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Wirtschaft
Schweiz

Krankenkassenprämien werden um vier Prozent steigen

Trotz billiger Medis: Krankenkassenprämien werden um vier Prozent steigen

19.06.2018, 07:0019.06.2018, 07:25

Der Internetvergleichsdienst Comparis.ch rechnet 2019 mit vier Prozent höheren Prämien für die Grundversicherung der Krankenkassen. Gemäss seiner Prognose verpuffen die verordneten Senkungen von Medikamentenpreisen und Tarifen.

Diese Eingriffe scheitern an der Mengenausweitung der Leistungen, wie Comparis am Dienstag mitteilte. Zwar ergeben die Abrechnungsdaten der Krankenkassen für das erste Quartal 2018 einen Rückgang der Leistungen um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das erweckt gemäss Comparis den Eindruck, die Kosten seien endlich gedämpft.

Frau Medikament Augentropfen
Nicht Preise und Tarife treiben die Kosten in der Grundversicherung in die Höhe treiben, sondern der Mehrverbrauch von Medikamenten und medizinischen Leistungen, meint Comparis.Bild: shutterstock.com

Das täusche aber. Die Ärzte und Spitäler nämlich seien wegen des bundesrätlichen Eingriffs in ihre Tarife mit den Abrechnungen im Rückstand. Sie hätten die neuen Tarife noch nicht im Griff, heisst es im Communiqué.

Das Strohfeuer sinkender Kosten dürfte in den drei weiteren Quartalen 2018 ersticken. Comparis befürchtet, dass die Tarifsenkungen längerfristig grösstenteils umgangen werden. Dabei verweist der Vergleichsdienst auf die erste bundesrätliche Tarifkorrektur 2014.

Damals hätten die Grundversicherungen durch Korrekturen der über 4000 Tarifpositionen 200 Millionen Franken sparen sollen. Die Korrektur erfolgte zulasten der Spezialärzte. Der Spareffekt blieb aber aus.

Spielraum im Tarifdschungel

Gemäss Comparis nutzten die Ärzte und Spitäler den «Spielraum im Tarifdschungel», um besser bezahlte Tarifpositionen auf die Rechnung zu setzen. Die schlechter entgoltenen Positionen hätten sie vermieden. Das dürfte auch bei der aktuellen Tarifkorrektur geschehen.

Auch bei Medikamenten lösen sich die Kostensenkungen in Luft auf. Der steigende Medikamentenkonsum und die neuen, teureren Medikamente machen dem Bundesamt für Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Das Amt hatte die Preise von 350 Medikamenten gesenkt und sah damit 2018 Einsparungen von 60 Millionen Franken vor.

Nicht Preise und Tarife würden die Kosten in der Grundversicherung in die Höhe treiben, sondern der Mehrverbrauch von Medikamenten und medizinischen Leistungen, schlussfolgert Comparis. (sda)

«Wer benutzt gern Zahnseide?»

Video: watson/Emily Engkent
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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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oXiVanisher
19.06.2018 07:30registriert September 2015
Ach, ich erinnere mich daran, wie bei der Abstimmung veraprochen wurde, dass die Prämien nicht mehr jedes Jahr steigen werden. Zusammen mit den Werbeanrufen die auch aufhören werden... Ich denke man kann mot gutem Gewissen sagen, dass schlicht und einfach gelogen wurde.
Die Krankenkassen freutes, denn die verdienen gut an diesem sinnlosen System. 😑
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iss mal ein snickers...
19.06.2018 08:27registriert September 2014
Das Problem ist das wir das Tun der Ärzte als Patienten zu wenig hinterfragen; als ich mit Grippe zum Arzt ging wollte mir dieser Antibiotika und sonstige Medis verschreiben. Als ich mit ihm anfing zu diskutieren (Sorry aber Antibiotika ist bei einer Grippe nutzlos), da wurde er zuerst pampig und dann lies er die Medis weg. Ich musste halt für meinen Arbeitgeber ein Zeugnis haben, war nicht in ner Risikogruppe und habe die Grippe mit Hausmittelchen auskuriert.
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homo sapiens melior
19.06.2018 12:35registriert Februar 2017
Wer weiter steigende Gesundheitskosten will wählt SVP, FDP und CVP.

Lobbyisten (Lobbywatch) für KK, Spitäler, Pharma und Arztmedizin:
SVP 39 / FDP 29 / CVP 28 / SP 16 / BDP 11

Nimmt man die beiden Rechtsparteien SVP + BDP zusammen, so kommen die auf 50 Posten. Zählen wir noch die Banken- und Religionsparteien FDP und CVP dazu, so verdienen dort 107 Leute an unseren KK-Prämien mit.

Wo es um Pflege oder eine Lobby für Patienten geht, sinkt das Interesse von SVP, FDP und CVP rapide. Dort gibt's halt nichts zu verdienen. Stattdessen herrscht dank ihrer Politik schon teilweise Ausnahmezustand.
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