Wirtschaft
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ARCHIV – ZUR ENTLASSUNG VON PIERIN VINCENZ AUS DER UNTERSUCHUNGSHAFT AM MITTWOCH, 13. JUNI 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Peirin Vincenz, CEO of Raiffeisen Bank, pictured on March 2, 2012, at the SIX Convetion Point in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Peirin Vincenz, CEO der Raiffeisen Bank posiert am 2. Maerz 2012 in der SIX Convention Point in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

«Personenzentrierte Kultur»: Die Bank Raiffeisen unter Pierin Vincenz. Bild: KEYSTONE

Erdbeben bei Raiffeisen: 6 Dinge, die du zum Gehrig-Bericht wissen musst

Die Bank Raiffeisen hat heute ihren Bericht über das Geschäftsgebaren unter Ex-CEO Pierin Vincenz veröffentlicht. Mit Folgen.



Lange wurde er erwarter, jetzt ist er da: Der Gehrig-Bericht, mit dem die Raiffeisen Bank den Fall Vincenz aufarbeiten will. Und das musst du dazu wissen:

Um was geht es eigentlich?

Die Untersuchung unter der Führung des Wirtschaftsprofessors Bruno Gehrig befasste sich mit den Beteiligungsgeschäften, die Raiffeisen Schweiz und ihre Töchter seit 2005 unter dem ehemaligen Chef Pierin Vincenz gekauft hatten. Der langjährige Chef der Bankengruppe soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Aduno reichte im Dezember 2017, Raiffeisen im Februar 2018 Anzeige gegen Vincenz ein.

Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den früher noch gefeierten Raiffeisenchef wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Zu welchem Schluss kommt der Bericht?

Nun, Gehrig fand keine Nachweise, dass Vincenz oder andere ehemalige oder aktuelle Organe von Raiffeisen sich strafrechtlich relevant verhalten oder persönlich bereichert hätten, schreibt die genossenschaftlich organisierte Bankengruppe in einer Mitteilung. Zu beachten ist allerdings: Sachverhalte, die bereits Gegenstand eines Strafverfahrens sind, waren von der Untersuchung ausgenommen.

Das ist schon alles?

Nein. Gehrig stellte fest, dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bei ihrer Führungsarbeit gravierende Mängel aufgewiesen hätten. Dies in Bezug auf die Diversifikationsstrategie, bei der Vincenz zahlreiche Unternehmen zugekauft hatte.

Zwischen 2012 und 2015 baute Raiffeisen Schweiz durch Zukäufe von Beteiligungen neue Geschäftsbereiche im Wert von über einer Milliarde Franken auf. Durch mangelnde Führung und Kontrolle, organisatorische Versäumnisse und eine personenzentrierte Kultur seien finanzielle Nachteile, vor allem aber ein Reputationsschaden für die ganze Gruppe entstanden.

Hat das Konsequenzen?

Ja. Drei Geschäftsleitungsmitglieder nehmen den Hut: Gabriele Burn und Beat Hodel haben am Vortag per sofort ihre Funktionen abgegeben. Paulo Brügger hat ebenfalls per sofort seinen Rücktritt als Mitglied der Geschäftsleitung erklärt. Zuvor hatte bereits Patrik Gisel, der als jahrelange Nummer zwei die Nachfolge von Pierin Vincenz angetreten hatte, seinen Chefposten abgegeben.

Damit sind alle Geschäftsleitungsmitglieder aus dem Unternehmen ausgeschieden, die bereits vor 2015 in der Ära von Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz Teil des Gremiums gewesen seien. Auch Generalsekretär Roland Schaub hat Raiffeisen per sofort verlassen.

Wer übernimmt ihre Posten?

Das ist noch unklar. Die Evaluation möglicher Nachfolger werde in die Wege geleitet, bis dahin würden die jeweiligen Funktionen durch eine Stellvertreterregelung sichergestellt, lässt sich der neue Raiffeisen-Chef Heinz Huber zitieren. Es bedürfe eines Neustarts, um die Aufgaben und Herausforderungen von Raiffeisen Schweiz vorantreiben zu können

Hat die Affäre Auswirkungen auf die Geschäftszahlen?

Ja – und wie: Auf den Gewinn schlägt die Einkaufstour unter Ex-Chef Vincenz 2018 im Millionenbereich zu Buche. Wegen der Neubewertung der Werthaltigkeit aller bestehenden Beteiligungen wird der Gewinn der Gruppe und bei Raiffeisen Schweiz voraussichtlich deutlich tiefer ausfallen als im Vorjahr.

«Die Sondereffekte bewegen sich im Rahmen von maximal 300 Millionen Franken», schrieb Raiffeisen in der Mitteilung. Trotz des Gewinntauchers bleibe die nachhaltige Ertragskraft sowie die überdurchschnittliche Eigenmittelquote der Raiffeisen-Gruppe erhalten, hiess es: «Raiffeisen ist nach wie vor eine hervorragend kapitalisierte Bank.»

Das operative Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 sei dagegen erneut stark. Es dürfte im Rahmen des Vorjahres ausfallen, hiess es: «Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Kundinnen und Kunden den Raiffeisenbanken im vergangenen Jahr die Treue gehalten haben.»

Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2017 hatte die Raiffeisen-Gruppe so viel verdient wie noch nie. Der Geschäftserfolg schoss um 30 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken nach oben. Der Gruppengewinn kletterte um 22 Prozent auf 917 Millionen Franken. Das war ein neuer Rekord. (sda/awp/jaw/mlu)

2023 möchte Schweden das erste Land ohne Bargeld sein

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Denk-mal 22.01.2019 10:20
    Highlight Highlight Was eigentlich den Bürger effektiv interessiert, was sind nun die genauen Folgerungen für Vincent? Muss er hocken oder erhält er von uns Steuerzahlern Geld für die lange Untersuchngshaft!?
    • ands 22.01.2019 12:42
      Highlight Highlight Hat nur nichts mit dem Bericht zu tun, von dem der Artikel handelt. Der Bürger muss halt wie die Beteiligten (die es im übrigen auch eher etwas angeht) auf den Abschluss der Untersuchungen der Staatsanwaltschaft warten.
  • Triple A 22.01.2019 08:42
    Highlight Highlight Mir kommt das Bankgeschaft vor, wie das Velo fahren an einer Tour de France. Alle Zuschauer wollen Spitzenleistungen sehen und wenn gedopt wird, wundert man sich und verurteilt das Verhalten.
    • tolgito 22.01.2019 09:00
      Highlight Highlight Sehr guter Vergleich 👍🏻
  • Der Rückbauer 22.01.2019 08:08
    Highlight Highlight Bedenken wir, dass es unter den Heerscharen von Journalisten einen einzigen gab (mit Namen Lukas Hässig), welcher den Fall Vincenz hartnäckig verfolgte und dabei seine ganze materielle Existenz gegen die Drohungen des Roten Platzes von St. Gallen aufs Spiel setzte. Alle anderen waren/sind offenbar unfähig oder befinden sich im Dunstkreis oder am Gängelband der Finanzindustrie. Die Journalisten von heute sind jämmerliche, himmeltraurige Versager, die nur noch schreiben, was die Finanzlobby, die cupola der Finanzindustrie, vorschreibt.
    PS: Gehrig ist vom Roten Platz bezahlt.
  • Jein 22.01.2019 08:02
    Highlight Highlight "keine Nachweise für strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden"..."Allerdings sind diejenigen Sachverhalte, die bereits Gegenstand eines Strafverfahrens sind, von der Untersuchung ausgenommen."

    In anderen Worten hat man keine weiteren kriminellen Machenschaften aufgedeckt welche die Zürcher Staatsanwaltschaft nicht schon kennt.
  • Einstürzende_Altbauten * 22.01.2019 07:06
    Highlight Highlight Also reichen gravierende Mängel nicht für ein strafrechtlich relevantes Verhalten. Oder geht es darum, wo die gravierenden Mängel auftauchen und bei Akquisition und dem Management von Beteiligungen ist das nicht so relevant? Ich weiss schon, Recht heisst nicht Gerechtigkeit. Aber ich verstehe wirklich nicht, wieso hier nicht strafrechtlich vorgegangen werden kann. Echt nicht.
    • N. Y. P. 22.01.2019 07:22
      Highlight Highlight Ich schlage noch eine Ethikkommission vor. Dann könnte die Kommission mal die gravierenden Mängel begutachten und nachher ein Gutachten erstellen. Das Gutachten könnte danach begutachtet werden.
    • gupa 22.01.2019 07:39
      Highlight Highlight Das strafrechtliche Verfahren läuft separat. Steht doch da.
    • ands 22.01.2019 08:22
      Highlight Highlight Es steht schon erst etwas spät da. Man könnte diesen Hinweis auch nach dem ersten Satz einschieben. So hat man während des Lesens den Eindruck, die Untersuchung entlaste Vincenz.
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