Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trump macht Ernst und erhöht die Strafzölle auf chinesische Waren massiv. Bild: ap/ap / shutterstock

Eskalation im Handelsstreit mit China: 6 Fakten zu Trumps massiver Zollerhöhung

Die USA und die EU haben sich darauf geeinigt, ihren Handelskonflikt beilegen zu wollen. Der Streit zwischen den USA und China eskaliert dagegen: Die USA verkünden ein Datum für neue Strafzölle.

08.08.18, 02:16 08.08.18, 08:19


Wie hoch sind die neuen Zölle und wann treten sie in Kraft?

Im Handelskonflikt mit China wollen die USA am 23. August neue Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren im Wert von rund 16 Milliarden Dollar erheben. Die Liste mit betroffenen Produkten sei fertiggestellt worden, teilte der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Robert Lighthizer, am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit.

epa06912126 US Trade Representative Robert Lighthizer speaks on trade with China while testifying before the Senate Appropriations subcommittee hearing on the proposed budget estimates and justification for fiscal year 2019 for the Office of the US Trade Representative, on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 26 July 2018.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Bild: EPA/EPA

Am 6. Juli waren bereits US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten.

Welche Produkte sind betroffen?

Die neuen Zölle würden am 23. August wirksam werden, hiess es in der Mitteilung. Nach einer Überprüfung umfasse die Liste 279 der ursprünglich 284 vorgeschlagenen Produkte. Darunter sind etwa Metalle, Schmierstoffe, Chemikalien und Elektronik. Es ist die zweite Tranche von Strafzöllen, die die USA gegen China verhängen.

Neue Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China

Video: srf

Setzt Trump noch einen drauf?

Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hat Trump auch damit gedroht, vielleicht sogar alle Importe aus China im Gesamtwert von 500 Milliarden US-Dollar mit Abgaben belegen zu wollen. Referenzjahr für diese Summe ist 2017. Die US-Liste für die Strafzölle im Wert von 200 Milliarden Dollar soll in den nächsten Wochen fertiggestellt werden. Die vorläufige Liste umfasst Konsumgüter wie Möbel und Lebensmittel. Am 5. September läuft eine Frist für Anhörungen dazu ab.

Wie reagiert China?

Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. China zielt damit auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab.

Am vergangenen Freitag hatte die Zollkommission des Staatsrates in Peking mitgeteilt, Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen, falls die USA wie geplant chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen belegen sollten.

Die chinesischen Zölle sollen zwischen 5 und 25 Prozent betragen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die chinesische Reaktion läge damit im Umfang deutlich unter den angedrohten Strafmassnahmen von Trump.

China kann Vergeltung mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA ohnehin nur begrenzt ausüben, weil die USA nur Waren für 130 Milliarden US-Dollar nach China ausführen. So fürchten US-Unternehmen, dass Peking ausser Zöllen auch zu anderen Gegenmassnahmen greifen könnte. 

Apropos Handelsstreit: Wie stehts’s um die EU?

Die USA und die EU hatten sich kürzlich darauf geeinigt, eine weitere Eskalation ihres Handelsstreits abzuwenden und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun unter anderem Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte Trump verstärkte Einfuhren von US-Soja in Aussicht. Amerikanische Landwirte mussten zuletzt wegen von China verhängten Zusatzzöllen starke Umsatzeinbussen fürchten.

Und wie soll's weiter gehen?

Ein Ende der Eskalation im Handelsstreit der USA mit China ist hingegen nicht absehbar. Trump hatte Lighthizer am Mittwoch vergangener Woche angewiesen, eine Erhöhung der geplanten Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 25 Prozent zu prüfen. Mit den bereits in Kraft getretenen Strafzöllen vom Juli und den für August angekündigten würden dann etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben überzogen. (sda/dpa/vom)

Impfskandal in China – «Wir sind in Panik»

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gawayn 08.08.2018 11:15
    Highlight Sich ausgerechnet mit China anlegen wollen.

    Kann nur dem Trumoel einfallen.
    Schon bei Europa hat er zurück gerudert.

    Aber mit China, das ist ein ganz anderes Kaliber. Die werden ihm sein Platz zeigen.
    China ist bei weitem in der besseren Position und hat deutlich mehr Reserven
    7 2 Melden
    • Gähn 08.08.2018 13:24
      Highlight Nicht zu vergessen dass Amerika bei China in höchstem Maße verschuldet ist.
      5 0 Melden
  • MeineMeinung 08.08.2018 08:59
    Highlight Natürlich werden die Caps und Fahnen etc. welche Trump für seinen Wahlkampf aus China importiert nicht mit Strafzöllen belegt werden, wetten wir? Damit würde er sich ja ins eigene Fleisch schneiden.
    China machts wieder mal Taktisch sehr gut. Sie bekämpfen den Trottel an der Wurzel, bei seinen Wählern. Wann begreift Trump, das er diesen Krieg nicht gewinnen kann? China kann den USA auf so viele Arten eine Auswischen. (Ölhandel nicht mehr in USD, Staatsdarlehen rückfordern, Währungsreserven auf den Markt werfen)
    22 4 Melden
  • Tillo Reilly 08.08.2018 07:08
    Highlight Strafzölle auf Elektronik aus China? Zum Glück kann die US Industrie auf Komponenten aus heimischer Produktion zurückgreifen.
    Kann mal jemand FoxNews stecken sie sollen Donald erklären, das Texas Instruments zwar zu den grossen im Business gehört, die Chipfabs aber in China stehen, trotzt Texas im Namen?
    Und das Apple zwar teilweise in den USA fertigen (Mexikaner sind vielleicht mittlerweile billiger als Chinesen) aber dabei auch Baugruppen aus China angewiesen sind?
    24 2 Melden
    • Paddiesli 08.08.2018 11:53
      Highlight Das nächste iPhone wird dann eben 2000.- Dollar kosten.
      Haben sich Apple oder Microsoft schon geäussert?
      7 0 Melden

Schweizer Firmen spenden 1,7 Millionen an Trumps Partei

Tochterfirmen hiesiger Konzerne spenden bei den Zwischenwahlen für beide Parteien. Allein die Lobbygruppe der UBS hat im Wahlzyklus 2018 bis Ende September eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet.

Die amerikanischen Gesetze sind eigentlich glasklar. Ausländische Personen, seien es Individuen oder Firmen, dürfen sich nicht finanziell im Wahlkampf engagieren. Wer gegen diese Auflage verstösst, gerät schnell ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Doch es gibt Schlupflöcher.

US-Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen etwa dürfen bei ihren Mitarbeitern Spenden einsammeln und an Politiker verteilen. Bedingung ist: Das Geld muss von US-Bürgern stammen. Und nur US-Bürger dürfen …

Artikel lesen