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Wanderer in den Alpen.
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Das bedingungslose Grundeinkommen ist der erste Schritt einer Reise ins Unbekannte

Finnland experimentiert mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. In der Schweiz werden wir bald darüber abstimmen. Alles naive Schwärmerei – oder doch mehr?



«Das Grundeinkommen soll der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen.» So steht es im Text der Volksinitiative, über die wir nächstes Jahr abstimmen werden. Zyniker könnten sagen, eine Diskussion erübrige sich, schliesslich glauben selbst die Initianten nicht an einen Erfolg. «Es wäre vermessen, bei einer Abstimmung auf Anhieb mit einer Mehrheit zu rechnen», sagt Daniel Häni von Unternehmen «Mitte» in Basel. Er ist eine der treibenden Kräfte der Initiative. Allerdings fügt er hinzu: «Wir sind jedoch überzeugt davon, dass ein Grundeinkommen früher oder später kommen wird.»

«Die grössten Umverteilungskämpfe würden aber dadurch ausgelöst, dass das BGE zu einer massiven Senkung der Lohnkosten führen soll.»

Beat Ringger, Gewerkschafter

Bereits heute nimmt die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) Fahrt auf, nicht nur in der Schweiz. In Finnland soll 2017 ein Experiment mit einem Grundeinkommen von 800 Euro für jeden Erwachsenen gestartet werden. Offensichtlich ist das BGE eine Idee, deren Zeit gekommen zu sein scheint.

Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen

Die Idee lässt sich jedoch schlecht einordnen. Konservative mögen das BGE nicht, weil sie nach wie vor nach dem Motto leben: «Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen.» Liberale hingegen haben gelegentlich Sympathien für das Anliegen. Sie finden vor allem Geschmack daran, dass der Verwaltungsaufwand und die Bürokratie des Sozialstaates mit einem Federstrich wegfallen würden.

Am anderen Ende des politischen Spektrums ist die Stimmung ebenfalls ambivalent. In Deutschland setzt sich «Die Linke» seit Jahren für das BGE ein, während die SP Schweiz sich dagegen ausspricht. Auch die Gewerkschaften mögen die Idee nicht. Ihr Thinktank «Denknetz» hat kürzlich unter den Titel «Würde, bedingungslos» ein Buch veröffentlicht, das sich kritisch mit dem BGE befasst.

German Heiner Flassbeck, UNCTAD, Director, Divison on Globalization and Development Strategies, speaks during a press conference about the Report on the Global Economic Crisis:

Kritisiert das BGE aus linker Perspektive: Heiner Flassbeck.
Bild: KEYSTONE

Der führende Kritiker des BGE auf der linken Seite ist Heiner Flassbeck, Ex-Chefökonom der Unctad, der für Wirtschaft und Handel zuständigen Unterorganisation der UNO. Flassbeck argumentiert so, wie man es eigentlich von konservativer Seite erwarten würde. Er sagt: «Wenn sich alle Bürger eines Landes auf den Anspruch des bedingungslosen Grundeinkommens berufen und nur das tun, was ihnen gerade Spass macht, was aber nicht notwendigerweise am Markt von irgendjemand anderem nachgefragt wird, gibt es keine ausreichende materielle Grundlage, aus der heraus die gesetzlichen Ansprüche jedes Einzelnen gegen den Staat, gegen die ‹Allgemeinheit›, bedient werden können.»

«Meiner Ansicht nach ist die effektivste Lösung ein bedingungsloses Grundeinkommen.»

Martin Ford, Buchautor

Die Vorstellung, dass mit einem BGE jeder machen kann, «was ihm Spass macht», ist weit verbreitet, aber nur bedingt zutreffend. Zwar sollen die Menschen tatsächlich von der Sklaverei der Erwerbsarbeit befreit werden, aber zu glauben, dass wir dann nur eine Gesellschaft von Möchte-gern-Künstler und Freizeit-Bastler sein werden, ist Blödsinn.

Die Angst der Gewerkschaften

Ein BGE deckt die Grundbedürfnisse, mehr nicht. Nur wenige Menschen werden sich damit zufrieden geben, schliesslich ist nicht jeder zum Asket geboren. Wer glaubt, sich als Rockmusiker oder Eventkünstler ein Zubrot zu verdienen, könnte hart landen. Gerade in diesen Bereichen kann sich nur durchsetzen, wer sehr grosse Leidensbereitschaft an den Tag legt. Ein BGE wird vielmehr den bereits sehr intensiven Wettbewerb in diesen Bereichen noch verstärken.

Beat Ringger, lange Zentralsekretär der Gewerkschaft VPOD, greift eine bei den Linken ebenfalls weit verbreitete Angst auf, nämlich, dass das BGE die Reichen noch reicher machen würde. «Die grössten Umverteilungskämpfe würden aber dadurch ausgelöst , dass das BGE zu einer massiven Senkung der Lohnkosten führen soll», schreibt Ringger. Mit anderen Worten: Die Unternehmer können sich einen Teil der Lohnkosten sparen, die der breite Mittelstand durch eine höhere Mehrwertsteuer aufbringen muss.

Die ersten Vorboten einer neuen Wirtschaftsordnung

So gesehen wäre das BGE tatsächlich ein miserabler Deal. Doch dieser Betrachtungsweise liegt ein entscheidender Irrtum zugrunde: Sie geht davon aus, dass ein BGE in die bestehende Wirtschaftsordnung eingebaut wird. Das wäre ein aussichtsloses Unterfangen. Das BGE ist vielmehr ein Bestandteil einer neuen Wirtschaftsordnung, die sich erst allmählich entwickelt. Erste Vorboten sind bereits vorhanden.

Der rasante technische Fortschritt wird unsere Arbeitswelt umkrempeln. Roboter und künstliche Software werden viele Arbeiten überflüssig machen und die meisten Arbeitsprozesse beeinflussen. Selbst wenn man den ganzen Techno-Hype diskontiert, wird man um diese Tatsache nicht herumkommen. Die meisten Spezialisten, die sich mit diesem Thema befassen, empfehlen deshalb auch ein BGE.

Mehr Bildung allein wird nicht genügen

Stellvertretend etwa Martin Ford, Autor des Buches «Rise of the Robots». Er schreibt: «Wenn wir akzeptieren, dass auch immer grössere Investitionen in das Bildungswesen unsere Probleme nicht lösen werden, und Aufrufe, die zunehmende Automatisierung der Arbeit zu verhindern, nicht realistisch sind, dann müssen wir über den Tellerrand der bestehenden politischen Ansätze hinausschauen. Meiner Ansicht nach ist die effektivste Lösung ein bedingungsloses Grundeinkommen.»

Daniel Häni und Philip Kovce (jünger)
Initatoren und Verfechter des Bedingungslosen
Grundeinkommens, fotografiert im Unternehmen Mitte Basel, am 15. September 2015, foto kostas maros

Zwei Befürworter des BGE: Daniel Häni und Philip Kovce. 
bild: kostas maros

Zum gleichen Schluss kommt auch Paul Mason, der sich in seinem Buch «Postcapitalism» aus ökonomischer Sicht mit der sich abzeichnenden «Null-Grenzkosten-Gesellschaft» auseinandersetzt. Die sich ausbreitende Gratiskultur wird zu einer Gefahr der Marktwirtschaft, weil eine vernünftige Preisbildung nicht mehr stattfinden kann. Mason bezeichnet daher das Grundeinkommen als Mittel «zur Sozialisation der Kosten der Automation.»

Links und rechts war gestern

Die entscheidende Trennlinie in der BGE-Diskussion verläuft nicht zwischen links und rechts, sondern entlang der Frage: Ist die bestehende Wirtschaftsordnung noch zu retten oder nicht? Wer die Frage mit Ja beantwortet, der wird ein BGE mit guten Gründen ablehnen. Wer hingegen glaubt, dass wir am Ende eines Zyklus angelangt sind und am Beginn einer Reise, von der wir nicht wissen, wohin sie führen wird, der wird das BGE als einen ersten Schritte auf dieser Reise betrachten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tropfnase 30.01.2016 23:27
    Highlight Highlight Ersetzt das BGE Iv Renten, Ahv Renten und Arbeitslosen Geld?Dan müsste man auch keine Beiträge mehr zahlen? Muss ich das BGE auch wider versteuern? Wird das BGE an die Teuerung gekoppelt? Wo genau kommen die Milliarden für das BGE her, bezahlen das dijenigen die noch einer Arbeit nach gehen? Wass passiert Wen man nicht arbeiten kann aber das BGE nicht reicht, gibt es noch sozialhilfe usw
  • Evan 30.01.2016 08:48
    Highlight Highlight Was ich über das BGE noch nicht ganz verstanden habe ist folgendes: Angenommen jemand verdient 5000 Franken, bekommt er dann die 2500 des BGE's obendrauf?
    • Tsunami90 11.04.2016 20:04
      Highlight Highlight Nein. Das Grundeinkommen garantiert dir lediglich die Existenz.
    • Evan 11.04.2016 21:28
      Highlight Highlight so hab ich das eigentlich auch verstanden, denn obendrauf ist schlicht unmöglich. Aber es scheinen es eben viele so zu verstehen...
  • Sapere Aude 13.12.2015 17:12
    Highlight Highlight Innerhalb eines wirtschaftlichen Systemes, welches auf Bedürfnis und Notwendigkeit augerichtet ist und nicht auf Produktivität, wäre ein BGE sicherlich sehr sinnvoll. Das heutige System ist bereits an die Grenzen gekommen, die technische Entwicklung wird früher oder später dazu führen, dass wir zuwenig Arbeit für zuviele Menschen haben.
  • Kookaburra 13.12.2015 14:59
    Highlight Highlight Ja also, da fehlt ein "nicht" im Text. (Bei den Zynikern.)

    Und zum BGE: Die Idee ist brilliant und könnte funktionieren. Ja es wäre sogar sehr fair, wenn Schweizer endlich auch das bekämen, dass ja viele Migranten sowieso bekommen.

    Aber, mit unserer Einwanderungspolitik, würde die (jetzt schon kaum zumutbare) Zuwanderung, wahrscheinlich sofort verdoppelt oder verdreifacht...

    Fazit: Eine Begrenzung der Zuwanderung, wäre als Grundlage für die Realisierung des BGE notwendig. Aber sogar der Mindestlohn ist in der Schweiz ja abgelehnt worden, weil wir so viel Ausländer haben.
    • Walter Sahli 13.12.2015 18:41
      Highlight Highlight Was möchtest Du denn vom Staat, das Du nicht, die Migranten aber schon kriegen?
    • Kookaburra 13.12.2015 20:35
      Highlight Highlight @Wahlter Sahli

      Nein, eben nicht, genau das haben wir ja jetzt. Mit dem BGE, hätte ich nicht mehr das Gefühl, gegenüber anderen benachteiligt zu werden:)
    • trio 13.12.2015 22:36
      Highlight Highlight Was hat das BGE mit der Einwanderung zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Big ol'joe 13.12.2015 12:48
    Highlight Highlight (Teil 2) Es ist eine Illusion zu glauben, wir würden nicht mehr arbeiten. Das
    BGE ist nur für die Lebensnotwendigen Güter. Wieso arbeitet dann niemand nur 2 Tage in der Woche für einen Lohn von 1500.-? Genau, weil wir mehr wollen. Nur mit dem BGE kann sich niemand selbst verwirklichen und seinem Hobby nach gehen, denn Freizeit kostet!
    Es gibt sicherlich besser Argumente dagegen, aber es gibt auch starke dafür. Ich freue mich auf spannende Diskussionen.
    • Tsunami90 13.12.2015 14:29
      Highlight Highlight Ein BGE ersetzt die AHV. System mit Pensionskassen und 3a sollten erhalten bleiben. Also macht arbeiten durchaus sinn!
  • Big ol'joe 13.12.2015 12:45
    Highlight Highlight Wichtig ist die Ausgestaltung des BGW. Es darf nicht über einen "Preis/Wert" gemacht werden. Damit die Wirtschaft weiterhin flexibel bleibt, sollte es sich als Prozentsatz am eigenen BIP orientieren, so wird nur so viel ausgeschüttet, wie wir effektiv erwirtschaften können. Der Prozentsatz wiederum orientiert sich an den Weltmarktpreisen von Grundgüter, welche/wieviel muss diskutiert werden. Die Idee ist ja, dass wir von der Automatisierung profitieren.
    Und ich denke, kaum jemand von euch will sich "nur" mit diesen knappen Güter zufrieden geben ;) (Teil 1)
  • Jol Bear 13.12.2015 12:43
    Highlight Highlight Die konkrete Umsetzung wird entscheidend sein. Ersetzt das bGE die Sozialleistungen? Alle oder wenn nicht, welche? Soll der Wechsel für den Staat kostenneutral sein und die bisherigen Sozialleistungen +/- bedarfsgerecht verteilt worden sein, dann werden jene, die Sozialleistungen benötigen, mit dem Grundeinkommen schlechter bedient sein. Vorausgesetzt, die vom Sozialstaat abhängigen waren vor dem Systemwechsel in der Minderheit, was in den meisten Ländern auch der Fall ist. D.h., die Asketen oder Anspruchslosen würden sich auf Kosten der Bedürftigen über bGE beim Staat bedienen.
    • stadtzuercher 13.12.2015 13:01
      Highlight Highlight sehe das auch so. im moment projeziert jeder sein ideal ins BGE hinein, von abschaffung des sozialstaats bis zu schlaraffenland, ökologisches paradies, familienförderung, sinkende arbeitgeberkosten, weniger staat, tiefere steuern etc. dieser watson-artikel liegt genau auf dieser jekami-linie.
      als einzige gemeinsamkeit aller vorschläge sehe ich, dass offenbar ein regimewechsel bei den steuern angestrebt wird, von den progressiven einkommensteuern zu einer 'flat-tax' bzw. einer massiven erhöhung der mehrwertsteuer.
    • Abnaxos 13.12.2015 14:05
      Highlight Highlight Das BGE ersetzt die Sozialleistungen bis zu seiner Höhe. Man rechnet etwa Existenzminimum + 10% (Würde). Daher die Zahl 2500.-: AHV-Maximalsatz (2350.-) als Existenzminimum + 10%. Das ist nur eine Modellzahl (IMHO etwas zu knapp), hat aber ihren Ursprung in heute akzeptierten Zahlen. Mit einer Einführung des BGE würden sich wohl auch die zugrundeliegenden Zahlen ändern.

      Nicht immer reicht das aus, z.B. könnte die Behinderung eines IV-Bezüglers weitere Kosten verursachen. In Fällen, wo das Grundeinkommen nicht ausreicht, würden ergänzende Sozialleistungen dazu kommen.
    • Karl33 14.12.2015 08:34
      Highlight Highlight Abnaxos, bei der Lösung die du vorschlägst, würde es weiterhin eine Verwaltung für die IV brauchen. Und all die anderen Ämter wie AHV etc. Wo soll da denn das Geld der Verwaltung eingespart werden?
    Weitere Antworten anzeigen
  • whatthepuck 13.12.2015 12:29
    Highlight Highlight Warum versuchen wir es nicht einfach mal auf 5 oder 10 Jahre hinaus? Entwickelt sich das Ganze in eine unerwünschte Richtung, wird Status 2015 wieder eingeführt. Das sind Dinge die man wagen muss, um zu erfahren, ob sie wirklich zu was taugen oder nicht. Dass das eine Gesellschaft nicht leichtfüssig wagen will, ist natürlich auch klar. Niemand kann wissen, wohin das in der Praxis führt.

    Wäre mal wieder etwas wirklich Spannendes was unsere Demokratie hervorbringen könnte, neben all dem Gemurkse im vergangenen Jahrzehnt.
    • Oberon 13.12.2015 13:25
      Highlight Highlight Bevor dieser Schritt gemacht werden kann müssen erst andere Themen die in Schieflage sind geklärt/aufgeräumt werden sonst macht dieser Pilot keinen Sinn.
  • _kokolorix 13.12.2015 11:52
    Highlight Highlight Heiner Flassbeck wird hier etwas verkürzt zitiert. seine kritik fusst auf mehr als nur diesem argument. sein haupteinwand ist nämlich, dass mit dem bge die ungleichverteilung von einkommen und vermögen nicht korrigiert wird. diese ungleichheit ist aber die quelle fast all unserer wirtschaftlichen probleme. eine feststellung welche neben flassbeck auch picketty und stieglitz stützen.
  • Oberon 13.12.2015 11:21
    Highlight Highlight Bevor man über ein BGE Reden kann muss klar definiert werden was genau der Zweck davon sein soll. Dies wird vor allem für die vorhanden Strukturen wichtig, denn diese müssen auch entsprechend neu gestaltet werden.
    Probleme sehe ich vor allem bei den staatlichen Subventionen und Steuererhebungen, die teilweise falsch erhoben werden und für andere Bereiche genutzt werden.
    Somit müsste für erst die Transparents zu diesen Themen hergestellt werden damit ein BGE überhaupt überlebensfähig ist. Erst muss definiert werden wohin und in welcher höhe die Steuergelder fliessen sollen.

    • Oberon 13.12.2015 21:22
      Highlight Highlight Ich befürchte die Schweiz, bzw. die Bevölkerung ist noch nicht soweit.
  • Volande 13.12.2015 11:15
    Highlight Highlight Wenn Herr Löpfe befürchten müsste, in nächster Zeit schwanger zu werden, wäre ihm höchstwahrscheinlich noch eine zusätzliche Dimension der Diskussion BGE eingefallen.
    • Tsunami90 13.12.2015 14:41
      Highlight Highlight Ich sehe das bGE auch als Möglichkeit Alleinerziehende Mütter zu entlasten, da das Kind ja auch bGE erhält.
    • Philipp Löpfe 13.12.2015 17:27
      Highlight Highlight Relativ unwahrscheinlich...
    • Volande 13.12.2015 19:02
      Highlight Highlight Sorry für den doofen Vergleich oben. Die ganzen feministischen Aspekte des BGE einfach zu ignorieren, geht aber gar nicht. Schliesslich betrifft dies in der Umsetzung Care-Themen dermassen, dass Frauenorganisationen noch eher als Gewerkschaften interviewt werden sollten. Wo man auch hätte rausfinden können, dass es auch in der alten Wirtschaftsordnung genügend Gründe gibt, eine solche Idee zu diskutieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl33 13.12.2015 11:00
    Highlight Highlight Man könnte anstatt einem Grundeinkommen verteilen auch staatliche Leistungen umsonst anbieten und diese Leistungen noch ausbauen (Wasserversorgung, Strom, öffentlicher Verkehr, in Kuba ist gar das Wohnen gratis).
    Allerdings kann dann der Staat diese Leistungen nicht mehr besteuern, und das dürfte ein gewichtiges Argument beim BGE sein: Eine hohe MwSt welche alle unabhängig vom Einkommen bezahlen müssen. Manchmal scheint mir, das BGE soll primär den Kapitalismus und die Umverteilung nach oben retten, auch wenn dafür noch viel mehr staatliches Geld verteilt werden muss.
    • Karl33 13.12.2015 12:35
      Highlight Highlight Grey, Ihr Argument: Geht es zuvielen Menschen zu gut, schadet das den natürl. Ressourcen. Knappe Verfügbarkeit und limitierter Reichtum schützt Ressourcen. Im Prinzip nachvollziehbar. Allerdings zeigen weltweit Beispiele, dass mittels ‚freiem Markt‘ die natürl. Ressourcen nicht zum Wohl der Mehrheit verteilt (und geschützt) werden: knappes Wasser auf Golfplätze anstatt Felder der Bauern -> ‚freier Markt‘ schützt Ressourcen suboptimal und gegen die Interessen der Bevölkerung. Alternative Ansätze wie lokale ‚Allmendenwirtschaft‘ uä. schützen nachhaltiger als kapitalkräftige globale Konzerne.
  • Monti_Gh 13.12.2015 10:43
    Highlight Highlight Die Initiative ist zu avantgardistisch für die konservative Schweiz.
    Erst wenn grosse Massen im Dienstleistungssektor wie z.B. Buchhalter/in oder Kassier/in durch Roboter ersetzen werden, fangen die Leute sich Gedanken über ein BGE zu machen.
  • koks 13.12.2015 10:41
    Highlight Highlight man könnte ja einfach faire steuern einführen. ah, ist schlecht für die wirtschaft und die reichen?
    dann besser eine lösung, die das geld mit einer reichenfreundlichen steuer beim mittelstand und den armen holt: das BGE.
    • shills-anonymous 13.12.2015 13:14
      Highlight Highlight aber es tönt gut! jetzt lass mir meinen traum.....
    • Nick_ 13.12.2015 13:14
      Highlight Highlight @koks: Was wäre für sie eine "faire" Steuer? Ich gehe mit Ihnen einig, dass eine Erhöhung der MWSt zur Finanzierung des BGE sicher nicht von den Initianten zu Ende gedacht ist.
      Vermögenssteuern um die 0.5% jährlich und maximale Einkommenssteuersätze um die 30 bis 38% sind aus Ihrer sicht nicht fair?
    • Tsunami90 13.12.2015 14:47
      Highlight Highlight Nein. Denn es wird zur Hauptsache nur menschliche Arbeit besteuert. Einkommen aus anderen Quellen ist dagegen sehr schwach belastet. Dazu kommt, dass Arbeit von Maschinen nicht belastet wird. Und diese Gewinne landen dann eben in Investitionen, die schwach besteuertes Einkommen generieren.
  • Skeagle 13.12.2015 10:37
    Highlight Highlight Ich werde auf jeden Fall für das BGE stimmen. In den letzten Jahren gab es in vielen Berufen freistellungen wegen moderner Maschinen/Roboter. Die Menschen sollten von der Technik profitieren und nicht deren Sklave sein. Schon seit längerem müssen die Menschen trotz moderner maschinen länger und für immer weniger Geld arbeiten. Ich erwarte vom BGE nicht Utopia aber einen Schritt in einere schönere, für die Menschen bereicherendere, Zukunft.
    • Karl33 13.12.2015 11:06
      Highlight Highlight Skeagle, "Die Menschen sollten von der Technik profitieren und nicht deren Sklave sein." Um das zu erreichen, würde es bereits genügen, Kapitalgewinne zu besteuerun. Kapitalgewinne sind letzten Endes Gewinne durch Technisierung der Arbeit. Weshalb ist Lohnarbeit massiv stärker besteuert als Gewinne an der Börse, auf investiertem Kapital etc?
    • FrancoL 13.12.2015 12:07
      Highlight Highlight Zaafee; Du scheinst überall einen kleinen Kontrapunkt setzen zu wollen. Allerdings liegst DU auch hier falsch. in fast allen Bereichen steigt der Arbeitsdruck, die verlangte Arbeitsleistung für die grössere Anzahl Arbeitnehmer und auch für manchen KMUler.
  • gelb 13.12.2015 10:34
    Highlight Highlight Bei solchen alternativen Wirtschaftsmodellen wird meistens nur der Endzustand betrachtet aber die Übergangsphase wird ignoriert. Genau dort sehe ich die grössten Schwierigkeiten. So eine Übergangsphase zu einem neuen Wirtschaftsmodell wird wohl mehrere Jahrzehnte dauern und die Menschheit ist nicht bekannt für ihre Geduld.

    Ein wichtiges Argument wurde vergessen, heute sind die Menschen und die Staaten abhängig von Firmen und Konzernen. Die Gesellschaft wird häufig von Konzernen erpresst, weil sie so viel Macht besitzen. Beim BGE würde sich diese Situation ändern.
    • Karl33 13.12.2015 11:07
      Highlight Highlight inwiefern würde sich die Machtakkumulation der Konzerne durch ein BGE ändern?
    • gelb 13.12.2015 13:17
      Highlight Highlight Beim BGE haben die Arbeitnehmer deutlich bessere Verhandlungspositionen als heute.
      Die Arbeitgeber werden gezwungen gute Arbeitsbedingungen anzubieten damit sie die Mitarbeiter halten oder anstellen können.
  • Mok2nd 13.12.2015 10:33
    Highlight Highlight Bester und ausgeglichenster Text zu diesem Thema bisher.
    Gratulation.
  • stadtzuercher 13.12.2015 10:30
    Highlight Highlight Die Argumente sind nicht neu, schliesslich werden seit dem Beginn der Industrialisierung Jobs durch Maschinen ersetzt. Und, das finde ich fast bemerkenswerter, die Hoffnungen auf ein neues System werden durch dieselben positivistischen Versprechen wie zu Beginn des Sozialismus begleitet: Da erhielt die Bevölkerung - ausgenommen die Elite - dann ja auch jeder gleich viel/wenig, und irgendwann hat Stalin eine nationalistische Diktatur draus machen können. Aber es gibt ja auch Verfechter der Idee, dass die Demokratie ein Hindernis ist auf dem Weg zu würdigem Wohlstand für alle...
    • Stefan von Siegenthal 13.12.2015 22:23
      Highlight Highlight .... mit dem großen Unterschied, dass bei einem BGE nicht alle gleich viel erhalten. Wer arbeitet, erhält mehr Lohn. Und jeder hier will arbeiten, denn es hat jeder das Recht Sozialhilfe zu beziehen und trotzdem tun dies 99% der Bevölkerung nicht. Und nur ein Bruchteil der Sozialhilfebezüger tun dies aus Faulheit. Verständlich, dass einige dies anders sehen, denn in den Medien und in der Nachbarschaft fallen nur jene auf, die negativ auffallen, wie sollen die auch auffallen die sich stets um Arbeit bemühen und sich ordentlich benehmen.
  • Crecas 13.12.2015 10:20
    Highlight Highlight Sehr spannendes Thema, sehr guter Artikel, der die verschiedenen Seiten und Aspekte beleuchtet.
  • pamaffel 13.12.2015 10:09
    Highlight Highlight erster abschnitt: glauben sie nun an einen erfolg oder nicht? ;-)
  • Mate 13.12.2015 09:58
    Highlight Highlight i hoffe dazu kann eine ehrliche und offene debatte geführt werden. das BGE ist schwer vorstellbar für die meisten (mich eingeschlossen), das soll aber nicht heissen, dass es automatisch schlecht ist.
  • shills-anonymous 13.12.2015 09:48
    Highlight Highlight Meine Meinung hat sich gewandelt.
    Das BLGE ist keine variable Lösung für die Gesellschaft von heute. Es ergibt sich evtl später auf natürliche Weise.
    Ihr werdet Motivation auch dann nicht aufbringen!
    Werdet euch auch dann nicht mehr selbst lieben als bereits jetzt!
    Eure Ängste kann man nicht wegkaufen!
    Eure aller Ausreden werden sich dann nicht von alleine auflösen.
    Nein. Ihr schwärmer...
    Nur so viel:
    WO EIN WILLE IST IST AUCH EIN WEG!
    Besser wäre in jedem Fall aber diese Wege zu unterstützen!
    Bindungslose Bildung zum Beispiel.
    Bedingungslosigkeit kommt vom Inneneren und nicht umgekehrt!
    • shills-anonymous 13.12.2015 10:16
      Highlight Highlight ok man kann mein kommentar leicht missverstehen... sorry :-D
      ich bin für einen ausbau des sozialstaates. aber ein effizienter ausbau ohne schlupflöcher bei dem zb eine gruppe sich auf kosten von anderen übermässig bereichert. lohndumping auch bei praktikumsstellen findet heute schon statt. das würde dadurch nicht besser. es braucht mehr anreize für menschen die selbstständig projekte auf die beine stellen wollen. mehr freies coaching für menschen mit schwierigkeiten. manchmal ist nicht viel nötig um jemand zum ziel hin zu führen von dem man träumt.
    • shills-anonymous 13.12.2015 10:21
      Highlight Highlight ... man könnte auch eine 3te zwei-weg steuer die 'zweiweg steuer' bei der man gelder für projekte beziehen kann erstellen. dann wenn das projekt auch wirtschaftlich taugt, dann gibt es ein rückfluss von x% des nettogewinns pro monat ab 1000.- über alle projekte hinweg. so züg halt wo motiviert zu neue grössene zcho ;-)
  • Charlie Brown 13.12.2015 09:44
    Highlight Highlight Ich kann schon beim Argument der mit einem Schlag wegfallenden Verwaltung der Sozialkostdn nicht mehr folgen. Für die wahren Bedüftigen wird das BGE hinten und vorne nicht reichen, es wird Ergänzungen brauchen, welche wiederum administriert werden müssen. Oder kann mir jemand dieses Argument stichhaltig widerlegen? Und bitte nicht mit Allgemeinplätzen wie "Die einen sehen immer nur die Probleme und sind nicht visionär...". Also?
    • Hayek1902 13.12.2015 09:58
      Highlight Highlight ein reines bge funktioniert nur, wenn es genau das gibt und mehr nicht, jedenfalls vom staat (frewillige private versicherungen sind natürlich immer erlaubt)
    • Skeagle 13.12.2015 10:10
      Highlight Highlight Von wo weisst du jetzt schon das es für die richtig bedürftigen nicht reichen wird? Und im Artikel steht ja auch, dass es nicht in das derzeitige System eingebaut werden sollte.
    • trio 13.12.2015 10:16
      Highlight Highlight Warum sollte es für die "wahren Bedürftigen" nicht reichen? Oder sind damit Menschen mit einer körperlichen/psychischen Beeinträchtigung gemeint? Für diese Fälle sind in der Tat mit Mehrkosten zu rechnen, wie heute auch schon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • trio 13.12.2015 09:41
    Highlight Highlight Jedenfalls wird sich etwas ändern müssen. Ich arbeite in einem handwerklichen Beruf, während meiner Lehre hiess es noch, unser Beruf ist gegen Automatisierung gefeit. Jetzt fahren unzählige automatische Rasenmäher rum. Mal schauen was in 10-20 Jahren noch alles automatisiert wird.
    So schlecht finde ich das BGE nicht. Natürlich nur zusammen mit anderen Massnahmen, einfach so einführen geht nicht. Die MwSt passt dann auch nicht mehr.
  • Howard271 13.12.2015 09:29
    Highlight Highlight In Finnland ist übrigens noch gar nichts entschieden: http://www.bildblog.de/74881/800-euro-fuer-jeden-medien-fuehren-grundeinkommen-in-finnland-ein/
    • Philipp Löpfe 13.12.2015 10:51
      Highlight Highlight Die Lage in Finnland ist - milde ausgedrückt - verworren.
  • Pipapo 13.12.2015 09:08
    Highlight Highlight Soviel ich weiss, wird das Experiment in Finnland nicht bedingungslos sein. Teilnehmende müssen über eine Arbeitsstelle verfügen. Stand mindestens so vorgestern in der Zeitung...
    • Philipp Löpfe 13.12.2015 09:32
      Highlight Highlight Die
    • 1337pavian 13.12.2015 15:33
      Highlight Highlight "Stirb"?

      Damit ist wohl alles gesagt... x)

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