Wirtschaft
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Der Druck der Einkaufstouristen steigt: Migros und Co. verlieren 11 Milliarden

Jenseits der Grenze shoppen ist beliebt wie nie. Der Einkaufstourismus kostet die Schweizer Detailhändler aber Milliarden. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann warnt, bereits 6000 Jobs habe der Einkaufstourismus auf dem Gewissen.

Fabian Hock / Aargauer Zeitung

Um Touristen im Land zu halten, verweist man in der Schweiz gern auf wunderschöne Landschaften, Sicherheit und Lebensqualität. Bei einer bestimmten Art von Touristen stösst all dies jedoch auf taube Ohren. Diese lassen sich vom Hinweis auf die Vorzüge der Schweiz nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Diese Touristen sind keine gewöhnlichen Urlauber. Sie sind Einkaufstouristen. Für sie zählt nur eines: der Preis.

Früher gab es sie auf beiden Seiten der Grenze. Nach Deutschland fuhren sie, um Butter und Gemüse zu kaufen. Aus Deutschland kamen sie, um zu tanken und wegen der Schoggi und der Nudeln. Doch diese Zeiten sind vorbei. Nicht erst seit dem 15. Januar dieses Jahres, als die Schweizerische Nationalbank die Bindung des Frankens an den Euro aufgab und die Schweizer Währung daraufhin in die Höhe schoss. Aber seither erst recht.

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Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer werden seit Januar selbst zu Einkaufstouristen – und kaufen mehr und mehr jenseits der Grenze. Um satte sieben Prozent stiegen die Auslandseinkäufe zwischen Januar und Juli gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr, rechnet die Credit Suisse vor – «ausgehend von einem ohnehin schon sehr hohen Niveau im Jahr 2014». Patricia Feubli, bei der Grossbank für den Detailhandel zuständig, geht davon aus, dass dieses Niveau bis Ende Jahr bestehen bleibt.

Elf Milliarden in diesem Jahr

«Der Wert der Auslandseinkäufe lag im Jahr 2013 bei rund zehn Milliarden Franken», sagt Feubli. In 2014 sei er konstant geblieben. «Sehr grob geschätzt, dürfte der Wert 2015 Richtung elf Milliarden gehen», so die CS-Frau.

Für die Detailhändler in der Schweiz seien diese ausbleibenden Einnahmen «sehr schmerzhaft», sagt Feubli. Denn immerhin handele es sich dabei um zehn Prozent des gesamten Detailhandelsumsatzes der Schweiz – diese betragen rund 100 Milliarden Franken.

Einkaustourismus AZ

grafik: aargauer Zeitung

Die Detailhändler spüren das besonders in unmittelbarer Nähe zum Ausland. «Die tieferen Preise wirken sich auf den Umsatz aus und in den grenznahen Regionen spüren wir die Folgen der Auslandeinkäufe», heisst es etwa bei Coop. Preisabschläge von rund 190 Millionen Franken habe man bisher verzeichnen müssen. Trotz des schwierigen Umfeldes habe man sich aber bisher gut behauptet, lässt Coop wissen.



Schneider-Ammann warnt

Unklar ist, was auf die Detailhändler in Sachen Einkaufstourismus noch alles zukommt. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann gab am letzten Donnerstag im Ständerat einen Hinweis, wie schlimm es werden könnte: «Das Potenzial des Einkaufstourismus beläuft sich bis auf 30 Milliarden Franken», sagte er im Zuge der Debatte um die Regelung der Ladenöffnungszeiten. «Die Bewegungen über die Grenze können noch wesentlich zunehmen», warnte er. Das Risiko bestehe, «dass die Wertschöpfung ausserhalb und nicht innerhalb des Landes passiert».

Der Bundesrat sieht die hohen Preise hierfür verantwortlich. Deshalb müssten zur Bekämpfung der Hochpreisinsel «verschiedene Massnahmen verfolgt werden – unter anderem bei der Erleichterung von Parallelimporten», wie das Wirtschaftsdepartement mitteilt.

Einkaustourismus AZ

grafik: Aargauer Zeitung

Laut Schneider-Ammann hat der florierende Einkaufstourismus in der Vergangenheit einen hohen Tribut gefordert: 6000 Stellen sind in den letzten vier Jahren im Detailhandel verloren gegangen. Die Zahl ist beim Bundesamt für Statistik (BfS) nachzulesen. Im Ständerat sagte der Wirtschaftsminister: Das sei darauf zurückzuführen, «dass man nicht mehr hier, sondern jenseits der Grenze shoppen geht».

Dennoch läuft derzeit nicht alles schlecht für die Detailhändler. Der in den letzten Monaten gegenüber dem Euro etwas schwächere Franken sollte den Einkaufstourismus zumindest ein wenig bremsen, sagt der UBS-Ökonom Dominik Studer. Mit 1.10 Franken zum Euro ist er jedoch noch weit davon entfernt, die grosse Masse dieser speziellen Touristen von ihren Kurztrips ins Ausland abzuhalten.

Die Konsumenten haben keine Lobby 

Ein Kommentar von Andreas Schaffner, Wirtschaftschef der AZ
 
Der grösste Konkurrent von Coop und Migros sind nicht die Hard-Discounter Aldi und Lidl, sondern die Läden ennet der Grenze. Dort geben Schweizer Konsumenten im laufenden Jahr über 11 Milliarden Franken aus. Tendenz steigend. Daran ändert auch die leichte Franken-Erholung der letzten Wochen nur wenig. Nur ein Wechselkurs von Fr. 1.40 Franken pro Euro würde diese Entwicklung stoppen, sagen Experten.

Daran ändern auch die sicher gut gemeinten Warnungen des Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann nichts, dass bald 30 Milliarden im Ausland ausgegeben werden. Daran ändern auch die schönen Sonntagsreden von anderen – bürgerlichen und linken – Politikern nichts, die die Hochpreisinsel Schweiz kritisieren. Denn es gibt in der Schweiz wirklich Menschen, die jeden Franken umdrehen müssen. Familien, Alleinerziehende, Ausgesteuerte Arbeitslose, Working Poor, Pensionierte. Diesen Menschen sind sogar die Billig-Linien der Detailhändler zu teuer.

Offenbar haben genau diese im Parlament keine Lobby. Anders ist es nicht erklärbar, wieso nicht längst die Agrarmärkte geöffnet werden, die Ladenöffnungszeiten liberalisiert, das Wettbewerbsrecht verschärft und die Parallel-Importe vereinfacht werden. Keiner wäre danach gezwungen, Genfood aus den USA zu konsumieren. Niemand müsste nur noch billigen Himbeersirup kaufen. Kein Ladenbesitzer wäre verpflichtet, bis 24 Uhr zu öffnen. Es reicht die blosse Androhung von Konkurrenz, die blosse Möglichkeit, parallel zu importieren.

Es muss eine echte Konkurrenz-Situation geschaffen werden. Erst dann sinken die Preise. Erst dann werden neue Angebote geschaffen. Die Aufhebung des Mindestkurses war ein Weckruf. Auch ans Parlament. Wir können uns nicht abkoppeln von der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, in der Welt. Dem müssten eigentlich jetzt nur noch Taten folgen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Toto 01.10.2015 15:13
    Highlight Highlight Kann mir Jemand erklären, warum Schweizer Produkte in Deutschland bis zu dreimal billiger sind ?
    Beispiel: ein Packet "Primavera" von Kambly kostet bei Coop 8.50 Fr, beim Volg sogar 8.95 Fr. Das genau gleiche Packet von Kambly produziert in Trubschachen kostet in Deutschland 2.99 Euro !!!
    • Lumpirr01 01.10.2015 15:58
      Highlight Highlight Preisgestaltung gemäss Lebenshaltungskosten! Der Gewinnanteil des Produktes ist in der Schweiz meistens das X - fache der Produktionskosten!
  • The Writer Formerly Known as Peter 01.10.2015 14:41
    Highlight Highlight Ich betreibe einen Onlineshop und importiere Waren in die Schweiz. Uns ärgern die zum Teil massiv hohen Abgaben und Gebühren die wir an die Spediteure zu bezahlen haben. Das kann bis zu 20% des gesamten Warenwert ausmachen. Das wissen viele Kunden nicht, die dann reklamieren unsere Waren sind zu teuer. Die kommen dann auf die Welt, wenn Sie selber aus dem Ausland bestellen, das etwas teurer ist... hier könnte der Bund viel machen. Doch der verdient an der Situation und scheint wenig interessiert, etwas zu ändern.
  • Lumpirr01 01.10.2015 12:21
    Highlight Highlight Ich wollte eine Rado - Uhr kaufen. Zu diesem Zweck habe ich bei 4 Schweizer und bei 4 Deutschen Uhrenhändlern eine Anfrage per Mail gestartet. Alle 4 Schweizer Uhrenhändler haben den gleichen Preis (100 Fr. Rabatt auf den Katalogpreis von 2'200.--) offeriert. Ich habe dann die Rado in Waldshut gekauft und zwar Zoll -, MWST- & Währungsbereinigt für 1'645.--. Durch die Preisgestaltung der Hersteller gemäss Lebensstandard ergeben sich solch grosse Unterschiede. Da ich ja ein Schweizer Produkt gekauft habe, hält sich mein schlechtes Gewissen für diesen Einkaufstourismus in Grenzen...
    • The Writer Formerly Known as Peter 01.10.2015 14:44
      Highlight Highlight Wahrscheinlich gibt Rado einen UVP für die Schweiz an... die Händler müssen sich nicht daran halten... doch plötzlich sind die Modelle die er beziehen will, immer ausverkauft. Der Händler im Nachbardorf erhält jedoch immer Waren... wie beweist man sowas?
    • Tornado 01.10.2015 15:33
      Highlight Highlight Lumpirr genau dieses Denken endet in einer Spirale die langfristig nur Verlierer hervorbringt. Ich gehe davon aus, dass Sie einen guten Schweizer Lohn beziehen. Schon einmal daran gedacht wie dieser zu Stande kommt? Sehr wahrscheinlich durch eine Tätigkeit (Verkauf von Ware, anbieten einer Dienstleistung etc.) die besser bezahlt wird als eine vergleichbare Tätigkeit im Ausland. Und wer bezahlt das, irgend ein "Idiot" welcher nicht im Ausland einkauft!
    • Lumpirr01 01.10.2015 15:55
      Highlight Highlight @Toronado: Du sprichst in Deinem oberen Posting bezüglich Preisunterschiede von einer Schweinerei. Wenn Du die Rado (Schweizer Produkt) offenbar auf Grund Deines hohen Lohnes in der Schweiz gekauft hättest, würdest Du Dich selber laut Deinem Posting zum "Idioten" qualifizieren!!
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  • Banksy 01.10.2015 11:42
    Highlight Highlight Natürlich sind Hygiene-/ Elektroartikelpreise zum Teil total überrissen. Und natürlich ist es meist auch verständlich wenn Familien/Einzelpersonen am Existenzminimum ins Ausland ausweichen. Und trotzdem wären wohl die wenigsten bereit den Lohn oder generell Lebensstandard mit Deutschland oder Italien zu tauschen. Vor allem bei den Lebensmitteln ist es unheimlich wichtig, dass die Preise nicht weiter gedrückt werden um den Produzenten einen fairen Preis zu gewähren. Zum Teil frag ich mich schon, ob gewisse Leute wissen wie viel Arbeit in ihrem Essen steckt. Fangt an dies zu schätzen!
  • Herr Hasler 01.10.2015 10:59
    Highlight Highlight Viele Familien können es sich nicht mehr leisten, dass eine Person den Haushalt schmeisst und die Kinder erzieht. Die Kaufkraft durch all die Mütter die arbeiten (müssen) wird komplet durch Miete und Krankenkasse abgeschöpft. Für Lebensmittel werden keine zehn Prozent des Familienbudgets mehr aufgewendet. Die Wohnung darf aber gerne einmal dreissig Prozent kosten. So wurde in den letzten Jahren viel Geld verschoben, von denen die produzieren zu denen die (Kapital) haben. So sind viele Produzenten ohne staatliche Hilfe kaum noch überlebensfähig, während die Investitionsindustrie Blasen wirft.
  • Joshzi 01.10.2015 10:24
    Highlight Highlight Jedes griffige Gesetz gegen Kartelle und Marktabsprachen wird von der bürgerlichen Allianz verhindert, das kann nicht nur der SVP in die Schuhe geschoben werden. Neuerdings sind ja auch die Grünen dieser unheiligen Allianz beigetreten. Wir hören uns schon seit Jahren die Mär von der "besseren Qualität" an. Ein aufgeblasenes Regelwerk ist nicht gleichbedeutend mit Qualität, Carna Grischa lässt grüssen. Dieser intransparente und marktfeindliche Lobbyismus erodiert immer mehr die Grundlagen unseres Wohlstandes.
    • atomschlaf 01.10.2015 18:07
      Highlight Highlight Genau. Und die Grünen wollen mit ihrer "Fair Food"-Initiative den Lebensmittelmarkt sogar noch stärker abschotten und verteuern! Nein, danke.
  • Sveitsi 01.10.2015 10:07
    Highlight Highlight "Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann warnt, bereits 6000 Jobs habe der Einkaufstourismus auf dem Gewissen."

    Nein, nicht der Einkaufstourismus ist Schuld, sondern die Gründe, die den Einkaufstourismus verursachen. Es tut mir leid, für diejenigen, die aufgrund der Situation ihren Job verloren haben. Aber die Schweizer Wirtschaft muss umdenken, wenn sie wollen, dass im Inland eingekauft wird. Die Preisunterschiede sind horrend! Jeder muss für sich entscheiden, was ihm wichtig ist: Qualität, Preis, Gewissen etc.
    • Charlie Brown 01.10.2015 10:25
      Highlight Highlight @Sveitsi: Wer nur auf die Preise, nicht aber auf die Löhne schaut, ist auf einem Auge blind oder tut das vorsätzlich, um sein Verhalten zu rechtfertigen. Zusammengenommen nennt man das Kaufkraft. Und dazu gibt es spannende Erhebungen. Und bevor nun das Argument "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast..." kommt. Das gehört aus meiner Sicht an den Stammtisch und nicht ein Diskussionsforum.
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    • Baba 01.10.2015 10:50
      Highlight Highlight "...die Schweizer Wirtschaft muss umdenken, wenn sie wollen, dass im Inland eingekauft wird"
      Ok, dann müssen auch die Löhne auf EU Niveau gebracht und das Gesundheitswesen auf EU Stand geschraubt werden. Ein Punkt ist sicher auch die CH-Deklarationspflichten (so steht zB "Rahm" und nicht "Sahne"), was Produkte für den winzigen Schweizer Markt verteuern. Wenn die Margen für viele Produkte gesenkt werden hat das logischerweise auch Einfluss auf die Löhne.
      Einkaufstourismus ist meiner Meinung nach kurzsichtig, egoistisch und letztendlich asozial, da der Jobverlust anderer in Kauf genommen wird.
    • Charlie Brown 01.10.2015 10:55
      Highlight Highlight @Trader: Deine Emotionen gegen eine fundierte Studie. Du entscheidest selbst, was für dich ausschlaggebender ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • glüngi 01.10.2015 09:52
    Highlight Highlight Ich habe mal gelesen das die Migros ihre Kataloge in Indien druckt und die Grafik aus Deutschland kommt... So von wegen einkaufstourismus.
  • Amadeus 01.10.2015 09:28
    Highlight Highlight Offensichtlich machen Politiker, die den Protektionismus und die Hochpreisinsel Schweiz fördern, die eigenen Bürger zu Wirtschaftsflüchtlingen.


    Oh, the irony...
  • meili 01.10.2015 09:19
    Highlight Highlight mir persönlich ist nie im leben die idee gekommen im ausland einzukeifen da ich mein geld in der ch verdiene und es auch hier ausgebe.
    der einkauf tourismus setzt unseren eigenen bauern und fabriken zu und die verdienen immer weniger was irgendwann einmal dazu führt das alle bauern nur noch vom staat abhängig sind und am existenz minimum leben. DENKT DARÜBER NACH BEVOR IHR NÄCHSTES MAL INS AUSLAND GEHT!!!
    • SaveAs_DELETE 01.10.2015 09:48
      Highlight Highlight Ach so - Seit wann pflanzen Bauern Haarshampoo an? Wir kaufen Kosmetik- und Hygieneprodukte im Ausland ein, da diese massiv viel Günstiger sind. Fleisch, Obst und Gemüse kaufen wir in der Schweiz.
      Wir haben den Grundsatz, dass das was nicht in der Schweiz produziert wird, auch nicht in der Schweiz eingekauft werden muss...
  • syknows 01.10.2015 09:06
    Highlight Highlight Nur einmal ein Gedanke: Mal angenommen, Jede und Jeder erhält ein bedingungsloses Grundeinkommen. Würden dann nicht nur noch die Sparfüchse unter uns in DE einkaufen gehen, während den anderen die Oportunitätskosten als zu hoch erscheinen würden und deswegen wieder in ihrem Umfeld einkaufen gehen? Wäre der, zweifelsfrei durch die Technologisierung sowieso kommende, Stellenabbau dann nicht nur halb so tragisch?

    Nur leider gehöre ich zur klitzekleinen Gruppe des Mittelstandes und der Armen, weshalb dieses Unterfangen wohl kaum von unseren vielen Reichen durchgewunken wird an der Urne...
    • Charlie Brown 01.10.2015 09:19
      Highlight Highlight @skynows: Dank dem bedingungslosen Grundeinkommen müsste ich weniger arbeiten. Ich hätte mehr Freizeit. Die Opportunitätskosten für einen Einkaufsausflug würden damit sinken und es würde gemäss deiner Theorie sogar noch attraktiver.

      Einziger Haken: Ich selbst würde mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wahrscheinlich nicht mehr sonder netto weniger verdienen, weil das Geld ja nicht vom Himmel fällt sondern über zusätzliche Steuern eingetrieben werden muss. Also habe ich weniger im Portemonnaie und einen "guten" Grund, im Ausland einkaufen zu gehen. Auch nicht gut.
    • syknows 01.10.2015 09:37
      Highlight Highlight Kommt darauf an, wo du wohnst. Ich fahre anderthalb Stunden bis nach DE. Für diese drei Stunden plus den Weg müssten dann schon ein paar hundert Franken ersparnis rausschauen am Ende.

      Das Geld fällt eben gerade vom Himmel. Der CHF ist nicht mehr, wie vor der Totalrevision der Bundesverfassung, an das Gold gebunden. Und durch die etwas höhere Inflation würde dies doch auch den Franken etwas abschwächen. Die Idee des Grundeinkommens ist ja, dass du ohne einen Finger zu rühren überleben kannst. Ich werde danach noch weiterhin arbeiten gehen, schliesslich will ich in die Ferien und etwas Luxus.
    • Charlie Brown 01.10.2015 09:50
      Highlight Highlight @syknows: Du hast nicht ernsthaft das Gefühl, dass die Rechnung aufgeht, oder? Druckmaschinen anlassen um Geld zu drucken, welches an alle verteilt wird? Du gibst dir die Antwort ja gleich selbst: Inflation.
    Weitere Antworten anzeigen
  • buco 01.10.2015 08:31
    Highlight Highlight Familie 2
    - Waldshut/Tiengen 93 Euro nach Abzug der Mehrwertsteuer.
    Und von wegen 240 Fr pro 2 Wochen, mehr hat die Familie keinesfalls zu Verfügung trotz 100% Anstellung des Mannes und einem Nebenjob der Frau. Miete, KK, Selbstbehalte bei KK, "Pflichtzahlungen an durch die Schule organisierte Unternehmen ("jedes Kind muss x Fr bringen"), und weiteres im täglichen Leben frisst auch bei hoher Sparsamkeit alles weg.
    Man rät der Familie, Sozialhilfe zu beantragen, sie würden besser fahren.
    Die Familie macht dies nur in einem totalen Notfall, fährt mit dem Zug nach Waldshut einkaufen.
    • Tornado 01.10.2015 08:51
      Highlight Highlight Ich denke Familien/Personen welche wirklich auf das Geld achten müssen sind ja auch nicht das Thema. Es ist mehr zum allgemeinen Volkssport geworden dass man billig einkaufen will ob man es nötig hat oder nicht unter dem Motto viel verdienen und wenig ausgeben.
    • Charlie Brown 01.10.2015 09:23
      Highlight Highlight @buco: Schau doch einfach mal in den grenznahen Shoppingcenter, was für Autos mit CH-Kennzeichen auf dem Parkplatz stehen und wie viele davon auf ein Leben am Rand der Sozialhilfe schliessen lassen. Und dann zähle jene, die aus Geldnot mit dem Zug anreisen. Und dann sag mir ganz ehrlich, welche Gruppe die überwiegende Mehrheit ausmacht.

      Dein Beispiel in Ehren und es trifft im Einzelfall wohl zu. Aber die Mehrheit geht aus anderen Beweggründen.
  • buco 01.10.2015 08:29
    Highlight Highlight Familie 1
    Es sind schlicht NICHT die Ladenöffnungszeiten, die sind vernachlässigbar. Es ist der Preis. Kenne eine 6-köpfige Familie, die es mehrmals detailliert rechnete:
    Ein 2-Wocheneinkauf Lebensmittel, mit diversen Hygieneartikeln, weiteren Nichtlebensmitteln, etwas Schleckereien ergänzt....
    - im COOP 240 Fr Nutzung aller Aktionen, Prix Garantie
    - Migros 180 Fr mit Nutzung aller Aktionen, m-budget
    - Mischung Coop, Migros, Denner, Lidl, Aldi, Drogerie 170 Fr (mit viel Laufarbeit und Warten und exaktem Studium, wer hat wann was in Aktion)
    • Tornado 01.10.2015 08:48
      Highlight Highlight Und hat sie auch die Vollkostenrechnung für das Auto miteinbezogen? So rund 60 - 70 Rp. pro Kilometer. Ah Nein das hat man ja einfach.
    • Gsnosn. 01.10.2015 10:15
      Highlight Highlight So mache ich das auch. Coop/Migros/lidl/otto's/Aldi/Migros Outlet und alles in einem Radius von paar km von mir zuhause.
    • atomschlaf 01.10.2015 18:17
      Highlight Highlight @Tornado: Wenn man ohnehin ein Auto hat, macht es aber keinen Sinn bei einem Shopping-Ausflug mit den Vollkosten zu rechnen, sondern mit den Grenzkosten und die liegen wesentlich tiefer.
  • Str ant (Darkling) 01.10.2015 08:27
    Highlight Highlight Lügenmärchen sind Hauptschulig das keine Liberalisierung der Ladenöfnungszeiten stattfindet.

    Es zeigt sich deutlich das gewisse Kräfte lieber and Restriktion und Verbotitis festhalten wollen !

  • Urs457 01.10.2015 08:17
    Highlight Highlight Solange unser (bürgerliches) Parlament die Pfründe seiner Freunde schützt und nichts geht in Sachen Parallelimporte und Kartellgesetz wird sich bei unverändertem Währungsvorteil leider nichts in Sachen Einkaufstourismus ändern.
    • Str ant (Darkling) 01.10.2015 08:28
      Highlight Highlight Es sind ausnahmsweise einmal nicht die bürgelichen die Öffnungszeiten und ähnliches in ihrem Würgegriff haben
    • Wilhelm Dingo 01.10.2015 08:40
      Highlight Highlight Ja genau, voll bei Dir. Und das Volk ist doppelt bestraft: Abzocke durch hohe Preise und Arbeitsplatzverlust im Detailhandel. Wieder eine Idee für eine Volksabstimmung...
    • philosophund 01.10.2015 08:52
      Highlight Highlight Es ist das Werk beider Lager. Die Linke schützt seine Genossen und die Rechte seine religiös-aufgedunsenen Schafe.
  • Sumsum 01.10.2015 08:16
    Highlight Highlight Um das Bild zu vervollständigen. Der Onlinehandel trägt auch bemerkenswert dazu bei, das immer mehr detailhändler Verluste schreiben.
    • atomschlaf 01.10.2015 18:18
      Highlight Highlight Das ist halt der Lauf der Zeit. Postkutschen gibt es auch keine mehr...
  • Wilhelm Dingo 01.10.2015 08:13
    Highlight Highlight Syoss Shampoo welches in der Migros 3-Mal teurer ist als in DE, das ist die Antwort der Migros auf meine Beschwerde:

    "...Unsere Einkaufspreise bei diversen Fremdmarkenprodukten sind jedoch höher als gewisse Verkaufspreise in Deutschland. Auch beim den Syoss Produkten wird dies so gehandhabt. Wir verhandeln hart mit unseren Lieferanten und geben den Verhandlungserfolg jeweils in Form von tieferen Verkaufspreisen weiter..."
    • philosophund 01.10.2015 08:23
      Highlight Highlight Taft Kleber Haargel:
      Coop etwas um 11chf
      DM ca 2 - 3 euro oder so.
    • EvilBetty 01.10.2015 08:30
      Highlight Highlight Zur Info: Syoss ist das M-Budget von Schwarzkopf. Von wegen «mit Friseuren entwickelt» und Salonqualität. Schwarzkopf wurde sogar mal von eine Friseur-WM als Sponsor ausgeschlossen wegen der minderwertigen Qualität der Syoss Produkte.
  • Ms. Song 01.10.2015 08:06
    Highlight Highlight Ich lebe in der Grenzregion. Bei uns baut Coop praktisch jeden Coop zu einem riesigen Konsumtempel um. Minimum die Hälfte der frischen Produkte dient nur als Dekoration und wird entsorgt. So viel Fleisch, Käse, Früchte und Gemüse kann hier gar nicht gegessen werden. Aus diesem Grund meide ich diese Läden konsequent. So lange Coop sich diese perverse Verschwendung leisten kann, wird es schon nicht so schlimm sein.
  • amazonas queen 01.10.2015 07:45
    Highlight Highlight Es wäre einfach: schlicht den Zoll abschaffen und Importe vereinfachen. Dann wären die Spiesse gleich lang. Solange die Schweizer Protektionismus betreiben, wird sich nichts ändern. Der Kommentar ist da völlig richtig. An diejenigen, die rübergehen müssen, denkt niemand. Die meisten von denen gehen eh nicht zur Wahl im Oktober, die sind egal.
    • Andy 01.10.2015 07:56
      Highlight Highlight Oder noch übler.. Sie wählen SVP weil die ja (angeblich) das Volch vertreten. Ruedi Widmer zeigt das schön:
      User Image
    • Str ant (Darkling) 01.10.2015 08:30
      Highlight Highlight @andy die SP ist der Faktor der die Öffnungszeiten blockiert nur mal so
    • MarGo 01.10.2015 09:14
      Highlight Highlight @Str ant: das hat auch nur sehr entfernt bis gar nichts mit Ladenöffnungszeiten zu tun...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andy 01.10.2015 07:45
    Highlight Highlight Es ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist diese "der Geiz ist geil Mentalität" hässlich. Ich möchte nicht wissen wie viele Leute nach DE fahren und schlussendlich drauf legen...

    Andererseits, wir sind in einer globalisierten Welt. Unternehmen nützen das Schamlos aus und spielen die Angestellten gnadenlos gegeneinander aus. Kann man es dem Konsumenten übel nehmen, wenn er sich da auch anpasst?

    Und gerade Schneider-Amman sollte zuerst mal hier seine Steuern zahlen (für seine paar hundert Millionen) statt Wasser predigen und nicht nur Wein trinken sondern auch noch darin zu baden!
  • JohnWay 01.10.2015 07:38
    Highlight Highlight Beim Preis hört der Patriotismus auf! Jahrelang hat man erfolgreich verhindern wollen, dass Amazon, Netflix und viele mehr in die Schweiz kommen. Das ist nun das Ergebnis. Die Schweiz ist trotz ihrer finanziellen Stärke oft uninteressant, da die Hürden für internationale Unternehmen zu hoch sind. Mal gespannt wie es weitergehen wird.
  • Thomas Bollinger (1) 01.10.2015 07:22
    Highlight Highlight Schön für die, die grenznah wohnen. Unsereiner zaht für ein Päckli mit Fr. 65 Wert schon 25 Stutz Zoll und Gebühren. Sowas nennt man Standortnachteil. Wo bleiben die Subventionen?! ;-)

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

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