Wirtschaft
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A man leaves the Lehman Brothers headquarters carrying a box,  Monday, Sept. 15, 2008 in New York. Lehman Brothers, a 158-year-old investment bank choked by the credit crisis and falling real estate values, filed for Chapter 11 protection in the biggest bankruptcy filing ever on Monday and said it was trying to sell off key business units. (AP Photo/Mary Altaffer)

Mitarbeiter verlassen am 15. September 2008 den Sitz von Lehman Brothers mit ihren Habseligkeiten. Bild: AP

Das Erbe der Lehman-Pleite sind Trump, Brexit und Nationalismus

Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers scheint die Finanzkrise überwunden. Dabei hat sie wesentlich zur Krise der liberalen Demokratie beigetragen.



Es war eines jener Ereignisse, die die Welt erschüttern. Am 15. September 2008 kollabierte die New Yorker Investmentbank Lehman Brothers. Die globale Finanzkrise, die ein Jahr zuvor ausgebrochen war, eskalierte. Eine breite Öffentlichkeit realisierte, wie sehr sich die Banken mit «faulen» Hypotheken verzockt hatten. Die Aktienkurse sausten in den Keller, die Arbeitslosigkeit stieg.

Dank dem Eingreifen von Regierungen und Notenbanken konnte eine Katastrophe wie nach dem Börsenkrach von 1929 verhindert werden. Das Finanzsystem wurde durch Milliarden von Steuergeldern stabilisiert. Eine tiefe Wirtschaftskrise wurde abgewendet, weil die Zentralbanken die Zinsen auf Null senkten und massenhaft Staatsanleihen aufkauften.

«The Big Short»: Der Film zur Finanzkrise

Zehn Jahre nach dem Lehman-Schock sieht es auf den ersten Blick rosig aus. Die US-Wirtschaft brummt, die Kurse an der Wall Street klettern scheinbar unaufhaltsam nach oben. Auch in Europa geht es nach langer Stagnation bergauf. Die Schweiz kam ohnehin glimpflich davon, obwohl die Grossbank UBS von Bund und Nationalbank gerettet werden musste.

Trump, Brexit und Nationalismus

Das aber ist nur die schöne Oberfläche. Bei genauer Betrachtung ist die Bilanz ein Jahrzehnt nach Lehman durchzogen bis verheerend, wie eine Analyse von Philip Stephens in der Financial Times zeigt. Darin argumentiert der stellvertretende Chefredaktor und Chefkommentator des renommierten Londoner Wirtschaftsblatts über weite Strecken wie ein Klassenkämpfer.

Die globale Finanzkrise hätte die Rückkehr zu einer Marktwirtschaft bringen können, in der «Alles ist möglich» ersetzt worden wäre durch so etwas wie «Jeder profitiert», argumentiert Stephens und verweist auf die «eloquenten Reden und grossen Versprechungen» von Barack Obama, Gordon Brown, Angela Merkel und anderen. «Stattdessen haben wir Donald Trump, den Brexit und wirtschaftlichen Nationalismus bekommen.»

Die zwei grössten Verlierer des Lehman-Kollapses sind für den FT-Kommentator die liberale Demokratie und offene Grenzen. Nach einem Jahrzehnt mit stagnierenden Einkommen und Austeritätspolitik sei es nicht überraschend, dass diejenigen, die vom Crash am härtesten getroffen wurden, «populistische Aufstände gegen die Eliten unterstützen».

Reichtümer für nutzlose Aktivitäten

Besonders hart geht Stephens mit der Finanzbranche ins Gericht, bei der sich kaum etwas geändert habe. «Die Architekten eines zügellosen Finanzkapitalismus zählen immer noch die Nullen ihrer Boni. Die Schlimmste, das ihnen widerfahren ist, sind etwas längere Wartezeiten, bis sie abkassieren können.» Ein Marxist könnte es kaum schärfer formulieren.

Trader Peter Tuchman wears a

Der Dow Jones erreicht zehn Jahre nach der Krise Rekordwerte. Bild: AP/AP

Und weiter im Text: «Banker erhalten Reichtümer für gesellschaftlich nutzlose Aktivitäten. Die Steuerzahler müssen für staatliche Too-big-to-fail-Garantien geradestehen. Und clevere junge Mathematiker erzeugen neue, gefährlich undurchschaubare Instrumente, um die Handelsräume am Laufen zu halten. Jetzt wie einst werden Gewinne privatisiert und Risiken verstaatlicht.»

Einsparungen statt höhere Steuern

Die Folgen des Crashs tragen mussten jene, «die am wenigsten dazu in der Lage waren», argumentiert Philip Stephens. Fiskalische Massnahmen hätten sich auf Einsparungen statt höhere Steuern konzentriert. In Grossbritannien habe das Verhältnis 80:20 betragen, zum Nachteil nicht nur der sozial Schwachen. «Die ‹hart arbeitenden Klassen›, die Politiker vor Wahlen umwerben, waren die Opfer.»

Es sei keine Überraschung, dass diese Menschen nun Trump oder den Brexit unterstützen, «angeheizt durch eine vergiftete Rhetorik, die Einwanderer für ihre Misere verantwortlich macht», folgert Stephens. Auf dem europäischen Kontinent widerspiegle der Aufstieg eines extremen Nationalismus den Niedergang der sozialen Marktwirtschaft, «dank der auch gewöhnliche Wähler einen Anteil am Kapitalismus erhielten».

Populisten sind Quacksalber

Verschärft werde diese Entwicklung durch die Digitalisierung und die wettbewerbsfeindliche Monopolstellung einer Handvoll «Tech-Monster», die alle Schlupflöcher zur Steuervermeidung ausnützen. All dies habe zu jenem Gefühl der Unfairness beigetragen, das den Populisten am meisten Zulauf beschert habe – «zur Überzeugung, dass ihr Schicksal den Eliten gleichgültig ist».

Antworten darauf hätten die Populisten keine, betont Stephens. Vielmehr sei die Basis von Donald Trump die Verliererin seiner Handelskriege, «nachdem sie bereits durch seine Steuersenkungen für die Superreichen beraubt wurde». Den britischen Arbeitern werde es durch den Brexit schlechter gehen, und auch die Populisten auf dem Kontinent seien Quacksalber. «Aber viele der Sorgen, die sie ansprechen, sind real.»

Lösungen für das Problem insbesondere der wachsenden Ungleichheit zeigt Philip Stephens höchstens in Ansätzen auf. Auch andere Punkte werden allenfalls angetippt, etwa dass die Finanzkrise die Budgettricks der Griechen zum Platzen brachte und damit die Eurokrise auslöste. Oder dass Migration und Flüchtlingskrise den Nationalisten in die Hände spielten.

Seine Schlussfolgerungen aber sind nicht von der Hand zu weisen. Durch die mangelhafte Reaktion auf die Krise von 2008 sei der Rest der Welt zum Schluss gekommen, «dass er vom Westen wenig lernen kann». Künftige Historiker würden sich wundern, «warum das Ancien Regime so sorglos selbstgefällig – oder vielmehr mitschuldig – zum eigenen Niedergang beigetragen hat».

Handelsstreit zwischen den USA und der EU

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chääschueche 02.09.2018 14:19
    Highlight Highlight Also Schuld am Elend der Menschheit ist die Menschheit.

    Dafür braucht man keinen Abschluss. Das war und wird immer so sein. Der Mensch ist Egoistisch, selbstverliebt und schiebt Probleme immer auf andere ab.

    Beispiel: Jeder Motzt über die Gehälter von Gewissen Managern. (Banker oder CEOs wie Ospel und Vasella)
    Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, das praktisch jeder nörgler das Geld NICHT ablehnen würde wenn er er auch erhalten würde.

    Somit kann man sagen: Solange es "Geld" gibt wird es genau diese Probleme welche hier aufgezeigt werden geben.




  • Things never seen before 02.09.2018 12:31
    Highlight Highlight Ich sehe das Erbe Lehman Brothers, welches ja von Bush los getreten wurde, als folgendes. Heute sind alle Staaten so gut wie Pleite und einzelne rund 1% der Welt hat grob gesagt alles Vermögen, dass den Staaten und Menschen fehlt. In rund 4 Wochen gibt es 3 Firmen mit Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar, lautet meine Prognose. Der Film geht weiter. Wir machen Musik...
  • Billy the Kid 02.09.2018 11:26
    Highlight Highlight Die Liberalen sind zur Zeit also darüber erschrocken, dass ihre ganze Ideologie den Bach runter geht?
    Mit dem Finger zeigt man gerne auf schwammige Begriffe wie "die Banken", "die Populisten", "die Tech-Monster".
    Selbst sieht man sich als Hüter der "Demokratie" und der "Freiheit" (vor allem die gute alte Freiheit der Eigentümer sich den Planeten unter den Nagel zu reissen).
    Interessant auch, dass die Linken oder die Gewerkschaften mit keinem Wort erwähnt werden - naja...ist auch nicht mehr allzuviel übriggeblieben. Well done Gentlemen und einen Toast auf Maggie Thatcher! -
  • rodolofo 02.09.2018 08:37
    Highlight Highlight Messerscharfe Analyse!
    Ich vergleiche das Verhalten unserer Gesellschaft mit dem Verhalten eines Drogensüchtigen:
    Intellektuell weiss er zwar, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann mit ihm.
    Doch körperlich-emotional drängt es ihn mit einer gewaltigen Triebkraft in Richtung des nächsten Trips!
    Es ist doch viel geiler, sorglos zu sein und sich grossartig zu fühlen!
    Und dann liegt er nach einer durchfeierten Nacht irgendwo in einem fremden Bett, oder unter einem Tisch, kann sich an Nichts mehr erinnern und ihm dröhnt der Kopf...
    Es bräuchte einen Drogen-Entzug und den Willen dazu.
    • Billy the Kid 02.09.2018 21:54
      Highlight Highlight @rodolofo
      Die "Gesellschaft" ist ein reines Abstraktum. Tatsächlich bestehen nur wir aus Fleisch und Blut - aber unsere Institutionen haben längst die Überhand gewonnen. Wir sind zum grössten Teil nur noch Anhängsel einer Maschinerie, die zwar permanent betont, dass es ihr um "unsere Bedürfnisse" geht - aber im Endeffekt geht es um den blanken Machterhalt weniger.
      Um in dieser Gesellschaft zu überleben muss der einzelne bereit sein seine Haut permanent zu Markte zu tragen und an allen Stellen zu funktionieren, die im gerade zugewiesen werden.
      Viel "Freiheit der Wahl" bleibt da nicht.
    • rodolofo 03.09.2018 07:09
      Highlight Highlight @ Billy the Kid
      Ja und nein.
      Die Macht der äusseren Umstände und der Prägung ist tatsächlich enorm gross!
      Und trotzdem haben wir -wenn wir die Mechanismen dieser "Maschinerie" einmal durchschaut haben (Eine Maschine funktioniert sehr schematisch und darum leichter durchschaubar, als Lebewesen!), durchaus Möglichkeiten, auszuweichen und kleine Nischen-Biotope der Freiheit zu suchen, und zwar dort, wo die Natur für das Big Business nicht interessant, oder nicht mehr interessant genug ist.
      Zum Beispiel im abgelegenen Hochland der Zucker-Insel Negros, wo Zucker-Plantagen nicht mehr rentieren.
    • Billy the Kid 03.09.2018 14:41
      Highlight Highlight @rodolofo
      1. Wäre der Kapitalismus so einfach zu durchschauen wie ein Ottomotor - würden wir längst in einer anderen Gesellschaftsform leben.
      2. Selbst wenn Sie diese Gesellschaftsform durchschauen, wird mit der Erkenntnis noch lange nicht die Möglichkeit mitgeliefert etwas Fundamentales an der Situation zu ändern.
      3. Ihr Beispiel zeigt es ja sehr schön: Heute muss man sich schon in abgelegene Hochländer, die sich auf abgelegenen Inseln befinden, begeben - um noch was anderes zu finden.
      4. Es gibt kein Zurück in die Vergangenheit mit 8 Milliarden Menschen.
  • Spooky 01.09.2018 21:21
    Highlight Highlight Alle Menschen sollten genau gleich viel Geld haben, fertig!
    • rodolofo 02.09.2018 09:24
      Highlight Highlight Wer mit Geld nicht umgehen kann, der sollte auch nur wenig Geld haben.
      Leider können gerade diejenigen, die sehr viel Geld haben, meist nicht verantwortungsvoll und weitsichtig mit diesem Geld umgehen.
      Und diejenigen, die zu wenig Geld haben, können mit Geld auch nicht verantwortungsvoll umgehen, obwohl ihr sehnlichster Wunsch ist, endlich viel Geld zu haben!
      Am besten sind eigentlich diejenigen dran, die nicht zu viel haben, aber auch nicht zu wenig.
      Wie der berühmte, unbekannte Engländer, der sein Produkt in einer Werbung anpries mit:
      "Nikt su viel, aber auk nikt su wenik!"
    • häxxebäse 02.09.2018 12:41
      Highlight Highlight Das klappt nicht... es gibt immer habgierige die mehr wollen, weil sie sich irgendwo anders unterlegen fühlen, vieeleicht zu jklein, vielleicht unglücklich verliebt oder einfach krank verabnlagt. Zudem kommt noch der allgemeine wettbewerb unter männern hinzu.
      Die geschicht der menschheit zeigt, dass das nicht funktioniert.
    • Spooky 02.09.2018 19:18
      Highlight Highlight Ist ja nur ein Traum.

      Aber:
      "Lose your dreams and you will lose your mind"

      "Verliere deine Träume, und du wirst deinen Verstand verlieren"
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 01.09.2018 19:47
    Highlight Highlight Diese Analyse greift sicherlich wichtige Punkte auf, allerdings kann sie in meinen Augen mehr auf die USA angewendet werden (vielleicht noch UK) als auf den Rest von Europa.
    Die SVP ist in der CH seit Jahrzehnten stark, in Polen geht es wirtschaftlich nur bergauf, trotzdem wird die Piss gewählt und auch die Schwedendemokraten sind immer stärker geworde im letzten Jahrzehn und Schweden setzt dem Kapitalismus sehr enge Grenzen. Auch dieses Gesellschaftsystem mit einem sehr starken Staat wird im Moment von rechts erschüttert.
  • Lester McAllister 01.09.2018 19:14
    Highlight Highlight Verschweigt man nicht das Wichtigste?
    Nämlich das die Party für Europa langsam vorbei ist.
    In Asien, Südamerika und Afrika stehen Milliarden in den Startblöcken, die auch einen Teil vom Kuchen wollen, den man bis jetzt grosszügig im kleinen Kreis verteilt hat.
    Ihre Ausbildung ist so gut wie unsere, ihre Leidensbereitschaft höher und sie wollen nicht noch einmal 50 Jahre warten.
    Bei uns gibt es viele Leute, die in 20 Jahren mehr und strenger arbeiten werden müssen und trotzdem unter dem Strich weniger davon haben werden.
    Ausprechen will das aber niemand, kostet zu viele Wählerstimmen.
  • DerRabe 01.09.2018 18:27
    Highlight Highlight Natürlich führen Krisen zu einem Anstieg des Populismus. Wann war das schon jemals anders? Ich frage mich einfach wieso ausgerechnet Rechtspopulisten profitieren, nachdem die Wirtschaftsliberlisoerung versagt hat. Ausgerechnet die Architekten der Krise profitieren vom Unmut über die Trümmer, die sie hinterlassen haben.
    Ich kann es mir eigentlich nur mit Letargie seitens der Linksaltivisten erklären, traurig.
    Denn nach dieser Katastrophe wäre tatsächlich Law-and-Order geboten gewesen und zwar für die Schuldigen: Die Banker! Echte Banken-Regulierung ist gefordert!
    • AlainG 02.09.2018 20:22
      Highlight Highlight Im Buch "Rückkehr nach Reims" beschreibt der Autor dieses Phänomen wie folgt: anstatt Arbeiter gegen Bourgeoisie stehen sich jetzt Einheimische u. Migranten ggü. Eine politische Notwehr der unteren Schichten,die nun versuchen, ihre mit Füßen getretene Würde zu verteidigen. Das gr Problem stellt für den Autor die Aufkündigung der alten Allianz zwischen Arbeitern u anderen gesellschaftlichen Gruppen - Lehrern, Beamten - innerhalb der Linken dar. Stattdessen verbündet sich die Arbeiterklasse jetzt mit wohlhabenden Rentnern u traditionalistischen Katholiken, das ebne den Weg für rechte Strömungen
  • PVJ 01.09.2018 18:23
    Highlight Highlight Grundsätzlich zutreffende Analyse. Ergänzend wäre zu erwähnen, dass auch die Globalisierung einiges zur Situation beigetragen hat, dargestellt in der bekannten Elefantenkurve (https://www.finews.ch/news/finanzplatz/23476-chart-brexit-globailsierung-ukip-svp-branko-milanovic). Aber das ist die andere Seite der selben Medaille.
    Die Populisten, die allerorten Oberwasser bekommen, werden die Probleme leider genausowenig lösen wie die etablierten demokratischen Kräfte. Ich war jedenfalls auch schon optimistischer.
  • fiodra 01.09.2018 18:22
    Highlight Highlight Hinzu kommt, dass die Linke à la Schröder und Blair versagt hat, indem sie die kleinen Leute im Stich gelassen habt und mit der Wirtschaftselite anbandelte.
  • mylo 01.09.2018 18:16
    Highlight Highlight Finde ich toll, dass der sehr spannende Financial Times Beitrag von watson aufgenommen wurde.
  • CACB 01.09.2018 18:07
    Highlight Highlight Sehr gute Analyse Seitens der Watson. Danke für ihr Berichterstattung.

    Meine grösste Sorge ist jedoch die noch grösseren Faulen Krediten die sehr viele grosse Geldhäuser in ihr Portfolio haben. Das wird ein noch grössere ausmass haben als die Lehmann Pleite. Diese sind auch in der Schweiz vorhanden, einer davon die Hypothek Krediten und sobald die Zinsen steigen werden (Das in sehr naher Zukunft). Auch die Herr Jordan
    von der SNB warnt davor.
  • Richu 01.09.2018 17:30
    Highlight Highlight Leider entsprechen die Aussagen von Stephens leider nicht immer der Wahrheit. So wurden nicht nur die Steuern der "Superreichen" (Spitzensteuersatz wurde von 39,6 auf auf 37% gesenkt, d.h. ca. 6,5%), sondern auch die "Mittelklasse" und die unteren Einkommen sowie Familien mit Kindern profitieren von den Steuersenkungen. So wurden auch in den USA die Steuerabzüge für Familien mit Kindern erhöht.
    Meiner Meinung nach ist es jedoch schlecht, dass das neue US-Steuergesetz für Private nur eine Gültigkeit von 10 Jahren hat.


  • ostpol76 01.09.2018 17:21
    Highlight Highlight Wieso wirde der Brexit immer als negativ dargestellt? Ist die EU eine heilige Kuh aus der man bis zum Weltuntergang nicht mehr austreten darf, komme was wolle?
    • Gipfeligeist 01.09.2018 17:35
      Highlight Highlight Die EU ist weitgehend ein freiwilliger Verein. Aber eine existenzielle Krise der EU, die einen Ausstieg rechtfertigen würde, sehe ich nicht.
      England ist nicht Griechenland.
    • AlainG 01.09.2018 18:33
      Highlight Highlight Der Brexit ist insofern negativ, dass es den beiden Grossmächten USA/China in die Hände spielt. Es zeigt auf, dass die EU Länder versagt haben oder es nicht zustande bringen gemeinsam einen gewichtigen Gegenpol zu den beiden Grossmächte zu errichten - somit weiterhin deren Diktat unterliegen - unfreiwillig.
    • phreko 01.09.2018 18:43
      Highlight Highlight Entweder beschäftigt ihr euch nicht damit oder ihr findet sinkende Löhne etwas tolles. UK leidet, doch noch immer gibt es Fans, die dies toll finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 01.09.2018 16:49
    Highlight Highlight Ein grosses Bravo für die treffende Analyse und ein Dankeschön an Watson für die Veröffentlichung. Der Mittelstand z.B. ist für die aktuellen Regierungen inexistent und er wird es sowieso werden. Die lobbyierten Parlamentarier regieren für die multinationalen Konzerne und nach wie vor für die Finanzwirtschaft.
    • karl_e 01.09.2018 18:28
      Highlight Highlight Das darfst du nicht sagen, denn gerade den bürgerlichen Parlamentariern ist der Mittelstand lieb und teuer, und für die Interessen dieses Mittelstandes kämpfen sie mit vollstem Einsatz vor jeder Wahl und vor jeder Abstimmung. Lügen tun sie eigentlich nicht, denn niemals wird dieser schwammige "Mittelstand" genau definiert.
  • Chrigu BE 01.09.2018 16:43
    Highlight Highlight Na, das scheint mir doch eine sehr waghalsige Analyse, weit hergeholt. Als würde ich die Energie Krise aus den 70ern mit dem Irak-Krieg in Zusammenhang bringen würde, was sicherlich möglich wäre.
    Ich verneine gar nicht die verschriebenen Auswüchse, doch sind sie eher TROTZ Lehmann-Pleite, wohl aber nicht WEGEN ihr aufgetreten...
  • Tan Long 01.09.2018 16:16
    Highlight Highlight "Ancien Regime", das will was heissen! Histoire à suivre!
    • Ueli der Knecht 01.09.2018 18:52
      Highlight Highlight Der König ist tot! Es lebe der König!
  • LeChef 01.09.2018 16:15
    Highlight Highlight Mag sein, dass die Finanzkrise die liberale Demokratie in den USA in Gefahr gebracht hat. In Europa waren es aber jedenfalls die unverantwortlichen Regierungen, welche die Eurokrise, sowie die Flüchtlingskrise zu verantworten haben. Die Währungsunion, die EU und die Regierungen in Deutschland und Frankreich gebaren ihre eigenen Feinde.
    • phreko 01.09.2018 18:45
      Highlight Highlight Es hängt alles zusammen. Oder verdräng dies weiterhin.
  • Lowend 01.09.2018 15:45
    Highlight Highlight Eine beängstigende Analyse, die aber meiner Meinung nach den wahren Kern der heutigen Probleme mit den Populisten und deren Hass- und Sündenbockpropaganda voll trifft.

    Die Verlierer der Wirtschaftskrise rennen den Millardären nach, die ihnen mit ihrer masslosen Gier den Schlamassel eingebrockt haben. Echt zum Verzweifeln, wie dumm wütende Menschen handeln können!
  • Raphael Stein 01.09.2018 15:40
    Highlight Highlight Ich finde nicht dass da irgendwas überwunden ist.

    Die ganze Geschichte wurde einfach wieder weiter hinausgeschoben. In eine ferne Zeit wo die meisten Verursacher unter goldenen Grabsteinen liegen werden.
    Zu Lebzeiten aber bereichern sich jene und vererben den Gewinn der Posse an ihresgleichen.
    • Gipfeligeist 01.09.2018 17:37
      Highlight Highlight Der Kapitalismus ist nicht unfehlbar, und Krisen sind so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Banken verdienen sich immernoch dumm und dämlich, einfach aus dem Grund weil sie "Systemrelevant" sind.
    • SimonaKin 01.09.2018 17:59
      Highlight Highlight Ja, erhöhen wir wenigstens die Erbschaftssteuer..
  • TRL 01.09.2018 15:36
    Highlight Highlight Lösungen sind auch höchst umstritten. Gewinne verstaatlichen und Risiken privatisieren? Nicht mal Genossenschaftsbanken wie Raiffaisen scheinen vor der Gier der Einzelnen sicher. Transparenz à la Open Source? Geht auch nur wenn es Leute gibt, die den anderen auch wirklich auf die Finger schauen... Vielleicht wäre eine globale 1:12-Initiative nicht schlecht 😋 oder zumindest Lohntransparenz und konsequentes Handeln der Kunden... so wie bei den Früchten aus Übersee, bei denen wir uns immer denken „die Kiwi aus Neuseeland ist aber besser als die aus Italien - und billiger!“.
    • DerRabe 01.09.2018 18:32
      Highlight Highlight Eine globale 1:12 Initiative? Würde wohl auch bedeuten, dass ich als Software Ingenieur trotz Studium nicht mehr als 12x so viel verdienen darf wie eine ungelernte Putzkraft im Kongo. Tja, das wird hart für mich...
    • TRL 01.09.2018 21:58
      Highlight Highlight Naja... ich hab mir das zwar nicht so genau überlegt (weil ich Argumente wie deins schon antizipierte). Aber jetzt, da du mich zum überlegen anstachelst: sowas müsste natürlich Kaufkraft bereinigt sein. Und einen Mindestlohn müsste man vielleicht auch definieren. Und global hiesse vielleicht auch nur EU. Aber lieber erst mal alle Lösungsansätze im Keim ersticken... weil: ist zwar eine unerhörte Frechheit, dass mein Boss 1.2Mio mit meiner Arbeit absahnt, aber auf keinen Fall darf eine Putzfrau im Kongo 8000.- PRO JAHR verdienen... weil sie‘s nicht wert ist??
    • DerRabe 02.09.2018 10:15
      Highlight Highlight Erstmal danke ich dir für deine Replik (viel spannender als einfach Blitzlis verteilen).
      Ob eine UNGELERNTE Putzkraft (wer hat von Frau gesprochen?) 8000 im Jahr wert ist?
      Naja, die Person ist sicherlich viel mehr wert. Aber es wird die Arbeit innerhalb einer Region vergolten und da wird es schwierig. Denn es ist wohl utopisch gedacht, dass sich alle uns anpassen. Die Realität wäre nämlich, dass ich meinen Lohn anpassen müsste und da kämen wir auf 550 Euro (Lohn Kongo) * 12 (wenn ich denn tatsächlich der Topverdiener der Welt wäre, was ich bei weitem nicht bin). Ja, das wäre knapp...
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