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Wie sich Konzerne bei Pokémon Go einkaufen, um Spieler anzulocken

An «Pokémon Go» verdienen nicht nur die Hersteller des Spiels, sondern auch Discounter, Tankstellen und Pizzerias. Vor allem McDonald's buhlt um die Fans – und macht einen Deal mit den Entwicklern.

Jörg Breithut



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Pokémon-Hype ist auch in der Heimat angekommen: Am Freitag hat das Entwicklerstudio Niantic das beliebte Smartphone-Spiel in Japan freigegeben. Der Start im Ursprungsland der Taschenmonster hatte sich verzögert, nachdem die Server aufgrund des enormen Ansturms in anderen Ländern immer wieder ausgefallen waren.

In Japan wollten die Entwickler sicher gehen, dass von Beginn an alles klappt. Vor allem aber sollte offenbar ein Werbepartner nicht enttäuscht werden, mit dem Niantic und über die Pokémon Company auch Nintendo nun noch mehr Geld verdienen will.

epa05434467 A woman walks past a McDonald's signboard in Tokyo, Japan, 21 July 2016. McDonald's Holdings Co. announced that the company will make their restaurants across Japan key locations for the augmented-reality game 'Pokemon Go' players.  EPA/CHRISTOPHER JUE

McDonald's Japan setzt auf den Pokémon-Hype. Bild: CHRISTOPHER JUE/EPA/KEYSTONE

Auch wenn die App laut Nintendo-Mitteilung die Gewinnprognose der Firma nicht positiv beeinflusse – woraufhin die Aktie am Montag wieder absackte –, macht «Pokémon Go» dennoch beachtliche Umsätze. Neben den Herstellern verdienen vor allem auch Apple und Google an den In-App-Käufen mit.

Jetzt hat sich Berichten zufolge McDonald's einen prominenten Auftritt im Spiel gesichert. Nach Angaben des Onlinemagazins Nikkei Asian Review hat die Burgerkette mit den «Pokémon Go»-Entwicklern abgemacht, jedes der knapp 3000 Restaurants in Japan fest in das Spiel einzubinden. Demnach sollen 2500 Filialen als Poké-Stop angezeigt werden. 400 Restaurants verwandeln sich in der App in eine Arena.

Pokémon Go all over the world

Wie viel McDonald's für den Deal bezahlt, ist nicht bekannt. Doch von der Partnerschaft dürfte nicht nur Nintendo profitieren. Auch McDonald's dürfte sich über mehr Gäste freuen, das zeigt der Trend in anderen Ländern.

Denn die Spieler tummeln sich vor allem an Plätzen, die auf der Pokémon-Karte als Arena oder Poké-Stop markiert sind. Wer als Einzelhändler oder Gastronom den Vorteil hat, sich mit seinem Geschäft in der Nähe eines solchen Sammelpunkts zu befinden, profitiert vom grossen Hype.

Eine Pizzeria in New York etwa hat nach Angaben der New York Post ihren Umsatz um 75 Prozent gesteigert, indem der Restaurantchef mit Lockmodulen die virtuellen Monster geködert hat – und damit auch die Spieler. «Es kommen Menschen zu uns, die sich hinsetzen, ein paar Bier trinken und Pokémon spielen», sagt der Besitzer.

Andere Restaurants streichen auf ihren Werbeschildern einfach das Menü des Tages und preisen stattdessen die besondere Lage auf der Pokémon-Karte: «Nur so nebenbei: Ihr könnt zwei Poké-Stops von unserem Speisesaal aus erreichen», heisst es auf der Hinweistafel einer Pizzeria aus Lancaster im US-Bundesstaat New York.

Für Amazon hingegen bietet die Pokémon-Welle eine Chance, die alten Fanartikel wieder aus dem Lager zu kramen und anzupreisen. Das Onlinekaufhaus wirbt bei Facebook für Pikachu-Socken, die sich die Spieler auf ihrer Suche nach neuen Monstern anziehen sollen.

Cheat-Apps schwimmen auf der Erfolgswelle mit

Auch in Deutschland haben Unternehmen die Anziehungskraft der App erkannt. Der Discounter Netto etwa wirbt bei Facebook mit Monstern aus dem Spiel und hat Lockmodule an Poké-Stops in Filialnähe geklemmt, die nicht nur Monster anziehen, sondern auch die Smartphone-Jäger.

Der Mineralölkonzern ExxonMobil postet bei Twitter immer wieder Fotos mit gefangenen Pokémons an Esso-Tankstellen. Dabei handelt es sich allerdings in der Regel um weit verbreitete Taschenmonster, die auch an anderen Orten leicht zu finden sind.

Bild

ExxonMobil ist auf den Pokémon-Zug aufgesprungen.
screenshot: twitter

Und selbst Banken befeuern den Hype um das Spiel: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau rühmt sich bei Twitter damit, dass zwei Firmengebäude als Poké-Stops ausgewählt worden sind.

In Apples App Store sind es vor allem Ratgeber- und Cheat-Apps, die auf der Erfolgswelle mitschwimmen. Gleich drei Apps mit einem ähnlichen Namen wie das Niantic-Spiel haben es in die Top-100 der am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen geschafft.

Neben Cheats und Tricks für erfolgreiche Kämpfe bieten die Entwickler beispielsweise Karten an, die die Aufenthaltsorte der Monster verraten. Auch Apps mit der Funktion, die GPS-Daten des Telefons zu manipulieren, werden populärer.

Doch dabei ist Vorsicht geboten: Niantic hat angekündigt, alle Spieler zu sperren, die sich mit gefälschten Ortsdaten einen Vorteil bei der Jagd nach Pokémon verschaffen.

Hier können Pokémons gefunden werden

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ziellos 27.07.2016 16:25
    Highlight Highlight All over the world... Niederlande und USA, nice try :)
  • jhuesser 27.07.2016 11:23
    Highlight Highlight Da die Diskussion um diese Art von Werbung wieder losgeht, hier was aus der Ingress Community, welche das schon kennt:

    Lieber so, als Bannerwerbung o.Ä.

    Freut euch btw auf gebrandete Items ;)
  • elivi 27.07.2016 00:40
    Highlight Highlight Ich geh jetzt schon mehr in den mcdo um schnell ne portion pommes zu holen um am hb weiterspielen zu können o.o
  • exeswiss 27.07.2016 00:05
    Highlight Highlight wobei man sagen muss das es eigentlich komisch ist das mcdonalds nicht sowieso automatisch nen pokestop bekommen hat, da sie schon bisher eine partnerschaft mit nintendo hatten womit man free-wifi für nintendo DS in jeder MC filiale hat.
    • Alan Smithee 27.07.2016 02:45
      Highlight Highlight Pokémon Go wurde von Niantic entwickelt .
      Also ich hab da nix von Nintendo gelesen.
    • exeswiss 27.07.2016 05:20
      Highlight Highlight entwickler ist nicht gleich publisher alan smithee geschäftlich mit verträgen und so wird alles über the pokemon company laufen und die gehört nintendo.
    • Fumo 27.07.2016 08:15
      Highlight Highlight "Pokémon Go wurde von Niantic entwickelt .
      Also ich hab da nix von Nintendo gelesen."

      Dann hast du aber gar nichts gelesen...
  • elivi 26.07.2016 23:38
    Highlight Highlight Glück haben die, die bereits arenas sind oder stops ... *hust* credit suisse hauptquartier arena *hust* ... Glaub jedoch nicht das jetzt jemand ein konto nebembei eröffnet XD
  • Micha Moser 26.07.2016 19:55
    Highlight Highlight Find ich garnicht dumm. Sehe da kein Problem darin solange man die Polestops nicht nur bekommt wenn man auch etwas zahlt bei dem jeweiligen Laden.
    • The Destiny // Team Telegram 27.07.2016 02:18
      Highlight Highlight Ein Klassiker ist für den kommerz draufgegeangen... Rip

      Zudem ist mc Donalds keinesfalls unterstütztenswert :(
    • Fumo 27.07.2016 08:18
      Highlight Highlight "Ein Klassiker ist für den kommerz draufgegeangen... Rip"

      Pokemon wurde doch von Anfang an ausgeschlachtet und kommerzialisiert. Aber solange sich kein Grosskonzern mit schlechten Ruf bei Veganer einmischt juckte es niemand...
    • The Destiny // Team Telegram 27.07.2016 10:12
      Highlight Highlight @Fumo, freundliche grüße vom Karnivoren...

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