sonntag der Nachrichtenagentur Interfax mit. Demnach sollen dort Angaben über Angriffe Russlands auf die Zivilbevölkerung des Nachbarlandes und zivile Opfer durch russische Soldaten veröffentlicht worden sein. Die Behörde habe den Anbieter zuvor zweimal aufgefordert, diese Angaben zur militärischen Spezialoperation - wie der Angriffskrieg gegen die Ukraine in Russland bezeichnet wird - zu löschen. Das sei nicht erfolgt. Unklar war zunächst, wie stark die Einschränkungen bei dem Musikanbieter waren.

Aus der Ukraine gibt es immer wieder Berichte, dass russische Truppen auch die Zivilbevölkerung angreifen. Am Freitag und Samstag meldete Kiew etwa, dass Autokonvois angegriffen wurden. Die Berichte aus den Kriegsgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (sda/dpa)
13:21
London geht von hohen russischen Verlusten bei Rückzug aus Lyman aus
Beim Rückzug aus der strategisch wichtigen ostukrainischen Stadt Lyman haben die Russen nach Einschätzung britischer Geheimdienste hohe Verluste erlitten. Die Stadt im östlichen Gebiet Donezk sei zuvor mutmasslich von unterbesetzten russischen Einheiten sowie Reservisten verteidigt worden, hiess es am Sonntag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Beim Rückzug über die einzige Strasse aus der Stadt, die noch unter russischer Kontrolle sei, seien wohl viele Soldaten gefallen.

Russland hatte am Samstag - einen Tag nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete - in einer herben Niederlage gegen die ukrainische Armee die Stadt Lyman aufgegeben. Die Streitkräfte sind nach Angaben des russischen Militärs wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Über die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen gab es jedoch bislang keine konkreten Angaben.

Der Rückzug habe in russischen Regierungskreisen eine Welle an öffentlicher Kritik an der Militärführung ausgelöst, hiess es von den Briten. Weitere Niederlagen in den Regionen der annektierten Gebiete dürften dies weiter verstärken und den Druck auf hochrangige Kommandeure erhöhen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (sda/dpa)
In this satellite image provided by Maxar Technologies, Russian forces are deployed in the town of Kolodyazi, approximately 11 kilometers northeast of Lyman, Ukraine, on Thursday, May 26, 2022. Vehicles are positioned near buildings throughout the town. (Satellite image ©2022 Maxar Technologies via AP)
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13:01
Russisches Gericht: Annexion ukrainischer Gebiete ist rechtens
Russlands Verfassungsgericht sieht in der international nicht anerkannten Annexion von vier ukrainischen Gebieten keinen Verstoss gegen russische Gesetze. Die Aufnahme der Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja in die Russische Föderation stehe im Einklang mit der Verfassung, teilte das Gericht am Sonntag in St. Petersburg der Staatsagentur Tass zufolge mit.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag mehr als sieben Monate nach Kriegsbeginn die ukrainischen Gebiete annektiert. International wird dieser völkerrechtswidrige Schritt nicht anerkannt. Nach der Unterzeichnung prüfte das Verfassungsgericht diese Dokumente. Sie müssen nun noch vom Parlament und dem Föderationsrat - dem Oberhaus - besiegelt werden.

Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin sagte dem Staatsfernsehen, die Staatsduma werde sich an diesem Montag damit befassen. Ein Zusammentreffen der Mitglieder des Föderationsrates wurde für den kommenden Dienstag erwartet. Es wird mit einer Zustimmung gerechnet.

Wie aus den Gerichtsunterlagen den Berichten zufolge hervorgeht, sollen die vier Gebiete ihre Namen behalten. Luhansk und Donezk sollen den Status einer Republik bekommen - also mit einem höheren Grad an Autonomie, Cherson und Saporischschja dagegen nur den Status eines Gebiets. Anfang 2023 solle in den vier Regionen die russische Währung, der Rubel, eingeführt werden. Die Regionalparlamente sollen demnach im September nächsten Jahres gewählt werden. (sda/dpa)
Russian President Vladimir Putin, center, waves as Denis Pushilin, leader of self-proclaimed of the Donetsk People's Republic, left, and Moscow-appointed head of Kherson Region Vladimir Saldo, right, stand near him during celebrations marking the incorporation of regions of Ukraine to join Russia in Red Square, in Moscow, Russia, Friday, Sept. 30, 2022. The signing of the treaties making the four regions part of Russia follows the completion of the Kremlin-orchestrated "referendums." (Sergei Karpukhin, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
Bild: keystone
3:24
Blinken: Nord-Stream-Lecks eine «enorme Chance»
US-Aussenminister Anthony Blinken hat bei einer Pressekonferenz über die mutmassliche Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines gesprochen und diese als «enorme Chance» bezeichnet – so könne man Europa unabhängig von russischer Energie machen. Das berichtet der «Blick». Die USA sind seit Jahren kritisch gegenüber den Nord-Stream-Projekten, aufgrund der Abhängigkeit Europas von Russland, aber auch, weil sie den EU-Ländern ihr eigenes Flüssiggas (LNG) verkaufen wollen.

Laut Blinken sind die USA nun «der führende Lieferant von LNG nach Europa». Man könne die europäischen Gas- und Ölverluste, die durch die russische Aggression entstehen, kompensieren. Dadurch könne man verhindern, dass Wladimir Putin das Energie-Thema weiterhin als Waffe und Druckmittel nutzen könne, um seine Pläne zu erreichen.

Wer hinter den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines steckt, ist nach wie vor unklar. Der russische Präsident Wladimir Putin macht die USA verantwortlich, da diese eben profitieren, weil sie mehr eigenes Gas liefern können. Allerdings gibt es auch Anschuldigungen gegenüber Russland, hinter den Attacken zu stecken. Eine Anklärungsansatz beinhaltet, dass Wladimir Putin Europa damit aufzeigen wollte, dass Russland in der Lage ist, sogenannt «kritische Infrastruktur» in Europa anzugreifen.

Eine Übersicht zu den Nord-Stream-Explosionen und den möglichen Nutzniessern gibt es hier. (con)
epa10216187 US Secretary of State Antony Blinken speaks about Russian President Vladimir Putin's illegal annexation of four regions of Ukraine during a joint press availability with Canadian Foreign Minister Melanie Joly, at the State Department in Washington, DC, USA, 30 September 2022. Blinken said the US will hold Russia accountable, and would put visa restrictions on 910 citizens of Russia and Belarus.  EPA/JIM LO SCALZO
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US-Aussenminister Anthony Blinken bei der Medienkonferenz.
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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