Wirtschaft
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#ParadisePapers: Wie Glencore Kongos Regierung in 17 Tagen in die Knie zwang

Der Schweizer Rohstoffriese setzte auf einen umstrittenen Geschäftsmann, um den Preis für Schürfrechte im Kongo zu drücken. 



Kupfer und Kobalt aus dem Kongo stecken in Millionen Smartphones. Die Metalle gelten als Grundlage der anstehenden Elektromobil-Revolution. Hat der Schweizer Rohstoffriese Glencore seine Schürfrechte im Kongo nur dank indirekter Bestechung verlängern können? 

2008 hatte der kongolesische Staat  beschlossen, alle Verträge mit privaten Minenunternehmen neu zu verhandeln, auch jene mit der künftigen Glencore-Miene von Katanga. Die Firma aus Zug hatte bereits über 150 Millionen in die Mine investiert. Sollten diese Verhandlungen scheitern, wäre das ganze Engagement auf dem Spiel gestanden. 

ZUR MELDUNG, DASS DER SCHWEIZER ROHSTOFFHAENDLER GLENCORE IM VERGANGENEN JAHR EINEN VERLUST VON KNAPP 5 MILLIARDEN FRANKEN HINNEHMEN MUSS, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG 1. MAERZ 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Der Hauptsitz von Glencore am Donnerstag 14. April 2011 in Baar im Kanton Zug in der Schweiz. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der Rohstoff-Riese Glencore mit Hauptsitz in Zug ist in der Kritik.  Bild: KEYSTONE

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, setzte daraufhin Glencore den umstrittenen isrealischen Geschäftsmann Dan Gertler darauf an, beim kongolesischen Staat zu intervenieren. 

17 Tage später waren die Forderungen vom Tisch. Der Glencore-Verwaltungsrat drückte Gertler seine «Dankbarkeit» aus.

Kongo Karte Glencore

Die Katanga-Minen (unten rechts).

Geschicktes Lobbying oder Bestechung?

Damals war der zweitmächtigste Mann vom Kongo, Katumba Mwanke, für die Schürfrechte verantwortlich. Katumba selbst schwärmte in seinen Memoiren von der «niemals endenden Grosszügigkeit» Gertlers, den er seinen «Zwillingsbruder» nennt. «Er hat eine Jacht gemietet, eine riesige Jacht, super», schreibt der Politiker über eine Einladung nach Israel

21.01.2011, Lubumbashi, Provinz Katanga
Am Rande der Abraumhalde (franz. terril) der ehemaligen staatlichen Minengesellschaft GŽcamines graben junge MŠnner illegal nach Erzen. Da sich die technologischen Mšglichkeiten massiv weiterentwickelt haben, ist aus dem ehemaligen Abfallberg ein wertvoller Lieferant fŸr Kobalt geworden: Die Firma STL (SociŽtŽ pour le traitement du terril de Lubumbashi, George Forest Group) produziert dank modernster Technologie aus dem ehemaligen Abfall ein kobalthaltiges Produkt (das sogenannte

Eine Mine im Kongo. 

Wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt, bekannte sich letztes Jahr die Tochterfirma eines US-Hedgefonds in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schuldig der Korruption. In einer Vereinbarung stehe, dieser Katumba Mwanke habe Minen-Anteile im Kongo an einen «israelischen Geschäftsmann» verschoben. Dieser Israeli habe den Politiker über Jahre massiv bestochen, 22 Millionen Dollar seien geflossen.

Gertler weist auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» jede Beschuldigung vehement zurück, jemals bestochen oder sonst wie illegal gehandelt zu haben. Er könne nicht bestätigen, dass er dieser Geschäftsmann sei, dementieren will er es aber auch nicht. (amü)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 07.11.2017 01:19
    Highlight Highlight Aus der Schweiz fliessen Entwicklungsgelder in den Kongo.

    Es gibt im Kongo ungefähr 200 Schweizer Entwicklungshelfer.
  • juerg riser 06.11.2017 11:37
    Highlight Highlight skrupellos !!
    Wann schreitet unsere Regierung endlich ein ?
    warschendlich nie,den sie gehören auch zu dieser klientel.
    ES LEBE DER NEOLIBERALISMUS
    Sie senken lieber den Umwandlungssatz und die Unternehmessteuer, um die kleinen Leute noch mehr zu bestehlen.
    Wie lange schauen wir kleinen noch zu?
    Es sind die selben Leute,die uns überall,(internet,kameras,etc.)überwachen möchten.
    Früher oder später wird es in Anarchie enden.
    Es mag gesetzlich ev. korrekt sein,aber ethisch und moralisch mehr als nur fragwürdig.
    PS:wurde das Geld als Einkommen Versteuert.(SBB CEO)???
  • mogad 06.11.2017 08:40
    Highlight Highlight Wir sollten alle Armutsflüchtlinge aus dem Kongo, die übers Mittelmeer zu uns kommen zu Glencore schicken.
    • 4kant 06.11.2017 09:56
      Highlight Highlight Armutsflüchtlinge sind keine Flüchtlinge.
    • Lukas Küng (1) 06.11.2017 11:26
      Highlight Highlight Sind aufgrund der Gier von grossen Konzernen, welche die Gewinne nicht in diesen Ländern lassen, in ihrem Leben bedroht.
    • JoeyOnewood 06.11.2017 11:42
      Highlight Highlight An leib und leben kann man auch durch Amrut bedroht sein. Dein Satz ist objektiv falsch - und wirkt wie auswendiggelernte Propaganda....
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 06.11.2017 08:38
    Highlight Highlight Warum betreibt der Kongo seine Minen nicht selber und schafft damit Nowhow, Mehrwert und Arbeitsplätze? Ein "Geschäftsmann" besticht den "mächtigsten" Mann des Kongo, dieser gibt daraufhin seine Minenanteile an diesen "Geschäftsmann" ab, und der "Geschäftsmann" verkauft die Anteile an Glencore weiter, wahrsch. für ein mehrfaches des urspr. Preises! Und wahrscheinlich steckt die korrupte Regierung auch noch unsere Entwicklungshilfegelder in die eigene Tasche. Bin gespannt auf die rechtsbürgerliche Empörung über diesen Skandal.
    • Tease the Sleaze 06.11.2017 09:42
      Highlight Highlight „Knowhow“ *
    • mogad 06.11.2017 10:39
      Highlight Highlight @Tease.Danke für die Korrektur.
    • Troxi 06.11.2017 12:01
      Highlight Highlight So einer gab es doch! Warte wie hiess er nochmal *grübel* Ich weiss es nicht mehr, aber die Tat von den Amis und den Beligern nach der Unabhängigkeit des Kongos habe ich hingegen nicht vergessen. CIA setzt demokratische Regierung ab, Belgier entsorgen die alte Regierung und das hauptsächlich weil der Präsi Staatliche Minen wollte. Den Schlamassel haben wir jetzt mit der Armut und den daraus folgenden Flüchtlingen, Applaus!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schnuderbueb 06.11.2017 08:14
    Highlight Highlight Nicht nur Afrika auch der Kt. Zug.
  • seventhinkingsteps 06.11.2017 07:52
    Highlight Highlight Die Voraussetzungen für solche Geschäfte werden an den G20 Gipfeln gesetzt!
    • mogad 06.11.2017 10:40
      Highlight Highlight ...und mit dem Segen der EU.
  • 4kant 06.11.2017 07:38
    Highlight Highlight Die einzige Alternative wäre überhaupt gar keine Geschäfte in Afrika zu machen. Das wäre aber einerseits äusserst rassistisch und anderseits würden die Menschen Afrikas dann noch ärmer. Man muss da entscheiden zwischen nicht so ganz persilreinen Geschäften und hungrigen Mäulern.
    Dass viele Länder Afrikas sich selbst bereichernde und despotische Regierungen haben, können nur die Afrikaner selbst ändern, wenn sie denn wollen. Andere Länder, andere Sitten. Es ist nicht an uns, ihnen unsere Werte aufzuzwingen. Das käme einer Rekolonialisierung gleich.
    • mogad 06.11.2017 10:49
      Highlight Highlight Keine "Geschäfte"mit Afrika zu machen, fände ich das Gegenteil von rassistisch. Dann könnte der Riesenkontinent seine Bodenschätze nämlich für die eigene Entwicklung einsetzen. Die meisten Afrikaner sind doch gefangen in Hunger und Elend, wie sollen sie da ihre korrupten Regierungen loswerden, die gestützt werden von riesigen Wirtschaftsmächten wie Japan, China, USA und der EU. Denen geht es darum, die Boden- und Meeresschätze Afrikas möglichst ungehindert plündern zu können. Und die EU fördert das auch noch. Siehe Gambia, usw.
    • mogad 06.11.2017 11:07
      Highlight Highlight In den 80zigern hatte die Jugendbewegung folgenden Slogan "legal, illegal, scheissegal". Die meisten von diesen linken Revoluzzer von damals sind mittlerweile ganz brav geworden. Nur ihr Slogan von damals ist geblieben. Die rechten Steuervermeider und Schmiergeldzahler haben ihn sich unter den Nagel gerissen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • JoeyOnewood 06.11.2017 07:31
    Highlight Highlight Ein Fall für unser neues Anti-Korruptionsgesetz im Strafgesetzbuch! Jetzt können wir zeigen, dass die Schweiz nicht die Augen zumacht, wenn etwas Kohle bringt.
    • 4kant 06.11.2017 10:03
      Highlight Highlight Antikorruptionsgesetzte wollen die Korruption gar nicht verhindern, sie wollen nur die Korruptionsgelder als Gewinn besteuert kriegen.

      Denn es ist keine Korruption mehr, wenn es eine Vermittlungsgebühr, eine Provision, oder ein Beraterhonorar ist, oder wenn ein Mercedes der A-Klasse als Rabattartikel mit auf den Lieferschein kommt.

      Die Schweiz kann die Korruption in Afrika weder verhindern noch ahnden. Das ist einfach nur maoistische Träumerei. Die Unredlichkeit eines Politikers, kann nur durch die Justiz seines Landes aufgedeckt und bestraft werden, wenn überhaupt.
    • mogad 06.11.2017 11:00
      Highlight Highlight @4Kant. "Vermittlungsgebühr"? Nachdem die Tochter eines US-Hedgefonds sich der Korruption schuldig bekannt hat? Im Zusammenhang mit dem Israeli, der dem Politiker Mwanka 22 Mio gezahlt hat, um an die Minenrechte zu kommen?
    • 4kant 06.11.2017 14:43
      Highlight Highlight @Wölfi
      Die genannten Entschädigungsarten eigenen sich prima fein, um Korruptionsgelder legal auszuzahlen und perfekt zu tarnen. Man bastelt mit dem Bestechungspartner ein Firmengeflecht, das sich gegenseitig Aufträge vergibt und Entgelte für diese Aufträge auszahlt. Das ist absolut legal. Die Aufträge erscheinen dann in diesem Firmengeflecht als Vermittlungs-
      /Beratungsdienste, Lizenzgebühren für Markenrechte oder Patente, oder als Lieferungen von Luxusbananen, u. a. Solange alle schweigen, kann so keiner je die Korruption nachweisen, aber alles ist sauber versteuert.
  • Valon Behrami 06.11.2017 07:27
    Highlight Highlight Der Kongo ist so unglaublich reich an Rohstoffen und wird vom Westen ausgebeutet. Die USA mischen auch mit.
    • 4kant 06.11.2017 10:12
      Highlight Highlight @Datsyuk:
      Das ist eine total verzerrte Wahrnehmung. .
      Um die Rohstoffe schürfen und nutzbar machen zu können, braucht es ganz schön viele Maschinen. Ganze Fabriken braucht es dazu. Das kostet irrsinnig viel Geld. Soviel Geld hat der Kongo nicht. Das haben die reichsten Länder. Zum Glück für den Kongo gibt es Konzerne aus den reichsten Ländern, die in den Kongo investieren wollen und so dem Kongo helfen, seine Rohstoffe schürfen und nutzen zu können.
      Solche Investitionen sind keine Ausbeutung, sie sind konkrete Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe.
    • karl_e 06.11.2017 11:04
      Highlight Highlight 4kant: Solche Investitionen sind tatsächlich Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe. Für Glencore etc.
    • Valon Behrami 06.11.2017 11:51
      Highlight Highlight 4kant, das stimmt nicht.
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  • LU90 06.11.2017 07:17
    Highlight Highlight Und solche Geschichten gibt es zu 1000en in Afrika! Dass dieser Kontinent nicht 'vorwärts' kommt ist zu grossen Teilen grossen, westlichen Unternehmen geschuldet.
    • Amboss 06.11.2017 08:27
      Highlight Highlight Naja, für einen Deal braucht es immer zwei.
      Und einer davon ist immer ein Vertreter aus Afrika. Und der könnte auch "Nein" sagen.
    • Tan Long 06.11.2017 08:41
      Highlight Highlight It takes two to tango! Information - wissen - folgern, gehen sie üben.
    • PatCrabs 06.11.2017 08:45
      Highlight Highlight Ach, ist doch alles linkes Geschwätz! Solange ich Abends glücklich in den Fernseher schauen kann, geht's mir ja gut.

      *Ironie off*
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