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A customer walks past this Nestle Pure Life water display at this Jackson, Miss., Sam's Club, Tuesday, March 5, 2013. The public's desire for bottled water continues to climb as soft drinks wane and consumers benefit from the growing choice of waters. (AP Photo/Rogelio V. Solis)

Wasser von Nestlés «Pure Life»-Linie in einem Supermarkt. Bild: AP

Schweizer Firma in der Kritik

Nestlé füllt in einem kalifornischen Indianerreservat Wasser in Flaschen, obwohl die Region unter extremer Dürre leidet

Kaliforniens Einwohner werden zum Wassersparen aufgerufen und der Staat prüft sogar eine Beschränkung des Wasserverbrauchs im Freien. Trotzdem füllt der Schweizer Nahrungsmittelgigant Nestlé grosse Mengen Wasser in Flaschen ab, dies berichtet das amerikanische Online-Magazin Salon

Für die Wasserlinie «Pure Life» benutzt Nestlé Wasser aus einer Quelle, die von den lokalen Behörden nicht überprüft werden kann, da sie im Morongo-Indianer-Reservat liegt. Daher ist unbekannt, wie viel Wasser Nestlé aus der Region exportiert, die unter starker Dürre leidet. Ebenfalls unbekannt ist, wie viel Wasser überhaupt noch im Reservoir vorhanden ist.

Wie alle anderen auch, dürfe auch Nestlé das Grundwasser benutzen, sagt David Luker von der «Desert Water Agency». Doch sei es eine Schande, dass das knappe Wasser nicht lokal genutzt werden kann, sondern weit weg transportiert und teuer verkauft werde. 

«Dies ist ein Wüsten-Ökosystem. Das Wasser hier ist extrem rar»

A controlled burn is seen behind a house in Morongo Valley, Calif., Wednesday July 12, 2006, as firefighters battled the Sawtooth Complex Fire. The wildfire ripped across tens of thousands of acres of Southern California desert, forcing more than a thousand people to flee and destroying at least 30 homes and outbuildings, including several in the historic Western movie community of Pioneertown. . (AP Photo/San Bernardino Sun, LaFonzo Rachal Carter) ** MANDATORY CREDIT, NO MAGS,  **

Wegen der Dürre wüten im Morongo-Tal Waldbrände, aufgenommen am 12. Juli 2014. Bild: AP SAN BERNARDINO SUN

Warum Nestlé gerade bei dieser Quelle in Kritik gerät, hat einen einfachen Grund: Das Wasser ist sehr knapp. Dies betont Peter Gleick, Autor eines Buches über Flaschenwasser. Wenn Nestlé die gleichen Mengen Wasser in einer reicheren Region abfüllte, wäre das im Vergleich zum vorhandenen Wasser ein sehr geringer Teil. Peter Gleick: «Aber dies ist ein Wüsten-Ökosystem. Das Wasser hier ist extrem rar und hat einen ungleich höheren Wert für die Natur als an einem anderen Ort.»

Nestlé weigert sich unterdessen, seine Daten für die besagte Quelle zu veröffentlichen, und weist auf ihren umweltfreundlichen und nachhaltigen Umgang mit Wasser und Energie hin. Dies ignoriert den Fakt, dass die Produktion von Flaschenwasser die mehrfache Menge Wasser benötigt, als später in die Flaschen gefüllt wird. 

(jas via Salon)



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    Alle Leser-Kommentare
  • reputationsprofi 21.09.2015 17:56
    Highlight Highlight Wie wärs denn mit Wasserkapseln? Nestlé, what else.
  • Doppelmoral 16.07.2014 18:20
    Highlight Highlight Nestle macht das auf der ganzen Welt... leider, aber Hauptsache wir alle profitieren, wenn sie dann wieder ein paar Millionen Steuern zahlen. Ist euch schon mal aufgefallen, dass wenn Deutschland den "Gaucho-Tanz" macht, sich die ganze Welt, inklusive uns Schweizer(obwohl es uns nix angeht), tierisch aufregt, Shitstorm an Shitstorm loslässt, jeder mitdiskutiert, obwohl das ganze ein(ok, vielleicht nicht für jeden Geschmack) harmloser Scherz war, wenn aber Riesen-Unternehmen wie z.B. Nestle oder Glencore Drittweltländer(oder auch andere Staaten) gnadenlos ausbeuten(jaja ich weiss, die haben Verträge mit den korrupten Regierungen des jeweiligen Landes), dann interessiert dies NIEMAND... weil wir ja profitieren!!! Nur weiter so. Immer behaupten wir Schweizer machen so gewaltig viel Entwicklungshilfe und so weiter, ok, ist auch gut so, aber dass wir die Länder dann hintenrum, wos nicht jeder mitkriegt, natürlich "legal", einfach ausnutzen, dass wird totgeschwiegen und akzeptiert...wäre ja schon übel, man müsste auf so viele blutige Milliarden verzichten, vor allem jetzt, wo unser bisheriges Geschäftsmodell Bankgeheimnis auseinanderbricht, muss man sich etwas anderes überlegen um irgendwie die Managerlöhne zu finanzieren...
  • Maya Eldorado 15.07.2014 21:36
    Highlight Highlight Nestlé das Wasser
    Monsanto die Pflanzen
    Von anderer Seite wird Land aufgekauft in der dritten Welt, das nachher der heimischen Bevölkerung fehlt. Gut sie werden dann dort teilweise angestellt. Aber die Produkte, die dann darauf wachsen, ist für sie nicht bezahlbar.
    Mit der Luft zum Atmen wird es schwieriger werden....
  • MediaEye 15.07.2014 17:42
    Highlight Highlight Hier zeigt sich ein weiteres Mal die wahre Fratze dieses globalen Konzerns, welcher schon seit Jahrzehnten die Privatisierung des Wassers voran treibt, zusammen mit all den anderen globalen Weltherrscher und Mega-Multis

    • Lumpirr01 15.07.2014 23:47
      Highlight Highlight Liebes MediaEye, man mag diese Sache so extrem sehen, aber es lässt sich auch etwas sachlicher darstellen. Soviel mir bekannt ist, hat Nestle Water North Amer Inc auf dem 485 Meter hohen San Gorgonio Pass ♁33° 55′ 0″ N, 116° 45′ 3″ W seinen Hauptsitz mit Abfüllerei eingerichtet. In dieser Gegend gibt es keine Landwirtschaft. Laut dem Zeitungsartikel von Salon soll sich die Wasserquelle rsp. die Grundwasserbrunnen an der gleichen Stelle befinden. Dieses Werk bietet aber auch für mehrere Hundert Leute einen Arbeitsplatz, darunter auch Einwohner vom Morongo Indian Reservation. Nestle hat sich finanziell wesentlich an der nebenliegenden Windfarm von 615 Megawatt elektrischer Leistung beteiligt, damit der Strom nicht von weit her geholt werden muss. Ich bezeifle, dass da die liebe Journalistin Lindsay Abrams genügend tief recherchiert hat. Es ist auch klar, dass ein im Markt gut eingeführtes Produkt nicht plötzlich geändert werden kann, indem plötzlich ein anders Wasser abgefüllt werden kann. Das Thema Aufkauf von Brunnen wurde auch schon an der Generalversammlung in Vevey aufgegriffen. Dass sich da Nestle mit dieser Politik keine Freunde macht ist eigentlich auch klar. Dazu bräuchten wir globale ethische Grundsätze wie auch allgemein für die Börsengeschäfte mit Lebensmittels. Ob da Länder wie USA, China, usw. mitmachen?
    • Romeo 16.07.2014 09:39
      Highlight Highlight An Lumpirr01. Danke für die Ausführungen. Das wäre etwas für die UNO. Ihre letzten beiden Sätze. Leider ist die UNO viel zu schwach und von "Sponsoren" abhängig.

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