Wirtschaft
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«Schweiz am Wochenende» löst «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» ab



Die erste Ausgabe der

Bild: KEYSTONE

Auf dem Markt der Sonntagszeitungen kommt es zu einem Abbau. Die «Zentralschweiz am Sonntag» und das E-Paper «Ostschweiz am Sonntag» werden Ende Juni eingestellt. Dafür wird die Samstagausgabe der «Luzerner Zeitung» und des «St. Galler Tagblatts» ausgebaut. CH Media nennt finanzielle Gründe für diesen Schritt.

Die Samstagausgaben werden ab Anfang Juli als «Schweiz am Wochenende» erscheinen, wie CH Media am Dienstag mitteilte. Den gleichen Schritt machte die Zeitung «Nordwestschweiz» bereits im März 2017.

In den Redaktionen der Ost- und Zentralschweiz werden rund zehn Vollzeitstellen abgebaut. Ein Sozialplan komme zur Anwendung, betont CH Media, ein Zusammenschluss von AZ Medien und NZZ Regionalmedien.

Mit der Einstellung der «Zentralschweiz am Sonntag» und der seit November 2017 als E-Paper erscheinenden «Ostschweiz am Sonntag» reagiert das Medienunternehmen nach eigenen Angaben «auf die stark rückläufigen Einnahmen am Inseratemarkt».

Der Inseratemarkt trage heute leider keine Sonntagsausgaben von Regionalzeitungen mehr, wird Jürg Weber, Geschäftsleiter Publishing CH Media, in der Medienmitteilung zitiert. Schweren Herzens habe man deshalb das Ende der Sonntagsausgaben beschliessen müssen.

CH Media hatte im November mitgeteilt, innerhalb von zwei Jahren 45 Millionen Franken oder zehn Prozent zu sparen. Insgesamt sollen 200 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Vor zehn Jahren gegründet

Die «Zentralschweiz am Sonntag» war im September 2008 lanciert worden, weil der Sonntag immer mehr zum Lesetag werde. Das Blatt startete mit dem Anspruch, neben den national ausgerichteten Sonntagstiteln eine Regionalzeitung zu sein. Der damalige Verlag, die LZ Medien, war bei den Inseraten eine Zusammenarbeit eingegangen mit der ehemaligen Zeitung «Sonntag» der Mittellandzeitungen.

2018 schloss die NZZ-Mediengruppe die Tagblatt Medien in St. Gallen und die LZ Medien aus Luzern unter dem Dach der Regionalmedien zusammen, in der Folge kam es 2016 auch bei der «Zentralschweiz am Sonntag» zu einem neuen Layout.

Aus der Taufe gehoben worden war der Titel von Thomas Bornhauser, ab 2012 wurde sie von Dominik Buholzer verantwortet, der letztes Jahr seinen Rücktritt bekanntgab. Seine Nachfolge wurde intern mit Sasa Rasic besetzt.

«Grösste Zeitung am Wochenende»

Die «Schweiz am Wochenende», mit regionalisierten Ausgaben, wird eine Auflage von 350'000 Exemplaren haben. Der Titel werde mit Abstand die grösste Zeitung am Wochenende in der Schweiz sein, hält CH Media fest.

Die bestehende Zeitung «Schweiz am Wochenende», die derzeit in der Region der Nordwestschweiz erscheint, bietet neben der Tagesaktualität viele Hintergrundberichte sowie Lesestoff aus den Themenbereichen Kultur und Leben.

CH Media schliesst nach eigenen Angaben nicht aus, dass die Abonnementspreise auch in Zukunft steigen werden. Die sinkenden Werbeerträge würden das drittgrösste private Medienunternehmen der Schweiz dazu zwingen, sich noch stärker auf die Erträge aus dem Lesermarkt abzustützen.

Mit der Einstellung der «Zentralschweiz am Sonntag» und des E-Papers «Ostschweiz am Sonntag» dünnt sich Sonntagmarkt aus. Vor wenigen Jahren galt der siebte Wochentag für regionale Medienunternehmen als ein Wachstumsfeld. Künftig erscheinen in der Deutschschweiz noch die «SonntagsZeitung», die «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsBlick». (aeg/sda)

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