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Das war's (fast): Der Swiss Award im Januar dieses Jahres war die zweitletzte Ausgabe der SRF-Show.
bild. srf

Es gibt nur noch einen künftigen «Schweizer des Jahres»: SRF spart den «Swiss Award» weg

Dem Sparprogramm im Leutschenbach fällt die erste Sendung zum Opfer – eine mit Strahlkraft. Im Januar wird der «SwissAward» zum letzten Mal ausgestrahlt.

benno tuchschmid / Aargauer Zeitung



Der «SwissAward» ist die Gala des Jahres im Schweizer Fernsehen. Jeden Januar kürt das Land den Schweizer oder die Schweizerin des Jahres. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Inhaltsverzeichnis der Schweizer Illustrierten: René Prêtre, Didier Cuche, Eveline Widmer-Schlumpf, Didier Burkhalter.

Das kommt nicht von ungefähr: Die «Schweizer Illustrierte» ist Medienpartner der Veranstaltung. Der Gewinner kommt aufs Cover. Keine Frage: Die «SwissAwards» sind eine Sendung mit grosser Strahlkraft.

Doch jetzt hat die Sendung fertig gestrahlt. Kommenden Januar sendet das Schweizer Radio und Fernsehen den «SwissAward» zum letzten Mal, wie bestens informierte Personen beim SRF bestätigen. Der gebührenfinanzierte Sender streicht die glamouröseste Show der Schweiz aus dem Programm. Grund für die Absetzung der «SwissAwards» sind die Kosten, heisst es intern.

Klar ist: Eine grosse Show wie diese Gala ist eine kostenintensive Übung. Ende Oktober legte das SRF zum ersten Mal detaillierte seine Sendekosten offen. Die«SwissAwards» werden dort zwar nicht separat ausgewiesen. Ein einmaliger Showevent kostet im Schnitt 607'000 Franken. Gemäss internen Quellen liegen die Sendungskosten für die «SwissAwards»-Show allerdings «massiv» darüber.

Jetzt merken alle: Es wird gespart

Offiziell heisst es bei der SRF-Pressestelle: «Es ist noch nichts entschieden.» Denn bis zum 6. November laufen zwischen dem SRF und den Sozialpartnern Verhandlungen über die Umsetzung der Sparmassnahmen im Leutschenbach. Bevor diese nicht abgeschlossen sind, wird nicht kommuniziert. Doch hinter den Kulissen gilt die Entscheidung als gefällt.

Anfang September hatte SRG-Generaldirektor Roger de Weck angekündigt, dass das Budget der SRG künftig jährlich 40 Millionen Franken tiefer liegt. Für diese Kürzung gibt es zwei Gründe. Erstens hat das Bundesgericht entschieden, dass die SRG die Mehrwertsteuer künftig selber zahlen muss und diese nicht an den Gebührenzahler weiterverrechnen darf. Zweitens sieht das neue Radio- und TV-Gesetz vor, dass der Gebührenanteil der privaten TV-Stationen grösser wird – zulasten der SRG. Der Direktor von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Ruedi Matter, hat im Gespräch mit dieser Zeitung angekündet, dass die Sparmassnahmen einschneidend sein werden – auch für die Zuschauer. «Wer das Programm kennt, wird etwas merken.»

Die Botschaft: Sparen tut weh

Jetzt merken sogar jene etwas, die das Programm nicht kennen. «SwissAward» ist kein Nischenprogramm. Den Titel «Schweizer des Jahres» kennt fast jeder im Land. Hinter der Entscheidung könnte durchaus Kalkül stecken. Statt Tiersendungen über gebärende Geissen oder eine austauschbare Retorten-Quizsendung aus dem Programm zu kippen, streicht das SRF eine Samstagabendshow, die in sämtliche Landesteile übertragen wird. Die Botschaft: Sparen tut weh. Auch den Zuschauern.

Die Absetzung ist durchaus symbolisch. Der «SwissAward» wurde 2003 zum ersten Mal gesendet. In einer Zeit also, in der die Welt des gebührenfinanzierten Fernsehens noch unkomplizierter war. Also richtete man mit der ganz grossen Kelle an. Die Preisträger werden jedes Jahr auf einer Ehrentafel auf der Älggi-Alp, dem Mittelpunkt der Schweiz, eingraviert. Ob die Ehrentafel jemals einen «Schweizer des Jahres 2016» eingeritzt bekommt, ist unklar. Zumindest der Verlag Ringier und die «Schweizer Illustrierte» dürften ein grosses Interesse daran haben. Irgendjemand muss ja schliesslich aufs Titelbild.

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    Alle Leser-Kommentare
  • andy y 31.10.2015 11:34
    Highlight Highlight "wer das Programm kennt wird es merken" na dann? Ich werde auf jeden Fall nichts "merken"
  • Velowerfer 31.10.2015 10:40
    Highlight Highlight Und jetzt noch die Fussballländerspiele, inkl. EM und WM, streichen. Dann merkt auch der Hinterletzte dass Unterhaltung Geld kostet.
    • Mia_san_mia 01.11.2015 17:43
      Highlight Highlight Nein so weit darf man nicht gehen.
  • Too Scoop 31.10.2015 10:10
    Highlight Highlight Die SRG spielt die beleidigte Leberwurst.
  • Miikee 31.10.2015 10:02
    Highlight Highlight Kein Problem, es hat noch mehr zum streichen.
  • atomschlaf 31.10.2015 09:36
    Highlight Highlight Sehr gut. Eine nutzlose Sendung weniger. Auf diese zwangsgebührenfinanzierte gegenseitige Promi-Beweihräucherung können wir bestens verzichten.
    • atomschlaf 01.11.2015 09:34
      Highlight Highlight Wir mögen es aber. ;-)
  • Hayek1902 31.10.2015 08:28
    Highlight Highlight oh wie schade... ich finde solche sendungen und anlässe, bei denen die kleine Schweiz einen auf Hollywood macht, am schlimmsten. hoffen wir, es verschwindet bald noch mehr srg geld und freuen wir uns über weitere sendungen, die wegfallen, die eh kaum jemand sehen will.
  • meili 31.10.2015 08:08
    Highlight Highlight da wird am falschen ort gespart diese awards sind wichtig für die menschen die etwas erreicht haben dieses jahr
    • Schreiberling 31.10.2015 09:51
      Highlight Highlight Und genau das ist das Problem beim Service Public: Egal wo man spart, es gibt immer Leute die genau diesen Teil wichtig finden.
    • toobitz 31.10.2015 09:56
      Highlight Highlight Ich weiss nicht. Das Geld könnt man ja durchaus auch sinnvoller einsetzen, zum Beispiel für eine Art Nobelpreis für jugendliche ForscherInnen in verschiedenen Kategorien, anstatt zur medialen Beweihräucherung von Personen, welche grösstenteils bereits im Fokus der Medien stehen (Bundesräte, Tennisprofis, Skirennfahrer, Nationaltrainer etc.).
    • tomdance 31.10.2015 10:25
      Highlight Highlight Also lasst mich mal zusammenfassen: der SRG muss unbedingt Geld weggenommen werden. Die SRG muss unbedingt Service Public machen. Unterhaltung gehört nicht zum Auftrag. Aber es ist falsch genau diese Sendung zu streichen. WTF wollen die Leute eigentlich? Soll die SRG nun einen Sparauftrag durchführen oder nicht?
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