Wirtschaft
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Milliardär Millionär Geld

Bild: shutterstock.com

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Jedes Jahr sorgt der Oxfam-Bericht über die Kluft zwischen Arm und Reich für ein grosses Medienecho. Doch auch die Kritik an ihm ist nicht leise. Was steckt dahinter – und ist sie gerechtfertigt?



Die Armut in der Welt rückt dank Oxfam wieder in den Fokus. Dazu errechnet die kapitalismuskritische Hilfsorganisation jedes Jahr pünktlich zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wie viele Super-Milliardäre über genauso viel Geld verfügen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Der Report sorgt aber auch für Widerspruch – vor allem von marktliberalen Experten. Kann die Studie dem standhalten? Ein Faktencheck zentraler Kritikpunkte.

Oxfam ignoriert, dass weltweit immer mehr Menschen den Aufstieg aus bitterer Armut schaffen.

BEWERTUNG: Falsch.

DIE FAKTEN: In den Berichten weist Oxfam regelmässig darauf hin, dass die krasseste Form von Armut weltweit insgesamt zurückgeht – so auch diesmal: «Eine der grossen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte war der enorme Rückgang der in extremer Armut lebenden Menschen, die von der Weltbank als 1.90 US-Dollar pro Person und Tag definiert wurde.» Das lobt die Organisation in einer Stellungnahme als «völlig wahr und absolut grossartig». Allerdings kritisiert sie, dass sich dieser Trend nunmehr abschwächt – und bezieht sich dabei auf den Armutsbericht der Weltbank. Danach wird vor allem in den afrikanischen Regionen südlich der Sahara «extreme Armut zunehmend zu einem Problem».

Oxfam argumentiert, dass noch mehr Menschen aus ihrer schlimmsten Lage hätten befreit werden können, wenn sie in ähnlicher Weise vom wirtschaftlichen Erfolg profitiert hätten wie die Reichsten auf der Welt. Zudem wird beanstandet, dass viele Betroffene zwar nicht mehr extrem arm, aber doch weiterhin arm seien. Oxfam verweist darauf, dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung von maximal 5.50 Dollar pro Tag lebe, weil ökonomischer Erfolg nur marginal dort ankomme.

Die Daten zur Armut werden von Oxfam nicht korrekt erfasst und auf reisserische Weise vereinfacht.

BEWERTUNG: Ungenau. Die Zahlen zur Verteilung stimmen in der Tendenz. Die Quellen zu Armut und Reichtum miteinander zu vergleichen, hat allerdings einige Fallstricke.

FAKTEN: Wie kommt Oxfam zu der Kluft zwischen Arm und Reich? Grundlage für das Vermögen der ärmeren Bevölkerung sind die Daten des «Global Wealth Report» der Schweizer Grossbank Credit Suisse, das der Superreichen die jährliche Milliardärsliste des Magazins «Forbes».

FILE - In this June 16, 2014, file photo, Amazon CEO Jeff Bezos walks onstage for the launch of the new Amazon Fire Phone, in Seattle. Bezos offered a glimpse of his vision for the future during an interview on May 31, 2016, at the Code Conference in Rancho Palos Verdes, Calif. (AP Photo/Ted S. Warren, File)

Steht an der Spitze der Forbes-Liste: Amazon-Gründer Jeff Bezos. Bild: AP/AP

Kritiker sehen darin aber einen Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Besonders stossen sie sich an der Berechnungsmethode für die ganz arme Bevölkerung. Die Credit Suisse definiert in ihrem Report Vermögen als die Summe aus privaten Finanzanlagen, Vorsorge und Sachwerten wie Immobilien – allerdings abzüglich der Schulden. Daraus die Definition von Armut abzuleiten, ist ihrer Meinung nach problematisch.

Sogar vehemente Oxfam-Kritiker stellen fest, dass die ungleiche Verteilung des Vermögens weltweit massiv ist.

Eine Beispielrechnung: Nach dem Credit-Suisse-Report hätte der Hochschulabsolvent eines westlichen Industrielandes, der zwar einen lukrativen Job begonnen, aber noch Zehntausende Euro Schulden aus einem Studentendarlehen hat, weniger Vermögen als ein schuldenfreier Bettler in Bangladesch, der womöglich von 1.50 Dollar am Tag über die Runden kommen muss. Oxfam stelle – so die Kritik – den Job-Neuling deswegen ärmer dar als den extrem bedürftigen Menschen in einem Entwicklungsland. Das heisst: Den Allerärmsten würden auch Menschen zugerechnet, die hoch verschuldet sind – aber eben nicht arm.

Oxfam hält dagegen. Würde selbst das ärmste Zehntel der Weltbevölkerung aus der Rechnung herausgenommen werden (weil möglicherweise einige hoch verschuldete Menschen aus generell reichen Ländern in dieser Gruppe überproportional vertreten seien), ändere dies nichts an der grundsätzlichen Erkenntnis. Denn die ärmsten zehn Prozent hätten keinen grossen Einfluss auf das Gesamtvermögen der ärmeren 50 Prozent. Sogar vehemente Oxfam-Kritiker stellen fest, dass die ungleiche Verteilung des Vermögens weltweit massiv ist.

Oxfam bereitet die Zahlen durchaus medienwirksam auf. Laut Selbstbeschreibung will die Entwicklungshilfe-Organisation die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ursachen von Armut beseitigen – und dabei vor allem «den Bedürfnissen und Anliegen der in Armut lebenden Menschen» Gehör verschaffen. Oxfam ist also eine Interessengruppe, die im Sinne ihrer Klientel argumentiert.

Zum Phänomen Armut gibt es seit jeher verschiedene Vorstellungen und Definitionen. So wurde etwa immer wieder Kritik daran laut, reine Einkommens- oder Vermögenswerte zur «Messung» zu verwenden. Entwicklungsexperten wiesen zudem darauf hin, dass es neben absoluter Armut – wo oft Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigt werden können – auch unterschiedlich empfundene Ausmasse «relativer» Armut gibt.

Oxfam geisselt den Kapitalismus.

BEWERTUNG: Tendenz richtig, aber zu kurz gegriffen.

Die FAKTEN: Im Leitbild definiert sich Oxfam selbst nicht als antikapitalistische Organisation. Dennoch wird aus Veröffentlichungen und Stellungnahmen immer wieder deutlich, dass sie die ungleiche Vermögensverteilung als Effekt des freien Marktes betrachtet. Sie spricht sich gegen «eine extreme Form des Kapitalismus» aus.

Das marktliberale Institute of Economic Affairs (IEA) in London wirft Oxfam etwa vor, den Kapitalismus zu dämonisieren. So werde ignoriert, dass «Millionen Menschen wegen freier Märkte der Armut entkommen» seien. Das IEA argumentiert, den Reichtum der sehr Vermögenden zu mindern, führe nicht zu Umverteilung, sondern zu dessen Zerstörung.

Oxfam verteidigt sich: «Es gibt keinen Zweifel, dass Kapitalismus und Wirtschaftswachstum eine grosse Rolle darin spielen können, Menschen dabei zu helfen, sich aus der Armut zu befreien.» Allerdings will die Organisation darüber wachen, dass das System nicht nur für einige, sondern für alle Menschen einen Mehrwert bietet. (sda/dpa)

Die reichsten acht Männer besitzen soviel wie die halbe Welt

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Video: watson/Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Grohenloh 21.01.2019 15:23
    Highlight Highlight Ich bin alles andere als gegen unser Witschaftssystem. Es gab bisher kein besseres. Aber, dass Leute mehr als eine, oder sagen wir: fünf, Millionen pro Jahr verdienen, finde ich allergröbstens eine Frechheit. Niemand braucht so viel Geld.

    Wenn Ingwar Kamprad (IKEA) der reichste Mann in der Schweiz war, heisst dies nichts anderes, als wir für IKEA-Produkte zuviel zahlen. Ich würde mich schämen
  • aligator2 21.01.2019 12:46
    Highlight Highlight Punkt 1: "Oxfam ignoriert, dass weltweit immer mehr Menschen den Aufstieg aus bitterer Armut schaffen." Oxfam vielleicht nicht, aber die einflussreichen Medien durchaus.

    Beispiel Headline von 20 Minuten: "Superreiche gewinnen täglich 2,5 Milliarden - Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos zeigt eine Studie von Oxfam, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden." Bei so reisserischen Schlagezeilen sind die Meinungen bei vielen schon nach dem Titel gemacht.
  • Markus97 21.01.2019 11:26
    Highlight Highlight Vielleicht wäre hier der Hinweis angebracht, das die Schere in der Schweiz seit Jahren ZU geht. Die Vermögensverteilung also gerechter wird.
    • Feuerwanze 21.01.2019 19:28
      Highlight Highlight Stimmt das überhaupt? Ich habe da meine Zweifel ...
  • Kronrod 21.01.2019 10:30
    Highlight Highlight "Denn die ärmsten zehn Prozent hätten keinen grossen Einfluss auf das Gesamtvermögen der ärmeren 50 Prozent." ist falsch. Wenn die ärmsten 10% verschuldet sind, dann wird dadurch das Gesamtvermögen der ärmsten 50% nach unten gezogen.

    Beispiel: wer einen Franken hat, ist vermutlich bereits reicher als die ärmsten 30% der Weltbevölkerung zusammen. Denn wenn die ärmsten 10% mit zusammen 100 Milliarden verschuldet sind und die nächsten 20% zusammen 200 Milliarden besitzen, dann haben sie zusammen nichts, und jeder, der 1 CHF, hat mehr als alle die zusammen.
    • Kronrod 21.01.2019 15:00
      Highlight Highlight PS: die Rechnung ist natürlich falsch. :) Es müsste beide Male “100 Milliarden” heissen.
    • lilie 21.01.2019 17:28
      Highlight Highlight @Kronord: Die Rechnung ist grundsätzlich falsch, weil nur Reiche sich verschulden können. Einem armen Schlucker gibt niemand Kredit.

      Das wird im Artikel auch erwähnt.
  • #Technium# 21.01.2019 10:19
    Highlight Highlight Ist es da nicht geradezu ironisch, wenn man immer wieder vom milliardenschweren Blocher-Clan hört, sie seien Vertreter des einfachen Volkes. Motzen ständig gegen EU, Globalisierung, ausländische Fachkräfte und schäffeln paradoxerweise genau dadurch immer mehr Milliarden auf ihr Konto...
    • Herr Ole 21.01.2019 10:33
      Highlight Highlight Der Blocher-Clan behauptet das ja vorallem von sich selber. Die Wähler begreifen das vermutlich schon, aber man will halt politisch das selbe (Ausländer raus), also werden die Milliardäre gewählt.
    • Señor Ding Dong 21.01.2019 10:38
      Highlight Highlight Man sagt dazu "heuchlerisch".
    • Saraina 21.01.2019 11:30
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass Leute wie Blochers und ihre internationalen Kollegen die Ausländer raus wollen. In deren Unternehmen arbeiten nämlich Ausländer, und wenn die helfen, das Lohnniveau nach unten zu drücken, ist ihnen das auch recht. Ich glaube, dass der Missmut des Volkes ganz gezielt auf Migranten gelenkt wird, damit die Superreichen aus der Wahrnehmung verdrängt werden. Zudem ist letzteren sicher klar, dass sich solcher Zuwachs an Reichtum längerfristig nicht mit Demokratie verträgt. Wir alle arbeiten nämlich auch in die Taschen der Superreichen. Frag Jeff Bezos!
  • Conguero 21.01.2019 08:57
    Highlight Highlight Bei aller berechtigter Kritik an den Suppereichen sollte man eines nicht vergessen: Es sind oft Unternehmer mit einer guten Geschäftsidee, die aus dem Nichts einen riesigen Konzern geschaffen haben, der nun Milliarden wert ist. Das Kapital dieser Unternehmer ist aber primär in diesen Firmen gebunden, sie müssten also Aktien ihres Unternehmens verkaufen, um über dieses Geld verfügen zu können, damit würden sie aber die Kontrolle über ihr Unternehmen (weiter) abgeben. Und dass z.B. Bezos so reich ist, dazu tragen wir alle bei - auch zum Arbeitsstellenverlust des Detailhandels. Geiz ist geil...
    • WID 21.01.2019 09:48
      Highlight Highlight @Conguero: ja, es geht auch nicht darum Menschen die Chancen zu nehmen gute Ideen umzusetzen, im Gegenteil! Es geht aber darum zu verhindern, dass ein Mensch so extrem viel anhäufen kann. Bezos z.B. verfügt über mehr Macht als ganze Nationen, das ist gefährlich und undemokratisch.
    • Makatitom 21.01.2019 09:49
      Highlight Highlight Dazu möchte ich dir empfehlen, mal den Artikel "An meine Mitmilliardäre" in der "Zeit" zu lesen. Da gibt ein Milliardär dem Bezos, der übrigens nicht nur wegen seiner guten Idee, sondern vor allem wegen der miesen Behandlung seiner Mitarbeiter so schnell so reich wurde, ganz schön Zunder. Dort siehst du auch, dass es mehr als "nur eine gute Idee" braucht und da meistens nur das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, eine Rolle spielt
    • Pafeld 21.01.2019 10:07
      Highlight Highlight Noch einmal für die langsamen: es geht bei Kapitalismuskritik nicht darum, dem KMUler die Grundlage für sein Unternehmen zu zerstören. Sondern eine Serie von leistungslosen Superreichen um ein Teil ihres Vermögens zu erleichtern, dass sie weder erarbeitet haben, noch von dem sie in ihrem Alltag irgendwie merken würden, dass es weg ist. Das würde man unter anderem nur schon mit global halbwegs koordinierten Erbschaftssteuern ab einem Barvermögen von 5 Millionen Dollar an aufwärts erreichen.
  • DerTaran 21.01.2019 08:56
    Highlight Highlight Behauptung:
    Das Konzept von Vermögen wird von Oxfam nicht richtig verstanden.

    Richtig:
    Oxfam erkennt nicht, das ein Großteil der Vermögen in Aktienwerten gebunden sind und den Besitzern gar nicht zur Verfügung steht. Im Gegenteil, dadurch, dass das Geld gar nicht im Umlauf ist (Dagobert Ducks Geldspeicher) haben wir keine Inflation, obwohl die Zentralbanken der Welt, seit der letzten Wirtschaftskrise die Märkte mit Geld geflutet haben. Wäre diese Geld im Umlauf, wäre die Kaufkraft unserer Einkommen massiv schlechter, mit anderen Worten, wir wären alle Ärmer.
    • äti 21.01.2019 09:19
      Highlight Highlight .. Allerdings auch: Aktien kann man verkaufen, handeln. Aktionäre profitieren zusätzlich von Dividenden, Coupons und anderen Leistungen.
    • WID 21.01.2019 09:53
      Highlight Highlight @DerTaran: Oxfam hat es sehr wohl verstanden. Aktien können wie Dagoberts Gold jederzeit verkauft werden. Zusätzlich berechtigt der Besitz der Aktien zum Bezug der Firmengewinne.
    • Saraina 21.01.2019 11:33
      Highlight Highlight Aktien sind eine tolle Sache. Die UBS hat nach der Bankenkrise jahrelang keine Steuern bezahlt, weil die Geschäfte so schwierig waren, hat aber jedes Jahr Dividenden ausgeschüttet. Will heissen: die Firma musste vom Staat vorübergehend gerettet werden, nimmt Dienstleistungen in den Städten in Anspruch, bezahlt dafür aber nichts, und teilt ihren Gewinn erst mal unter ihren Eigentümern auf.
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  • wolge 21.01.2019 08:54
    Highlight Highlight Ich empfehle allen das herausragende Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux zu lesen. Unternehmen, Wirtschaft und Schulen müssen sich neu erfinden. Wir müssen aufhören uns in seelenlosen, technokratisierten Systemen sinnlosen Tätigkeiten zu widmen und uns rein auf den Gewinn zu konzentrieren. Wir sollten einem Sinn nachstreben der es sich zum Ziel macht der Gesellschaft/Natur zu dienen. Wir sollten die Masken die wir tragen ablegen, wieder ganz Mensch sein dürfen und auf unser Innerstes, auf unsere Mitmenschen und die Natur hören lernen.
  • whatthepuck 21.01.2019 08:35
    Highlight Highlight Klar hilft der Kapitalismus, dass «Millionen Menschen wegen freier Märkte der Armut entkommen». Bin aber der Ansicht, dass der Zweck hier nicht die Mittel heiligt. Es gibt extreme Ungleichgewichte darin wer wie viel von diesem System profitiert, und diese sollen nicht einfach akzeptiert werden, nur weil "die Anderen auch was davon haben".

    Die Menschheit kommt langsam aber sicher dem Punkt immer näher, wo Vermögen als Allgemeingut, und nicht mehr als der Verdienst der Fleissigen (was für ein Märchen!) betrachtet werden sollte. Vielleicht schafft sich der Kapitalismus ja doch noch selbst ab.
  • Ziblizabli 21.01.2019 08:30
    Highlight Highlight Es ist halt einfacher Geld zu vermehren, wenn man viel davon (geerbt) hat. Man kann diversierter und günstiger investieren. Man Kann ganze Firmen kaufen und damit "spielen". Geht das schief, hat man nur Geld verloren, die Arbeiter hingegen bezahlen mit gratis Überstunden oder Arbeitsstelle (habe ich schon erlebt). Richtig Wohlhabende haben null interesse darn, dass es eine Gleichstellung der Verhältnisse gibt. Wer wäscht oder baut sonst ihr Auto, Boot, Flugzeug? Jemand muss auch die Strassen für die Wohlhabenden unterhalten, deren Kleider herstellen usw.
  • Fairness 21.01.2019 08:20
    Highlight Highlight Die Mikrosteuer - international - ist überfällig. Wann endlich kommt sie? Bitte etwas vorwärts machen.
  • manhunt 21.01.2019 08:18
    Highlight Highlight jaja, immer auf die armen reichen. würden superreiche und grosskonzerne nicht bei jeder sich bietenden möglichkeit ihre steuern optimieren, wäre der allgemeinheit schon geholfen. aber solange „geiz ist geil“ das vorherrschende motto ist, wird sich nicht viel ändern. neoliberale reden ja ständig davon, dass sich arbeit lohnen solle. nur soll sich arbeit auch für arbeitnehmer in mittleren und unteren rängen lohnen. und nicht nur für manager und aktionäre.
  • Fairness 21.01.2019 08:16
    Highlight Highlight Verfehlte Politik und verloren gegangene Ethik und Moral sind die Gründe dafür. Es gab einmal eine gute Zeit, da fühlte sich, wer mehr hatte, dazu verpflichtet, auch mal etwas zu geben. Der neoliberale Kapitalismus hat zu purer Gier geführt.
    • WID 21.01.2019 09:45
      Highlight Highlight @Fairness: leider gab es diese 'gute Zeit' nie.
    • Snowy 21.01.2019 10:25
      Highlight Highlight Wann gab es diese (gute) alte Zeit, wo sich die Reichen den Armen verpflichtet gefühlt hatten?
    • Snowy 21.01.2019 10:59
      Highlight Highlight Zur Klärung:
      Diese Zeit gab es nie!

      Alle Vorteile, die wir heute als Arbeitnehmer als Selbstverständlich erachten* mussten vor noch nicht allzu langer Zeit gegen den erbitterten Widerstand des Geldadels erkämpft werden.


      * AHV, Verbot Kinderarbeit, Mindestlohn, Ferien, 5 Tage Woche, Sicherheitsvorschriften, Kündigungsschutz)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 21.01.2019 08:12
    Highlight Highlight Und was macht President "Mr Business" Trump in Zeiten wo sich die Schere zwischen Mittelstand und Grossverdienern immer mehr öffnet: Er senkt die Steuern - und dies sogar noch überproportional für die Reichsten.

    Ein ökonomischer und sozialpolitischer Kardinalsfehler!
    • just sayin' 21.01.2019 10:53
      Highlight Highlight https://en.wikipedia.org/wiki/Trickle-down_economics
    • Snowy 21.01.2019 11:05
      Highlight Highlight .
      Benutzer Bild
    • Snowy 21.01.2019 11:09
      Highlight Highlight @Just sayin:

      Bist Du der Meinung, dass Trickle down funktioniert (ernst gemeinte Frage)?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 21.01.2019 08:08
    Highlight Highlight Der Kapitalismus hat Konstruktionsfehler, die sich nun immer klarer zeigen.
  • DocShi 21.01.2019 07:59
    Highlight Highlight Eins ist doch absolut klar: Geld wird nicht mehr wert und wenn irgendjemand Millionen macht fehlt das Geld bei Anderen.
    Mehr muss man nicht wissen. Und somit ist der Kapitalismus ist der jetzigen Form ein grösseres Übel als ein Nutzen für die Allgemeinheit.
    • MaxHeiri 21.01.2019 08:17
      Highlight Highlight Das stimmt so leider nicht. Dank einem realen Wirtschaftswachstum können mehr Leute beschäftigt werden und die bisherigen können mit Lohnerhöhungen rechnen.
      Zum es zu vereinfachen: Der Kuchen wächst gegen aussen.
    • ingmarbergman 21.01.2019 08:33
      Highlight Highlight @Max: das bringt aber nichts, wenn die Superreichen immer noch mehr vom Kuchen Nehmen.
    • whatthepuck 21.01.2019 08:37
      Highlight Highlight @Max: Es gibt aber Leute, die ihre eigenen Stücklein schneller grösser werden lassen, als dass der Kuchen wächst. Deshalb vergrössert sich das Ungleichgewicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 21.01.2019 07:57
    Highlight Highlight Wir würden wohl kaum über die ungleiche Verteilung reden, wenn alle Menschen ein gutes Leben führen könnten.

    Stossend ist nicht, dass es Menschen gibt, die mehr haben als andere - sondern dass es Menschen gibt, die nicht einmal genug für das Nötigste haben und auch keine Perspektiven, dies zu ändern.

    Was mich stört, ist, dass die Superreichen in Amerika irgendwie schuld sein sollen am Hunger in Afrika. Aber was ist mit den Machthabern in Afrika? Regierungen kümmert es teilweise nicht, dass ihre Leute verhungern. Um die Armen können sich ja die Hilfsorganisationen kümmern. Das ist falsch.
    • phreko 21.01.2019 08:06
      Highlight Highlight Ohne internationales Bankenwesen könnten die niemals soviel Geld klauen in Afrika.

      Warum sind die grossen Banken schonwieder in alle grossen Korruptionsskandale involviert?
    • lilie 21.01.2019 08:14
      Highlight Highlight @phreko: Welches Geld klauen die denn in Afrika? Meine Info ist eher die, dass internationale Banken die Finger von Entwicklungsländer lassen - zu viel Risiko, nichts zu holen.
    • ingmarbergman 21.01.2019 08:35
      Highlight Highlight @Universum, jöh, bist du herzig..leider auch ein wenig sehr naiv..befasse dich doch mal mit dem Treiben unsere Banken in Afrika.. https://www.watson.ch/international/wirtschaft/211828487-korruption-schmiergelder-betrug-drei-ex-mitarbeiter-der-credit-suisse-angeklagt
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Rückbauer 21.01.2019 07:45
    Highlight Highlight Die Entwicklung zwischen Arm und Reich weltweit übersteigt meine Wahrnehmung. - Wovon ich jedoch überzeugt bin, ist, dass seit der Bankenkrise der Mittelstand in den sog. entwickelten Industriestaaten des Westens massiv verloren hat. Der Mittelstand ist ja die einzige Gruppe, die etwas verlieren kann. Bei den Armen ist nichts zu holen und der Neokapitalismus (Reagan/Thatcher/TINA) begünstigt die Reichen massiv. Und so werden die Fleissigen immer ärmer und die Reichen immer reicher. Ich glaube, das spüren auch die Gelbwesten. Die Revolutionen gehen von Frankreich aus.
  • Füdlifingerfritz 21.01.2019 07:38
    Highlight Highlight "Dennoch wird aus Veröffentlichungen und Stellungnahmen immer wieder deutlich, dass sie die ungleiche Vermögensverteilung als Effekt des freien Marktes betrachtet." Geeeenau, weil sozialistische oder kommunistische Länder das mit der ungerechten Verteilung ja üüüberhaupt nicht kennen. Da haben alle ganz genau gleich viel. - Ironie off.
    • *klippklapp* 21.01.2019 10:14
      Highlight Highlight Das Lieblings-Totschlagargument der Neoliberalen.
      Nur, wer sich mit Geschichte beschäftigt, weiss, dass sich Ideen immer weiterentwickelt haben. Wer das heutige System kritisiert, redet in den seltensten Fällen davon, einen sozialistischen Staat à la Sowjetunion aufbauen zu wollen...
      Aber wieso zuhören und Gedanken machen, wenn man auch einfach "Kommunist" schreien kann?
    • just sayin' 21.01.2019 11:03
      Highlight Highlight @*klippklapp*

      weil leider viele der trendigen (und myopen) "kapitalismus-gegner" genau das schreien.

      verstehrt mich nicht falsch! eine eigene meinung zu haben ist wichtig. diese sollte aber durchdacht sein und nicht nur einem trend folgen.
    • *klippklapp* 21.01.2019 11:42
      Highlight Highlight @just sayin': Ja, ideenlose Nachplapperer gibt es überall.

      Aber um herauszufinden, ob jemand sich wirklich fundiert mit einem Thema auseinandergesetzt hat oder nicht, ist es nicht besonders hilfreich, ihn gleich mit einem Totschlagargument mundtot zu machen.

      Es zeugt für mich nicht wirklich von der Überzeugung für das jetzige System, wenn das einzige Argument dafür ist, dass es unter Stalin, Maduro und Konsorten schlimmer ist...
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Was denkst du – hat Google 2018 mehr Strafen oder Steuern bezahlt?

Okay, das war einfach: Googles Mutterkonzern Alphabet hat im vergangenen Jahr tatsächlich mehr Geld durch Strafen verloren als Steuern gezahlt. Aber wie kann das sein?

Insgesamt war 2018 wieder ein gutes Jahr für Alphabet, dem Mutterkonzern von Google. Laut dem Geschäftsbericht konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 23 Prozent auf 136.8 Milliarden US-Dollar steigern. Der Nettogewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt. Kurioserweise zahlte der Konzern dennoch deutlich weniger Steuern. Statt 14.5 Milliarden Dollar wurden bei der Einkommenssteuer nur 4.2 Milliarden Dollar fällig.

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