Wirtschaft
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1 Million Dollar im Papiersack: Ex-CS-Bankerin gesteht Hilfe zur Steuerhinterziehung

Eine ehemalige Bankerin der Grossbank Credit Suisse hat sich in den USA wegen Steuervergehen für schuldig bekannt.



Die Schweizerin habe als Leiterin des Zürcher Nordamerika-Desk der Credit Suisse zwischen 2002 bis 2011 US-Steuerzahlern geholfen, durch das Verbergen von Vermögen und Einkommen auf Schweizer Bankkonten ihren Steuerpflichten zu entgehen, teilte das US-Justizministerium in der Nacht auf Donnerstag mit.

Die entgangenen Steuereinnahmen hätten zwischen 3,5 Millionen und 9,5 Millionen Dollar betragen.

Die Bankerin habe bei der CS die Aufsicht über 1000 bis 1500 Kundenbeziehungen gehabt, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem sei sie persönlich für die Konten von 140 bis 150 Kunden verantwortlich gewesen, bei denen es sich zu 95 Prozent um US-Kunden aus New York, Chicago und Florida gehandelt habe. Diese hätten insgesamt Vermögen von gegen 400 Millionen Dollar gehalten.

Strafe bis zu 5 Jahren Gefängnis

Die Strafe für die Angeklagte soll am 8. September verkündet werden. Ihr könnte eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.

Die frühere Bankerin habe den US-Kunden mit zahlreichen Massnahmen beim Verbergen ihrer Gelder geholfen, wie das US-Justizministerium schreibt. So habe sie die mit den Konten zusammenhängende Post in der Schweiz zurückbehalten.

Abhebungen habe sie als kleinere Beträge unter 10'000 Dollar strukturiert und als Checks in die USA geschickt oder sie habe Geldbezüge in CS-Filialen ausserhalb der USA – etwa in den Bermudas – arrangiert. Etwa 20 bis 30 ihrer Kunden hätten ihre Vermögen zudem via Stiftungen oder Trusts in Steuerparadiesen gehalten.

In den Jahren 2002 bis 2008 sei die Bankerin zudem etwa zweimal pro Jahr in die USA gereist, um sich mit Kunden zu treffen.

Als die CS ab 2008 begonnen habe, die Konten von US-Kunden zu schliessen, habe sie ihnen weiterhin beim Verbergen ihrer Vermögen geholfen: Einem der Kunden habe sie dabei rund eine Million Dollar in bar in eine Papiertüte gepackt und ihn angewiesen, «die Strasse in Zürich entlang zu laufen» und sich eine neue Bank zu suchen. Weitere US-Kunden habe sie an andere Institute wie etwa die Bank Frey oder die Bank Wegelin verwiesen.

Die Grossbank Credit Suisse hatte sich im Jahr 2014 für schuldig bekannt, Amerikaner bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten unterstützt zu haben. Sie hatte in der Folge eine Busse von rund 2,6 Milliarden Dollar bezahlt. (sda/awp)

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