Wirtschaft
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Ordensschwester Ingrid Grave, Interview BGE, bref magazin

bild: laurent burst

Interview

Ordensschwester Ingrid Grave: «Faule Menschen gibt es überall, auch ohne Grundeinkommen»

Um ihren Lebensunterhalt muss sich Ingrid Grave keine Sorgen machen. Die Ordensschwester erhält schon heute eine Art Grundeinkommen. Auf die faule Haut legt sie sich deshalb nicht, sondern sprüht vor Ideen.

nadja schnetzler / bref magazin



Ein Interview von

Frau Grave, als Ordensschwester leben Sie eigentlich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. Sie müssen sich um Finanzen keine Sorgen machen.
Ja, das stimmt. Wenn zum Beispiel eine Schwester in der Klosterküche arbeitet, erhält sie dafür keinen Lohn. Aber sie verfügt über die Gewissheit, dass für sie bis an ihr Lebensende gesorgt wird.

Das bedingungslose Grundeinkommen würde das Klosterprinzip in die Gesellschaft tragen.
Nicht ganz. Es würde aber dafür sorgen, dass ein Mensch so viel erhält, dass er sein Leben in Würde leben kann. Seine Grundbedürfnisse also abgedeckt sind, ohne dass er dafür schuften muss. Was er aber dazuverdient, sollte dann schon ganz ihm gehören. Das ist bei uns im Kloster anders: Was zusätzlich verdient wird, wandert in den Gemeinschaftstopf.

bref magazin

bref ist das Magazin der reformierten Kirchen. In der aktuellen Nummer zeigt bref 12 Ansichten von Frauen zum bedingungslosen Grundeinkommen. Das Themenheft entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut Zukunft. watson hat drei Interviews übernommen.

Hier findest du sie:
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Bäuerin Christine Bühler: «Niemand teert bei 35 Grad freiwillig eine Strasse»

Und wie wird sein Inhalt gerecht unter den Schwestern verteilt?
Es ist ja so, dass die eine zum Glücklichsein ein Paar Wanderschuhe braucht und die andere ein Klavier. Ist das Gerechtigkeit? Vielleicht nicht, aber wenn es passt und jede das bekommt, was sie wirklich braucht, dann ist das schon richtig. Es darf einfach kein Schnickschnack sein.

Läuft das ohne Konflikte ab?
Natürlich kommt es da auch zu Streitereien. Damit diese aber möglichst nicht entstehen oder Spannungen abgebaut werden, treffen wir uns regelmässig und sprechen über solche Dinge. Es ist bei uns aber wie in jeder Beziehung oder in jeder Familie: Alle tragen einen Rucksack mit ihrer Vergangenheit. Deshalb müssen auch wir uns bei Konflikten aneinander angleichen oder auch mal etwas stehen lassen.

«Wenn jeder sein Grundeinkommen hat und darüber nachdenken kann, wie man es sich noch schöner machen kann, dann fängt der Mensch an zu überlegen und lässt sich etwas einfallen.»

Ordensschwester Ingrid Grave

Was mögen Sie an der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens?
Dass man Menschen, die viel haben, sagen kann: Schau mal, du hast Glück gehabt. Du hast Begabungen mitbekommen und konntest etwas daraus machen. Andere haben diese Begabungen nicht bekommen, oder es wurden ihnen Steine in den Weg gelegt. Aber auch diese Menschen brauchen ein Leben in Würde.

Was treibt die Ordensschwestern im Kloster eigentlich an, einer Arbeit nachzugehen?
Das ist, wie sicher auch ausserhalb des Klosters, ganz unterschiedlich. Es gibt Ordensfrauen, die sind zufrieden mit der Arbeit, die man ihnen zuteilt. Und es gibt welche, die die ganze Zeit vor Ideen sprühen und diese auch umsetzen wollen. Ich gehöre eher zu den letzteren.

Ist es nicht interessant, dass der Reiz zu arbeiten auch ohne Lohn existiert?
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ich denke, es ist eher eine Frage des Naturells. Manche Menschen haben Antrieb, andere nicht. Auch in meiner Familie gibt es ganz unterschiedliche Persönlichkeiten.

Das Grundeinkommen macht Menschen faul, sagen Kritiker.
Das kann im Einzelfall sein. Aber Faule gibt es überall, auch ohne Grundeinkommen. Menschen, die einfach nicht wollen. Sogar innerhalb derselben Familie mit den gleichen Idealen gibt es Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen, und andere, die scheitern. Das ist einfach die menschliche Natur. Wenn aber jeder sein Grundeinkommen hat und darüber nachdenken kann, wie man es sich noch schöner machen kann, dann fängt der Mensch an zu überlegen und lässt sich etwas einfallen.

Warum ist das so?
Das weiss ich aus meiner Erfahrung als Pädagogin. Kinder wollen immer von selber lernen, aber wir treiben es ihnen ja in der Schule oft aus. Man sollte wohl mehr darüber nachdenken, wie man diese Lernbegierde beibehalten will, dann werden die Kinder auch später dem nachgehen, was sie wirklich interessiert. Das bedeutet auch, dass man nicht mehr darüber nachdenken sollte, wie Kinder wertvolle Mitglieder der Wirtschaft werden, sondern vielmehr wertvolle Mitglieder der gesamten Gesellschaft. Das wäre mal etwas!

«Im religiösen Sinne bedeutet ‹bedingungslos› zuerst einmal, dass ich bedingungslos geliebt werde. Das ist etwas, was ich aber auch annehmen muss. Also etwas, woran ich glauben muss.»

Schwester Ingrid Grave

Sie glauben, der Mensch ist intrinsisch motiviert?
Wenn ich an eine Grenze stosse im Leben, dann merke ich das ja, dass ich da eine Lücke habe, und dann kann ich mich darum kümmern, dieses Wissen zu erwerben. Die meisten Menschen wollen immer weiterlernen, sich immer weiter entwickeln. Das ist auch im Kloster so. Die wenigen Faulen bleiben faul, und diejenigen, die sich weiter entwickeln wollen, entwickeln sich weiter, wenn das Umfeld einigermassen stimmt. Auch Menschen, die nichts beitragen können, weil sie krank oder eingeschränkt sind, wird es immer geben. Und für diese muss die Gesellschaft dann auch verstärkt sorgen. Nicht jeder hat die nötigen Ressourcen für ein gut geführtes Leben mitbekommen.

Und was passiert bei einem Grundeinkommen mit Berufen, die heute in der Gesellschaft nicht so angesehen sind?
Es wird auch in Zukunft immer junge Menschen geben, die sich für einen Beruf begeistern lassen. Auch solche, die nicht so angesehen sind. Die besten Angestellten sind jene, die spüren, dass sie ihre Tätigkeit interessiert und begeistert. Da ist das Geld dann auch nicht das einzig Entscheidende. Man ist Bäuerin oder Handwerker, weil man die Tätigkeit gerne macht. Hier in unserem Haus in der Altstadt von Zürich gibt es zum Beispiel einen selbständigen Restaurator. Er liebt dieses Haus richtiggehend. Und stellt er uns nach einer Reparatur eine Rechnung, sagt die Kirchenleitung: Das ist ja gar nicht mal so teuer! Er verlangt also wohl zu wenig. Dafür wohnt er bescheiden, hat aber viel Zeit für seinen Sohn. Das gibt ihm Freiheiten in der Gestaltung seines Lebens.

Was bedeutet Bedingungslosigkeit aus Ihrer Sicht?
Im religiösen Sinne sicher zuerst einmal, dass ich bedingungslos geliebt werde. Das ist etwas, was ich aber auch annehmen muss. Also etwas, woran ich glauben muss. Und diesen Glauben daran muss ich auch immer wieder erneuern. Ich kann ja einem Menschen auch sagen: Ich stelle mich dir bedingungslos zur Verfügung. Verliebte zum Beispiel sind ganz bedingungslos. Klingt die erste Verliebtheit ab, dann fängt man aber oft an, Bedingungen zu stellen. Bedingungslosigkeit bedeutet für mich vor allem: Du genügst so, wie du bist. Du musst nichts tun, um geliebt zu werden. Mit den Menschen ist das nicht immer ganz einfach. In meinem Glauben kann ich das aber erfahren, dass ich genau so geliebt werde und genüge, wie ich bin.

«Ich könnte mir vorstellen, dass der weniger begabte Mann sich mit einem Grundeinkommen vermutlich positiver entwickelt hätte als der sehr begabte, der aber nichts aus seinem Leben machen will.»

Ingrid Grave, Ordensschwester und Pädagogin

Wie würden Sie das auf das bedingungslose Grundeinkommen übertragen?
Der Mensch wäre frei, mit dem Grundeinkommen sein Leben gut zu gestalten. Das Geld müsste sicherstellen, dass die wesentlichen Dinge möglich sind: Wohnung, Essen, Kleidung, aber auch etwas Geld für Erholung und Erlebnisse sowie etwas für die Gesundheit. Wer dann merkt, dass das Geld nicht dafür reicht, die eigenen Träume zu verwirklichen, kann zusätzlich tätig werden. Das ist etwas, was die meisten Menschen sowieso wollen.

Umfrage

Willst du ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz?

  • Abstimmen

9,771

  • Ja! Das will ich.60%
  • Nein! Das ist eine blöde Idee16%
  • Die Idee ist zwar gut, aber in der Realität funktioniert das nicht.24%

Und wer das Grundeinkommen nicht braucht?
Wer es nicht braucht, kann es für andere oder für die Allgemeinheit einsetzen. Im Kloster denke ich, dass die Schwestern wohl das Geld eher für andere einsetzen würden, was ja auch für die gesamte Gesellschaft ein Gewinn wäre. Jeder Mensch ist anders, hat andere Begabungen und Anlagen. Die kann man nutzen oder nicht. Wenn ich zwei Menschen in meiner Familie vergleiche, war einer von ihnen sehr intelligent und der andere hat nicht so viel Begabung für sein Leben mitbekommen. Er hat aber doch das allerbeste aus seinem Leben gemacht. Der andere war intelligent, hat sich aber wohl gesagt: Was soll ich mich anstrengen, ich finde das Leben, so wie es ist, angenehm. Ich könnte mir vorstellen, dass der weniger begabte Mann sich mit einem Grundeinkommen vermutlich positiver entwickelt hätte als der sehr begabte, der aber nichts aus seinem Leben machen will.

Würde das Grundeinkommen noch andere Dinge ändern?
Das Ansehen als Professor oder Ärztin würde sich wohl mit einem Grundeinkommen ändern. Mit einem Grundeinkommen wären plötzlich andere Berufe angesehen. Konkret: Ein Bauarbeiter, der trotz Grundeinkommen auf dem Bau arbeitet, würde vermutlich mehr Anerkennung für seinen Beruf erfahren als ein Arzt oder eine Bankdirektorin.

Ordensschwester Ingrid Grave, Interview BGE, bref magazin

bild: laurent burst

Ingrid Grave trat 1960 in die Dominikanerinnen-Gemeinschaft in Ilanz GR ein. Dort arbeitete sie als Lehrerin, später wurde sie bekannt als Moderatorin der Fernsehsendungen «Sternstunde» und «Wort zum Sonntag». Grave lebt in einer kleinen Wohnung inmitten der Altstadt von Zürich, wo sie sich in ökumenischen Seelsorgeprojekten engagiert. Zurzeit bereitet sie ihren Umzug zurück ins Kloster im Bündner Oberland vor.
***
Hier findest du zwei weitere Interviews zum BGE:
Modedesignerin Harryet Lang: «Ein Leben unter dem Existenzminimum führt zur Verzweiflung»

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 17.05.2016 23:09
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass nach diesem Interview alle christlichen Watson-User Ja stimmen werden.
  • DerHugentobler 17.05.2016 13:30
    Highlight Highlight Mir gefällt diese Interviewserie, wo man Einblick in die Sichtweise von ganz verschiedenen Personen bekommt. Es gibt nicht diese "schwarz-weiss" Argumentation, sondern personenbezogene, echte Meinungen.
  • oldman 17.05.2016 12:00
    Highlight Highlight Schöne Einstellung und alles zum BGE Gesagte richtig: Das Grundeinkommen sichert Menschenwürde und -rechte, erspart das Kriechen vor Arbeitgeber und Sozialbehörden. Leider werden wir Schweizer das BGE nicht als erste einführen. Das werden die Skandinavier tun. Und wenn Hindukstan nachgezogen hat, ja dann kommen wir dann auch. Wir sind zurück- und nicht vorausschauend, wir fragen, was haben wir zu verlieren, und nicht, was können wir gewinnen. Mutlose Schweizer!
  • Supermagic 17.05.2016 08:23
    Highlight Highlight frage an alle bge-ler: wie ich jetzt ja mitbekommen habe, wird einem das bge vom lohn abgezogen falls man weiter arbeitet. z.b. 100% job, 5000.– lohn, -2500 bge, macht noch 2500 zusätzlicher lohn.
    wer macht dann aber noch all die 50% jobs zu einem lohn von z.b. 2500.–, wenn man fürs nichtstun gleichviel bekommt?
    • Flunderchen 17.05.2016 10:30
      Highlight Highlight Wie willst du von 2000.- leben, wenn alleine schon eine halbwegs gute Krankenversicherung 300-600 Fr kostet + die teuren Wohnungsmieten etc. Dann sind die 2000 Franken schnell mal weg. Für Rentner oder behinderte Menschen wäre das sicher eine gute Unterstützung. Es gibt überall Ausnutzer bei jedem System.

      Eine bekannte Nachbarin mit Kind jammert beim Sozialamt für mehr Geld und hat drei neue Flachbildfernseher gekauft, wer also wirklich den Staat ausnutzen will, kann das auch ohne das Grundeinkommen tun. Aber ich denke, dass die Abstimmung leider negativ ausfallen wird.
    • stiberium 17.05.2016 11:06
      Highlight Highlight Die Frage sollte lauten, braucht es mit dem BGE die 50% Jobs noch?! ;) Nein, denn wie du es richtig schreibst, macht diese dann niemand mehr. Dank der frei werdenden Stellenpensen kann dann jemand, der (wie ich z.Bsp.) nicht mit nur 2500.- durch den Monat gehen will mit minimalstem Aufwand eine 100% Stelle zu einem Lohn von 5000.- inkl. BGE kommen.
    • Jan Hug 17.05.2016 13:57
      Highlight Highlight ich finde das Problem mit den Teilzeitstellen kann so gelöst werden:
      Bei einem 100% Lohn von 5000Fr würde es am Ende des Monats bei einem 50% Pensum so aussehen:
      2500 -> BGE
      1250 -> für 50% Arbeit (50% von der Differenz des BGE zu 100% Lohn)

      somit ist JEDE zusätzliche Arbeitsstunde bezahlt und die Argumentationen gegen ein BGE wegen Arbeit die nicht mehr erledigt werden würden, sind hinfällig

      somit würde jeder zusätzliche Arbeitsaufwand gerecht verrechnet
    Weitere Antworten anzeigen
  • HappyMe 16.05.2016 20:13
    Highlight Highlight Weise Worte.
  • Groovy 16.05.2016 12:18
    Highlight Highlight Schönes Interview.

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